WM 2026: Tag 24 im Blog – Frankreich wie ein Champion gegen bodenloses Paraguay – News und Analysen zur Weltmeisterschaft
Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase. In den kommenden Tagen und Wochen spielen die verbliebenen Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.
Paraguay will Frankreich aus dem Turnier treten, doch die Franzosen wehren sich wie ein Champion. Kanada geht derweil mit erhobenem Haupt.
Miasanrot begleitet die WM 2026 nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
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Weitere Artikel zur WM 2026 und zum FC Bayern München:
- Powerranking: Droht England und Kane das böse Erwachen?
- Taschenmesser und No-Brainer: Saibari und Brown in der Analyse
- News und Gerüchte zum FC Bayern
WM 2026: Was ist passiert?
Kanada 0:3 Marokko
- 0:1 Azzedine Ounahi (50.)
- 0:2 Azzedine Ounahi (82.)
- 0:3 Soufiane Rahimi (90.+8)
Das Spiel in aller Kürze: Kanada macht ein gutes Spiel und ist in den ersten 45 Minuten relativ klar das bessere Team. Sie spielen offensiv, aggressiv, aber sie belohnen sich nicht. Und wir alle haben ausreichend Fußball in unserem Leben gesehen, um zu wissen was folgen würde. Marokko liefert kein Feuerwerk ab, steht defensiv aber stabiler und bekommt seine Angriffssituationen. Mit brutaler Effizienz gehen sie 1:0 in Führung und erzielen das 2:0, bevor Kanada nochmal Druck entfachen kann. Bisschen so, als würden sich zwei Leichtgewichte darum boxen, wer sich als nächstes vom Schwergewichts-Vizeweltmeister verprügeln lassen darf.
Miasanrot-Note: 3,5
Paraguay 0:1 Frankreich
- 0:1 Kylian Mbappé (70., Elfmeter)
Das Spiel in aller Kürze: Mit jeder Minute wird einem der Außenseiter unsympathischer. Tritte, Schläge, überharte Zweikämpfe. Dass sie das Spiel zu elft beenden, ist bestenfalls ein Wunder. Frankreich lächelt vieles weg, bleibt geduldig und gewinnt am Ende – zum Glück. Ein fürchterliches Fußballspiel. Hätte Kap Verde einem nicht ungefähr 24 Stunden vorher gezeigt, wofür dieser Sport steht, würde man hier wohl den Glauben an den Fußball komplett verlieren. Wäre Paraguay hier weitergekommen, hätten wir vielleicht auf die Tour de France gesetzt mit diesem Blog. Mia san Maillot jaune. Gut, dass Paraguay raus ist.
Miasanrot-Note: 6
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WM 2026 in der Analyse: Dinge, die auffielen
Kana bald wieder da?
Der erste Gastgeber ist bei der WM 2026 ausgeschieden. Auf dem Papier ein erwartbares Ergebnis, im Spielverlauf weniger. Kanada hat seine bisher stärkste Leistung im gesamten Turnierverlauf gezeigt. Grund dafür war Marsch-Fußball nah an der Perfektion. Kanada presste aggressiv, hoch und ließ Marokko nur selten in ihr Kombinationsspiel finden.
So eine WM, die teilweise daheim stattfindet, kann auch immensen Druck ausüben. Man will unbedingt performen und der Heimat zeigen, dass es nicht nur Eishockey gibt. Manchmal hemmt das den einen oder anderen Spieler. Zumal Kapitän Alphonso Davies das ganze Turnier über wegen seiner Verletzung kein Faktor war.
Kanada aber schien die Atmosphäre in der Gruppenphase komplett aufzusaugen und sich davon beflügeln zu lassen. Marschs Ansatz half dabei: Wenig nachdenken, aktiv bleiben, keine Angst vor Fehlern. Das war gut anzuschauen. Auch wenn es jetzt in der K.-o.-Phase keine echte Heim-WM mehr war, verloren sie ihre Intensität und ihren Enthusiasmus nie.
Unter dem Strich steht ein 0:3, das hinten raus viel zu hoch ausfiel. Marsch analysierte es hinterher im World Feed genau richtig: Man kann stolz sein auf diese Leistung. Wenn Marokko irgendwo besser war, dann im letzten Drittel. Hier war Kanada im gesamten Turnier nicht effizient genug. Jonathan David, der größte Name der kanadischen Offensive, erzielte alle seiner drei Tore beim 6:0 gegen Katar. Sonst konnte er vorn nicht an sein Potenzial herankommen.
Davies mag kein Offensivspieler sein, aber im Sechzehntelfinale deutete sich kurz an, warum er für dieses Team so wichtig gewesen wäre. Er zieht Abwehrspieler auf sich, bringt Tempo ins Angriffsspiel und vor allem mehr Dynamik. Das fehlte. Und trotzdem spielte Kanada ein überragendes Turnier, auf das man in den kommenden Monaten und Jahren aufbauen kann.
Danke, Frankreich!
Es gibt sympathische Außenseiter wie Kap Verde oder die DR Kongo, die nicht nur gut und fair verteidigen, sondern auch selbst Impulse im Spiel nach vorn haben. Und dann gibt es Paraguay. Vor der WM hatte ich etwas Angst davor, dass die Aufstockung zu exakt solchen Spielen führt, wie wir es jetzt zweimal in der K.-o.-Phase von Paraguay gesehen haben.
Und mein Geschmack ist da nur ein Faktor. Der viel größere ist, wie unsportlich sie auf allen Ebenen agieren. Überhart, zeitspielend, lamentierend, den Elfmeterpunkt zertretend und was nicht alles noch vorgefallen ist. Manch einer mag das vielleicht als „dreckiges Spiel in der Grauzone“ bezeichnen. Ich nenne es unsportlich und verachtenswert.
Der Schiedsrichter hat die Partie gegen Frankreich von Beginn an schleifen lassen – und das ist noch nett ausgedrückt. Paraguay hat keine einzige Gelbe Karte bekommen und wer das Spiel gesehen hat, fragt sich, wie das sein kann. Das war ein Kontrollverlust des Schiedsrichters. Ellenbogenschläge, Tritte und mehr – offenbar hatte die Spielleitung die Karten vergessen. Selbst der Elfmeter wurde erst nach VAR-Ansicht gegeben. Vor der VAR-Zeit wäre dieser Kick als großer Skandal durchgegangen.
Endlich ist dieses Paraguay raus. Solche Mannschaften beschädigen den Fußball. Es ist nicht nur extrem unattraktiv, was man aus taktischen Gesichtspunkten vielleicht noch als egal bezeichnen könnte, es ist auch fernab jeglicher Werte, für die der Sport stehen sollte. Fairness und Respekt sind wichtige Eckpfeiler – nicht nur im Hobbysport, sondern gerade auch im Leistungssport.
Paraguay tritt diese Werte mit Füßen. Und was bin ich froh, dass sie damit bei dieser WM allein sind. Viele Außenseiter haben überrascht und im Rahmen ihrer Möglichkeiten tollen Fußball gespielt. Paraguay hingegen parkte den Bus, schraubte das Aggressionslevel nach oben, malträtierte die Gegner mit nicht mal mehr grenzwertigem, sondern grenzüberschreitendem Verhalten und kam damit zu lange durch.
Als hätten sie mit Edin Terzic, Zinedine Zidane und Urs Fischer die größten Schwarzen Magier der Welt auf ihrer Seite – oder schlicht einen Pakt mit dem Teufel. Und nein, das hat alles überhaupt nichts mit dem deutschen Aus zu tun. Das war verdient. Aber so einen „Fußball“ will ich nicht sehen.
Großer Respekt aber an die Franzosen, die sich weder auf dem Spielfeld, noch nach dem Spiel zu eigenen Unsportlichkeiten haben hinreißen lassen. Im Gegenteil: Mbappé und Co. haben sich verhalten wie Champions. Ruhig, souverän, lachend – und am Ende verdient siegend. Chapeau.
Das DFB-Debakel in der XXL-Analyse:
Was lernen wir aus Frankreichs Leiden?
Das Ding ist leider: Zumindest rein taktisch werden wir diese Art Fußball noch häufig erleben. Denn effizient, und da müssen wir uns keine Illusionen machen, ist es allemal. Zumindest auf Nationalmannschatslevel, wo die Abläufe bei vielen Teams nicht herausragend sind.
Immerhin gelang es Paraguay durch den geparkten Bus, Frankreich laut Fotmob bei nur etwas mehr als einem Expected Goal zu halten – 0,79 davon sind der Elfmeter. Aus dem Spiel heraus hat die Avengers-Offensive der Franzosen also nicht mal 0,6 xG herausgespielt. Das ist Wahnsinn.
Allein das legitimiert diese Spielweise. Doch was sagt uns das über Deutschlands Leistung und über Frankreich? Erstmal vor allem eines: Als Beobachter*innen sollten wir nachsichtiger mit Teams sein, die einen derart tiefen und ekligen Block bespielen müssen. Häufig sind die Vorwürfe schnell formuliert: Zu statisch, zu wenig Tiefe, zu langsam. Aber was willst du machen, wenn der nächst tiefere Laufweg bereits der auf die Tribüne hinterm Tor ist? Immer wieder passen, immer wieder verlagern, immer wieder dribbeln, immer wieder kurze Sprints hinter die Kette.
Na klar, Frankreich kann nicht allzu viel komplett richtig gemacht haben, wenn ein Spiel so läuft, aber sie haben viel versucht. Und bei über 40 Grad gegen diesen tiefen Gegner anzulaufen? Da gibt es sicher Schöneres und auch Einfacheres. Wenn nicht mal diese Superoffensive mit individuellen Aktionen Dauerdruck ausüben kann. Wer dann?
Vieles erinnerte an die Deutschen vor wenigen Tagen. Macht das das Ausscheiden weniger blamabel? Nein, die berechtigten Kritikpunkte sind mittlerweile bekannt. Aber vielleicht lernen wir aus diesem Spiel, dass nicht nur die Mannschaften, die einen solchen Block bespielen müssen, Geduld brauchen. Auch Fans und Beobachter*innen brauchen sie. So schwer das auch fällt, wenn man sich einen solchen Gruselkick anschauen muss.
WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick
- Grüße an den DFB: Alle Gruppendritten sind im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Alle? Nein, ein aufmüpfiges kleines Land aus Südamerika ist die eine Ausnahme. Paraguay setzte sich gegen Deutschland durch – um dann gegen Frankreich auszuscheiden. Also das hätten die Deutschen auch hinbekommen.
- Wer rudert heute ins Viertelfinale? Brasilianische Fans haben offenbar Gefallen am Rudersport gefunden und die mittlerweile berühmte Choreografie der Norweger kopiert. In New York machten sie die Ruderbewegungen zu Sambamusik nach. Spannende Kombination.
- Sportlich darf sich Norwegen über die Rückkehr von Ryerson freuen. „Er hat die letzten zwei Tage wie die anderen trainiert“, sagte Coach Stale Solbakken vor der Partie am Sonntag.
- Herve Renard ist nach nur zwei WM-Spielen als Nationaltrainer Tunesiens zurückgetreten.
- Brahim Diaz von Real Madrid hat nur eine Weltmeisterschaft benötigt, um Afrikas bester Vorlagengeber der WM-Geschichte zu werden. Vier Assists hat er beigesteuert.
- Der Iran kritisiert die USA erneut scharf. Eigentlich solle die WM „ein Fest des Fußballs, der Freundschaft zwischen den Nationen und des gegenseitigen Respekts sein – und keine Plattform für politische Einmischung, diskriminierende Prakitiken, Rassismus oder unprofessionelles Verhalten“, heißt es in einem Statement des Verbands: „Was sich während dieses Turniers abspielte, stand in klarem Widerspruch zum Geist des Fußballs und zu den Grundsätzen, zu deren Wahrung sich die FIFA stets bekannt hat.“
- Felix Zwayer darf sich auf ein Topspiel im Achtelfinale freuen. Er leitet die Partie zwischen Spanien und Portugal.
- Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan hat den Einzug ins Achtelfinale gegen Australien mit einer Palästina-Flagge gefeiert und damit ein politisches Statement gesetzt. „Möge Gott unsere palästinensischen Brüder und Schwestern beschützen“, sagte der 59-jährige Hassan in der Pressekonferenz. Das FIFA-Reglement untersagt politische und religiöse Botschaften. Noch gibt es aber wohl keine Ermittlungen oder ähnliches.
- Die Spielergewerkschaft Fifpro hat zunehmende Anfeindungen gegen Fußballer im Zusammenhang mit der WM angeprangert. „Es bedarf spürbarer Konsequenzen für die Verantwortlichen und eines gemeinsamen Engagements von Gruppen, darunter Strafverfolgungsbehörden, Social-Media-Plattformen, Medien, Fans und die Öffentlichkeit, um diesen Trend umzukehren“, so die Gewerkschaft.
Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik
Ismael Saibari
Kommt nicht gut in die Partie und muss dann nach etwas mehr als 20 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Verdacht auf eine Muskelverletzung im Oberschenkel. Keine Bewertung.
Alphonso Davies
Bleibt ohne Minuten. Trainer Jesse Marsch begründete das damit, dass es das Risiko nicht wert gewesen wäre. Davies müsse noch Vertrauen in seinen Körper gewinnen.
Dayot Upamecano
Was soll man zu einem Innenverteidiger schreiben, der über die gesamte Distanz eigentlich nichts zu tun hat. Lässt sich erst am Ende in ein paar hitzige Situationen verwickeln, bleibt aber cool, ohne viel teilgenommen zu haben – abseits der vielen Pässe im Spielaufbau. Miasanrot-Note: 3
Michael Olise
Probiert und probiert und probiert. Muss aber bei jedem Dribbling auch darauf achten, seinen Körper aus der Gefahrenzone zu bringen, wenn Paraguays Gärtner wieder die Sense auspacken. Scheint dazu zu führen, dass er bei manchem Zweikampf nicht komplett das Risiko sucht. Spielt in der zweiten Halbzeit ein paar starke Pässe. Sein Output bleibt dennoch überschaubar. Miasanrot-Note: 3,5
Wie geht es heute weiter bei der WM?
Die nächsten Achtelfinals bei der WM 2026:
22 Uhr:
- Brasilien vs. Norwegen (MagentaTV)
2 Uhr:
- Mexiko vs. England (MagentaTV)
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier



