Mexiko-Fan bei der WM 2026 mit einer Fahne und Sombrero.
Bild: Johnnie Izquierdo/Getty Images

Geschichten und Kuriositäten von der WM 2026: Magische Enten und Tequila-Partys!

Katrin 18.06.2026

Auf dem Platz hat die WM 2026 richtig Fahrt aufgenommen. In Deutschland ist es schwer, die Stimmung rund um dieses Turnier richtig zu greifen.

Klar, wenn das DFB-Team spielt, merkt man auch hierzulande mancherorts, dass gerade ein großes Turnier gespielt wird. Darüber hinaus erschweren es die Distanz nach Nordamerika und vor allem die Unterschiede in den Zeitzonen, richtig in die Weltmeisterschaft einzutauchen.

In unserem täglichen WM-Blog informieren wir daher über die wichtigsten sportlichen und politischen Themen rund um die WM. Doch für so ein echtes Turnierfeeling braucht es natürlich auch noch eine weitere Perspektive: Die der schönen, kuriosen und außergewöhnlichen Geschichten abseits des Platzes.

Zwischen viralen Enten, spontanen Tequila-Partys, einem Torwart, der in wenigen Stunden Millionen Fans gewann, und einem Verkehrschaos in New Jersey zeigt das Turnier einmal mehr, warum nach dem Abpfiff noch längst nicht alles vorbei ist. 

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Gangnam-Style meets Tequila

Ein echtes Phänomen in den Fanzonen der mexikanischen Austragungsorte dieser WM ist das Wiederaufleben einer ungewöhnlichen Fan-Freundschaft im Fußball, nämlich die zwischen Mexiko und Südkorea.

Fans beider Länder feierten vor ihren jeweiligen Auftaktspielen gemeinsam in den Straßen. Der Anfang dieser Verbundenheit geht zurück ins Jahr 2018: Bei der WM in Russland schlug Südkorea überraschend Deutschland, wodurch Mexiko damals Schützenhilfe erhielt und weiterkam. Auch acht Jahre später haben die Mexikaner*innen das nicht vergessen: Videos von mexikanischen Fans, die mit Südkoreaner*innen in überfüllten Bars den Gangnam Style tanzen, gehörten zu den Feel-Good-Stories der ersten Tage.

Auch viel Internet-Liebe bekam folgende Story: Vor dem Eröffnungsspiel wollten südkoreanische Fans eine Flasche Tequila ins Stadion mitnehmen, wurden aber von den Ordnern gestoppt. Anstatt die Flasche wegzuwerfen, luden sie kurzerhand die umstehenden Mexikaner*innen zum gemeinsamen Austrinken ein; die spontane Aktion mündete in einer Straßenparty mit Gesang, Tanz und vielen Erinnerungsfotos- und Videos.

Eine Ente namens Merlin

Bleiben wir noch kurz in Mexiko, wo in Mexiko-Stadt eine zauberhafte Ente namens Merlin in die Herzen aller Fußballfans gewatschelt ist. Die zweijährige Ente, die in einem Trikot der mexikanischen Nationalmannschaft durch die Straßen der Hauptstadt spazierte, wurde nach Mexikos Auftaktsieg gegen Südafrika in zahllosen Videos und Fotos gezeigt.

Die Aufnahmen verbreiteten sich rasant in den sozialen Medien und erzielten Millionen von Aufrufen. Fans bezeichnen Merlin als „nationalen Schatz“ und fordern sogar, ihn ins Stadion einzuladen – vielleicht besitzt er ja, wie sein Namensgeber, magische Fähigkeiten. Für Merlin ist die Aufmerksamkeit nichts Neues, denn er war bereits vor der WM in Mexiko-Stadt kein Unbekannter, da er regelmäßig seine Besitzerin begleitet, wenn sie Getränke auf Straßenfesten verkauft.

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Durch seinen sympathischen Auftritt im Nationaltrikot wurde Merlin jedoch über Nacht zum inoffiziellen Maskottchen der mexikanischen WM-Begeisterung.

Instagram-Sensationen: Die WM 2026 als Katalysator der Onlinekarriere

Einer der größten Überraschungsstars der ersten WM-Woche war ein 40-jähriger Torwart. Als die Kapverden dem haushohen Favoriten Spanien ein sensationelles 0:0 abtrotzten, wuchs Torhüter Josimar Dias, besser bekannt als Vozinha, über sich hinaus.

Seine zahlreichen Paraden begeisterten nicht nur die Fans im Stadion, sondern auch die Kommentatoren des brasilianischen YouTube-Kanals Caze TV. Noch während der Halbzeitpause riefen diese ihre Zuschauer*innen dazu auf, dem Torhüter auf Instagram zu folgen. Was dann geschah, gehört zu den verrücktesten Social-Media-Geschichten des Turniers. Innerhalb weniger Stunden gewann Vozinha Millionen neue Follower*innen. (Stand 18. Juni: fast zwölf Millionen)

Eine ähnliche Geschichte hatte sich bereits im Vorfeld der Weltmeisterschaft abgespielt. Der argentinische Influencer Valen Scarsini, besser bekannt als „El Scarso“, wollte den unbekanntesten Spieler des Turniers berühmt machen. Seine Wahl fiel auf den neuseeländischen Verteidiger Tim Payne, der damals nur wenige tausend Follower*innen besaß.

Nach einem Aufruf des Influencers an seine Community entstand rund um Payne eine regelrechte Meme-Bewegung. Unter dem Motto „No Payne, No Gain“ schlossen sich hunderttausende Fans an, sodass der Verteidiger innerhalb weniger Tage zum Social-Media-Phänomen wurde (Stand 18. Juni: rund sechs Millionen Follower*innen).

Dancing with the DFB-Stars

Auch die deutsche Nationalmannschaft sorgte für einen bemerkenswerten Moment der ersten Turnierwoche. Nach seinem Treffer beim 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao jubelte Deniz Undav gemeinsam mit Antonio Rüdiger mit einem traditionellen kurdisch-jesidischen Tanz.

Was viele Fans zunächst für eine spontane Choreografie hielten, hatte für Undav eine deutlich tiefere Bedeutung. Der DFB-Stürmer, der kurdisch-jesidische Wurzeln hat, nutzte den Moment, um seine Verbundenheit mit dieser Gemeinschaft sichtbar zu machen.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Szene, weil Rüdiger sich dem Tanz unmittelbar anschloss. In den sozialen Medien wurde dies vielfach als Zeichen von Solidarität und gelebtem Zusammenhalt innerhalb der deutschen Mannschaft interpretiert.

Der Rideshare-Albtraum von East Rutherford

Nach dem Spiel zwischen Brasilien und Marokko, das im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey stattfand, erlebten viele Fans ein logistisches Fiasko. Weil die Behörden vor Ort die Preise für Züge drastisch angehoben hatten und Parkplätze bis zu 225 Dollar kosteten, setzten viele auf die Ridesharing-Angebote von Uber und Lyft.

Das System kollabierte, und noch drei Stunden nach Abpfiff steckten hunderte Fans nachts um Mitternacht im absoluten Verkehrschaos an der Pferderennbahn fest. Zitate von verzweifelten Fans, die sagten, sie könnten „nicht glauben, dass sie in Amerika sind“, gingen direkt durch die Lokalmedien. Welcome to the jungle.

Schotten leeren die Biervorräte

Manch einer würde wohl sagen, dass sich in Boston das größere Unglück zugetragen hat: In Boston gab es einen Bier-Notstand. Die schottischen Fans schafften es, rund um ihren Aufenthalt dort der lokalen Brauerei Boston Beer Co. die Vorräte leer zu trinken. Nach Angaben des Unternehmens hätten die Fans viermal so viel getrunken, wie es normalerweise an Vorrat für viertätige Feiertagszeiträume zur Verfügung hat.

Rund 30.000 Schott*innen sollen in Boston gewesen sein, um das WM-Comeback nach fast 30 Jahren zu feiern. Unter anderem berichtete die White Bull Tavern vom Bier-Notstand: „Uns ist alles ausgegangen“, sagte ein Mitarbeiter: „Die Fans waren einfach unglaublich. Sie sind großartig – sie haben Spaß, trinken, feiern – und genießen die Zeit in vollen Zügen.“

Das aktuelle Spülstudio aus Berlin

Seit 2012 veröffentlichen die Berliner Wasserbetriebe zu wichtigen Fußballturnieren sogenannte „Spülanalysen“. Dabei wird untersucht, wie sich große Spiele auf den Wasserverbrauch in der Hauptstadt auswirken.

Auch bei der WM 2026 zeigte sich ein bekanntes Muster. Während des deutschen Auftaktspiels gegen Curaçao stieg der Wasserverbrauch in der Halbzeitpause sprunghaft von rund 24.000 auf beinahe 36.000 Kubikmeter pro Stunde an. Offenbar nutzten zehntausende Fans gleichzeitig die Gelegenheit für einen kurzen Besuch im Badezimmer.

Eine neue Besonderheit lieferten in diesem Jahr die offiziellen Trinkpausen, die aufgrund der sommerlichen Temperaturen eingeführt wurden. Die Unterbrechungen in der 22. und 67. Minute sorgten für kleinere, aber deutlich messbare Ausschläge im Berliner Wassernetz – und boten damit eine unerwartete Alternative zur klassischen Halbzeitpause.

Kevin und Austin allein im Glashaus

Der US-Sender FOX Sports lässt zwei Fans – Kevin Kotoko und Austin Franklin – in einem gläsernen Würfel am Times Square wohnen und dort sämtliche 104 WM-Spiele verfolgen und Inhalte für Social Media erstellen. Die beiden sind inzwischen selbst zur Attraktion für Tourist*innen geworden; dafür, dass sie sich von vorbeigehenden Passant*innen fotografieren und filmen lassen, kassieren sie aber auch eine schöne Summe: 50.000 US-Dollar sollen sie für ihre Zeit im Glaskasten erhalten. 

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