Pernille Harder (FC Bayern) gewinnt mit den DFB-Pokal.
Bild: Pau Barrena/Getty Images

FC Bayern doppelt Double und schlägt Wolfsburg mit 4:0

Jakob Florian 14.05.2026



Die FC Bayern Frauen trafen am Donnerstag im DFB-Pokal-Finale auf den VfL Wolfsburg. Gegen die Niedersächsinnen wollten die Münchnerinnen nach der Meisterschaft den dritten Pokal der Vereinsgeschichte einfahren und so das zweite Double in Serie perfekt machen.

Am vergangenen Wochenende konnte der FC Bayern am heimischen Campus nach dem Duell mit Eintracht Frankfurt die Meisterschale in die Höhe stemmen und setzten in Köln nun alles daran, erneut das Double zu gewinnen.

Durch die einzelnen Pokalrunden in dieser Saison spielten sich die FC Bayern Frauen sehr souverän und ohne Gegentor. Zuletzt schlug man im Halbfinale die SGS Essen deutlich mit 4:0 am heimischen Campus und zog erneut ins Pokalfinale ein – zum dritten Mal in Folge.

Wolfsburgs Weg ins Finale begann mit einem 11:0-Erfolg beim ATS Buntentor. Im Anschluss sorgten die Rekordpokalsiegerinnen im AOK-Stadion mit einem souveränen 3:1-Sieg über den SC Freiburg und einem knappen 1:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt für den Einzug ins Halbfinale. Dort wurden der VfL vom FC Carl Zeiss Jena noch einmal bis an ihre Grenzen gefordert.

Über 120 intensive Minuten kämpfte sich die Elf von Stephan Lerch im Ernst-Abbe-Sportfeld ins Elfmeterschießen. Dort gelang es den Niedersächsinnen mit einem knappen 5:4-Erfolg die Entscheidung herbeizuführen und das Ticket fürs DFB-Pokalfinale zu lösen, die elfte Teilnahme der Wölfinnen in den letzten zwölf Jahren.

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Wölfinnen starten bissig – FC Bayern hat Probleme

Trainer José Barcala setzte gegen die Wölfinnen auf die bestmöglichste Elf: Im Tor kehrte Ena Mahmutovic zurück, in der Viererkette verteidigte Franziska Kett (für Carolin Simon), Magdalena Eriksson rückte für Stine Ballisager in die Startelf, Momoko Tanikawa ersetzte Arianna Caruso auf der Zehn.

Die Sturmspitze bildete Pernille Harder, die allerdings kurz vor Anpfiff noch in die Kabine eilte und offenbar Probleme beim Aufwärmen hatte. Auf Seiten der Wölfinnen feierte Alexandra Popp ihr Comeback nach wochenlanger Verletzungspause.

Alexandra Popp war es auch, die nach einem Stellungsfehler von Eriksson nach sechs Minuten zu einem ersten Abschluss kam. Das Spielgerät segelte aber weit am Münchner Tor vorbei. Generell waren beide Teams in den Anfangsminuten bemüht, keine Fehler zu machen.

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Das Geschehen spielte sich hauptsächlich im Mittelfeld ab, wo insbesondere Stanway viele Ballaktionen hatte, da sie von den Wölfinnen auch kaum angelaufen wurde. Vom FC Bayern kam in dieser Anfangsviertelstunde allerdings zu wenig nach vorne.

Die Münchnerinnen, die bisher alle Pokalfinals gegen Wolfsburg verloren, agierten im Spiel nach vorne zu ungenau, der Vizemeister erarbeitete sich über Beerensteyn und Minge nach einer Ecke weitere Halbchancen.

Die Ex-Münchnerin war es auch, die nach einem Freistoß des FCB einen gefährlichen Konter einleitete. Die Niederländerin trieb das Leder mit großen Schritten in Richtung Mahmutovic, die Hereingabe von Huth war dann zu ungenau. Eine weitere Situation, die die Wölfinnen besser ausspielen können und müssen.

Schwache erste FCB-Halbzeit trotz Führung

Aus dem Nichts dann die größte Chance des Spiels: Eine Flanke von Bühl erreichte am zweiten Pfosten Harder, die das Spielgerät nicht auf das Tor brachte. Diese erste Torchance brachte dem FC Bayern aber keine Sicherheit. Im Gegenteil, weiterhin gab es viele Ungenauigkeiten und als Beerensteyn nach 35 Minuten im Münchner Strafraum zu Fall kam, blieb der Pfiff nur deshalb aus, weil die Angreiferin zuvor knapp im Abseits stand.

Kurz vor der Halbzeitpause ertönte der Pfiff dann auf der anderen Seite: Schiedsrichterin Wildfeuer entschied nach einem Angriff der Wölfinnen auf Elfmeter für Bayern, da einige Augenblicke zuvor Beerensteyn Tanikawa regelwidrig vom Ball trennte. Ein Vergehen, das in Realgeschwindigkeit schwer zu erfassen war. Georgia Stanway ließ sich jedoch nicht zwei Mal bitten und verwandelte zur schmeichelhaften 1:0-Führung.

Wenig später hatte der FC Bayern sogar die große Chance auf das 2:0: Eine Gwinn-Bogenlampe wurde von Minge unterlaufen, Tanikawa wackelte die Nationalspielerin aus und bediente Harder, die Dänin scheitete allerdings aus kurzer Distanz an Johannes. Danach ertönte der Halbzeitpfiff.

Nach Pernilles Treffer: Harder Nachmittag für Wolfsburg

Unverändert gingen beide Teams in die zweiten 45 Minuten. Den ersten Warnschuss setze Amani nach 30 Sekunden ab, als sie relativ unbedrängt im VfL-Strafraum an das Leder kam. Kurze Zeit später tauchte Linda Dallmann aus spitzem Winkel im gegnerischen Strafraum auf, da die Besetzung vor Johannes aber fehlte, musste das Kraftpaket verzögern – der Angriff verpuffte.

In der 59. Minute dann die Vorentscheidung in diesem Finale. Georgia Stanway hatte in der Wölfe-Hälfte sehr viel Platz, fand zentral am Sechzehner Bühl, die den Ball zu Eriksson abtropfen ließ. Die Schwedin, auch reichlich ungestört, löffelte das Spielgerät in den Strafraum auf den Kopf von Harder, die zum 2:0 einköpfen konnte.

Kurz nach dem Tor tauchte auf der Gegenseite die frisch eingewechselte Endemann vor Mahmutovic auf, Viggósdóttir blockte die Außenstürmerin allerdings gekonnt. Klara Bühl hatte im Anschluss dann die Möglichkeit auf den dritten Treffer, ihr Schußversuch verfehlte das Ziel allerdings recht deutlich.

Die deutsche Nationalspielerin hatte danach zwei gute Abschlussmöglichkeiten als sie, jeweils von Dallmann freigespielt, noch in letzter Sekunde von einem VfL-Abwehrbein geblockt wurde. Es war in dieser Phase des Spiels erstaunlich wenig, was die Wölfinnen in diesem Spiel anboten. Die Münchnerinnen spielten keinesfalls fehlerfrei und kamen dennoch recht einfach zu guten Möglichkeiten.

Eine dieser Möglichkeiten nutzte Momoko Tanikawa in der 77. Minute zum 3:0. Bühl, angespielt von Kett, brachte das Leder mit Hilfe von Linder vor das Tor, die Japanerin musste aus kurzer Distanz nur noch einschieben. Anschließend hatte der Youngster Feierabend, Imade und Caruso (für Harder) kamen in die Partie.

Die Dänin wurde unmittelbar nach der Auswechslung ärztlich behandelt. In der 82. Minute kamen mit Vanessa Gilles (für Eriksson) und Carolin Simon (für Kett) in die Partie. Die beiden Einwechselspielerinnen hatten auch gleich zur Freude: Nach einem Solo wurde Stanway an der Strafraumgrenze gefoult, Caruso schlenzte den fälligen Freistoß über die Mauer hinweg in die Maschen – 4:0.

Danach war Schluss. Die Bayern gewinnen am Ende deutlich, nicht immer war es schön, nicht immer war es souverän, doch Wolfsburg konnte nicht mehr zulegen und musste sich geschlagen geben.

Für die FC Bayern Frauen geht es nach diesem Triumph am Sonntag nochmal zum letzten Tanz dieser Saison in den hohen Norden. Gegen den Hamburger SV gilt es die meisterliche Saison am letzten Spieltag abzuschließen und sich mit einem Sieg in die Sommerpause zu verabschieden.

FC Bayern gegen Wolfsburg: Dinge, die auffielen

Extreme Linkslastigkeit im Bayern-Spiel

Schon in den vergangenen Wochen und auch am heutigen Tage fiel erneut das extrem linkslastige Spiel der FC Bayern Frauen auf. Immer wieder ging es im Angriffsspiel über die Seite von Franziska Kett und Klara Bühl. Franziska Kett, die in dieser Saison einen enormen Schritt gemacht hat und seit Wochen auf Topniveau performt, war immer wieder ein absoluter Aktivposten auf der linken Seite.

Im Zusammenspiel mit Klara Bühl sorgte sie immer wieder für viel Tempo und gute Offensivmomente. So entstand aus diesem Zusammenspiel auch die Vorbereitung zum dritten Treffer der Bayern durch Momoko Tanikawa.


Die sichtbare Linkslastigkeit könnte auch mit dem aktuellen Formtief von Giulia Gwinn zusammenhängen, der am heutigen Tage erneut wenig gelang. Sie wirkte kaum eingebunden im bajuwarischen Offensivspiel und hatte wenige Ballkontakte. Außerdem gelangen ihr, wenn sie mal in guter Position den Ball bekam, kaum gute Flanken und Hereingaben und sie nutzte offensiv die Räume zu schlecht.

Auch defensiv ging über ihre Seite für die Wolfsburgerinnen zu viel und vorallem auch viel zu einfach. Symbolbild dafür war die 45. Minute, wo die Wolfsburgerin Sarai Linder Gwinn ohne Probleme überlaufen konnte und im Strafraum viel zu einfach an ihr vorbeikam.

Wacklige Magdalena Eriksson als Schwachpunkt in der Bayern-Abwehr

Besonders auffällig war auch der wacklige Auftritt von Magdalena Eriksson, die mehrfach mit Stellungsfehlern auffiel, wie zum Beispiel bei einem langen Ball in der Anfangsphase auf Alexandra Popp, den sie unterlief und Popp somit fast einen freien Weg zum Tor ermöglichte.

Außerdem sorgte sie immer wieder mit schlechten und unkontrolliert wirkenden Klärungsaktionen für Gefahr am eigenen Sechzehner. Auch ihr Timing und die Handlungsschnelligkeit in den Zweikämpfen ließen zu wünschen übrig. In Halbzeit zwei konnte sie jedoch nochmal positiv auftrumpfen und mit einer starken Hereingabe das 2:0 für Pernille Harder vorbereiten.

Der FC Bayern kann Pokalfinale

Die Wachablösung ist wohl endgültig besiegelt. Auch im DFB-Pokal gelang es den Münchnerinnen nun, einen Titel zu verteidigen und im direkten Duell den VfL Wolfsburg zu besiegen.

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