Joshua Kimmich (FC Bayern) war mit der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz im Einsatz
Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Länderspielpause: So läuft es für die Profis des FC Bayern

Steffen 29.03.2026

Als „Casus Knacksus“ bezeichnete Bayerns Sportchef Max Eberl jüngst die Länderspielpause im März vergangenen Jahres. Damals kamen sowohl Dayot Upamecano (Knorpelschaden) als auch Alphonso Davies (Kreuzbandriss) mit schweren Verletzungen von ihren Nationalteams zurück, verpassten die restliche Saison und mussten dabei zusehen, wie der FC Bayern wenig später unglücklich gegen Inter Mailand aus der Champions League ausschied.

Damals kamen zwar noch zahlreiche weitere Verletzungen und Erkrankungen dazu, die sich die Spieler nicht bei ihren Nationalteams zugezogen hatten (u. a. Neuer, Coman, Pavlović), die Sorge von Eberl vor schweren Verletzungen während der entscheidenden Saisonphase teilen aber sicherlich viele Fans.

Denn auch in diesem Jahr ist quasi der gesamte Profikader des FC Bayern auf vorösterlicher Länderspielreise, ganze 15 Spieler wurden für ihre jeweiligen Nationalteams nominiert: Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Leon Goretzka, Serge Gnabry und (erstmals) Jonas Urbig sowie Lennart Karl für Deutschland, Dayot Upamecano und Michael Olise für Frankreich, Tom Bischof für die deutsche U21, Harry Kane für England, Konrad Laimer für Österreich, Josip Stanišić für Kroatien, Nicolas Jackson für Senegal, Luis Díaz für Kolumbien, Min-jae Kim für Südkorea und Hiroki Ito für Japan.

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Upamecano fliegt, Olise dirigiert auch in der Nationalelf

  • Donnerstag, 26. März: Brasilien vs. Frankreich 1:2

Ende Juni spielt Frankreich während der WM-Vorrunde in Boston gegen Norwegen und um sich schonmal an die Bedingungen in Massachusetts zu gewöhnen, trafen sich die Franzosen dort nun mit den Brasilianern zum Testspiel. Dayot Upamecano und Michael Olise standen beide in der Startelf.

Das Spiel begann auf eher überschaubarem Niveau, beide Mannschaften wollten offenbar kein volles Risiko gehen. Frankreich war zu Beginn spielbestimmender, während Brasilien vor allem auf Umschaltsituationen lauerte.

Nach einer guten halben Stunde erzielte Kylian Mbappé nach einem schönen Steilpass von Ousmane Dembelé die Führung, mit der es für die Franzosen in die Halbzeit ging. Aus der Pause kamen die Brasilianer druckvoller zurück und wenig später konnte Dayot Upamecano den durchgebrochenen Wesley kurz vor dem Strafraum nur noch per Notbremse stoppen, für die es folgerichtig die rote Karte gab.

Upamecano, der bis dahin solide gespielt hatte, musste vom Feld und ist somit für das nächste Testspiel gesperrt. Trainer Didier Deschamps schickte ihn daraufhin vorzeitig zurück nach München, was den Spieler ärgern und Eberl freuen wird.

Einen besseren Tag als Upamecano erwischte indes sein Mannschaftskollege Michael Olise, der auf der zentralen Position im offensiven Mittelfeld begann und sich gewohnt spielfreudig zeigte.

Das Portal Tribuna.com bezeichnete ihn als „chef d’orchestre“, als Dirigenten des französischen Spiels, wohl nicht zuletzt wegen seines perfekt getakteten Passes auf Hugo Ekitiké in der 65. Minute, den dieser zur 2:0-Führung verwandelte.

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Brasilien kam zwar noch durch einen Treffer von Bremer nach einer Standardsituation in der 78. Minute zum Anschluss, Frankreich brachte den Vorsprung aber ins Ziel. Olise wurde kurz vor Spielende ausgewechselt.

Wechselhafte Auftritte der Spieler des FC Bayern für Deutschland

  • Freitag, 27. März: Schweiz vs. Deutschland 3:4

Bei dem sehr unterhaltsamen Schlagabtausch gegen die Schweiz kamen bis auf Lennart Karl alle Bayernspieler von Beginn an zum Einsatz. Jonas Urbig musste derweil schon vorher verletzt zurück zum FC Bayern. Der Torhüter erlitt eine Kapselverletzung.

Deutschland war über das gesamte Spiel die dominantere Mannschaft und zeigte sich offensiv spielfreudig, offenbarte aber wiederholt Schwächen im Spielaufbau und in der Defensive. Die Schweizer schalteten oft gefährlich und schnell um und waren effizient vor dem Tor.

So fiel der Führungstreffer für die Eidgenossen nach einem schlimmen Fehlpass von Nico Schlotterbeck im Spielaufbau, woraufhin Granit Xhaka das Spiel schnell auf die linke Seite verlagerte, auf der Dan Ndoye völlig frei war.

Joshua Kimmich nämlich war von seiner Position als Rechtsverteidiger weit ins Zentrum eingerückt, um im Spielaufbau zu unterstützen. Angelo Stiller wiederum schob dann zu langsam nach außen durch, sodass Ndoye unbedrängt in den Strafraum eindringen und zum Abschluss kommen konnte (17. Minute).

Davon ließ sich Kimmich in der Folge aber nicht von seiner offensiven und einrückenden Spielweise abbringen. Er schaltete sich als Antreiber oft energisch nach vorne ein und schlug einige gefährliche Flanken in den Strafraum. Er und seine Teamkollegen müssen aber noch an der defensiven Abstimmung – insbesondere mit den beiden Sechsern – arbeiten, um bei Ballverlusten besser abzusichern.

Wenig zu verbessern scheint es hingegen bei der Ausführung von Standardsituationen zu geben; gleich zwei der vier deutschen Tore fielen nach schnell ausgeführten Ecken. Bei der ersten konnte Florian Wirtz nach Doppelpass mit Kimmich frei auf den langen Pfosten flanken, wo Jonathan Tah aus kurzer Distanz zum Ausgleich einköpfen konnte (26. Minute).

Erstes Länderspieltor für Tah – auch Gnabry trifft

Es war das erste Länderspieltor von Tah, der sich darüber aber nicht allzu lange freuen konnte, denn nur eine knappe Viertelstunde später entwischte ihm Breel Embolo bei einer Flanke und brachte so die Schweizer wieder in Führung (41. Minute).

Tah sah in dieser Situation nicht gut aus, störte dann aber nur eine Minute später im Strafraum entscheidend gegen Ruben Vargas, der wieder über links durchgebrochen war. Insgesamt ein wechselhafter Auftritt des Innenverteidigers.

Das Spiel behielt sein hohes Tempo bei und Deutschland konnte noch vor der Halbzeitpause ausgleichen. Nach einer Serie wechselseitiger Ballverluste im Mittelfeld spielte der an diesem Tag überragende Wirtz einen schönen Schnittstellenpass auf Serge Gnabry, der Gregor Kobel von der Strafraumgrenze gefühlvoll überlupfte (45. Minute).

Gnabry zeigte sich über die gesamte Spieldauer sehr variabel und wechselte häufig die Positionen mit seinen Nebenleuten in der Offensive. Insbesondere in der zweiten Hälfte ließ er sich oft tief fallen, um im Spielaufbau zu unterstützen, wo ihm seine gute Technik grundsätzlich eine hohe Pressingresistenz verleiht. Gnabry, der sich weiterhin in starker Form zeigt, bereitete auch noch die Führung durch Wirtz nach einer – für die Schweizer offenbar völlig überraschend – schnell ausgeführten Ecke vor (61. Minute).

Karl feiert Debüt – Goretzka und Stiller mit Abstimmungsproblemen

Doch obwohl die Schweizer zu diesem Zeitpunkt bereits sämtliche Feldspieler ausgewechselt hatten, kamen sie noch einmal zum Ausgleich: Nach einem Angriff über links verarbeitete Joel Monteiro einen Querpass sehenswert vor der Strafraumgrenze und zog dann beinahe ansatzlos in die Torecke ab (79. Minute).

Bei der Ballannahme wurde er aber nicht energisch genug von Leon Goretzka gestört, der zuvor und vor allem während der ersten Halbzeit nur wenig Akzente setzen konnte. In der zweiten Hälfte schaltete er sich zwar häufiger offensiv ein und kam zu ein paar vielversprechenden Abschlüssen, die Abstimmung mit seinem Nebenmann Angelo Stiller war allerdings verbesserungswürdig. Dass dieses Duo während der WM auf der Doppelsechs zum Einsatz kommt, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.

In der 63. Minute kam dann auch Lennart Karl im Wechsel für Leroy Sané zu seinem Länderspieldebüt. Karl benötigte wenig Anlaufzeit und fügte sich gut ins deutsche Offensivspiel ein. In der Schlussphase dribbelte er bei einem Angriff bis in den Strafraum, aus der folgenden Situation resultierte dann das Tor und der letzte Treffer der Partie durch Florian Wirtz (85. Minute), der damit an allen vier Toren direkt beteiligt war. Von Karl war es ein mutiger Auftritt, und als Joker für die rechte deutsche Offensivseite sollte er auch bei der WM eine echte Option darstellen.

Luis Díaz und Josip Stanišić im direkten Duell

  • Donnerstag, 26. März: Kolumbien vs. Kroatien 1:2

In Orlando kam es zum teaminternen Duell zwischen Luis Díaz und Josip Stanišić, zumindest für etwa 25 Minuten. Bei den Kolumbianern begann Díaz als linker Außenstürmer, während Stanišić zunächst auf der kroatischen Bank Platz nahm.

Das Spiel begann schnell und Kolumbien ging schon nach zwei Minuten durch ein Tor von Jhon Arias in Führung. Wenig später gelang Luka Vušković der Ausgleich für Kroatien, die kurz vor der Pause durch Igor Matanović das Spiel drehten.

Díaz präsentierte sich wie bei Bayern sehr spielfreudig und umtriebig und sorgte wiederholt für Gefahr im kroatischen Strafraum. In der 28. Minute bediente er Luis Suarez mustergültig mit einem Querpass vor dem Tor, der aber ließ den Ball durch die eigenen Beine rollen. Wenig später vergab Díaz selbst aus aussichtsreicher Position.

Zur Halbzeit kam Josip Stanišić für Ivan Perišić ins Spiel und verteidigte fortan die linke eigene Seite, zu einem direkten Duell mit Teamkollege Díaz kam es daher nicht (Díaz wurde zudem in der 71. Minute ausgewechselt). Stanišić spielte solide und klärte einige brenzlige Situationen, hatte die schnellen kolumbianischen Außenspieler aber nicht immer ganz im Griff. Kolumbien hatte mehr Chancen in der zweiten Halbzeit, Kroatien hingegen ist nun schon seit mittlerweile neun Spielen ungeschlagen.

Tom Bischof führt deutsche U21 zum Sieg über Nordirland

  • Freitag, 27. März: Deutschland U21 vs. Nordirland U21 3:0

Während alle seine Bayernkollegen während ihrer Länderspielreisen Freundschaftsspiele bestritten, ging es bei Tom Bischof und seinen U21-Mitspielern gegen Nordirland um die EM-Qualifikation. Im Fernduell um Platz 1 in der Gruppe hatte Griechenland zuvor gegen Malta vorgelegt und Deutschland unter Zugzwang gesetzt.

Bischof begann im zentral-defensiven Mittelfeld neben Aljoscha Kemlein und machte ein ordentliches Spiel. Die Deutschen taten sich insgesamt schwer gegen die Nordiren, nutzten aber ihre Chancen und hatten in der zweiten Halbzeit phasenweise Glück, dass eigene Nachlässigkeiten unbestraft blieben.

Bischof war gut ins Spiel eingebunden und hat nun die Möglichkeit, seine Mannschaft als Kapitän gegen Griechenland zur Pole Position in der Quali-Gruppe zu führen. Dafür müsste Deutschland mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen.

Die übrigen Spieler und nächsten Termine

Bisher nicht zum Einsatz kamen Konrad Laimer beim 5:0-Kantersieg der Österreicher gegen Ghana sowie Harry Kane beim 1:1-Unentschieden von England gegen Uruguay. Am Samstag war Hiroki Ito eine Halbzeit lang für Japan im Einsatz. In Glasgow besiegte das Team vom FCB-Verteidiger die schottische Auswahl mit 1:0.

Eine herbe Klatsche musste Südkorea im Testspiel gegen die Elfenbeinküste hinnehmen. Die Ivorer gingen in Milton Keynes mit 4:0 als Sieger vom Platz. Min-jae Kim spielte 90 Minuten durch, konnte die Niederlage allerdings nicht verhindern.

Nicolas Jackson hingegen hatte allen Grund zum Jubeln. Der Angreifer des Senegals erzielte in 67 Spielminuten einen Treffer und konnte am Ende einen 2:0-Erfolg über Peru feiern. FCB-Leihgabe Felipe Chávez wurde bei den Südamerikanern hingegen nicht nominiert und verpasste das Freundschaftsspiel im Stade de France in Paris.

Die nächsten Paarungen mit Beteiligung von Bayern-Spielern sind wie folgt, einige davon wieder mit direkten Duellen:

  • Sonntag, 29. März: Kolumbien vs. Frankreich
  • Montag, 30. März: Deutschland vs. Ghana
  • Dienstag, 31. März: Österreich vs. Südkorea
  • Dienstag, 31. März: England vs. Japan
  • Dienstag, 31. März: Senegal vs. Gambia
  • Dienstag, 31. März: Griechenland U21 vs. Deutschland U21
  • Mittwoch, 1. April: Brasilien vs. Kroatien

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