4:0-Sieg über Wolfsburg! Bayern knackt die 100 Tore!

Christopher Trenner 27.06.2020

Schon vor Anpfiff stand fest, dass der FC Bayern am Ende die Meisterschale überreicht bekommen wird. Die Münchner sicherten sich den Titel vor knapp zwei Wochen in Bremen.

Falls ihr es verpasst habt

Die Aufstellungen

Hansi Flick überraschte mit seiner Aufstellung und schonte Pavard und Kimmich. Dadurch gab es insgesamt sechs Änderungen. Beide hatten nach der Corona-Pause fast jede Minute bestritten. Für sie spielten Cuisance und wie schon letzte Woche angekündigt Odriozola. Alphonso Davies, der gegen Freiburg gesperrt fehlte, rückte zurück in die Startelf. Dadurch saß Lucas Hernández nur auf der Bank. In der Sturmreihe durften sich Müller, Coman, Gnabry und Lewandowski für Leverkusen einspielen. Ein kleines Jubiläum feierte Jérôme Boateng, der sein 200. Bundesliga-Spiel für die Bayern bestritt.

Oliver Glasner entschied sich für ein 4-4-2-System. Im Vergleich zum 4:1-Auswärtssieg gab es nur einen Wechsel. Schlager fehlte verletzungsbedingt. Er wurde durch Guilavogui ersetzt, der in Gelsenkirchen noch gesperrt war.

1. Halbzeit

Die Bayern gingen mit dem ersten Angriff in Führung. Wolfsburg versuchte hoch zu pressen und wurde dafür sofort bestraft. Lewandowski und Müller überbrückten schnell das Mittelfeld. Nach einem schönen Pass in den Lauf von Müller, war Coman alleine vor dem Tor und traf überlegt ins lange Eck. Es war die 21. Torvorlage von Müller (3.).

In der 19. Minute bewahrte Manuel Neuer den FC Bayern vor dem Ausgleich. Ordriozola verschätzte sich bei einem Seitenwechsel, dadurch konnte Roussillon Brekalo in Szene setzen. Seinen Abschluss parierte Neuer glänzend.

Beim FC Bayern wurde es dann gefährlich, wenn sie in Umschaltsituationen kamen. Das gelang in einzelnen Szenen sehr gut. Goretzka zog in der 30. Minute das Tempo im Mittelfeld an und nach einer schönen Kombination hatte Coman die Chance auf den Doppelpack, doch er verfehlte das Tor.

Es folgte die beste Phase des FC Bayern mit mehreren Chancen für Lewandowski und Gnabry. Am Ende war es aber ein Weitschusstreffer, der für die Münchner die Erhöhung brachte. Cuisance wird im Mittelfeld nicht angegriffen und der Franzose zirkelte den Ball aus über 20 Meter in den Winkel. Ein tolles Tor.

2. Halbzeit

Ohne Änderungen ging es in die letzten 45. Minuten der Saison 2019/20 und der FC Bayern hatte auch wieder die erste Chance. Erneut aus einer Umschaltsituation. Casteels konnte eine scharfe Flanke von Coman nur nach vorne prallen lassen, doch Gnabry verfehlte aus acht Metern das Tor deutlich. Knapp zehn Minuten vergab Gnabry die nächste Großchance.

Zur Stundenmarke wechselte Flick dreifach. Odriozola, Coman und Gnabry durften den Platz verlassen. Für sie kamen Pavard, Perišić und Coutinho. Für den Brasilianer war es das Comeback nach einer Knöcheloperation.

In der 71. Minute traf Robert Lewandowski zum 34. Mal in dieser Saison. Nachdem Guilavogui Cuisance im Strafraum foulte. Guilavogui sah zudem die Gelb-Rote Karte, nachdem er nur wenige Minuten zuvor Goretzka hart im Mittelfeld anging.

In der 78. Minute erzielte der FC Bayern den 100. Saisontreffer. Der eingewechselte Knoche verlängerte unfreiwillig eine Flanke von Davies. Müller war frei vor dem Tor und stellte auf 4:0. Für die letzten 10 Minuten brachte Flick noch Hernández und Kimmich für Alaba und Goretzka.

Es blieb beim 4:0. Der FC Bayern gewann auch das letzte Spiel der Saison. Es war über die komplette Partie eine überzeugende Leistung und eine gelungene Generalprobe für das DFB-Pokalfinale gegen Leverkusen in der nächsten Woche.

Dinge, die auffielen

1. Müllers Rekord

Wer hätte gedacht, dass ein ‘Notnagel’ noch Bundesliga-Rekorde aufstellen kann? Thomas Müller war unter Niko Kovač schon fast aussortiert und blühte unter Hansi Flick regelrecht auf. In nur 2.261 von 3.060 möglichen Bundesligaminuten, bereitete er 21 Tore vor und erzielte acht selbst. Dabei sammelte er die Scorerpunkte nicht nur gegen die ‘kleinen Gegner’, sondern auch gegen Leipzig, Dortmund, Gladbach und Leverkusen. Mit 21 Vorlagen überholte Müller den bisherigen Rekordhalter Kevin De Bruyne. Die durchaus erfolgreiche Zusammenarbeit von Müller und Flick geht daher folgerichtig bis 2023 weiter. Beide verlängerten während der Corona-Pause ihre Verträge mit dem Rekordmeister.

Wäre die EM nicht ins Jahr 2021 verschoben worden, es gäbe längst eine öffentliche Diskussion, ob Müller nicht doch wieder für die Nationalmannschaft nominiert werden sollte.

2. Einspielen für den DFB-Pokal

Der FC Bayern agierte in Wolfsburg sehr konzentriert und ließ auch im letzten Saisonspiel wenig anbrennen. Gerade die Umschaltspiele-Momente waren sehr gut ausgespielt. Wenn es gelang, das Pressing der Wolfsburger zu umspielen, wurde es gefährlich. Mit viel Vertikalität wurde das Mittelfeld überbrückt. Goretzka und Cuisance hatten hier einige gute Szenen. Mit guten Körperdrehungen kreierten sie Raum und suchten stets den Pass nach vorne.

Hilfreich waren auch die vielen Seitenverlagerungen, die das starke Verschieben der Ketten gut konterten. Aus diesen Szenen entstand häufig aber zu wenig. In der Summe waren die Auftritte nach der gewonnenen Meisterschaft sehr souverän, auch wenn es nicht für den Torrekord reichte – es waren immerhin 100 Saisontore. Eine besondere Spielzeit geht zu Ende.

3. Mickaël Cuisance zeigt sich

Am 34. Spieltag der letzten Saison war es Renato Sanches, der für den FC Bayern sein bestes Spiel machte. Gegen Wolfsburg zeigte Cuisance, was sich die Münchner von ihm versprechen und weshalb sie ihn für zwölf Millionen vor der Spielzeit aus Gladbach holten. Mit viel Spielwitz, klugen Dribblings und vielen öffnenden Pässen zeigte Cuisance seine Qualitäten. Belohnt wurde er mit seinem ersten Bundesliga-Treffer. Flick lobte den Nachwuchsspieler zuletzt ausdrücklich. Ein Gewinner der letzten Wochen.

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