3:2! Bayern behält gegen Leipzig die Oberhand!

Christopher Trenner 05.02.2022

Die Partie fand erstmals seit Monaten wieder vor Fans in der heimischen Allianz Arena statt. 10.000 Zuschauer fanden den Weg nach Fröttmaning.

Falls ihr es verpasst habt:

Die Aufstellung

Julian Nagelsmann blieb beim 3-2-4-1-System von vor zwei Wochen. Das bedeutete, dass fünf offensive Spieler starteten: Coman, Gnabry, Sané, Müller und Lewandowski. Spannend war, wie die Münchner es gegen eine offensiv bessere Mannschaft mit der Restverteidigung lösen.

Domenico Tedesco vertraute auf ein 3-4-2-1-System, also ähnlich wie die Bayern auf der Gegenseite. Einziger Unterschied: Angelino und Mukiele standen tiefer als die Flügelspieler der Heimmannschaft. Im Angriff vertrauten die Leipziger auf Nkunku, Olmo und Silva.

1. Halbzeit

Die Bayern begannen druckvoll und hatten gerade durch die vielen Offensivspieler einige frühe Ballgewinne im letzten Drittel. Das half auch beim 1:0 der Bayern. Tolisso gewinnt 20 Meter vor dem Leipziger Tor den Ball und leitet weiter auf Lewandowski. Sein Abschluss parierte Gulácsi noch sehr gut, doch der Nachschuss von Müller war drin (12.).

Konnte sich Leipzig befreien, rannten sie mit Tempo auf die letzte Kette. Silva, Nkunku und Olmo kamen so in der 16. Minute zu einfach vor das Tor der Bayern. Neuer musste hier mit einer Weltklasse-Parade gegen Olmo retten. Wenig später war es Olmo erneut, der nach einem schwachen Ball von Süle im Aufbau abermals vor Neuer auftauchte. Auch hier blieb Neuer Sieger (19.).

Die Bayern verpassten in dieser Phase Ruhe in die Partie zu bekommen. Immer wieder gab es einfache Fehler im Spielaufbau. Ein schwer zu verarbeitender Pass von Sané führte zum Ballverlust von Tolisso. Leipzig kam mit Tempo auf die Kette. Den Heber von Laimer können weder Süle noch Pavard auf der Linie klären, so dass Silva mit etwas Glück zum Abschluss kam. Der nicht unverdiente Ausgleich (28.).

Die Mannschaft von Julian Nagelsmann wirkte aber nicht geschockt und kam nach dem Gegentor wieder besser ins Spiel. Coman scheiterte mit einem Heber in der 32. Minute am Pfosten. Wenig später traf Müller, doch sein Tor wurde vom VAR zu recht einkassiert. Lewandowski foulte direkt vor der Flanke auf Müller den Leipziger Gvardiol.

Das Tor für die Bayern sollte aber noch vor der Halbzeit fallen. Tolisso machte seinen Fehler beim 1:1 mit einem wundervollen Ball auf Coman wieder gut. Der flankte perfekt auf Lewandowski, der Gulácsi keine Chance ließ (44.). Die erneute Führung für die Hausherren.

2. Halbzeit

Die Leipziger wechselten zur Pause. Szoboszlai kam für Kampl. Die Bayern blieben unverändert.

Leipzig kam besser rein und eroberte sich im Zentrum erneut einen Ball. Diesmal gegen Lewandowski und Kimmich. Dann ging es schnell und Nkunku stand frei vor Neuer und blieb cool. Das 2:2 in der 53. Spielminute.

Abermals erholten sich die Bayern vom Gegentreffer schnell. Wie auf der Gegenseite waren auch die Leipziger nicht fehlerfrei. Gulácsi versuchte die spielerische Lösung, doch Coman kann den Ball abfangen. Gnabrys Flanke wird von Gvardiol ins eigene Tor abgefälscht. 3:2 für die Bayern (58.).

In der 64. Minute wechselte Julian Nagelsmann erstmals und brachte Musiala für Tolisso.

Das Spiel nahm sich derweil eine Auszeit. Nagelsmann brachte in der 72. Minute Upamecano für Hernández.

In der 82. Minute kam Leipzig im bekannten Muster vors Tor. Upamecanos Pass wird abgefangen, doch Forsberg scheiterte zunächst an Süles Rücken und anschließend an Neuer.

Julian Nagelsmann reagierte und brachte per Einwechselung Sabitzer und Nianzou für Coman und Müller. Das Ziel für die letzten Minuten: Ballkontrolle und Zeit von der Uhr nehmen.

Die Bayern gewinnen am Ende nicht unverdient mit 3:2 gegen ein taktisch gut eingestelltes Leipzig. Julian Nagelsmann wird sich hinterfragen müssen, ob die Taktik für die “großen” Spiele zu mutig sein wird. Zu häufig wurde der Gegner eingeladen.

Dinge, die auffielen:

1. Zu Unpräzise

Die taktische Grundformation der Bayern ist derart offensiv, dass es im Spielaufbau höchste Präzision braucht. Die hatte der FC Bayern nicht. Gerade im Übergang vom ersten ins zweite Drittel gab es zu einfache Ballverluste. Die Liste solcher Fehler ist lang: Süles komplizierter Pass im Aufbau (19.), Sané in Kombination mit Tolisso (28.) oder Kimmich und Lewandowski (53.) sind nur drei Beispiele. Die Taktik von Nagelsmann ist aufgrund des vorhanden Personals nachvollziehbar, stößt dennoch an die Grenzen. Die Abwehr (Pavard, Süle und Hernández) haben andere Qualitäten. Im Mittelfeld-Zentrum kann nur Kimmich mit Druck-Situationen umgehen.

Auf der anderen Seite – und bei aller Kritik: Den Spielern muss es auch erlaubt sein, ein neues System auch unter Wettkampfpraxis einzustudieren. Die Ansätze (siehe 1:0 und 3:2) sind da.

2. Immer eine Antwort

Will man etwas positives an der doch wilden Spielweise des FC Bayern mitnehmen, dann das sie es geschafft haben, die Gegentore (1:1 und 2:2) besser zu verarbeiten. Gegen Gladbach wurde es nach dem überraschenden Ausgleich zu wild. Die Folge war der Rückstand und am Ende eine unnötige Niederlage.

Gegen Leipzig gelang es den Bayern, die Balance besser zu halten. Nach dem 1:1 erspielten sich die Münchner ein klares Plus an Abschlüssen. Auch nach dem 2:2 dauerte es nicht lange, bis die Bayern wieder in Führung gingen. Eine Qualität, die die Mannschaft vor allem unter Hansi Flick gezeigt hatte, aber unter Julian Nagelsmann nicht mehr so regelmäßig abrufen konnte.