Testspiel-Analyse: City mit mehr Pep

Ergebnistechnisch ist die USA-Reise für den FC Bayern nicht gut gelaufen, auch gegen Manchester City verliert der Rekordmeister. Trotzdem könnte Niko Kovač auch beim dritten Auftritt viele positive Eindrücke gewonnen haben.

Gegen City wagte der Trainer erstmals ein kleines Experiment: Ribéry, Robben und Coman liefen allesamt von Anfang an auf, vorne startete zudem Wagner. Verzichten mussten die Münchner unterdessen auf Javi Martínez, Juan Bernat und kurzfristig auch Renato Sanches, der mit einer Blockade im Lendenwirbelbereich ausfiel.

Der für den Portugiesen ins Team gerückte Shabani erzielte in der 15. Minute nach schöner Vorarbeit von Rafinha den Führungstreffer, Robben erhöhte wenig später zum 2:0. Ärgerlich war dementsprechend der Anschlusstreffer für City kurz vor der Halbzeit. Dem Team von Pep Guardiola gelang dann der bessere Start in die zweite Halbzeit, bereits in der 56. Minute hatten die Citizens das Spiel gedreht.

Die Bayern versuchten sich zwar noch am Comeback, letztendlich mussten sie sich allerdings mit 2:3 geschlagen geben.

3 Dinge, die auffielen:

1. Ribéry als Zehner

Eigentlich hat es in der Vergangenheit nicht lange gedauert, bis ein Bayern-Trainer entlassen wurde, wenn er es sich mit Franck Ribéry verscherzte. Um das zu erreichen, braucht es in der Regel nicht viel. Van Gaal holte sich schon eine verbale Watschn des Franzosen ab, als er ihn ins Zentrum stellen wollte.

Nun, einige Jahre später, geschah genau das wieder. Nur diesmal schien Ribéry damit einverstanden zu sein. Kovač stellte den Flügeldribbler auf die Zehn und flankierte ihn mit Coman auf Links und Robben auf Rechts. Allein schon in der Theorie eine unfassbare Waffe.

In der Praxis bestätigte sich diese Vermutung. Die Drei wirbelten, rotierten und rannten auf die gegnerische Abwehrkette zu, als gäbe es keinen Morgen mehr. Gerade Manchester City, ein Team das selbst gerne den Ball hat, hatte damit zu kämpfen, das Tempo der Bayern-Offensive zu stoppen. Die Münchner wirkten von Beginn an spielfreudig und spielten sich Chancen aus Ballbesitz heraus, waren aber auch mehrfach nach Kontern zur Stelle. Exemplarisch für gute Tempoangriffe nach eigener Ballzirkulation war das 2:0 durch Arjen Robben, als Ribéry den Niederländer durch einen herrlichen Chip-Ball freispielte.

Kurz darauf gab es schon die nächste Chance für die Bayern – diesmal nach einem Gegenstoß. Coman holte sich den Ball und schickte Ribéry steil, während Robben im Rückraum einlief und den Pass bekam. Der Abschluss war jedoch nicht präzise genug und verfehlte somit das 3:0 knapp. Es war beinahe ein Traumstart.

Später zeigten sich auch Schwächen dieser Konstellation. Bei allen Gegentoren wirkte die Mannschaft alles andere als kompakt. Wagner, Ribéry, Robben und Coman waren ein Mannschaftsteil und der Rest ein anderer. Mehrfach ergaben sich dadurch für City Räume, die von der Bayern-Offensive nicht verteidigt wurden.

Setzt Kovač in Zukunft wieder auf diese Offensive, muss er die Balance zwischen Abwehr und Angriff finden. Andernfalls drohen wieder Kontrollverlust und Gegentore.

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Ribéry wusste offensiv als Zehner zu überzeugen, zeigte sich in der Defensivarbeit aber fast gar nicht.
(Foto: Michael Reaves/Getty Images)

2. Ulreich, wir müssen reden!

Sven Ulreich sah beim 2:2 erneut nicht gut aus. Der Torwart ließ einen mäßig platzierten Schuss direkt nach vorne abklatschen und trug somit eine große Verantwortung beim Ausgleich. Ohnehin macht der 29-Jährige aktuell nicht mehr den guten Eindruck, den er in der letzten Saison hinterließ. In allen drei Spielen gab es bisher Unsicherheiten.

Das ist kein Grund für ein Drama. Neuer ist ohnehin bald zurück. Trotzdem wäre es Ulreich zu wünschen, dass er nach der hervorragenden vergangenen Spielzeit wieder in Form kommt. Auch deshalb, weil er Neuer mit seinen Leistungen vielleicht noch mehr pushen kann.

3. City am Ende mit mehr Pep

Nachdem Manchester die Partie gedreht hatte, wirkten sie konzentrierter und besser. Das lag natürlich zu großen Teilen am berühmten Momentum. Auch Wechsel machen in einem Testspiel viel aus. Es zeigte sich aber auch, dass Guardiola bei City bereits lange genug arbeitet, um Automatismen und Mechanismen etabliert zu haben, die fast alle Spieler umsetzen können.

Diese Sicherheit verhalf City dazu, das Ergebnis letztendlich souverän über die Runden zu bringen. Für Kovač bleiben trotz zweier schlechter Ergebnisse bisher trotzdem viele positive Eindrücke.

Obwohl er vielen Jugendspielern die Chance gab, war gegen einige internationale Topstars kein riesiger Unterschied zu erkennen. Das lag daran, dass die Bayern das aus mannschaftstaktischer Perspektive mindestens ordentlich machten. In Ballbesitz war immer die Bemühung zu erkennen, den eigenen Spielern mehrere Optionen zu bieten. Die verschiedenen Zonen des Spielfelds waren meist gut abgedeckt und die Mannschaft hatte in allen Spielen viele Phasen, in denen sie auch gegnerischem Pressing standhielt.

Baustellen hat Kovač ganz klar in der Ausgestaltung der Balance. In einigen Situationen stand die Mannschaft entweder zu hoch, wenn die Kompaktheit fehlte oder sie arbeitete nicht als Kollektiv zurück. Das hängt definitiv nicht nur mit dem vorhandenen Kader zusammen. Es ist spürbar, dass Kovač um einen Kompromiss ringt, der das Ballbesitzspiel durchschlagskräftig macht, gleichzeitig aber dafür sorgt, dass die Absicherung sehr stark ist.

Diese Balance hat er zwar in der nötigen Konstanz noch nicht gefunden, aber er hat gesehen, dass seine Spieler das durchaus umsetzen können. In den nächsten Tagen und Wochen kommen die meisten WM-Teilnehmer zurück. Dann kann Kovač seine Ideen endgültig umsetzen. Welche taktischen Möglichkeiten sich ihm dabei bieten, analysieren wir in unserer aktuellen Patreon-Kolumne.

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Leserkommentare
  1. Jo

    Ok, also bisher das schwächste Spiel in der Vorbereitung.

    Defensiv teilweise vogelwild, offensiv wenig Struktur. Was funktioniert hat, waren einzelne Umschaltmomente. Dafür hat dann dieser beidseitige Fokus aufs Umschalten zweitweise zu diesem typischen Hin und Her-Spiel geführt in dem beide Seiten nur noch bedingt Kontrolle hatten.

    Hat mich so teilweise an Ancelotti-Spiele erinnert. Und wenn wir dann die Kontrolle verlieren, verlieren wir mutmaßlich auch das Spiel. Auch da unsere Endverteidigung weiterhin dringend der Auffrischung bedarf. Ganz so körperlos wird es in dieser Disziplin eben schwierig. Da sind 0 (!) Fouls in der 1.HZ schon ein Wort.

    Gut, nach Martinez waren auch Sanches und Bernat nicht einsatzfähig, Rafinha musste zur HZ raus. Da war dann über 90 Minuten nicht mehr viel 1.Mannschaft-Feeling auf dem Platz.

    Was mich zu dem unerfreulichen Fakt bringt, dass der Verlierer dieses ICC bisher unser zweiter Anzug ist. Einmal die die Pech hatten und gar nicht dabei sein konnten. Finde ich immer noch so jammerschade.
    Und von denen die dabei waren hat sich keiner so richtig freispielen können. Für Leute wie Stanisic, Richards, Meier, Will ist das noch mehr als ein Klassenunterschied. Shabani, Jeong und Zaiser hatten ihre Momente. Im nachhinein hätte ich von denen (plus OBM) dann noch am ehesten gern einige Minuten gesehen.

    Bei den Etablierten war es seit längerer Zeit mal wieder ein schöner gemeinsamer Auftritt von Robbery. Robben erinnert zu ersten Mal in dieser Saison an sich selber und Ribery nicht schlecht als verkappter Spielmacher im MF. Wie so viele sehe ich das auch als eine probate Alternative über das Jahr hinweg. Wenn er die Rolle positiv annimmt, warum nicht.

    Ebenso positiv und zur allgemeinen Überaschung, Gnabry als RV. Gnabry für mich bisher überhaupt einer der Gewinner im Team. Jedenfalls hat er sich defensiv besser angestellt als jeder andere in der Hintermannschaft und nach vorne immer wieder Druck und Tempo reingebracht. Interessanterweise bisher alle drei Spiele über rechts.

    Coman ein wenig wie die Mischung aus Top-Coman und Normalo-Coman. Da spielt er mit seinen Gegenspielern fast schon Katz und Maus, nur leider entwischt am Ende die Maus in ihr Loch.
    Heißt: Tolle Ansätze, aber der Schritt zur entscheidenden Aktion gelingt nicht. Das hatte er in seiner besten Phase letztes Jahr schon besser drauf, aber er sagt ja selber er wäre noch nicht bei 100%.

    Großer Verlierer der bisherigen Spiele für mich eindeutig Ulreich. Was ist mit dem eigentlich in der Pause passiert? Hat er sein eines Wunderjahr der Überperformance jetzt hinter sich, hat ihm das Real-Spiel den Zahn gezogen? So ist das jedenfalls der gute, alte Ulreich wie man ihn von früher kannte. Und das ist leider kein Qualitätsmerkmal.

  2. Anton

    Dann warten wir doch mal ab, wie das aussieht, wenn in der nächsten Woche wieder alle beisammen sind .
    Und nach daem Trainingslager in Rottach-Egern wird man dann wirklich sehen, wo die Reise hingeht.
    Im Moment ist das noch alles mehr Spekulation.
    Natürlich kann man bei so einer Reise auch mal einen Ribery auf die Zehn stellen. Aber da soll es ja noch ein paar Herren geben, die sich dann ab nächste Woche wieder für diese Position empfehlen. Und dauch die Deckung wird mit Sicherheit etwas anders aussehen.

  3. FCB Egokulation

    Schade, dass wir Kovac nicht am Ende der Saison durch Nagelsmann ersetzen können. Favre lassen wir auch lieber zur Konkurrenz ziehen, damit die Bundesliga nicht mehr so “langweilig” ist. Mal sehen, wie viel “Spannung” alle mit Bayern verbundenen Leute ertragen können, wenn Dortmund diesmal nach einem hervorragenden Start nicht einbricht. Der kleine Schweinsteiger hat offenbar ein zu gutes Examen und ist damit zu elitär für uns. Walter hat ebenfalls lieber das Weite gesucht. Wir haben uns also wieder bewusst in eine Situation begeben, in der wir einen offensichtlich nicht passenden Trainer mangels Alternativen nicht entlassen können. Das mit Kovac sieht aus wie unter Ancelotti und wird wie unter Ancelotti enden – vielleicht nicht ganz so früh wegen “Bayern-DNA” und weil so viele unser erbärmlichen Verantwortlichen das Gesicht wahren wollen. Ich werde mir diese Saison zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten keine Bayern-Spiele mehr live ansehen. Für einen Erfolgsfan wie mich ist alles, was qualitativ schlechter ist als der Bayern-Fußball unter Guardiola, nicht mehr zu ertragen.

    1. Anton

      Alle zwei Jahre wieder das Gleiche! Der FCB stellt die Masse seiner Spieler für WM/EM ab, anschließend folgt für die Abgestellten die Urlaubsphase und der Trainer “darf” mit einer Rumpftruppe die Saisonvorbereitung starten. Und obwohl Stand Heute noch nicht ein einziges gemeinsames Training geschweige denn ein Spiel stattgefunden hat, weiß man schon jetzt, was passiert.
      Auch jedes Jahr das Gleiche! Und das soll man noch ernst nehmen?

      1. jjs

        Warum musst Du jetzt auf diesen Unsinn auch noch antworten?

      2. Holdor

        Welche WM? Die war doch dieses Jahr für alle Spieler nach drei Spielen beendet … ;)

  4. rotweiss

    …die trolle wechseln nur die namen, der BS bleibt derselbe!

  5. Osrig

    Irgendwie, Justin, habe ich den Eindruck, ein anderes Spiel gesehen zu haben, als Du ^^
    Gerade in den ersten 15 Minuten fand ich Man City sehr stark und uns in allen Bereichen überlegen! City hat früh gepresst, den Ball schnell laufen lassen und trotzdem gut ihre Struktur gehalten. Wirklich eeindruckend!
    Unsere Jungs hatten in dieser Phase Glück, nicht selbst mit 2:0 hinten zu liegen.
    Damit will ich nicht sagen, dass unser FCB in dieser Anfangsphase schlecht war, keineswegs, aber Unsicherheit und Hektik waren deutlich spürbar, die Ballverluste im Grunde zwangsläufig. Umso beeindruckender dann die Versuche, schnell umzuschalten und selbst nach vorn zu kombinieren. Da lief auch bei uns der Ball schon ganz gut, trotz der Unerfahrenheit unser Jungen, und dem Druck des keineswegs schwachen Gegners. Beide Tore waren jedenfalls gut herausgespielt und zeigen den Weg auf, wie es gehen kann, eine Gegnerabwehr zu überwinden.

    Leider waren bei uns die Anteile am Spiel, in denen wir die Kontrolle über Ball und Gegner übernehmen konnten, zu wenige, das Spiel teilweise ein wildes Hin- und Her, das wir in dieser Form sicherlich nicht wieder sehen werden, da nur wenige Gegner in dieser Saison ähnlich dynamisch nach vorn spielen werden wie City und wir hoffentlich zukünftig mehr Sicherheit in der Abwehr und somit besseren Zugriff auf die Angriffsaktionen der Gegner haben werden.

    Welche Schlüsse lassen sich ziehen? Sicherlich nicht viele, schon gar nicht hinsichtlich Startformationen oder -positionen.
    Dafür, dass wir mittlerweile in der fünften Vorbereitungswoche sind, sollte allerdings hinsichtlich der taktischen Ausrichtung zu sehen sein, wie sich Kovac unseren FCB vorstellt. Und da wird für mich schon deutlich, dass Kovac versucht, schnell in die Spitze zu spielen und dabei den Ball bevorzugt über die Aussen laufen zu lassen. Es erinnert mich tatsächlich an das “Ancelotti-U”, wobei ich – siehe Franck als 10er – die Bemühung sehe, den so wichtigen Raum hinter den Spitzen nicht preiszugeben, wie es leider oft unter Ancelotti der Fall war.
    Leider scheint damit auch der Anspruch zurückgeschraubt zu werden, selbst das Spiel machen zu wollen, wird sich Kovac augenscheinlich mehr darauf ausrichten, den Gegner kommen zu lassen, um ihn dann mit schnellen Kombinationen zu überrumpeln. Gegen City hat es in den ersten 20 Minuten gut geklappt, aber es muss berücksichtigt werden, dass die Abstimmung auch bei Pep’s Truppe noch nicht perfekt war, und unsere Gegner mit sehr hoher Wahrscheinlich sehr defensiv agieren werden, um selbst schnell umschalten zu können.
    Mir jedenfalls schien City mit ihrer Spielanlage gerade hinsichtlich schnellem Pass-Spiel, frühem Pressing und Positionsspiel doch reifer!

    1. Anton

      Überlege doch einmal, wer da auf dem Platz stand. Wo ist denn die eigentliche Viererkette mit Boateng, Hummels, Süle, Kimmich gestern gewesen- wo waren die Mittelfeldstrategen Thiago, James, Tolisso, Müller.
      Vidal, Martinez, Lewandowski, Goretzka auch gerade verhindert. Oder spielen die alle einschließlich Neuer demnächst keine Rolle mehr?
      Das war eine Marketingreise mit zwei Fußballspielen.
      Nach Rottach-Egern kann man sehen, wohin die Reise geht, vorher sicher nicht.
      Kennen wir doch seit ewigen Zeiten!
      Nach diesen Turnieren, die alle zwei Jahre laufen und wo der FCB jedesmal reichlich Personal abstellt, das dann bei der Saisonvorbereitung nicht zur Verfügung steht.
      Und jedesmal wieder werden aus den Vorbereitungsspielen die tollsten Schlußfolgerungen gezogen.
      Bisher hat der neue Trainer noch nicht ein einziges Training oder Spiel mit dem kompletten Profikader gemacht.
      Etwas mehr Gelassenheit ist da sicher angebracht.

  6. CJ

    Die Aussage von Kocac, dass Gnabry als Rechtsverteidiger “eine Lösung für die Zukunft” ist, lässt doch aufhorchen. Ich habe mich immer gewundert, warum eine Abgabe von Thiago zumindest nicht kategorisch ausgeschlossen wurde. Liegt es vielleicht daran, dass Kovac Kimmich wieder auf die 6 zieht?

    1. wipf1953

      Wenn Kovac Dinge über den Haufen werfen will, dann jetzt. Vor der Saison, am Anfang seiner Zeit bei Bayern, wo er die größten Freiheiten hat. Für mich ist Kimmich auch ein Mittelfeldspieler.

      Es gibt ja dann auch noch die Idee der Dreierkette …

    2. Anton

      Vielleicht will er ja auch auf die Dreierkette hinaus – und wenn man sich den Kader ansieht – Tolisso, Martinez, Kimmich(?)Rudy, Goretzka(?) – mögliche 6er hätte er genug.
      Und was die Abgabe eines Thiago angeht – auch wenn das alles nur Spekulationen sind- es gibt im Mittelfeld natürlich wirklich ein Überangebot.
      Reden wir von einem 4-3-3, dann ist die Viererkette mit den üblichen Verdächtigen besetzt und vorne spielen Coman, Lewandowski, Robben, Man kann auch Ribery oder Gnabry oder Wagner nehmen.
      Und dann bleiben für die Dreierkette Mittelfeld – Thiago,James, Müller, Tolisso, Vidal, Martinez, Goretzka, Rudy, Sanches- genau das was Brazzo gesagt hat: 9 Spieler für drei Positionen.
      Da ist man dann doch etwas “üppig besetzt. Spielt man dann noch mit Dreierkette, wird es noch voller, weil ja dann eigentlich die beiden, die in der Viererkette Mittelfeld stehen beim Ballbesitz des Gegners zu Außenverteidigern werden. Da reden wir dann von Alaba und Kimmich – klar, kann das dann auch ein Gnabry spielen. Aber dann bleiben in der Viererkette für die 9 Spieler sogar nur noch 2 Positionen übrig. Von irgendwelchen Nachrückern aus der U23 haben wir da noch gar nicht gesprochen
      Egal wie man es schiebt, im Mittelfeld ist langesam “wegen Überfüllung geschlossen”
      Deshalb bin ich auch sehr auf Rottach-Egern gespannt.

      1. cj

        Stimmt schon bei einer Dreierkette macht das Zurückziehen von Gnabry mehr Sinn. Er könnte dann offensiver agieren, weil er besser abgesichert wäre. Im Mittelfeld muss man schon ein bisschen diferenzieren. Wir haben zu viele dynamische Achter (Goretzka, Tolisso, Vidal, Sanches) aber pressingresistente und spielstarke Sechser haben wir nur zwei: Thiago und Rudy (und über Rudys letzte Saison sollte man dabei leider den Mantel des Schweigens legen).

  7. Osrig

    @Anton: Es geht doch überhaupt nicht darum, aus einer Marketing-Reise mit Training und Vorbereitungsspielen herauslesen zu wollen, welcher Spieler welche Position spielt und wer eventuell zur Disposition steht.
    Da ist Vieles Spekulation und Kaffeesatzleserei! Einzig die Vermutung, die Startelf unserer Begegnung gegen Hoffenheim dürfte NICHT identisch mit der Elf sein, die gegen City begonnen hat, wird sicherlich stimmen, alles darüber hinaus bleibt fraglich!

    Nichtsdestotrotz sollte sich selbst unter der Berücksichtigung, dass zu Beginn der Vorbereitung vor allem auf die Entwicklung der Fitness wert gelegt wurde, nach 4 Wochen Vorbereitungszeit in taktischer Hinsicht erkennen lassen, wie Kovac plant, das Spiel unseres FCB aufziehen zu wollen. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass er im ab Donnerstag beginnenden Trainingslager und in den letzten Testspielen plötzlich ganz anders agieren lassen wird, nur weil die Nationalspieler jetzt wieder mit dabei sind!
    Und das, was ich in meiner zugegebener Maße laienhaften Blickweise zu erkennen glaube, stimmt mich unverändert nachdenklich, ob es denn tatsächlich die richtige taktische Herangehensweise ist, um die gewünschten Erfolge feiern zu können.

    1. Anton

      Da mus ich dir widersprechen – ob zu Recht oder Unrecht werden wir sehen.
      Betrachtest du dir mal den Kader und auch in der Masse der Spiele die erste 11, dann waren doch bisher nur “Fragmente” auf dem Platz. Gut, man konnte das Sturmtrio aufbieten, ob nun Coman oder Ribery, ob Robben oder Gnabry, seis drum.
      Aber von der eigentlich etablierten Viererkette lediglich Alaba, vom eigentlichen Mittelfeld einen Martinez, der dann auch noch im letzten Spiel ausfiel. Der Rest leider nicht anwesend!
      Da gehe ich schon davon aus, dass sich da eine Menge tun wird. Auch wenn man vielleicht nicht mit dem ganz frühen Ausscheiden gerechnet hat, ist man aber offensichtlich davon ausgegangen, die Masse der Spieler am 2.8. wieder zur Verfügung zu haben. Und die Tatsache, dass man im Gegensatz zu den letzten Jahren da ein Trainingslager durchzieht, zeigt mir eigentlich, dass neben Fitneß mal das ein oder andere ausprobiert wurde, aber es eigentlich jetzt erst richtig in die Vollen geht. Vielleicht irre ich mich und du hast recht, Aber wenn du als Trainer von 22 Feldspielern die 11 Nationalspieler nicht zur Verfügung hast, mußt du dir halt was einfallen lassen. Und ich denke, das ist das 2. Trainingslager. Warten wir es ab!

      1. Anton

        Osrig, noch eine kleine Ergänzung. Nico Kovac hat bis heute noch nicht eine einzige Trainingseinheit, geschweige denn ein Spiel mit dem gesamten Kader absolviert. Vielleicht sollte man ihm erst einmal diese Möglichkeit geben, um zu sehen, was er wirklich vorhat.

      2. Osrig

        Du meinst also tatsächlich, Kovac hat bis jetzt taktisch noch nicht versucht, seine Vorstellung vom Spielsystem zu schulen, weil er dafür lieber auf die Nationalspieler warten möchte? Bis er alle an Bord hat?
        Grundsätzlich natürlich denkbar, aber m.E. unwahrscheinlich, im Grunde sogar fahrlässig, weil die Zeit bis zum ersten Spieltag knapp wird. 4 Wochen sind in der Saisonpause für die Vorbereitung auf die neue Spielzeit viel, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Kovac diese Zeit verstreichen lässt und “nur” an der Fitness arbeitet und die Jungs ansonsten einfach laufen lässt.

        Das mit den Nationalspielern im Training die Vorbereitung noch einmal an Qualität und somit an Fahrt gewinnt, keine Frage! Aber taktisch wird unser neuer Trainer schon in die Vorbereitung eingestiegen sein, und das meine ich, müsste sich schon so langsam auch auf dem Feld zeigen – auch wenn es “nur” Vorbereitungsspiele sind.

  8. Rookie

    Mich stört diese Gleichsetzung der Mittelfeldspieler. Von dem Anforderungsprofil einer Weltklasse Mannschaft her haben wir nicht 10 Spieler für 2 Positionen, sondern 2 für 2 Positionen: offensiv James, defensiv Thiago und evtl. Kimmich der Rest reicht nicht für ganz oben.Gerade gegen Real hätte man bei einem platten James gerne nachgelegt. Wir haben viel Quantität und zuviel e Achter aber einen Modric haben wir eben nicht

    1. Anton

      Der liebe Modric hat aber hinter sich auch einen Casimiro, der für ihn die Drecksarbeit übernimmt.
      Und ob ein Martinez oder ein Rudy, wenn er denn mal Spielpraxis bekommt, nicht für den defensiven Part geeignet sind, ist Ansichtssache. Auch Frankreich hat mit Kante den einen entscheidenden Abräumer auf der 6 stehen. Letztlich ist es aber die Frage, mit welchem System ein Trainer spielen lässt. Und das ist im Moment noch die grosse Preisfrage.
      Und die große Frage ist auch, ob man es sich bei den auch bei der WM gesehenen Spielsystemen überhaupt noch leisten kann, einen Mittelfeldspieler auf einen 6er, 8er oder 10er zu reduzieren, oder ob man nicht vielmehr erwarten muss, dass der Mittelfeldspieler sowohl offensiv als auch defensiv agieren können muss! Von den Mittelfeldspielern, die bei einer Dreierkette auf den beiden Außenpositionen spielen, wird da ja auch erwartet, dass sie bei Ballbesitz des Gegners zum Außenverteider mutieren und bei eigenem Ballbesitz zum Außenstürmer werden.
      Einer, der das zu seinen besten Zeiten ja auch immer praktiziert hat, war ein Vidal, ein Martinez oder auch ein Schweinsteiger. Die waren auch zugleich Abräumer aber auch immer für ein Tor gut.
      Ich glaube, dass da viel mehr Flexibilität gefordert ist.
      Da wird hat sich der Fußball auch weiterentwickelt. Bis auf wenige Positionen gibt es den klassischen Positionsspieler nicht mehr. Von den Außenverteidigern wird erwartet, dass sie auch den Flügelstürmer geben können. Dafür hat der 10er oder auch der Außen gefälligst auch seinen Anteil an der Defensivarbeit zu leisten.
      Und gerade bei den Mittelfeldspielern geht es nicht anders.
      Das war doch gerade bei der WM eines der größten Probleme, dass genau das nicht funktioniert hat.
      Was war denn im Spiel gegen Mexico – die Außenverteidiger sind am gegnerischen Strafraum, der eine 6er vertändelt den Ball, der andere trabt zurück und der 10er, der eigentlich außer dem Mittelstürmer den weitesten Weg hat, ist plötzlich der letzte Mann vor Neuer. Wo waren die Herren Kroos und Khedira? Gut, Hummels ist ausgerutscht – kann passieren. Und dann sind von der gesamten Mittelachse Hummels,Boateng, Kroos, Khedira nur noch einer übrig. Und das war es dann.
      Im zweiten Spiel gibt ein Rudy bis zu seiner Verletzung einen stabilen 6er, Gündogan hat das offenbar nicht begriffen. Und schon war wieder Hängen im Mittelfeld.
      Ind im Spiel der Kroaten war eben der Unterschied zwischen einem Kroos und einem Modric eklatant. Da war eben kein Casimiro – und deshalb hat ein Modric genauso nach hinten geschuftet. Da wurde dann eben innerhalb von Sekundenbruchteilen aus dem 8er ein 6er. Und das macht dann eben den Unterschied.
      Und das musst du eben von einem Mittelfeldspieler heute verlangen. Da muß eben der defensiv starke Thiago auch in der Lage sein offensiv seinen Part zu erfüllen, was er ja auch tut. Und von einem offensiven James oder Goretzka oder Sanches muss man das gleiche in der Defensive erwarten.

      1. cj

        Ja, die Spieler müssen immer kompletter werden und mehrere Rollen erfüllen und das auf aller höchstem Niveau. Aber in dem Zusammenhang ausgerechnet Martinez anzuführen halte ich doch für sehr gewagt. Insgesamt gibt es im Kader wenig Spieler, die auf dem Höhepunkt ihres Schaffens sind und viele Fragezeichen. Wie gesagt, ich finde es spannend, nur glaube ich nicht, dass man realistisch um den CL-Titel mitspielt. Strategisch, taktisch und personell ist es riesiges Puzzles, das man jetzt mühsam neu zusammensetzen muss.

    2. Osrig

      Die Variabilität, die sich in der Frage der Taktik hinsichtlich der gespielten Systeme ankündigt, wird auch im Einzelnen von den Spielern zu erwarten sein. Das bedeutet, ein Mittelfeldspieler wird tatsächlich nicht nur die offensive Aussenbahn erfolgreich beackern, sondern auch in der Lage sein müssen, einen guten Sechser spielen zu können. Je variabler ein Spieler also ist, umso besser passt er in eine Mannschaft bzw. in ein System.
      ABER: Die “eierlegende Wollmilchsau” wird es nicht geben, da kein Feldspieler alle Bereiche gleich gut abdecken kann. Ein Innenverteidiger wird niemals so gut vor dem gegnerischen Tor agieren können, wie ein erfahrener Stürmer. Genauso gilt es andersherum! Variabilität ist sinnvoll, aber es darf nicht vorausgesetzt werden, dass jeder Spieler alles gleich gut spielen kann, somit gilt es, Prioritäten zu setzen, die sich dann auch in bevorzugten Positionen wiederspiegelt.

      Übrigens bin ich überzeugt, dass Gleiches auch für das gespielte System gilt:
      Man wird kein System gleich gut spielen können, immer wird es ein grundsätzliches System geben, auf das nicht alles ausrichtet. Für unseren FCB kann das nichts anderes bedeuten, als das am ballbesitzorientierten, auf Dominanz und Spielkontrolle ausgerichteten System festgehalten werden sollte, welches aber um Elemente des Schnellen Umschaltens und Frühen Pressens ergänzt werden muss – womit wir wieder beim Aspekt der Geschwindigkeit sind ^^

  9. Rainer

    ….und heute wieder der wöchentliche Lewandowski. Selbst 150 Mio reichen nicht für einen unzufrieden Spieler, der evt. frustriert und unmotiviert ist. Man kann nun sagen, hart und konsequent. Oder man bietet Chelsea einen Tausch Lewa gg. Michy Batshuayi + 60Mio an. Dann könnte man evt. noch Martial kaufen. Der kann ebenfalls MS spielen und ist zudem ein Top Winger. Das wäre aufgrund des Alters und der oben geforderten Variabilität eine zukunftsorientierte Kaderplanung.
    Aber andersrum sind Prinzipien in der heutigen Zeit auch wichtig. In zwei Jahren wird das Lewandowski Exempel aufgrund seines Alters dann zum Bumerang.

  10. Anton

    CJ ich sprach von “besten Zeiten”! Und wenn ich an einen Martinez 2013 denke, dann passt der da gut rein.
    Osrig, natürlich wird man einen Wagner oder Lewandowski nicht mit einem Hummels oder Boateng vergleichen können. Das will auch keiner. Aber gerade im Mittelfeld muss man einfach erwarten, dass man eben nicht vom defensiven 6er und vom offensiven 8er spricht. Da muss man dann schon erwarten, dass ein “offensiver 8er” eben auch den “defensiven 6er” spielen kann.
    Dass das nicht alles “eierlegende Wollmilchsäue” sind, ist doch bekannt. Stell einen Müller auf die rechte Seite und du wirst nie die Qualität eines Müller auf der 10 erleben. Und so etwas gilt für andere ähnlich. Aber die zentralen Mittelfeldspieler müssen eben einfach in der Lage sein sowohl offensiv als auch defensiv ihre Leistung zu bringen.

    Und was die Spielsysteme angeht, war doch ein Guardiola der Meister, der die ganze Liga zum Wahnsinn getrieben hat. Er war doch derjenige, der je nach Spiel des Gegners, wenn es sein musste, alle 10 min die Taktik verändert hat. und es hat funktioniert. Weil man eben nicht nur ein System beherrscht hat oder das bestehende blitzschnell variieren konnte.

    Also lassen wir uns doch einfach mal überraschen – was anderes bleibt uns sowieso nicht übrig.
    Am 12.08. und allerspätestens am 24.08 gegen Hoffenheim sind wir alle schlauer.

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