Vor FCB – BVB: „Geht’s raus und spuits Fußball!“

Am Samstagabend treffen Bayern und Dortmund in der Bundesliga aufeinander – zu einem Duell das man getrost als „uninteressant interessant“ bezeichnen könnte. Ein Ausblick.

Die DFL versucht es jedes Jahr wieder. Seit man in den Jahren zwischen 2010 und 2012 erkannt hatte, dass der Erfolg des BVB keine Eintagsfliege ist, legt man die Meisterschaftsduelle auf einen möglichst späten Zeitpunkt. Dieses Jahr am 30. und letztes Jahr am 32. Spieltag. Aber wieder hat der FC Bayern den Planern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn eine Mannschaft am 27. Spieltag Meister wird, spielt ein Duell gegen den fast sicheren zweiten am fünftletzten Spieltag keine Rolle. Oder doch?

Ganz unbedeutend ist das Duell dann doch nicht. Und erst Recht nicht uninteressant. Denn egal welche Mannschaft am Samstag auflaufen wird, ob A gegen A, B gegen A oder C gegen B – eine Niederlage wäre für Bayern unglücklich, weil damit auch in der Bundesliga der Nimbus der Unbesiegbarkeit brüchig würde. Zudem kann der BVB damit wieder einmal zeigen, dass sie die Münchener schlagen können. Eine Gelegenheit, die sich Klopp und sein Team sicher nicht entgehen lassen möchten. Und das Spiel dient womöglich zum wiederholten Male auch als Vorschau auf ein Finale. Letztes Jahr im Endspiel der Champions League, treffen dieses Jahr aller Voraussicht nach die beiden Mannschaften als Pokalfinalisten aufeinander.

Die Medien haben in den letzten Tagen wieder einmal das Duell außerhalb des Platzes in den Vordergrund gestellt – klar, worüber sonst sollte man schreiben. Das verbale Vorgeplänkel hat mittlerweile ein erschreckend niedriges Niveau erreicht. Und so fehlte gerade noch, dass sich auch der designierte Präsident Karl Hopfner unter der Woche einschaltete und seinen Kommentar zu den Kreditgeschäften 2004 abgab. Prädikat: Unnötig. Ebenso unnötig auch die Reaktion Watzkes und Rummenigges, die ihre kindischen Wortduelle lieber im Zwei-Augen-Gespräch austragen sollten und nicht durch den Blätterwald. Positiv fällt allerdings auf, dass sich die beiden Trainer komplett aus der Sache heraushalten und gegenseitig Respekt füreinander zeigen.

Spannend wird dabei die Frage sein, ob Pep Guardiola wieder komplett rotiert oder ob er seiner Formation zumindest die Chance zum ‘einspielen’ ermöglicht. Gerade einem Mario Götze würde nach seinen zuletzt etwas glücklosen Auftritten ein Spiel über die volle Spieldauer gut tun. Sicherlich werden Schweinsteiger und Martinez nach ihrer Pause gegen United wieder ins Team rücken. Durch die Verletzung von Shaqiri wird zudem offen sein, welcher von beiden Flügelflitzern eine Pause bekommt. Es bleiben viele offene Fragen, die sich wohl erst nach dem Abschlusstraining auflösen lassen.

Alles in allem wird man den Spielverlauf abwarten müssen – und Guardiolas Aufstellung. Unabhängig vom Punkte-Unterschied in der Tabelle und dem affigen Macho-Gehabe außerhalb des Stadions hat die Partie nämlich das Potential ein richtig gutes Fußballspiel zu werden.

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Leserkommentare
  1. DS

    “Positiv fällt allerdings auf, dass sich die beiden Trainer komplett aus der Sache heraushalten und gegenseitig Respekt füreinander zeigen.”
    Danke. Vor allem die diplomatische Haltung Klopps ist diesem hoch anzurechnen. Von Guardiola wird das ohnehin erwartet.
    Ich rechne beim Spiel eigentlich schon mit halbwegs ernsthaften Aufstellungen. Für Dortmund geht es weiterhin um was und für Bayern ist es das wohl letzte “Testspiel” auf hohem Niveau in dieser Saison. Auch im Hinblick auf Real sollte man dieses Spiel nutzen, um noch mögliche Anpassungen gegen konterstarke Gegner vornehmen zu können. Vor allem die Frage nach der Innenverteidigung und ob man gegen schnelle Stürmer eher Lahm als RV aufstellen sollte, können hier hoffentlich beantwortet werden.
    Letztlich wird es aber eine Gratwanderung zwischen ernsthaftem Testen und Verminderung des Verletzungsrisikos bleiben müssen. Außerdem wird der Prestigefaktor auch eine gewisse Rolle spielen, wie man bereits gegne Augsburg sehen konnte.

    1. Gut zusammengefasst. Persönlich würde ich gern Højbjerg erneut mit mehr Spielzeit sehen. Ob jetzt in der Startaufstellung oder als Option aber der 50./60. Minute ist vorerst egal. Ich denke er ist der einzige “Youngster” der eine sehr ordentliche Partie mit Empfehlung nach Oben gegen Augsburg gezeigt hat und könnte jemanden von denen auf der 8er-Position entlasten.

      Die Mischung zwischen Anspannung im Spiel gegen Dortmund und Entspannung zur Erholung vor dem Pokalabend wird der wichtigste Schritt werden. Trotz breitem Kader haben wir ja nun inzwischen an einigen Stellen “Mangel” der letztendlich auch Auswirkungen auf die Rotationsmöglichkeiten hat. So viel “schonen” kann Pep Guardiola ja nicht, wenn er nur aus dem Pool der Profis ohne Youngster zurückgreifen will, oder was meint ihr?

  2. Felix

    Noch kurz ein Wort zum Thema “Spieler schonen”. Es ist ja nicht so als hätten die selben 11 Spieler…
    1. seit August jedes Spiel gemacht und wären überspielt
    2. nicht die Kondition um in einer englischen Woche dreimal zu spielen!

  3. […] Jahr ärgern müssen über verbale Scharmützel zwischen FCB und BVB, unter anderem nachzulesen in unserem Artikel vom 11.04. Und am Wochenende drohte das Thema erneut aufzukommen – die BILD-Zeitung hatte den Keil, der […]

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