Telekom Cup 2017: Erste Tendenzen

Die Saison ist quasi eröffnet. Zu Beginn der Vorbereitung gab es für den FC Bayern das erste kleine Turnier. Beim Telekom Cup in Gladbach spielten die Münchner gemeinsam mit Hoffenheim, Bremen und Gladbach den Sieger aus.

Im Halbfinale traf der Rekordmeister zunächst auf die TSG Hoffenheim. Die Elf bot dabei mit das beste, was die Münchner derzeit zu bieten haben. Lediglich Alaba und James hätte man sonst vielleicht noch in der Startelf erwartet.

Dank des sehenswerten Treffers von Lewandowski (7.) zog die Ancelotti-Elf auch ins Finale ein. Dort wartete Werder Bremen, die sich mit 5:3 im Elfmeterschießen gegen Gladbach durchsetzten.

Hier rotierte Ancelotti dann etwas durch. Früchtl und Pantovic durften ran und Lewandowski pausierte. Für den Polen bekam Evina die Gelegenheit, vor Rodríguez, Müller und Coman im Angriff zu spielen.

Trotz der vielen Wechsel wussten die Bayern in beiden Spielen zu überzeugen. Das Finale gewannen sie mit 2:0, womit das erste kleine Titelchen eingefahren wurde.

3 Dinge, die auffielen

1. Ancelotti setzt auf Tempo.

Aus den ersten Testspielen der Saison lässt sich oft schon eine erste Tendenz ablesen. Im vergangenen Jahr zeigte die Vorbereitung, dass Ancelotti ein direkteres, offensiveres und schnelleres Spiel einfordert, das nicht mehr ganz so sehr auf die absolute Kontrolle ausgelegt ist. Die daraus resultierenden Probleme kompensierte er im Laufe der Saison mit einer Systemänderung vom 4-3-3 auf ein 4-2-3-1, in dem Thiago der zentrale Mann wurde.

Der Spanier brachte wichtige Elemente des Positionsspiels wieder ein, wodurch das Spiel etwas weniger verändert wirkte, als in der frühen Ancelotti-Phase. Aus den Erfahrungen der ersten Saison hat der Italiener aber lernen können. Ein erster Schritt waren Transfers von Spielern, die seinen Ideen vielleicht etwas mehr entsprechen. Darunter Tolisso und James Rodríguez.

Beim Telekom Cup konnte man beobachten, dass die Münchner sehr wenig auf lange Ballbesitzphasen gaben. Vielmehr haben diese sich durch den Offensivdruck automatisch ergeben. Im ersten und auch im frühen zweiten Drittel waren sie stets bemüht, das Spielgerät vertikal zu spielen und schnell zwischen die Ketten des Gegners zu kommen.

David Alaba und Neuzugang James Rodríguez saßen gegen Hoffenheim noch auf der Bank.
(Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Gegen Hoffenheim starteten Tolisso und Thiago vor Martínez und Hummels. Das Viereck harmonierte im Aufbauspiel in Ansätzen recht gut. Ein Sechser, meist Tolisso, schob etwas höher, während vor allem Thiago für die Eröffnungsaktionen zuständig war. Auch Hummels brachte natürlich viel Vertikalität ein. Das Zusammenspiel der Sechser war noch nicht perfekt, aber doch interessant zu beobachten.

Da Vidal und Thiago sich häufig im ersten Drittel nicht gut ergänzten, ist eine Alternative natürlich wichtig. Auf der Doppelsechs waren die Abstände zwischen dem Spanier und Neuzugang Tolisso, aber auch die Positionierung regelmäßig nahezu perfekt.

Das führte nicht nur zu mehr Anspielstationen, sondern auch zu einer Entlastung Thiagos. Unter Druck zeigte sich das Duo meist sicher, obwohl Tolisso den ein oder anderen Ballverlust hatte. Hier wird sich aber erst in Zukunft zeigen, ob er in engen Situationen einen kühlen Kopf bewahren kann.

In der Offensive gelang vor allem die Einbindung Müllers sehr gut. Die 3-1-Staffelung wurde meist eingehalten, wobei Müller als Freigeist eine gute Figur machte. Die vier Offensivkräfte rotierten, unterstützten sich und wurden vor allem durch die aufrückenden Außenverteidiger immer wieder perfekt hinterlaufen. Es entstanden viele Dreiecke und dementsprechend gab es wenige Ballverluste.

Verbesserungsmöglichkeiten gab es im Offensivspiel vor allem in der Genauigkeit. Doch auch in den Halbräumen war die Besetzung nicht immer optimal. Hin und wieder waren die Außenspieler zu Flanken gezwungen. Dies verbesserte sich gegen Bremen durch James Rodríguez.

Auch das eigentlich schon sehr effektive Gegenpressing litt manchmal unter schlechtem Stellungsspiel. Besonders die Sechser beziehungsweise Achter können sich hier noch mehr einbringen, ohne aber dabei die Absicherung zu vergessen.

Insgesamt wirkte der Bayern-Auftritt jedoch deutlich variabler als in vielen Spielen der letzten Saison. Ein fast schon vergessenes Mittel – die Seitenwechsel – feierte beim Telekom Cup sogar sein Comeback. Die Verlagerungen waren in der Debütsaison Ancelottis meist zu langsam, zu ungenau oder schlicht nicht existent.

In den beiden Halbzeiten gegen Hoffenheim und Bremen zeigten die Bayern aber eindrucksvoll, dass man den Flügelspielern dadurch viel Platz verschaffen kann. Coman profitierte enorm von den langen Bällen, die meist von Ribéry und später von James kamen.

Grundsätzlich lässt sich erkennen, dass der FC Bayern noch vertikaler und direkter spielen möchte. Dafür wird das Team weiter an der Genauigkeit und der Präsenz in den Halbräumen arbeiten müssen. Doch in Ansätzen waren die beiden Auftritte beim Telekom Cup schon sehr stark.

Zudem wird immer deutlicher, dass Ancelotti auf mindestens einen einrückenden Flügelspieler setzt. Vergangene Saison war dies meist Ribéry. Mit James kam nun jemand hinzu, der die Kontrolle durch diese Spielweise erhöhen kann.

Der Rekordmeister zeigte sich vor allem variabel und nicht so ausrechenbar. Im Angriffsdrittel gab es viele verschiedene Zonenüberladungen zu beobachten, die in schönen Kombinationen in den Strafraum mündeten.

2. Die zweite Reihe muss und wird Druck machen.

Ein großer Faktor für das Ausscheiden im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid war, dass die Ersatzspieler der Königlichen mehr positiven Einfluss hatten, als die der Bayern. Carlo Ancelotti ließ 12 bis 13 Akteure regelmäßig auflaufen, doch der Rest kam zu kurz. Dementsprechend verunsichert waren Kimmich, Bernat und Coman, wenn sie eingewechselt wurden.

Das muss sich in dieser Saison ändern. Die Qualität in der zweiten Reihe wurde bereits durch Transfers gesteigert. Doch die müssen natürlich auch spielen. Die ersten Minuten der Saison waren von einigen Spielern sehr vielversprechend. Coman und Bernat wussten beispielsweise direkt zu überzeugen. Beide zeigten Durchschlagskraft in der Offensive, aber auch gute Kombinationen mit ihren Mitspielern.

Kingsley Coman schienen das Tempo des Bayernspiels und die vielen Seitenverlagerungen entgegen zu kommen. Ein ums andere Mal ließ er seine Gegenspieler alt aussehen und brach in den Strafraum ein. Dort ging ihm die Genauigkeit seiner Hereingaben etwas ab, doch ist es lange her, dass man den Franzosen so aktiv erlebt hat.

Wenn er im Laufe der Saison diese Präsenz bestätigen kann, wird Ancelotti ein Luxusproblem bekommen. In der stark besetzten Offensive der Münchner könnte Coman eine kleine Überraschung gelingen, wenngleich man die Leistung im Telekom Cup noch nicht überbewerten sollte.

Selbiges gilt für Juan Bernat. Der Spanier harmonierte gegen Hoffenheim mit Franck Ribéry, dribbelte selbst das ein oder andere Mal erfolgreich in den Strafraum des Gegners und überzeugte auch mit präzisen Flanken, wie beispielsweise der zum Lewandowski-Tor.

Sowohl das Zusammenspiel mit Ribéry gegen Hoffenheim, als auch das mit Alaba am Ende der zweiten Halbzeit gegen Bremen funktionierte sehr gut. Das Tor im Finale war die Krönung.

Bernats Aussichten auf einen Stammplatz sind offensichtlich sehr gering, aber mit dieser Spielfreude sollte Ancelotti sich mehrfach überlegen, ob er dem Spanier nicht etwas mehr Spielzeit schenkt.

Lewandowski traf gegen Hoffenheim sehenswert per Seitfallzieher. Die Flanke kam von Juan Bernat.
(Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

In der Endphase der Saison wird der Trainer mindestens 14 oder 15, im besten Fall sogar noch mehr fitte Spieler brauchen, die das Niveau über die volle Distanz halten und in den letzten Minuten einer Partie sogar nochmal anheben können. Nur dann wird der FC Bayern auch in mehreren Wettbewerben bis zum Schluss um Titel spielen.

3. James Rodríguez und Thomas Müller

Wurde der Transfer des Kolumbianers vielerorts noch als Zeichen gegen Thomas Müller gewertet, zeigten beide im Finale gegen Werder Bremen, dass sie zusammen nicht nur eine Alternative sein können.

Rodríguez besetzte bei seinem Debüt gleich mal die von uns beschriebene Hybrid-Rolle im Halbraum – allerdings auf der rechten und nicht auf der linken Seite. Dort hatte er ständigen Kontakt zu Müller.

Beide kreuzten viel, kombinierten zusammen und setzten sich gegenseitig in Szene. Obwohl Kingsley Coman der einzige klassische Flügelspieler auf dem Feld war, zeigten die Bayern sich für ein Vorbereitungsspiel sehr kreativ.

Müller war in beiden Partien einer der besten Spieler im Team. Obwohl er das mit den Elfmetern nicht mehr so draufzuhaben scheint, war er sehr präsent, bereitete viele Szenen vor und entschied mit Assist und Tor das Finale. Er war zudem auch überraschend gut im Kombinationsspiel eingebunden.

Der erste Eindruck von James war ebenfalls gut. Er arbeitete viel, bewegte sich zwischen den Strafräumen und führte so auch den ein oder anderen Defensivzweikampf. Vorne war er an vielen Angriffen beteiligt.

Das Einrücken des Mittelfeldspielers wurde durch einen offensiven Rafinha kompensiert. Sollte Robben mal keine Option sein, ist es durchaus vorstellbar, dass Kimmich, James und Müller ein äußerst attraktives Dreieck bilden.

Einen ersten Vorgeschmack lieferte das Führungstor gegen Werder Bremen. James öffnete den Raum für den diagonal einlaufenden Rafinha. Mit einem Doppelpass kam der Brasilianer schließlich in die Gefahrenzone, wo er Thomas Müller fand. Der Angreifer vollendete den Angriff mit einem schönen Schlenzer (14.).

Beim Telekom Cup deutete sich an, dass Ancelotti im zweiten und letzten Drittel viel mehr Optionen haben wird. Der Grundstein ist ein mehr als ordentlicher, wenngleich natürlich noch nicht alles funktioniert.

Dennoch dürften die ersten Schritte der Saison vielen Fans Lust auf mehr gemacht haben.

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Leserkommentare
  1. Kurt

    Evina ist ein richtiger Brecher. Wäre cool, wenn der sich hier etablieren könnte. Eventuell ja mit einer Leihe in den kommenden Jahren.

  2. GP11

    Den Umständen entsprechend war das ja schon sehr ansprechend.
    Nichtsdestotrotz kann man jetzt schon erkennen, wo während der Saison die Probleme liegen werden.

    Ich habe mir ja echt vorgenommen, Tolisso unvoreingenommen anzugehen. Vielleicht stellt er sich ja doch als der so dringend benötigte spielstarke ZM heraus. Leider haben die paar Minuten bisher leider eher meine Befürchtungen bzw. Erwartungen erfüllt. Das sah schon sehr nach einem primitiven Dauerläufer aus. Mit unzähligen Fouls, mangelhafter Technik und eigentlich erforderlichem Platzverweis nach 20 Minuten.

    Ganz anders James. Da merkt man mit jeder Ballannahme sofort einen eklatanten Unterschied hinsichtlich der Technik. Ich bin zwar weiterhin skeptisch, ob der Kolumbianer der benötigte Spielertyp ist, aber er bringt die erforderliche Technik und Spielintelligenz mit, um bei uns zu bestehen. Wie im Artikel richtig steht, braucht James als RA einen sehr offensiven RV. Nur leider haben wir den nicht, Kimmich ist und bleibt das nicht.

    “Ein erster Schritt waren Transfers von Spielern, die seinen Ideen vielleicht etwas mehr entsprechen. Darunter Tolisso”
    Es kann mir keiner erzählen, dass Tolisso ein Ancelotti-Transfer ist. Hier wird einmal mehr die grundsätzliche unterschwellige Kritik des Autors an Ancelotti bei gleichzeitiger Nibelungentreue zu Hoeneß, Rummenigge und Reschke deutlich.
    Die fehlende Spielstärke wird auch diese Saison ein Problem sein und es wird schon jetzt Ancelotti langsam dafür verantwortlich gemacht, obwohl der nur die ärmste Sau ist. Mir wäre Guardiola auch lieber als Ancelotti, aber der ist ja genau deswegen hier abgehauen.

    1. Kurt

      Blödsinn. Pep ist gegangen, weil es nichts mehr zu entwickeln gab. Deine Meinung zu Tolisso hast du wahrscheinlich auch exklusiv, insofern ist dein Ton wirklich nicht gerade angebracht.

    2. Rob

      Niemand hat behauptet, dass Tolisso ein Ancelotti-Transfer ist. Das ist einzig und allein deine Interpretation. Es wurde lediglich behauptet, dass beide Spieler eher Ancelottis Ideen entsprechen.

      Und was bedeutet hier “nach unzähligen Fouls”? Tolisso hat insgesamt lediglich 2 Fouls und eine Rote wäre auf keinen Fall “erforderlich”, sondern übertrieben gewesen!

      Und außerdem noch Glückwunsch! James mit Tolisso zu vergleichen! Ein Wahnsinn, diese unglaubliche Fachkompetenz. Du könntest ja glatt Herrn Hamann als Experten ablösen. Ich meine, nicht nur Position, Spielstil und Stärken sind unterschiedlich, nein, sondern du vergleichst hier einen 26-jährigen Weltklassespieler, der Topscorer bei einer WM war und bei dem besten Verein der Welt gespielt hat mit einem 22-jährigen Talent, der sein ganzes Leben nur bei Olympique Lyon gespielt hat und noch keine Turniererfahrung (EM, WM, Confed Cup etc.) hat.

    3. Ja, genau. Ich bereite jetzt schon Kritik an Ancelotti vor.

      Meine Fresse…

  3. chicago_bastard

    Schön, dass Carlo in beiden Spielen auf 2 Mittelfeldspieler und 4 Offensive gesetzt hat. Hoffe das wird das bevorzugte System.

    James sehe ich auf rechts nicht so gut, da ist er als Linksfuß einfach zu eingeschränkt. Flanken muss er sich immer erst auf den Linken umlegen, in gute Schusspositionen kann er sich von dort aus anders als Robben auch nicht so gut bringen, da ihm dessen Dynamik fehlt. Da Flanken und Fernschüsse zu seinen Stärken gehören ist das halt schade, wenn er die nicht so wirklich einbringen kann. Aber wenn Robben zur Verfügung steht sollte die rechte Seite für James eh kein Thema sein.

    1. Maldeika

      Nun – ich denke, dass man das aber durch Müller als HS gut kompensieren kann und dadurch den Vorteil aus allen System hat. Beiden – Müller und James fehlt ggf. die Geschwindigkeit und das Dribbling für den Flügel – wenn du das aber variable spielst, beide häufig die Position tauschen und aufeinander abgestimmt sind, hast du sowohl den zweiten Sturmpartner, mit dem Lewy besser funktioniert, wenn nötig den Flankenspieler von rechts (durch Müller, der ja in der letzten Saison einen hohen Prozentsatz angekommener Flanken hatte) und eben den Linksfuss, der nach innen zieht und dem ggf. Müller auch noch die Lücken zieht und den 10er, den ja immer viele haben wollen. Das Wechselspiel muss nur gut aufgezogen sein – und ein Gegengewicht auf der linken Seite haben, so dass sich die Gegner nicht zu arg darauf konzentrieren können. Das ist ja auch bei Robben-Müller so.

      Und dann ist da ja auch noch Kimmich, der das ganz gut ergänzen könnte.

      Müller funktionierte letztes Jahr ja vor allem deshalb nicht auf rechts – im Unterschied zur Nationalmannschaft und auch zu 12/13 – weil er auf dem Flügel isoliert war (8er und Außenverteidiger standen zu tief) und er nicht so frei ins Zentrum ziehen konnte – dadurch gab es auch nicht den positiven Effekt, den Müller sonst für Lewandowski hat. Lewy bindet ja häufig die Innenverteidiger für ihn, so dass er sich dann etwas unbemerkter Platz verschaffen kann – wie heute ja auch.

      1. Maldeika

        Letzter Satz, da ich nicht editieren kann – er bindet ja oft Innenverteidiger für Lewy…

  4. Mal unter uns Fußballern – und jetzt meine ich diejenigen, die selbst mal auf Vereinsebene gekickt haben oder dies noch tun:

    Für den frühen Zeitpunkt in der Saison und unter all den bekannten Umständen waren die 90 Minuten gegen H´heim und Werder bärenstark…

    @ GP11: Bei deiner “Analyse” weiß ich wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen soll – ich werde zukünftig (noch mehr) versuchen, deine Kommentare zu ignorieren. Denn sollte ich einmal einen schlechten Tag haben, dann haben diese durchaus das Zeug, dass ich so richtig wütend werde – und dann geht es hier noch mehr ab, als es das in den letzten Wochen sowieso schon tut ;-) ;-)

  5. Osrig

    Für den ersten, halbwegs ernst zu nehmenden Test gegen zwei BL-Konkurrenten, die keineswegs als “Fallobst” zu bezeichnen sind, waren die Auftritte unserer Mannschaft schon sehr vielversprechend. Mir sind drei Dinge besonders aufgefallen:
    1. Müller: Aktiv und umtriebig, wie gewohnt, dabei wieder mit Zug zum Tor. Aber – doch eher ungewohnt – auch mit Technik!! Hat unser Schlaks mit der Nr. 25 am Ende doch gut zugeschaut bei Thiago, Ribery und James? Ich bin jedenfalls verblüfft, und sehe Thomas noch lange nicht auf der Ersatzbank.

    2. James: Unser neues Mittelfeld- Ass hat sich wie erwartet gleich gezeigt, Verantwortung übernommen! So soll es sein! Er hat aber vor allem bewiesen, dass er exzellente Pässe spielen kann und eine Spielübersicht hat, welche ihn als zentralen Steuermann geradezu prädestiniert! Und mehr noch, auch mit seinen Dribbelkünsten braucht er sich nicht zu verstecken! Das sieht richtig gut aus!

    3. Bernat: Quirlig, schnell und mit gutem Zusammenspiel – ich würde den Jungen gern öfter in der offensiven Rolle sehen! Er ist mehr als eine Alternative!

    3a. Evina: Für sein Alter schon reichlich abgezockt, sehr dynamisch, und mit Spielfreude – da haben wir unseren 2. Mann hinter Lewa. Blöde nur, das Evina natürlich spielen will, und deswegen sich wohl noch nicht hinter Lewa anstellen wird. kann ich irgendwie auch verstehen.

    1. wipf1953

      @OSRIG – zum Thema “Evina”
      Es ist unglaublich schwierig, bei Jugendlichen Prognosen anzustellen, wie sie sich weiterentwickeln werden. Der Evina wirkt jetzt schon bulliger als ein Romario in seinen besten Zeiten. Dabei ist er vor 10 Tagen grad mal 17 geworden. Wenn sein Athletiktrainer gute Arbeit leistet ist der vielleicht schon in einem Jahr körperlich reif für den Profisport. Aber natürlich kann es auch ganz anders kommen. Es muss nur eine blöde Verletzung passieren, und schon kann der Zug abgefahren sein.

      Interessant ist es allerdings schon, wie so ein youngster die ein Jahr über ihm stehenden so locker abhängt. Z.B. gibt es da noch Manuel Wintzheimer, der auch noch U19 spielen dürfte. Der hat in der Jugend Tore wie am Fließband geliefert. Und jetzt stiehlt ihm Evina die Show, und spielt zweimal mit den Profis. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat ihn Evina jetzt “verdrängt” – in die U23 ;-)

  6. wipf1953

    Die Erfahrung zeigt ja nun wirklich, dass Vorbereitungsspiele mit der Saison fast nichts gemeinsam haben. Heute war glaube ich der Gegner einfach viel zu platt. Ich habe nur die HZ gegen Bremen gesehen. Das war ja wirklich ein krasser Leistungsunterschied. Bayern nicht nur technisch viel besser, sondern sogar läuferisch. Alleine der linke Flügel hat die Bremer Abwehr in 45 Minuten öfter auseinander genommen als es denen ansonsten in zwei bis drei Spielen passiert.

    Wie MSR richtig schreibt: Die Bayern spielen schnell und direkt. Ich denke, das ist der richtige Weg.

    P.S. Felix Götze hat nach seiner Einwechslung doch einen lupenreinen rechten Verteidiger gegeben (und das bis auf eine missglückte Ballannahme sehr auffällig). Hat man sowas schon mal gesehen?

    1. Maldeika

      Dabei hatten die Bremer eine längere Pause als die Bayern, da sie ja das erste Spiel gespielt haben – und Bayern hat ja nicht mehr Wechsel zum ersten Spiel gemacht bzw. auch viele Nichtprofis gebracht.

  7. M1900

    @OSRIG

    zu 3a,

    Evina wird erstmal nach meinen Infos bei der U19 spielen und sich dort weiterentwickeln

    1. Osrig

      Na, mir ist schon klar, dass Evina mit seinen 17 Jahren noch für die U-Mannschaft geplant ist. Ich wollte nur Folgendes ausdrücken: Mit seinen Anlagen und Voraussetzungen würde ich ihn gern in einer Entwicklung als Backup für Lewa sehen. Der Bursche hat ne Menge Talent^^ Und wenn er nicht überheblich wird, kann er eher früher als später in der ersten Mannschaft spielen…aber dazu muss er bereit sein, sich erstmal hinter Lewa einzureihen. Ob er das will?

      1. M1900

        @OSRIG

        Da stimme ich dir zu.

        Ich finde warum sollte er ned bereit sein, hinter Lewandowsku zu warten. Denn es wird auch eine Zeit nach Lewi geben..

    2. Maldeika

      Nach den neuesten Infos, die ich gelesen habe, war die U19 zwar eigentlich geplant, man will ihn jetzt aber wohl gleich in die U23 schicken.

    3. Evina wird nach neuesten Infos die U19 “überspringen” und sofort bei den Amateuren spielen – und weiter bei den Profis mittrainieren.

  8. Marco05

    Also zunächst mal waren unsere Auftritte regelrecht herzerfrischend, wenn man die anderen beiden Spiele erlebt hat, meine Güte…
    Der gegen Hoffenheim war sogar in vielen Belangen überragend. Tempo, Laufstärke, Gegenpressing, Intensität, Passgenauigkeit etc. Außer: Chancenverwertung. Das muss definitiv noch besser werden, erinnerte etwas an das Pokalspiel gegen den BVB. Gegen Bremen fehlten dann (zum Glück) doch schon etwas die Körner, sonst wäre es schon bedenklich gewesen.

    Für den Zeitpunkt der Saison liefs fast schon etwas zu geschmiert, aber ok. Warten wir mal die nächsten Wochen, insbesondere die famaledeite Asienreise ab.

    Zu den einzelnen Spielern: Gewinner für mich: Bernat, Coman, Müller. Alle schon bärenstark und fit.
    Tolisso fand ich für seinen ersten Auftritt solide, da kommt garantiert noch mehr. Jedenfalls ist klar, dass er kein Typ Thiago sondern eher Typ Vidal ist, so wie es auch proklamiert wurde. Bin auf seine doch vorhandene Torgefahr gespannt, davon hat man jetzt in dem System noch nix gesehen.

    James. Ich gebe zu nie ein großer Fan gewesen zu sein und hielt ihn immer für massiv overhyped. Allerdings finde ich ihn erstmal einen total sympathischen Typen mit bescheidenem Auftreten und wenn er den Ball am Fuß hat spürt man förmlich diese Klasse, die er mitbringt. Also der Junge wird uns noch sehr viel Spaß machen, davon bin ich überzeugt.

    Hintendrin Hummels und Martinez souverän wie eh und je. Vor allem Javi wirkt nach der Verletzung schonwieder sehr fit. Hoffentlich bleibt es so. Rafinha solide wie immer.

    Von den neuen/jungen haben mir fast alle gefallen: Pantovic sehr präsent und robust, Götze hat in Ansätzen sehr clevere Dige gezeigt und dieser Evina wird spannend zu beobachten sein. Nicht der größte aber ein Typ wie Sanchez. Hat noch viel Zeit, der Gute, drücke ihm die Daumen.

    Unterm Strich ein durchaus vielversprechender Start. Freue mich auf die neue Saison!

    1. Kurt

      “famaledeite” ich musste das jetzt googeln und man findet sogar einen anderen Miasanrot-Beitrag von dir. ^^ Ist das Absicht? Es heißt vermaledeit. :D

      1. Marco05

        Auch wenns so heißt, siehts blöder aus ;)

        Nein, liegt vielleich daran, dass ich selbst nie gegoogelt hab sondern einfach auf die Lautschrift verlassen habe, was mir nicht oft passiert ;) aber ich denke jeder weiß was gemeint ist.
        Dennoch danke für den Hinweis (ernsthaft). Again what learned. Back to topic please.

  9. cj

    Dem ersten Eindruck nach agiert Rodiguez wirklich sehr spielmachend und passorientiert. Oft macht er ein schnelle seitliche Bewegung nach links, um dann weiterzuspielen. Ich kann mir deshalb nicht so recht vorstellen wie er im linken Halbraum Wirkung entfalten soll, die Tendenz wäre dann zur Halbfeldflanke. Damit bliebe mit Robben auf rechts für die einrückende Rolle auf links nur Ribery. Mit den Aussenverteidigern Alaba und Kimmich passt der einrückende Flügel auf links auch besser. Alles in allem fehlt für links noch eine Alternative für Ribery.

  10. Osrig

    Ein paar Worte zu Coman: Ich teile die Einschätzung nicht ganz, dass er zu den Besseren der beiden 45-Minuten Spiele gehörte. Er wirkte teils noch verunsichert, teil sogar limitiert, übersah gute Abspielmöglichkeiten und brachte viel zu selten seine Stärke im Dribbling erfolgreich durch. Ich hoffe nicht, dass Coman zum “Costa 2.0” wird.
    Ok, er ist noch sehr jung, hat vielleicht auch noch immer Eingewöhnungsschwierigkeiten. In Top-Form jedenfalls gehört er mindestens zum erweiterten Kader und im Grunde sogar in die Startelf. Wobei ich den Eindruck habe, dass er sich auf Linksaußen wohler fühlt! Ribery wird da bald Platz machen, aber als neuen Konkurrenten sehe ich Bernat, der mir als Offensiver richtig gut gefallen hat. Und James könnte sich auch eher auf der linken Seite wohler fühlen, wobei er im Gegensatz zu Bernat und Coman stärker ins Zentrum ziehen dürfte.
    Ich hoffe jedenfalls, unsere französischer “Youngster” lässt sich nicht entmutigen, denn gerade mit seiner Schnelligkeit verfügt er über einen Trumpf, den wir auch im Dominanz orientierten System unseres FCB nicht liegen lassen sollten.

    1. Jo

      Da bin ich etwas überrascht über die Einschätzung.
      Ich dachte man sieht ihm deutlich an, dass er viel besser in die Saison gekommen ist als letztes Jahr, als er durch EM und Verletzung gehandicapt nie so richtig in Schwung kam. Er wirkte auf mich sehr frisch, motiviert und bissig.
      Vor allem hat er sich endlich mal wieder was zugetraut und ist auch ins Dribbling gegangen und hat nicht nur den Ball weitergeschoben.
      Nachdem Costa nun offensichtlich nicht ersetzt wird dürften dieses Jahr auch einige Einsätze für ihn abfallen. Nach dieser Saison wird man wohl deutlich klarer sehen wohin die Reise geht.

      Wo er sich dabei noch steigern müsste, ist es auch mal den entscheidenden Stich zu setzen. In seinem ersten Jahr hat er ein paar mal angedeutet das zu können, in seinem zweiten Jahr hatte er diesen Punch leider verloren.

      1. Osrig

        Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Coman war ganz sicher nicht schlecht! Und er hatte auch einige gute Szenen, tolle Dribblings. Da ist ganz klar eine Verbesserung zum letzten Jahr zu sehen.
        Aber er hatte eben auch einige Schattenseiten, wobei mir ausgebliebene Abspiele und ungenaue Hereingaben besonders negativ auffielen. Eben gerade deswegen, weil Coman vorher noch seine Gegenspieler “vernascht” hatte. Wegen dieser negativen Auffälligkeiten finde ich eben, kann man ihn nicht zu den “Gewinnern” des Telekom-Cups zählen, wobei es sich ja eh “nur” um ein Vorbereitungspiel handelte. Aber: Diese “brotlose Kunst” war mir bei Costa schon zum Ärgernis geworden, und ich hoffe sehr, das unser junger Franzose sich entwickelt und an diesen Schwächen arbeitet.
        Grundsätzlich bin ich da optimistisch, denn wir haben bei unserem FCB ja jetzt eine regelrechte “French Connection”; die Jungs einschließlich Co-Trainer werden sich sicher gegenseitig fördern.

  11. Mal sehen, ob sie sich in der Saison noch entwickeln, oder alles bleibt wie es ist.

  12. Bernhard

    Ich hoffe doch sehr, dass von der Vereinsführung her niemand so deppert is, Sanches zu verkaufen.
    Der Junge soll verliehen werden aber ohne Kaufoption.

  13. Spaceman Spiff

    Auf Basis der rezenten Kommentare durch KHR können wir ziemlich sicher sein, dass Renato Sanches im nächsten Jahr nicht in München spielen wird. Wir haben uns mit Rudy und Tolisso im defensiven Mittelfeld verstärkt, diese werden die Abgänge von Alonso und Kimmich (positionsbedingt) mehr oder weniger 1:1 ersetzen (eventuell rückt Thiago auch noch nach hinten). Da es sich bei beiden um relativ arrivierte Kräfte handelt, sind die Perspektiven auf Einsatzminuten von Sanches gering. Es gibt im Grunde genommen zwei Alternativen:

    A) Ausleihe: Sanches wird an einen anderen Club ausgeliehen, um ihm Spielpraxis zu verschaffen und langfristig wieder zurück zu Bayern zu holen. Am besten wäre dann, ihn an einen Club in der Bundesliga zu verleihen, damit er sich an deutsche Kultur und Spielweise gewöhnen kann. Leihe zurück zu Benfica oder ähnliches wäre ziemlich sinnlos. Am besten wäre ein Club, der nachweislich junge Spieler erfolgreich integrieren kann und eventuell sogar international spielt. Für mich wäre Hoffenheim mit Nagelsmann dafür bestens geeignet.

    B) Verkauf: Falls ein Verein uns ein Angebot unterbreitet, das ungefähr der Ablösesumme von Sanches entspricht (ca. 35 Millionen?), dann sollte man sich damit auseinandersetzen. Wenig Sinn macht hier eine Leihe mit Kaufoption, da in dem Fall das gesamte Risiko bei uns verbleibt. Leihe mit Kaufpflicht wäre natürlich eine andere Sache.

    Welche Option die besser ist, hängt in meinen Augen stark von der Bereitschaft Leon Goretzkas ab, im nächsten Jahr zu Bayern zu wechseln. Sollte hier bereits informell eine Einigung erzielt worden sein, dann würde ich Option B bevorzugen.

    1. wipf1953

      Sein Spielertyp ist doch an sich mit Vidal und Tolisso ausreichend abgedeckt. Der Verein weiß besser, woran es bei ihm letztes Jahr gefehlt hat. Es wird ihm gut tun, dass ein Serie A Club eine so hohe Ablöse für ihn bietet. Karrieretechnisch wäre es aber besser, zu einem Club mit einem portugiesischsprachigem Trainer zu wechseln ..

      Bayern wird ihm offenbar keine Steine in den Weg legen, wenn ein Angebot im Raum steht. Wie bei Costa hätte man sich dann von einem Spieler getrennt, der zwar individuell und technisch spektakulär spielen kann, aber für einen Club, der das Spiel machen muss, vielleicht nicht “smart” genug ist. Als Entscheidung wäre das o.k., wobei natürlich das Damoklesschwert über dem Verein schwebt, dass so ein Spieler in anderem Umfeld plötzlich durchstartet (und das bei einem potentiellen CL-Gegner). Wie man an Shaqiri gesehen hat (jetzt bei Stoke City, hat dort letztes Jahr auch nicht immer gespielt), gelingt das Durchstarten aber nicht jedem Ex-Bayernspieler.

    2. Marco05

      Rumennigges Aussagen sind mehr als eindeutig:
      – Verleihen oder Verkaufen
      – wenn wirtschaftliche Forderungen erfüllt werden
      – dass er wenig gespielt hat lag nicht am Trainer sondern an ihm

      Lässt kaum Interpretationsmöglichkeiten zu. Man ist unzufrieden mit ihm/seiner Entwicklung. Er kann gehen. In der Deutlichkeit schon überraschend für mich aber offenbar hat Ancelotti sich klar geäußert. Hinzu kommt die angesprochene Konkurrenzsituation. Ich denke das Intermezzo wird sich noch im Sommer-Transferfenster erledigt haben.

      1. @ Marco: Aber angeblich sind hier KHR und Uli H gänzlich unterschiedlicher Meinung. Letzter möchte, dass er auch in der nächsten Saison in München noch eine Chance bekommt.

        Und ich bin völlig auf Ulis Seite. Der Junge ist 19 Jahre jung. Was er draufhaut, hat man bei den CL VF-Spielen gegen Benfica und bei der EM 2016 gesehen. Wenn man mit seinem Juwel keine Geduld hat, dann kann ich das gar nicht verstehen.

        Der Bayernspielerkader ist doch zudem schon wieder verdammt dünn. Und die anderen Jungen sollen jetzt erst einmal die Löwen in der Regionalliga ärgern ;-)

      2. Marco05

        @Peter
        Hoeneß hat ja zunächst mal “nur” den Wunsch geäußert. Heißt noch nicht, dass man dem auf Biegen und Brechen nachkommen muss. Wenn KHR sagt, der Spieler sei schuld an den wenigen Einsatzzeiten, wird er seine Gründe haben. darüberhinaus bleibt UH der Bauch- und KHR der Kopfmensch, der bei einem adäquaten Angebot kaum noch Argumente hätte.

        Ich denke vor allem man muss realistisch sein, und das beinhaltet mindestens eine Leihe, damit der Junge auf Einsatzzeiten kommt. Der Kader in Summe ist nicht üppig, das stimmt, aber gerade auf seiner Position gibt es sehr viel Konkurrenz.

        Eine Leihe würde ich auch am ehesten in der Bundesliga verorten, damit die Rahmenbedingungen weitestgehend gleich bleiben. Die Gefahr, dass er anderswo durchstartet sehe ich kurzfristig auf Basis der gezeigten Ansätze noch nicht. Allerdings hoffe auch ich, dass das kein Breno II wird, rein vom fußballerischen.

      3. wipf1953

        Man muss sich bei Sanches leider mal darüber im Klaren werden, dass sich im Leben die Dinge selten einfach so mir nichts dir nichts zum Besseren wenden. Wenn ein Unternehmen dauernd Verlust macht, wird es im Zweifel auch in Zukunft Verlust machen, außer es gibt wesentlichen Veränderungen (ein Produkt wird neu entwickelt, ein Markt neu erschlossen oder ein Konkurrent geht pleite). Bei Sanches gab es ebenfalls Gründe, dass er nicht gespielt hat. Es war doch zu sehen dass das Zusammenspiel mit seinen Mitspielern nicht geklappt hat. Entweder hat der den Trainer nicht verstanden, oder er hat seine Mitspieler nicht verstanden, oder er hat auf dem Platz vergessen was im Training geübt wurde, oder oder oder. ..

        Einfach auf bessere Zeiten zu hoffen ist aus Sicht des Vereins naiv und aus Sicht des Spielers dumm. Wenn man die Ursache kennt und wenn man weiß, wie man sie behebt, kann es was werden. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass er einen portugiesischsprachigen Trainer bräuchte.

      4. Ich denke, wir sind uns einig, dass es sich selbst bei den höchst bezahlten Fußballspielern um Menschen und nicht um Maschinen (oder gar um “Produkte”) handelt.

        Sanches ist noch ein sehr junger Bursche (wie auch ein Breno, als er zu Bayern kam), der nicht nur mit der Umstellung von Benfica zu Bayern auf dem Spielfeld zu kämpfen hatte, sondern mit vielen anderen Umständen auch.

        Rummenigge hätte sich selbst wahrscheinlich auch nach seiner ersten Saison 1974/75, als er als “Rotbäckchen” zusammen mit einer nach vielen Erfolgen unmotivierten Mannschaft über die BL-Plätze gestolpert ist, verkauft (verliehen wurde damals eher nicht) ;-)

        Mag sein, dass Sanches nun gerade auf dieser Position die größte Konkurrenz hat – aber das ist auch eine Position, auf welcher der Verschleiß mit am größten ist …

        Wer selbst (auf einem gewissen Niveau) aktiv Fußball gespielt hat, der weiß, dass manchmal nur geringe Nuancen zwischen einem absoluten Durchbruch in einer Mannschaft und einem Stagnieren, welches Ersatzbank bedeutet, sind. Selbst dem Dauer-Sunnyboy des deutschen Fußballs, Thomas Müller, hat letzte Saison die Fußball-Sonne nur wenig zugelacht – und dazu musste er nicht einmal verletzt sein!

        Wie gut erinnere ich mich noch daran, wie Sanches im CL VF Hinspiel 2016 in München reihenweise durch die FCB-Abwehr “spaziert” ist. Am 32. Spieltag gegen Darmstadt waren davon übrigens auch wieder Ansätze zu sehen. Sanches wurde 2016 Europameister, hatte einen durchaus beachtlichen Anteil daran, wurde zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt – und jetzt soll der nicht mehr Fußball spielen können?

        Für mich das einzige Argument, welches einen Verkauf berechtigen würde: Man traut ihm nicht die taktische Intelligenz und Flexibilität zu, sich dem Bayernsystem anzupassen! Das wäre aber ein sehr hartes Urteil!

        Zu Breno: Der hätte auch ein ganz Großer werden können. Die Veranlagungen hatte er ganz gewiss. Der Sprung zu Bayern (von Brasilien ist es noch ein Stück weiter als von Portugal) über den großen Teich war wohl zu früh. Und dann muss man bei ihm bedenken, dass er leider sehr verletzungsanfällig war. Ob er schon vorher so psychisch instabil gewesen war, können wir nicht wissen – auf alle Fälle haben einige Dinge dazu geführt, dass er total frustriert völlig aus dem Ruder gelaufen ist.

        Breno ist für mich ein warnendes Beispiel, dass man sich um junge Leute, die ein bisschen “entwurzelt” sind, besonders kümmern muss.

        Das “Hire & Fire” im Fußball, gerade bei sehr jungen Spielern, die gesamte Ungeduld, gefallen mir immer weniger.

  14. Osrig

    Bezüglich Sanches wird sich während der Vorbereitungs- und Merchandising-Reise zeigen, wohin für den Jungen fußballerisch die Reise geht. Ich meine schon, dass Ancelotti ihn einige Male auflaufen bzw. einwechseln wird, auch wenn er vermutlich nicht zu den Spielern gehört, die durchspielen werden. Jedenfalls muss Sanches sich zeigen, beweisen, dass er etwas kann, gerade im Zusammenspiel mit den Mitspielern. Versteckt er sich, oder bringt aus Verunsicherung zu viel Fehlpässe, wird das dazu führen, dass er sich “ins Schaufenster” gestellt sehen dürfte – in dem Falle würde mich sein Abgang nicht mehr wundern.
    Läuft er hingegen zu guter Form auf und zeigt sich vor allem im Pass-Spiel sowie im Abwehrverhalten sicherer, dann wird es sich Kalle wohl noch mal überlegen. Spielt er plötzlich grandios auf, redet keiner mehr von einer Leihe oder gar einem Verkauf.
    Doch selbst dann: Aufgrund der starken Konkurrenz im defensiven und zentralen Mittelfeld wird Sanches auch in der neuen Saison nur selten von Beginn an starten können, und noch seltener durchspielen.
    Ich hoffe, dass er sich zumindest stabilisiert und Sicherheit gewinnt, sich dann in den Einsätzen, die er auch in den Pflichtspielen bekommt zeigt und eine Entwicklung erkennen lässt – auch, wenn es sicherlich mehr als eine Saison braucht, um ein würdiger Vertreter für Vidal zu werden.

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