Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:1 (0:1)

Mit einem 1:0-Sieg in Frankfurt sichert sich der FC Bayern die insgesamt siebte Herbstmeisterschaft in Folge. Das einzige Tor in einem ansonsten erstaunlich passive geführten Spiel erzielte Arturo Vidal bereits nach 21 Minuten.

Falls ihr es verpasst habt:

Im Vergleich zum überzeugenden Sieg gegen Paris unter der Woche rotierte Heynckes in Frankfurt kräftig durch. Unter anderem durfte sich Top-Torschütze Lewandowski eine Pause genehmigen. Für den Polen rückte Müller in die vorderste Sturmspitze. Der Nationalspieler führte die Münchner auch als Kapitän aufs Feld.

Kurzfristig fiel zudem der in den letzten Wochen starke Ulreich aus. Somit kam Tom Starke zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison.

Zwei Jubilare gab es zudem auf Seiten der Münchner. So durfte Kimmich zum 100. Mal in einem Pflichtspiel für den Rekordmeister auflaufen. Außerdem zog Ribery mit seinem 365. Pflichtspiel mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic als meist eingesetzter Ausländer in der Bayern-Historie gleich.

Auf Seiten der Frankfurter brachte Trainer Niko Kovac mit Barkok und Fernandes für Gacinovic und den angeschlagenen Hasebe zwei Neue im Vergleich zum 2:1-Erfolg der Hessen in Berlin.

Der Beginn der Partie war von mehreren Fouls auf beiden Seiten geprägt. In der fünften Minute leitete Starke mit einem riskanten Pass, den Vidal zudem verstolperte, einen Frankfurter Konter ein. Der Chilene musste direkt am Sechzehner grätschen und wurde dafür zurecht verwarnt (6.). Starke wiederum konnte sich beim fälligen Freistoß mit einer ersten Parade auszeichnen.

In der ersten Viertelstunde kamen die Bayern nur selten in ihr Positionsspiel. Folglich blieben auch die Chancen aus. Erst langsam kamen die Münchner besser ins Spiel und erarbeiteten sich mehr Ballanteile.

In diese zunehmende Dominanz-Phase hinein erzielte Vidal dann die 1:0 Führung. Nach einer Ecke von Kimmich kommt der Ball wieder zu ihm zurück. Die Flanke aus dem Halbfeld köpft der Chilene am langen Pfosten ungestört ein (20.).

Anders als viele Gegner in der Vergangenheit gaben die Frankfurter nach dem Rückstand jedoch nicht klein bei. Nach einem Stockfehler von Martinez im Mittelfeld hatte Rebic im Eins-gegen-Eins mit Süle die beste Gelegenheit. Seinen Aufsetzer konnte Starke allerdings entschärfen (25.).

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In der Folge entstand ein offenes Spiel mit Chancen für Frankfurt durch Wolf (30.) und Willems (40.) und Bayern durch Coman (28.) und Martinez (33.). Die Münchner schafften es in der ersten Halbzeit nicht, das Spiel zu kontrollieren. Die Eintracht wurde gerade nach einfachen Ballverlusten immer wieder gefährlich.

Ohne Wechsel ging es für beide Mannschaften in die zweite Halbzeit.

Direkt nach der Pause überließ der Tabellenführer erstmal Frankfurt das Spiel. Bereits in der 55. Minute musste dann Torschütze Vidal stark gelb-rot gefährdet das Feld verlassen. Für ihn kam Tolisso, der unter der Woche gegen Paris zweimal getroffen hatte.

Auch im weiteren Verlauf nahmen die Bayern merklich Tempo raus. Frankfurt kam auf der anderen Seite zwar immer wieder zu Aktionen im und am Strafraum, konnte hieraus jedoch keine zwingenden Chancen kreieren.

In der 72. Minute dann der größte Aufreger der zweiten Halbzeit: der bislang starke Rechtsverteidiger Marius Wolf wird zunächst vom Platz gestellt, weil von hinten in James hinein gegrätscht war. Nach einem Eingriff des Video-Assistenten korrigiert Schiedsrichter Osmers jedoch sein Urteil und verwarnt den Frankfurter lediglich mit Gelb.

Bis zum Spielende kommen weder Frankfurt noch München zwingend vors Tor des Gegners. Daran ändert auch die späte Hereinnahme von Lewandowksi nichts.

Durch das zeitgleiche Unentschieden der Leipziger steht Bayern mit diesem Sieg bereits frühzeitig als Herbstmeister fest.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Vidal ist und bleibt Vidal

Es war mal wieder ein typisches Spiel für den Mann, der auch bei uns im Blog häufig Kritik einstecken muss: Arturo Vidal. Bereits in der fünften Minute wird der Chilene mit gelb verwarnt, nachdem ihn ein Pass von Starke in Bedrängnis erreicht, er diesen unsauber annimmt und anschließen Rebic nur per Foul vor dem Eindringen in den Sechzehner stoppen kann. Eine rote Karte wäre hier durchaus ebenfalls möglich gewesen.

Doch bereits in der 21. Minute zeigt Vidal, warum er für diese Münchner Mannschaft dennoch wichtig ist. In einem bisher ehen schwachen Spiel des Rekordmeisters flankt Kimmich nach einer vermeintlich geklärten Ecke und am langen Pfosten kommt Vidal völlig frei zum Kopfball, der Sekunden später im Frankfurter Netz zappelt. Dieses Einlaufen in den Sechzehner mit Zug zum Fünfmeterraum beherrschen nur Wenige auf diesem Niveau.

In den letzten vier Bundesliga-Spielen war Vidal nun jeweils erfolgreich. Eine Quote auf die selbst ein Lewandowski neidisch wäre.

Gerade in der ersten Halbzeit machte Vidal gerade defensiv vieles richtig: immer wieder brachte er gerade so noch seinen Fuß im richtigen Moment dazwischen. Zur Halbzeit hatre der Chilene drei geklärte Bälle, einen abgefangenen Passversuch und brachte 95% seiner Zuspiele an den Mann.

Dass dieser Nachmittag für Vidal dann dennoch früh beendet ist, liegt wieder einmal an einer “klassischen” Vidal-Aktion. Am linken Strafraumeck fährt er gegen Wolf den Fuß aus, eine sehr waghalsige Zweikampfführung, wenn man bereits gelb vorbelastet ist. Anders als noch Ancelotti im Champions-League-Viertelfinale letzte Saison, reagiert Heynckes sofort und nimmt seinen Achter vom Feld.

Für den Rest der Saison und speziell vor den wichtigen Spielen muss Heynckes hier die Entscheidung treffen, ob Vidal in sein Spielkonzept passt. Die Vor- und Nachteile des Mittelfeldarbeiters wurden heute erneut sichtbar und sind hinlänglich bekannt. Adaptionen an seinem Spielstil sind zudem kaum zu erwarten.

2. Passivität wird nicht bestraft

Die Spiele gegen Frankfurt sind für Bayern-Fans traditionell nervenzehrend. Dies liegt normalerweise jedoch daran, dass die Münchner über neunzig Minuten gegen einen Frankfurter Abwehrriegel anrennen. Unvergessen das 0:0 in der Saison 2007/08 als Oka Nikolov 38 Torschüsse der Roten hielt.

Heute waren die Rollen jedoch anders verteilt. Der Matchplan von Heynckes sah vor den Ball über weite Strecken des Spiels an die Frankfurter abzugeben. So reichten den Münchnern 15 starke Minuten Mitte der ersten Hälfte, um den Sieg in Hessen einzufahren.

Dennoch standen zur Pause 5:5 Torschüsse zu Buche. Eine solche Statistik hat Seltenheitswert in Bundesligapartien mit dem FC Bayern. Gerade nach Ballverlusten im Aufbau nutzten die Frankfurter mit ihrer Angriffsreihe die leichte Unordnung in der Münchner Hintermannschaft und kamen zu einigen Chancen.

Wer nun ein deutlich anderes Gesicht der Bayern in der zweiten Halbzeit erwartete, wurde enttäuscht. Im Gegenteil überließ man Frankfurt nun vollständig den Ball und gleich mehrfach standen alle elf Münchner in der eigenen Spielhälfte hinter dem Ball.

Die Hessen waren wohl ebenfalls überrascht und konnten aus dem Feldvorteil keine Chancen herausspielen. Dazu war die Abwehr der Münchner auch zu gut gestaffelt. Die wenigen Durchbrüche von Frankfurt konnte meist in letzter Sekunde von Boateng oder Süle gestoppt werden.

Am Ende bleibt ein Auswärtssieg mit nur 48% Ballbesitz und einem Verhältnis von 6:12 Schüssen, bei dem man Kräfte sparen konnte für die letzten Wochen vor der Winterpause. Dennoch bleibt das Gefühl eine der eher uninspirierteren Leistungen der vergangen Jahre gesehen zu haben.

3. Starkes Comeback

Eigentlich sollte Tom Starke gar nicht mehr aktiv sein. Doch als sich im September Manuel Neuer schwer verletzte, sprang der Ersatztorwart der Triple-Saison ein, um seinem Verein aus der Bredouille zu helfen. Eingeplant war der 36-jährige als Nummer zwei hinter Ulreich.

Doch auch der zuletzt starke Ulreich ist nicht von Verletzungen frei. Beim Warmmachen vor dem Spiel zwickte es den Ex-Stuttgarter in der Leiste – Adduktoren-Probleme wodurch Tom Starke zu seinem 100. Bundesliga-Spiel kam.

Die fehlende Wettkampfpraxis war Starke nur in den ersten fünf Minuten anzusehen, als er Vidal in Bedrängnis bringt. Danach spielte der Routinier ruhig und souverän. Gleich mehrmals entschärfte er in der ersten Halbzeit gefährliche Torschüsse der Frankfurter. Auch ihm war es zu verdanken, dass der passive Plan von Heynckes heute aufging.

Eintracht Frankfurt – FC Bayern 0:1 (0:1)
Eintracht FrankfurtHradecky – Salcedo, Abraham, Falette – Wolf, Willems (78. Tawatha), Fernandes (71. Jovic), Boateng – Barkok (81. Stendera), Rebic – Haller
BankZimmermann, Russ, Gacinovic, Hrgota
FC BayernStarke – Kimmich, Süle, Boateng, Rafinha – Martinez, James, Vidal (55. Tolisso) – Ribery (67. Alaba), Coman (83. Lewandowski) – Müller
BankHoffmann, Hummels, Rudy, Wriedt
Tore0:1 Vidal (20.)
Gelbe KartenFernandes, Wolf / Vidal, Rafinha, Müller
SchiedsrichterHarm Osmers (Hannover)
Zuschauer51.500 (ausverkauft)
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Leserkommentare
  1. Gestrandedinberlin

    Sandro Wagner ist heute glaube ich n paar Millionen € teurer geworden. Müller vorne wird so schnell keine gute Variante mehr werden.

    1. Michael

      Auch ganz langsam wird Müller niemals nie ein Mittelstürmer.

    2. Kurt

      Müller wurde KOMPLETT allein gelassen. Auch Lewy sieht mies aus, wenn gar nix von hinten nach kommt.

      1. Gestrandedinberlin

        Klar, aber bei den meisten Spielen ist der Bayern Stürmer isoliert…und da braucht man halt jemand, der den Ball halten/abklatschen was auch immer kann. Bei der Struktur des Bayernspiels ist es halt doof

  2. GP11

    Was mich schon seit Jahren stört, ist die automatische Medienreaktion, bei knappen Arbeitssiegen von glücklichen, unverdienten Siegen zu sprechen und dass der Underdog etwas mitnehmen hätte müssen.
    Das heutige Spiel fiel allerdings nicht in dieses Muster, denn Frankfurt war tatsächlich ohne wenn und aber die bessere Mannschaft und ein Sieg wäre hochverdient gewesen.
    Besonders auffällig ist dabei, dass wir gegen eine deutliche schlechtere Mannschaft als unter der Woche gespielt haben, das vermeintliche Defensivmonster Martínez aufgeboten haben und trotzdem defensiv deutlich schlechter waren. Das liegt daran, dass Martínez den Spielfluss komplett zerstört und so den Gegner ins Spiel einlädt. Wenn man dann noch Vidal oder Tolisso neben ihm aufbietet, ist das spielerische Armutszeugnis vorprogrammiert.

    1. Michael

      Ich nehme diese Medienreaktion so nicht wahr. Im Gegenteil: Ich finde, in den vergangenen Jahren ist man Bayern gegenüber positiver eingestellt, was mich auch nicht wundert, weil die Duselsiege weniger geworden sind.
      Aber ich lasse mich durch Beispiele gerne belehren. Ist mehr ein Gefühl.

      1. DasTierInMir

        Die Duselsiege sind weniger geworden?
        Vidal hätte gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Eine ähnliche Szene beim Spiel gegen Leipzig endete wie? Mit Rot – und damit war der Drops gdamals elutscht. Und wenn ich mir dann noch die Begründung bei SKY von Jupp Heynkes zu besagten zwei entscheidenden Vidal-Foul-SzeneN ansehe, dann vergeht mir einfach die Lust. Dann sollen die FCB-Verantwortlichen in Zukunft nach verlorenen Spielen die Klappe halten, wenn Ihnen Real Madrid & Co erneut dieselbe Medizin einschenken, die in der Bundesliga immer wieder gegnerische Mannschaften der Bayern vom Schiedsrichter zu schlucken bekommen. Da schau ich mir mittlerweile doch lieber die englische Liga an. Keine Rudelbildungen in der Form, wie wir sie häufig in der BL sehen, weniger Schauspielerei und mittlerweile auch die Trainer am Ruder, die weiter dafür Sorge tragen werden, mit dem besseren Spielermaterial die Bundesliga auf Jahre weiter abzuhängen. Und da neben den Bayern keine zweite Kraft mehr in der BL existiert, die die BL spannend machen könnte, wird man auf dem internationalen Markt auch nicht mehr Geld kreieren können – und das werden auch Bayern (und von mir aus der Kasperverein BVB aus dem Ruhrpott) zu spüren bekommen. Die internationale Vermarktung wird aufgrund der in meinen Augen selbstverschuldeten Langeweile der BL weiter stocken und die Engländer werden finanziell noch weiter aufrüsten und der BL (und anderen Ligen) die besten Spieler abluchsen.
        Die Zeitenwende erleben wir gerade und ich bin echt nicht mehr gewillt, mir die Bundesliga in dieser Form noch oft zu geben. SKY ist gekündigt und bei DAZN gibt’s für weniger Geld die besseren Spiele zu sehen. Zur Not die Zusammenfassung bei der Sportschau oder das Aktuelle Sportstudio.
        In dem Sinne.

    2. Kurt

      Du bist echt so planlos. Unfassbar.

    3. Pat

      Ich habe heute besonders auf Martínez geachtet. Ich verstehe nun, was du meinst. Schrecklicher Auftritt von ihm. Es gab eine Szene, wo er im Strafraum den Ball mit links den Frankfurtern in die Füße spielt….fast hätte er sich dabei den Fuß gebrochen. Ansonsten braucht er gefühlte 10 Minuten, um den Ball zu kontrollieren. Insgesamt eine schwache Leistung, aber auch von allen auf dem Platz. Bis auf den Rentner-Torwart , die Krake! Immer noch auf Augenhöhe! Danke Tom!

      1. Marco05

        Ok, das war jetzt mal ein schwaches Spiel von Martinez. Geschenkt. Da er nach seiner Verletzungsunterbrechung nun fast jedes Spiel gemacht hat womöglich etwas überspielt. Aber wie du auch schreibst: das trifft im Grunde auf jeden zu. Nur bei Rafinha kams mir so vor als wäre der etwas frischer als die anderen.

        In der angesprochenen Szene hätte er nur die Wahl gehabt den Ball zu stoppen. Das wäre angesichts seiner Positions (am 5m-Raum oder?) sicher auch nicht das Optimum gewesen, deswegen wollte er ihn so wie er halt kam direkt weiterleiten. Ging in die Hose, aber auch weil die Mitspieler in dem Moment nicht sonderlich wach waren.

        So Situationen gab es einige, weshalb ich wie oben angesprochen einen Konzentrationsabfall nach dem Paris-Spiel vermute. Wichtig ist jetzt vor der Winterpause nur noch das Pokalspiel. Wenn der BVB mit neuem Coach antritt könnte es interessant werden.

  3. Osrig

    Ein schlechtes Spiel! Ideenlosigkeit auf beiden Seiten, Frankfurt versucht, früh zu pressen, und kann mit dem vermutlich unerwartet häufigen Ballbesitz wenig anfangen, vor dem Tor weitgehend harmlos. Unsere Spieler zeigen nur das Nötigste an Laufbereitschaft, sichtlich daran interessiert Kräfte zu schonen. Nur selten mal längere Pass-Stafetten, nur selten längere Ball-Besitzphasen. Warum man gegen Eintracht Frankfurt – wahrlich keine Übermannschaft – so defensiv und zurückhaltend auftritt, erschließt sich mir nicht recht. In der zweiten Halbzeit keine einzige wirkliche Chance zu kreieren, ist für mich ein Armutszeugnis, dass ich nicht nur an James und Müller festmachen möchte, die für mich beide doch recht engagiert gespielt haben. Aber ohne Beweglichkeit und Tempo in den Abläufen geht nach vorn nichts, erst recht nicht, wenn ich aus der eigenen Abwehr heraus spielen muss.

    Wenn es, nach dem kraftraubenden CL-Spiel am Dienstag, tatsächlich um Schonung ging, dann will ich nicht meckern! Ich hoffe nur, dass unseren Jungs im Endspurt der Hinrunde nicht zu sehr die Puste ausgeht.

  4. Kurt

    Manche Fans kotzen mich nur an.

    Mieser Schiedsrichter.

    Gewonnen.

    K.

    1. Olorin

      Der Schiedsrichter war alles andre als gut, aber darüber können wir uns heut mal nicht beschweren. Mit nem guten Schiedsrichter spielen wir nämlich ab der 6. Minute zu zehnt. Und ob das dann gut für uns ausgegangen wär ist so die Frage…

  5. Aliar

    Ich fand den Sieg eigentlich relative souverän. Nach dem 1:0 hat Bayern nicht mehr getan als sie mussten, aber sie haben gut verteidigt und Frankfurt hatte keine klaren Torchancen. Vidal hätte vom Platz fliegen können. Ich hätte mir aber auch gewünscht, dass der Schiedsrichter das harte Einsteigen von Frankfurt öfter unterbindet.

  6. Marco05

    Wenn man solche Spiele gewinnt wird man (Herbst-)Meister.

    Die einfachen Resumees von früher sind heute aber nicht mehr en vogue…

    Selten habe ich mich über einen knappen Sieg in einem Saure-Gurken-Spiel so gefreut wie heute.

    Den Leistungsabfall kann man im Grunde nur mit dem fallenden Glanz des Gegners und Wettbewerbs erklären. Frankfurt dagegen war kampfstark, giftig und bissiger als ne Horde Zecken. Zudem mit ganz starker Raumaufteilung über 90 Minuten.

    Wir sind wieder am gleichen Punkt wie immer in den letzten Jahren: es zählt eigentlich nur noch die CL. Dass es dieses Jahr jetzt doch wieder so ist, ist Verdienst von Don Jupp. Chapeau!

  7. Ju

    Stelle mir gerade vor, was hier los wäre, wenn der Trainer heute Ancelotti gehießen hätte. Im Ernst: Es ist total geil, wenn man diese Spiele gewinnt. Und der Jupp hat bisher tolle Arbeit gemacht. Aber woran liegt es, dass selbst nach solch unnötig miesen Leistungen der Ponyhof zelebriert wird? Ist das abgeklärt und souverän oder bereits Nibelungentreue?

    1. Mogician

      Naja solange man wirklich umschalten kann, ist das ja auch was anderes. Bei Jupp wirkt das als von Jupp gesteuert, was passiert. Bei Carlo war es Zufall, ob die Mannschaft das in Eigenregie auf die Reihe bekommt oder eben nicht.

      Gab ja geile Spiele mit Carlo. Das Spiel gegen Dortmund, wo Lewy sich an der Schulter verletzt hat. In der gleichen Phase sind die dann aber auch in entscheidenden Momenten plötzlich nicht in die Gänge gekommen. Das war bei Jupp bis jetzt noch nicht der Fall!

    2. Marco05

      Das wird man nicht beantworten können. Es ist sicher auch eine Frage der Gesamtsituation und des unmittelbar vorhergehenden Spiels gegen Paris. Wenn Ancelotti das genauso hingebracht hätte…
      Fakt ist zur Übernahme von Heynckes (als ich nicht unbedingt applaudiert habe) waren wir 5 Punkte zurück, und nun?

      Grade mal nachgesehen und in der Tat ist die Bilanz in Frankfurt beinahe noch mieser als in Gladbach. In den letzten 20 Jahren war nur ein ganz klarer Sieg dabei. Ist aber auch egal, weil die Mannschaft gestern nur so hoch gesprungen ist, wie sie musste und hinten im Grunde nichts zugelassen hat. Starke musste nur 3x (stark) parieren, ansonsten war nicht viel und das dürfte genau der Plan gewesen sein.

      Natürlich hätte man vor allem die Konter viel viel besser ausspielen können. Zwischen Minute 45 und 55 waren glaub ich 4 derbe Ballverluste in Folge in der Vorwärtsbewegung. Auch haben einige Spieler (z.B. Kimmich) nicht ihr gewohntes Niveau abrufen können. Der wurde mehrmals heftig von Rebic vernascht. Man hat einfach gemerkt, dass Frankfurt voll im Saft ist und wir nicht. die notwendige moderate Rotation tat ihr übriges.

    3. Ju

      Es hat sicher viel mit Vertrauen zu tun. Ich komme aber nicht umhin, mich an weite Teile der vorherigen Saison zu erinnern. Wo Bayern regelmäßig miese Spiele mit guten Ergebnis ablieferte und sich die Reaktionen darauf in “der Carlo weiß schon was er tut/im entscheidenden Moment sind sie da” und “so ein Gegurke ist unerträglich” aufteilten. Womöglich überwiegen unter Jupp die für den Zuschauer ‘angenehmen’ Spiele stärker als bei Carlo – eine in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Spieler ausgezeichnete Leistung. Und dennoch verstehe ich nicht, wie die Wahrnehmung – auch bei mir selbst – so stark auseinanderklaffen kann. Nervös macht mich das deswegen, weil uns bei Carlo das Vertrauen so um die Ohren geflogen ist. Selbstverständlich lassen sich ausreichend Gründe finden, weswegen die Situation nun eine andere ist. Ich würde allerdings unterstellen, dass die selben Gründe vor Jahresfrist ebenfalls hätten angeführt werden können und auch wurden. In Anbetracht dessen, ist mir völlig unverständlich, warum ich heute nach dem gestrigen Spiel total zuversichtlich bin und mich im letzten Jahr massiv beschwert hätte, dass man doch die aufgezeigten Probleme nicht ignorieren könne. Man braucht sich ja nichts vormachen: Auch unter Jupp zeigt die Mannschaft charakteristische Probleme, die sich in (aufgrund der bekannten Gemengelage) komplizierten Spielen wie gestern potenzieren, allerdings auch in den sehr erfolgreich bestrittenen Spielen erkennen lassen. Beispielsweise in Leipzig und in der zu passiven Phase gegen Paris. Die Mannschaft hat kaum Mittel gegen hohes Pressing. (Ja, ich weiß, Neuer fehlt.) Nur weil der weltweit anerkannte Top-Trainer nun anders heißt, weicht mein Gefühl von langsam aufkeimender Panik einer geradezu meditativen Gelassenheit. Bin ich denn wirklich so oberflächlich, dass ich meine Meinung so sehr davon leiten lassen, welches Gesicht da auf der Bank sitzt? Papa wird’s schon richten…

      1. Osrig

        Eine interessante Frage!
        Ich gebe zu, mir geht es ähnlich! Ich erlaube mir allerdings doch etwas Zweifel, ob es von Jupp so gewollt war; und vor allem, ob es die richtige Art ist, so gegen eine Mannschaft aufzutreten, von der man vorher weiß, dass sie die kämpferische, rustikale Spielweise zeigt.
        Übrigens spielt sicherlich auch die Psychologie eine Rolle. Unter Ancelotti haben sich die Spiele, die derart schwach gewesen waren, doch ziemlich gehäuft, und die Spiele, in denen die Mannschaft unstrukturiert und planlos wirkte, gab es noch öfter, auch wenn das eine oder andere dank der individuellen Klasse unserer Jungs gewonnen werden konnte.
        Das ließ mich immer mehr an Ancelotti zweifeln, auch wenn ich mir bis zuletzt kaum vorstellen konnte, dass der Italiener so wenig in der Lage war, seine Fähigkeiten für den FCB einzubringen.

        Unter Jupp erlebe ich das anders! Unser Spiel hat Ordnung und Struktur, ich meine in jedem Spiel, einen Plan zu erkennen, und sehe Spieler, die versuchen, diesen Plan auch auf den Platz zu bringen. Glücklicher Weise waren die Jungs bisher fast jedes Mal in der Lage, die dafür nötige Energie auch aufzubringen, wenn aber Beweglichkeit und Handlungsschnelligkeit abnimmt – was sicherlich NICHT von Jupp gewollt war -, dann lässt man sich vom Gegner dessen Spiel aufzwingen. Womit man immer ins Hintertreffen gerät, und wodurch meist kein ansehnliches Spiel entsteht.

        Jedenfalls bin ich, anders als zum vergleichbaren Zeitpunkt unter Carlo, nicht beunruhigt! Unter Jupp stimmt Ordnung und Struktur, auch wenn er viel rotiert und wohl auch taktisch durchaus etwas experimentiert, habe ich bislang immer das Gefühl, er weiß, was er macht!
        Tiefenentspannt bin ich allerdings nicht, dafür ist der Fußball zu unberechenbar!

    4. Yilde

      Solche Leistungen gab es unter CA zur Genüge und bis in die letzten Monate fand ich den Ton hier sehr gelassen. Wenn die guten Leistungen aber irgendwann völlig ausbleiben, ändert sich das nun mal. Wo hier nach dem gestrigen Spiel “der Ponyhof zelebriert” wird sehe ich jetzt eigentlich auch nicht. Ich verstehe schon was du sagen willst, aber das ist doch etwas überzogen/schwarz-weiss, oder nicht? :)

  8. Ludwig

    Arbeitssieg. Pure Rotation. Starke die Krake. Kimmich der Flankenkönig. James der Passmeister. Müller der “nicht klassische Mittelstürmer”. Vidal – Krieger und Bane. Eine zweite Halbzeit mit ohne gefaehrliche “nach vorne Spiel”. Wir müssen wieder Gas geben. Ich bin aber nicht so enttaeuscht. Nix vergessen: Heeerbstmeeeeeeeiiiiiiiiiisteeeeeeer! ;)

  9. Sascha

    Ein Spiel zu Vergessenkönnte man sagen,aber am Ende bleibt
    Ein Abeitssieg,der nicht verdient ist.
    Frankfurt war ein starker Gegner !
    Solche “Drecksspiele” sind die Scwierigsten !!!
    Aber egal 3 Punkte für Uns…..So what
    Gruss

  10. Vobius

    Marco05 bringt es auf den Punkt. Da man aus soclchen Spielen 3 Punkte mitnimmt, wird man Meister.

    Bitte nicht so sehr auf Vidal schimpfen, ich danke ihm für seine Super-Serientreffer. Finde die Schiedsrichters Entscheidungen gegen Vidal beide auch absolut vertretbar. In der 4. Min ist Boateng noch in der nähe, daher Gelb vertretbar und bei der zweiten Szene nimmt der Frankfurter den leicht ausgestellten Fuß zu gerne an, als das man hier ein bösartiges Foul unterstellt.

    Ansonsten, abputzen und freuen, dass der ein oder andere ein paar Kräfte schonen konnte, gerade nach dem Power Spiel vom Dienstag. Hoffen wir mal das Dortmund noch 2 Wochen am Trainer festhält, dann können wir uns auf Weihnachten besinnen.

    1. Pat

      Sehe das mit Vidal ähnlich. Das erste Foul ist ne 50/50 Entscheidung, kann man so oder so pfeifen. Dabei wird er ja auch sehr dilettantisch, mit dem Gegner im Rücken, angespielt. Das zweite Foul war harmlos und bei der Härte, die gestern auf dem Platz vor allem von Frankfurt in das Spiel gebracht wurde, war es auch nicht gelb und damit kein Platzverweis. Mehr als 2 Fouls hat er auch nicht begangen, soweit ich es in Erinnerung habe…

  11. icke

    Ich versteh die meisten Kommentare nicht…
    Eine Saison hat über 50 Pflichtspiele in drei Wettbewerben. Zwar sind die separaten Bewertungen des jeweiligen Spiels nachvollziehbar, was ja medial (leider) auch allwöchentlich passiert. Aber gerade wir sollten jedes Spiel im Zusammenhang sehen. Warum schaffen wir es, übrigens nicht nur im Gegensatz zu den anderen BL, sondern auch in Europa (siehe die Engländer, die im Frühjahr regelmäßig abbauen), so lange auf allen Hochzeiten zu tanzen? Wie haben denn der BVB und Leipzig gestern gespielt? Wo steht Köln, noch am dichtesten in der K.O.-Runde der Europa-League gewesen, in der BL (weiß aber auch, dass es hier auch andere Gründe gibt). Als Hertha in der BL im Herbst oben mitspielte, verloren sie fast jedes internationale Spiel. Und und und…
    Da finde ich es normal, dass man übrigens nicht immer das Maximale geben kann, um weiter überall im Geschäft zu bleiben. Und weil JH so denkt, läuft es gerade so gut!
    Hinzu kommt, dass es für unseren jeweiligen Gegner DAS Spiel ist und wir immer das große Ganze im Auge behalten müssen (siehe hier übrigens mal Statistiken, das Teams, die gegen uns gewinnen, i.d.R. das Folgespiel verlieren).
    Also, mal den Ball flachhalten… weil, diejenigen dann die ersten sind, die meckern, wenn’s in den Pokalwettbewerben frühzeitig zu Ende ist…

    1. Willi

      Danke für diesen Kommentar!!

    2. Auch von mir ein danke für diesen Kommentar.

      Lustig die Kommentare (nicht nur hier), dass Frankfurt mehr, sogar den Sieg, verdient gehabt hätte.

      Wäre es umgekehrt gewesen, hätten viele (auch Bayernfans) festgestellt, dass keine einzige richtige Torchance herausgespielt wurde … und Frankfurt hatte definitiv keinen einzigen Hochkaräter.

      Es war spielerisch sicherlich keineswegs begeisternd, aber mich hat bei dem Sieg begeistert, dass quasi das “Imperium zurück geschlagen” hat. Warum sollen die Bayern auswärts und in Führung liegend immer das Spiel machen? 1:0-Sieg in Frankfurt – absolut ok.

      Sch*** (sorry) auf den dauernden Dominanzfußball – darauf auch einmal zu verzichten, nennt man wohl (taktische) Flexibität …

  12. Liza

    Man nenne mich verwöhnt, aber die Freude über die sportlichen Erfolge in der vierten Heynckes-Ära sind für mich doch erheblich getrübt durch das abgesunkene spielerische Niveau gegenüber der Triple-Saison und den Pep-Jahren. Mit der Kaderzusammenstellung und dann noch den vielen Verletzten ist momentan sicherlich nicht viel mehr rauszuholen, aber ich hoffe doch sehr, dass man für die Zukunft die Weichen wieder dahin stellt, attraktiven, dominanten, kreativen Fußball spielen lassen zu können. Denn von wenigen Ausnahmen (Dortmund, Leipzig, Paris) abgesehen hat diese Hinrunde insgesamt einfach wenig Spaß gemacht.

    1. Tipic

      Ich denke, dass es in der Rückrunde etwas besser wird. Jupps Mechanismen sollten dann endgültig greifen und der Kader solltendann durch die Rückkehr der Verletzten breiter sein – hoffentlich!
      Mittelfristig hängt es von den Investitionen in den Kader und vom neuen Trainer ab. Was den Kader betrifft, bräuchte es einen weiteren kreativen, spielstarken Mittelfeldspieler, der Thiago und James unterstützen und ggf. ersetzen kann. Und der neue Trainer sollte nicht Niko Kovac heißen! Ich kann nur hoffen, dass sich die diesbezüglichen Gerüchte, die zuletzt in den Medien kursierten, nicht bewahrheiten!

    2. Kurt74

      Ist aber auch ein wenig ein verklärter Blick in die Vergangenheit. Unter Pep gab es genauso viele Öde Spiele. Der Gegner steht 90min im eigenen 16er und Bayern wie eine Handballmannschaft im Halbkreis herum und versucht eine Lücke zu finden. Das waren Spiele zum einschlafen und ich bin tatsächlich auch mal weggepennt bei einem solchen Spiel.
      Den spielerrisch besten Fuppes unter Jupp hat man in dieser Saison gegen Paris in der ersten Halbzeit gesehen. Ich hab zeitweise staunen anfangen was wir doch tatsächlich noch können.
      Ergo mit der Stärke des Gegners steigert sich auch das spielerische Niveau. Indirekt ist dein “wenig Spass gemacht” auch eine Kritik an die Bundesliga. Sie ist einfach schwach geworden. Wozu die PS voll ausfahren wenn 70% Leistung reichen und den Stiefel dann runterspielen. Und bei Gegner wie Frankfurt deren taktisches Mittel nun mal ums Leben rennen und hartes Angehen ist kannst du keine spielerrische Züge zum Zungenschnalzen erwarten. Das Risiko unnötiger Verletzungen ist da viel zu hoch.

  13. Tipic

    Viertelfinale, wir kommen! :-)
    Danke, Xabi!!

    1. TMK

      Tja, da hätte ich dann nicht mit dem Gruppenersten Paris tauschen wollen … :-)

      1. Tipic

        Gut möglich, dass Paris (bzw. Katar) ausscheidet! Weil solche Spiele gewinnt Real dann doch meistens! 400 Mio. € fürs Champions League-Achtelfinale! :-D

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