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Rot-Weißes Round-Up: Gerd Müller

Jan Trenner 04.11.2014

Im November 1945 in Nördlingen geboren ging er im Alter von 10 Jahren zum TSV 1861 Nördlingen, für den er in der Spielzeit 1962/63 insgesamt 180 Tore erzielte. Inzwischen trägt das Stadion im Rieser Sportpark seinen Namen. Als 18-Jähriger folgte der Wechsel nach München und der Beginn seiner Profi-Karriere beim FC Bayern. Eigentlich war Müller bereits mit den Blauen im Gespräch gewesen und glaubte zunächst, mit Vertretern der Giesinger an seinem Tisch zu sitzen – doch der FC Bayern war schneller. Bis heute prägend sind die Zitate seines Trainers in der Regionalliga Süd. Zlatko Čajkovski war anscheinend wenig angetan vom jungen Müller:

Was soll isch mit dieses Junge, diese Figur, unmöglich. […] kleines, dickes Müller
Zlatko Čajkovski, Wikipedia am 03.11.2014

Mit 33 Toren in 26 Einsätzen war er maßgeblich an der Chance zur Aufstiegsrunde beteiligt, wo er erneut mit 18 Toren für die Teilnahme an der Bundesliga sorgte. Mit Gerd Müller avancierte der FC Bayern zur erfolgreichsten Mannschaft in Deutschland und Europa. Er gewann vier Deutsche Meisterschaften, vier DFB-Pokale, zwischen 1974 und 1976 dreifach den Europapokal der Landesmeister, 1967 den Europapokal der Pokalsieger und 1976 auch noch den Weltpokal. Bis heute konnte niemand die überragende Torquote (0.85 / Spiel) von Gerd Müller erreichen. Er war die wichtigste Grundlage für die Erfolge der Bayern in den 70er Jahren. Müller war ein Phänomen im Strafraum. Er antizipierte gefährliche Bereiche wie kaum ein Anderer. Er kombinierte dabei Wucht mit Finesse und wurde so zum besten deutschen Stürmer, den es wohl jemals gab.

Auch bei der Nationalmannschaft traf er 68 Mal in 62 Spielen und wurde 1972 Europa- sowie 1974 Weltmeister. Danach erklärte er seinen Rücktritt. Das Siegtor zum 2:1 über Holland in seiner Heimat München blieb der Höhepunkt. Sein letztes Spiel im Trikot des FC Bayern machte Müller im Februar 1979. Danach wechselte er mit einem sehr gut dotierten Vertrag in die North American Soccer League und spielte für die Fort Lauderdale Strikers, bevor er im Herbst nach München zurückkehrte, mit den Blauen trainierte, aber aufgrund hoher Geldforderungen aus Amerika keinen Vertrag unterschrieb. 1981 beendete Müller seine Karriere als Profifußballer.

Sein weiterer Weg war nicht einfach: Er verfiel dem Alkohol und kehrte erst 1984 aus den USA nach München zurück. Es ist wohl Uli Hoeneß zuzuschreiben, dass er Gerd Müller zu einer Entziehungskur überredete. Im Anschluss erhielt er eine Stelle als Torwart- und Stürmertrainer im FC Bayern Nachwuchs, erwarb 1992 eine Trainerlizenz und ist bis heute im Verein tätig.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Presseschau

Nachklapp: Heimsieg gegen Dortmund

Als Bayern-Fan konnte man mit einem Grinsen in die Woche starten, denn die Roten drehten die Partie gegen Borussia Dortmund in München und gewannen am Ende verdient mit 2:1. Unsere Spielanalyse blickt auf Dortmunds Pressing und Bayerns Antwort. Besondere Aufmerksamkeit erhalten außerdem Xabi Alonso und – natürlich – Robert Lewandowski.

Eine gute Einschätzung bietet auch das englischsprachige Portal ESPNFC. Sie konstatieren außerdem in einem Artikel fünf Erklärungen für die derzeitigen BVB-Misserfolge in der Bundesliga. Den passenden taktischen Tiefgang bieten die Kollegen von Spielverlagerung unter der Überschrift »Bayern zerspielt den BVB«. Die Welt konzentriert sich auf Dortmunds »dramatische Schwäche nach dem Seitenwechsel« und der Spiegel auf die »neue Dimension« mit Robert Lewandowski.

Absolut zu empfehlen ist die taktische Analyse von Outsideoftheboot.com, die mit Spielszenen, grafischen Darstellungen und statistischen Auswertungen auftrumpft.

Matthias Sammer bei Sky90

Wie zu erwarten war, bleibt das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund angespannt. Im Stadion hat es keine Begrüßung gegeben und stattdessen wirft man sich über diverse Medien gegenseitig Spitzen zu. In der Sendung Sky90 blickt Matthias Sammer auf die aktuelle Konstellation und die »Schärfe der Diskussion«, die er selbst als »unnötig« bezeichnet, wie die Süddeutsche Zeitung zusammenfasst.

Wir sind in einem gnadenlosen Wettbewerb, den wir bis 2012 verloren haben […] Der FC Bayern ist darum bemüht, die Nummer eins zu sein. Dafür tun wir alles. Im Moment gibt es keine optimale Konstellation, aber das ist dem Leistungssport geschuldet, weil jeder die Nummer eins sein will.
Matthias Sammer, Sky90 via Süddeutsche.de am 03.11.2014

Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Am Sonntagvormittag hatte sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zwar ein besseres Verhältnis mit den Münchenern gewünscht, aber selbst eine schärfere Wortwahl an den Tag gelegt, wenn er mit Blick auf Karl-Heinz Rummenigge von der »Heuchel-Skala« spricht. Derzeit befindet sich der BVB auf dem 17. Tabellenplatz, muss den Weg nach oben wiederfinden und sich gleichzeitig Sorge um Marco Reus machen, um den der FC Bayern in aller Öffentlichkeit wirbt. Neben der Süddeutschen Zeitung beleuchtet auch der Kicker in einem Artikel die Situation zwischen den beiden Klubs.

Schweinsteiger-Rückkehr wohl noch 2014

Gegenüber dem Kicker erklärte Rummenigge, dass er mit einer Rückkehr von Bastian Schweinsteiger noch in diesem Jahr rechnet. Seit dem WM-Finale in Brasilien ist er verletzt und laboriert an Patellasehnenproblemen im linken Knie, wie FCBayern.de zusammenfasst. Schweinsteiger befindet sich derzeit in einem individuellen Aufbauprogramm und könnte in der nächsten Länderspielpause wieder zur Mannschaft stoßen.

11Freunde: The Good & The Badstuber

Bereits am 29.10. erschien auf der Webseite des Magazins 11Freunde ein langer Artikel über Holger Badstuber, der sich ausführlich mit seiner Verletzung und der Rückkehr beschäftigt. Kurz nach Druckschluss verletzte sich der Innenverteidiger leider erneut. Dennoch: Eine absolut lesenswerte Reportage.

Ich war nie ein Weichei. Ich bin Abwehrspieler, ich teile aus, also muss ich auch einstecken können«, erinnert sich Holger Badstuber, »aber diese Verletzung war auch in Bezug auf das Schmerzempfinden eine neue Erfahrung. Die Schmerzen beim Verheilen der Hüftnarbe waren schon extrem.
Holger Badstuber, 11Freunde.de am 03.11.2014

Neben Badstuber kommt auch Hermann Gerland zu Wort, der seinem Spieler von einer Beschleunigung des Comebacks abgeraten hat:

Holger, mach nicht so einen Mist. Lass das vernünftig ausheilen und komm fit zur neuen Saison zurück.
Hermann Gerland, 11Freunde.de am 03.11.2014

Xabi Alonso: »Der Überschätzte«

Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund wurde folgender Artikel von Zeit Online über Xabi Alonso heiß diskutiert.

Doch Tempofußball liegt Alonso nicht. Gegen Teams wie das des Leverkusener Trainers Roger Schmidt, die den Gegner über den ganzen Platz jagen und wie ein Rudel den Raum um einzelne Spieler verengen, wird sich der Spanier schwertun.
Zeit Online am 03.11.2014

Neben einer Einschätzung des Kollegen Rene Maric von Spielverlagerung.de wird insbesondere hervorgehoben, dass Alonso derzeit viel Platz gelassen wird und er Probleme beim Tempofußball bekommen könnte. Das Thema bleibt spannend und wird uns künftig auf Miasanrot weiter begleiten.

Rainer Ulrich: Co-Trainer der Amateure

Der Kicker interviewte Amateure-Co-Trainer Rainer Ulrich, der gegenüber dem Sportmagazin unter anderem von den unterschiedlichen Fußballschulen in den Niederlanden und Deutschland spricht. Außerdem trägt er Erik ten Hags Entscheidungen »nach außen hin« immer mit, tauscht sich dennoch viel mit ihm aus und bringt seine eigenen Ansichten ein.

FCB-Frauen im DFB-Pokal-Viertelfinale

Die FC Bayern Frauen setzten sich im DFB-Pokal gegen Jena durch und zogen in das Viertelfinale ein. Trainer Wörle wechselte spät die Joker ein: Leupolz legte Miedema das 1:0 Endergebnis auf. Im MDR »Sport im Osten« kann man sich die Videozusammenfassung ansehen.

Youtube: Trainingseinheit des FC Bayern

Auf Youtube steht eine komplette Trainingseinheit des FC Bayern zum Anschauen bereit. Einen Höhepunkt gibt es etwa ab Minute 42. Neuzugang Sinan Kurt wird nach einer Ansprache von Guardiola betrachtet und eingeschätzt. Pep soll in den letzten Tagen ausführlich mit Kurt gesprochen und ihn gecoacht haben.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Den letzten Abschnitt finde ich sehr interessant. Im Pep-Buch von Marti Perarnau wird ja auch beschrieben, dass sich Pep immer wieder gezielt Spieler zur Seite nimmt und intensiv coacht. Bin sehr gespannt, ob wir in nächster Zeit Kurts BL-Debüt erleben – und natürlich auch, ob die anderen jungen Spieler etwas mehr Einsatzzeit bekommen. Gerade gegen Frankfurt, Hertha, Moskau, Freiburg könnten z. B. Lahm und Alonso die eine oder andere Verschnaufpause bekommen. Wobei dann hoffentlich auch Schweinsteiger wieder auf den Platz zurückkehrt.
    Es bleibt spannend und schwierig zugleich für die Nachwuchsspieler.

  2. Ich habe mal eine Frage an die Experten hier. Im Trainingsspielchen wurde Frank Ribery als “Free Agent” eingesetzt, er spielte gleichzeitig für beide Mannschaften. Worin besteht der Zweck dieser Trainingsübung ?

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Diese “Free Agents” kommen bei relativ vielen Übungen vor. So z.B. auch im Kreisspiel 4 gg. 4 etc.. Sie dienen der ballführenden Mannschaft als Anspielstation. Denke das ist vor allem eine Übung für Konzentration und Positionsspiel bzw. die Anpassung auf die jeweilige, sich ständig ändernde, Spielsituation. Man spielt als Free Agent ja eigentlich ständig für ein anderes Team und benötigt maximale Aufmerksamkeit.

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