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Rot-Weißes Roundup: Dietmar Hamann

Dietmar Hamann wird uns in der Bundesliga-Saison 2014/2015 wohl öfter begegnen. Der ehemalige Mittelfeld-Stratege hat wie viele ex-Bayern einen Job als Experte ergattert und wird in der laufenden Saison für den Pay-TV-Sender Sky die Samstag-Abendspiele “analysieren”. Hamann kam im Jahr 1989 vom FC Wacker München zum großen FC Bayern und schaffte in der Meister-Saison 1993/1994 gemeinsam mit Christian Nerlinger den Sprung in den Profikader. Anders als andere Jungprofis wie Dieter Frey, Harald Cerny oder Markus Münch bissen sich Nerlinger und Hamann durch und wurden spätestens in der chaotischen Saison 1994/1995 – mit dem Achillessehnenriss von Lothar Matthäus als negativem Höhepunkt – unter Giovanni Trapattoni zu festen Größen in Bayerns Spiel – auch wenn Hamann in 30 Einsätzen 27 Mal eingewechselt wurde. Hamann war so sehr angekommen in der Mannschaft, dass Trapattoni seinen Status als Vertragsamateur vergaß und den damals 22-Jährigen beim 5:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt als 4. Amateur nach Scheuer, Kuffour und Grimm einwechselte und damit das Spiel am grünen Tisch verlor.

Nach dem Übergangsjahr unter Rehhagel und starker Konkurrenz im Mittelfeld, gelang Hamann in der Saison 1996/1997 endgültig der Durchbruch. Hamann, der zuvor zwischen rechter Außenbahn und Mittelfeldzentrum pendelte erwarb sich durch sein sicheres Passspiel und seine balancegebenden Qualitäten eine wichtige Rolle in Trapattonis System, indem er nun fest im zentralen Mittelfeld eingeplant war (Basler übernahm die rechte Außenbahn). Was viele vergessen haben: Hamann wurde im März 1997 mit Lähmungserscheinungen und einem Verdacht auf einen Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert, was den Verein für einige Woche ordentlich durchschüttelte. Hamann erholte sich schnell und hatte großen Anteil am Meistertitel 1997.

Nachdem die Saison 1997/1998 für die Münchner nicht gerade erfolgreich verlief, stand ein Umbruch an. Stefan Effenberg und Jens Jeremies kamen – die Perspektive für Hamann, der seinen Platz in der Nationalmannschaft sichern wollte, wurde schlechter. Über Newcastle ging es 1999 nach Liverpool. Hier reifte Hamann zu einem international respektierten Strategen, der die Reds an der Seite von Steve Gerrard und später auch Xabi Alonso über Jahre prägte. Mit dem Champions League-Sieg gegen den AC Mailand 2005 bei dem er beim Stand von 0:3 eingewechselt wurde und mit gebrochenem Fuß einen Elfmeter versenkte wurde er in Liverpool endgültig zur Legende.

In der Nationalmannschaft hatte der Fernschuss-Spezialist schon im Jahr 2000 mit einem Treffer in Wembley zum 1:0-Sieg über England Geschichte geschrieben, indem er den letzten Treffer im alten Wembley-Stadion erzielte. Hamann war auch ein Schlüssel-Spieler beim überraschenden Final-Einzug der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002. Hamann fiel dabei selten auf und war deshalb (vielleicht so ein wenig wie Toni Kroos 10 Jahre später) ein Spieler dessen Wert für die Mannschaft nicht immer leicht einzuschätzen war. Im Finale 2002 machte Hamann übrigens vor dem 0:1 einen kapitalen Fehler als er den Ball etwa 18 Meter vor dem Tor an Ronaldo verlor. Auf Grund des anschließenden ebenso kapitalen Patzers von Oliver Kahn wurde darüber aber eher weniger gesprochen. Hamann ließ seine Karriere bei den Bolton Wanderers und bei Manchester City ausklingen.

Nach der Karriere macht er in einer Autobiografie mit Spielschulden und Alkoholproblemen auf sich aufmerksam, die er zum Glück überwunden zu haben scheint. Didi Hamann wird am Mittwoch 41 Jahre alt.

Miasanrot.de stellt regelmäßig am Dienstag und Freitag in einem Round-Up lesenswerte Texte und Fundstücke rund um den FC Bayern zusammen. Gewidmet wird jedes Round-Up einem ehemaligen Bayern-Spieler, der am jeweiligen Tag (oder kurz zuvor/danach) Geburtstag hat.

Taktikanalyse zum Wolfsburg-Spiel

Auch die Kollegen von Spielverlagerung.de haben die taktischen Hintergründe des Auftaktspiels des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg beleuchtet. Ein Schwerpunkt liegt dort auf der Umstellung von Dreier- auf Viererkette und dem Defensivsystem der Münchner.

Benatia-Transfer rückt näher

Kommt der nun oder kommt er nicht? Nach dem die »Gazetto dello Sport« in der vergangenen Woche bereits eine Einigung vermeldete scheinen die Verhandlungen, um Mehdi Benatia vom AS Rom kurzzeitig wieder ins Stocken geraten zu sein. Am Dienstag Morgen verdichteten sich dann erneut die Meldungen, dass eine Einigung kurz bevor steht und nur noch letzte Details zu klären sein. Benatia will weg – das ist klar. Der FC Bayern will ihn – auch das ist klar. Die Frage ist nach wie vor, zu welchem Preis. Die SZ hat ein kurzes lesenswertes Portrait zu Benatia und seiner jetzigen Situation geschrieben. Ein Punkt, der in der Diskussion um Benatia bisher nur am Rande aufgetaucht ist: Im Januar und Februar findet der Afrika-Cup in Marokko statt. Benatia will da mit dem Gastgeberland dabei sein und könnte den Münchnern in einer wichtigen Saisonphase fehlen.

“Dann kommt Kurt halt kostenlos”

Karl-Heinz Rummenigge hat sich zur Causa Sinan Kurt geäußert. Gegenüber dem Münchner Merkur sagte der Vorstandsvorsitzende: “Wir haben ein Angebot abgegeben. Reschke und Eberl haben ein gutes Verhältnis. Man muss nun sehen, ob man das hinkriegt. Und wenn nicht, kommt der Spieler eben 2015 – und dann kostenlos.” Rummenigge äußerte sich auch zur Umstrukturierung in der Nachwuchsarbeit. Als bei der U19-EM kein Bayern-Spieler dabei war “drückte der Schuh schon etwas”, so Rummenigge (Was auch immer das heißt). Auf jeden Fall soll investiert werden. “Wir haben auch für Toni Kroos einst eine Millionen Euro bezahlt – das war damals ein gutes Invest. Und wir sind bereit, in Zukunft mehr finanzielles Volumen für diese Sparte aufzubringen.”

Positionstracker seziert Bayerns-Spiel

Die Kollegen von StatsBomb haben mit Hilfe von Opta-Daten eine sehr anschauliche Animation des Bayern-Spiels gegen Wolfsburg gefertigt. Über 90 Minuten kann Minute für Minute nachvollzogen werden wo jeder einzelne Spieler auf dem Feld Einfluss ins Spiel genommen hat. Der Positionstracker verdeutlicht sehr schön die asymetrische Ausrichtung der Bayern im Spiel gegen Wolfsburg. Anschauen.

DLF-Feature zur Macht des Fußballs

Sportjournalist Moritz Küpper beschäftigt sich zum Saisonstart mit der Macht des Fußballs in der Wechselwirkung von Sport, Wirtschaft und Politik. Herausgekommen ist ein gestochen scharfes Portrait des Milliardesgeschäfts Profifußball – bei dem auch der FC Bayern eine gewichtige Rolle spielt.

Langes Lahm-Interview in der WELT

Der Bayern-Kapitän hat der WELT ein langes Interview gegeben in dem er neben der Vorstellung seiner sozialen Projekten unter die Weltmeisterschaft 2014 reflektiert. Zum Auftritt seines Teamkollegen Bastian Schweinsteiger im WM-Finale findet er folgende Worte: “Man hat von der ersten bis zur letzten Minute gemerkt: Er will den Sieg. Unbedingt. Bei mir war das ähnlich – nur ohne das Blut.” Sorgen machen brauche sich um Schweinsteiger trotz der Knieverletzung niemand, so Lahm. 

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