Die Menschwerdung des Thomas Müller

Ein langer Ball segelt über die komplette Hintermannschaft von Borussia Dortmund. Mit seinen staksigen Beinen pflückt Müller den langen Ball von Jérôme Boateng herunter, wenig später zappelt der Ball zum 1:0 im Netz. Das ist genau ein Jahr her. Seitdem ist bei Thomas Müller viel passiert. Der Mythos Müller bröckelt etwas. Zuletzt wirkte er ziemlich menschlich.

Es läuft nicht recht in der neuen Saison für den Nationalspieler. Nach der Europameisterschaft, die erneut nicht das Turnier des Thomas Müller war, fremdelt er unter Carlo Ancelotti; er hat scheinbar noch nicht in das System des neuen Trainers gefunden. Am 6. Spieltag der vergangen Bundesliga-Saison stand Müller bereits bei sechs Toren und einer Vorlage. In dieser blieb der Offensivakteur bisher ohne Torerfolg, lediglich gegen Werder Bremen konnte Müller überzeugen – mit drei Torvorlagen. Zusammengerechnet stehen sieben gegenüber drei Scorerpunkten. In beiden Spielzeiten erzielte die Mannschaft bis zum fünften Spieltag genau die gleiche Anzahl an Toren. Daran kann es also nicht liegen. Aber was ist es dann?

Neue Rolle – alte Probleme

Thomas Müller spielt bei Carlo Ancelotti bisher vornehmlich als rechter Flügelspieler. Er ersetzt dabei Arjen Robben, aber auch Kingsley Coman und Douglas Costa; alle drei sind im Laufe der aktuellen Saison bereits mehrere Spiele ausgefallen. Thomas Müller spielt für diese drei Akteure den Lückenfüller auf der Außenbahn. Dabei fällt ein Mal mehr auf, dass er kein Flügelspieler ist: weder zeichnet Müller eine gute Ballkontrolle aus, noch verfügt er über besondere Dribblingtechnik oder über einen explosiven Antritt bzw. die Geschwindigkeit, um den Gegnern einfach davonzulaufen. Nur 0,6 Dribblings gelingen Thomas Müller pro Spiel – eigentlich zu wenig für einen Außenbahnspieler beim FC Bayern München. Arjen Robben lieferte im Schnitt in dieser Bundesliga-Saison bisher 4, Kingsley Coman 2,5, und Franck Ribéry 2,2 erfolgreiche Dribblings ab.

Zugegeben, Thomas Müller hat andere Qualitäten. Er liest das Spiel und prägte den Begriff “Raumdeuter”. Wegen ihm haben zahlreiche Fußballfans überhaupt angefangen, sich mit Taktik zu beschäftigen. Man wollte endlich verstehen, warum dieser Spieler ohne offensichtliche Fähigkeiten doch so erfolgreich ist. Müller bewegt sich da, wo ihn kein Gegenspieler erwartet bzw. wo er Gegner bindet und Platz für seine Mitspieler schafft. Dieses Spielverständnis ist einzigartig und doch fehlt es aktuell unter Carlo Ancelotti.

Ein selten gewordenes Bild im Jahre 2016.(Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)
Ein selten gewordenes Bild im Jahre 2016.
(Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Das Positionsspiel des neuen Bayern-Trainers bindet Müller nicht nur nominell sehr stark an die Außenbahn. Nur selten sieht man einen asymmetrischen Aufbau, wie er noch bei Pep Guardiola zum guten Ton gehörte. Während Guardiola Müller zwar auf eine ähnliche Position stellte wie jetzt Carlo Ancelotti, gibt es doch in der taktischen Lesart große Unterschiede. Beim Katalanen zog Müller verstärkt von der Außenbahn ins Zentrum. Stoßbewegungen in den Strafraum, aber auch das Besetzen der Halbräume waren Teil des Guardiola-Konzepts. Hier konnte sich Müller zwischen der Abwehr- und Mittelfeldlinie des Gegners austoben und diese stets vor schwierige Aufgaben stellen. Diese Bewegungen fehlen unter Ancelotti noch. Zwar gibt der neue Trainer den Spielern viele Freiräume auf dem Platz, allerdings hapert es noch an der Umsetzung, das Positionspiel der Münchner war in vielen Partien zu statisch und zu leicht ausrechenbar für die Gegner. Müller muss aufgrund des “U-förmigen” Spielaufbaus viel stärker die Außenbahn halten, um als Anspielstation zur Verfügung zu stehen. In dieser Rolle ist er mehr Vorlagengeber. Die Zahl an Torschussvorlagen ist aktuell leicht über der der letzten Saison und das, obwohl seine Passquote um 4% gesunken ist. Das liegt auch an der Anzahl der Flanken, die Müller einstreut; nach Alaba und Bernat sind es die drittmeisten beim FC Bayern. Trotz der etwas unglücklichen Einbindung liefert Thomas Müller statistisch die meisten Key-Passes beim FC Bayern: 2,8 pro Partie. Das sind 0,6 mehr als Franck Ribéry. Dieser Wert zeigt sehr gut, dass er zur Zeit mehr Ideengeber als Raumdeuter ist.

Fehlende Genauigkeit als Unterschied

Blickt man nur auf die Statistik, dann liefert Thomas Müller über weite Strecken gleiche Zahlen wie in der Vorsaison. Der größte Unterschied sind bisher die erzielten Tore. Hier zieht sich eine Erfolgskrise, wenn man davon sprechen will, durch das gesamte Kalenderjahr 2016. In der letzten Bundesliga-Saison war es die Hinrunde, die herausgestochen ist: 14 Tore erzielte Müller damals. In der Rückrunde waren es nur sechs, das letzte am 32. Spieltag beim 1:1 gegen Gladbach. Zieht man die Zahlen seit dem 23. Spieltag der Vorsaison mit dieser Spielzeit zusammen, dann hat Müller in 15 Partien lediglich drei Mal treffen können. Hinzu kommen verschossene Elfmeter, wie gegen Atlético und Italien bei der EM 2016. Am ehesten leidet Müller aktuell daher unter einer Ergebniskrise. Die Torerfolge fehlen. Müller menschelt. Das lässt sich auch ein Stück weit in seinen Reaktionen ablesen, wenn ihm mal wieder ein Abschluss misslingt. Müller wirkt deutlich frustrierter und angefressener als in den vergangen Jahren. Er ist verbissener und von Außen betrachtet dünnhäutiger geworden. Man spürt förmlich, auf und neben dem Platz, dass Müller mit der gegenwärtigen Situation nicht zufrieden ist. Die Frage wird sein, wie Ancelotti das beheben kann.

Zuletzt unsicher vom Elfmeterpunkt.(Foto: Claudio Villa / Getty Images)
Zuletzt unsicher vom Elfmeterpunkt.
(Foto: Claudio Villa / Getty Images)

Eine Variante wäre die Abkehr vom 4-3-3 hin zu einem 4-1-4-1 mit Müller in einer Achter/Zehner-Rolle. Sein Problem ist aktuell, dass er der beste Flügelspieler im Kader ist, den Ancelotti aufgrund der vielen Ausfallzeiten für sein 4-3-3 zur Verfügung hat, auch wenn seine Dribblingwerte alles andere als gut sind. Dies wäre auf dieser Position aber notwending, um die meist im 4-4-2 verschiebenden Ketten der Gegner mit Tempo unter Druck zu setzen und so Räume im Zentrum zu schaffen. Müller kann das nicht so gut. Besser für ihn wäre daher eine Umstellung, die ihn mehr ins Zentrum schiebt, wo er seine Stärken hat. Dort kann er als Vorlagengeber bzw. Partner von Lewandowski zwischen den Linien arbeiten. Der Stürmer wäre stärker in seiner Rolle als Raumöffner eingebunden und könnte so Platz für die Flügelspieler Ribéry/Costa und Robben/Coman schaffen. Diese Abkehr wäre aber eine sehr radikale Umstellung vom bisher gesehenen Fußball von Carlo Ancelotti, zumal er hierfür wohl einen Platz im zentralen Mittelfeld opfern müsste. Nichtsdestotrotz wird sich der Trainer bald die Frage stellen müssen, die wohl jeden Bayern-Trainer und auch Joachim Löw über kurz oder lang immer beschäftigt hat: Wie binde ich Thomas Müller am Sinnvollsten in mein Offensivspiel ein? Im größeren Ganzen wäre da natürlich die Frage, welches Offensivkonzept Ancelotti beim FC Bayern verfolgen will. Das wird sich wohl maßgeblich an der Personalie Thomas Müller entscheiden und ist aktuell noch unbeantwortet. Ihn auf das Vorjahresniveau zu bringen, wird essenziell für den Erfolg dieser Mannschaft sein.

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Leserkommentare
  1. wipf1953

    Die letzten drei Bayernspiele waren allesamt nicht berauschend – 1:0 gegen den HSV, 0:1 gegen Atletico und 1:1 gegen Köln. Beide Bayerntore durch das “Mentalitätsmonster” Kimmich ..

    Wir haben ein kleines “Henne – Ei – Problem”. Hätte Müller den von Horn in der 77ten Minute grandios noch ans Lattenkreuz geretteten Ball reingemacht, könnte man einen Artikel über Lewandowski verfassen.

    Der Artikel spricht einen anderen Punkt an, der uns diese Saison vielleicht deutlich intensiver beschäftigen wird. Wo wird Müllers Platz sein, wenn sich die Verletztensituation bei den vier Wingern verbessert? Ich denke, es könnte auf ein Lewandowsi oder Müller hinauslaufen. Würde CA prinzipiell mit beiden planen, wäre der Kader m.E. ungeschickt zusammengestellt. Auch wenn beide kaum mal mit Verletzungen ausfallen, sind zwei Stümer (+ Green) doch für eine ganze Saison zu wenig.

    1. Tipic

      Ich denke auch, dass es für Müller im 4-3-3 schwer wird – vor allem, wenn Robben über einen längeren Zeitraum fit sein sollte. Dann könnte es für ihn bei anhaltender Formschwäche auf eine Rolle als Back-up für Lewy und eben Robben hinauslaufen.
      Es ist natürlich auch möglich, dass Ancelotti ein weiteres System einstudieren lässt. An ein 4-1-4-1 glaube ich nicht, wahrscheinlicher wäre ein 4-4-2. Dann wäre Müller die zweite (allenfalls leicht hängende) Spitze.
      Aber zunächst sollte sich Ancelotti wohl darauf konzentrieren, dass sein 4-3-3 besser funktioniert.

      1. wipf1953

        In seinem Buch (“Leadership”) führt CA (sinngemäß) aus, alle Systeme hätten ihre Vor- und Nachteile. Er selbst halte aber das 4:4:2 für das beste.

        So gesehen ist das 4:3:3 vielleicht eine Art Zwischenstation.

        In Madrid wechselte er vom 4:4:2 auf ein 4:3:3 zurück, um Ronaldo seinen Platz auf der Aussenbahn zurückzugeben. Er tat das, um seinen besten Spieler auf die für ihn beste Position zu bringen, nicht, weil er vom System so überzeugt gewesen wäre.

        Wenn jemand eine Idee hat, wie mit Robben 4:4:2 gespielt werden könnte, bin ich für jeden Hinweis dankbar. Unter den vielen Formationen, die Pep Guardiola Bayern hat spielen lassen (bis hin zum “3:1:2:1:3”) ist das wohl die Einzige, die bei ihm nicht (oder jedenfalls nicht häufig) drankam.

        Es würde mich übrigens nicht wundern, wenn CA so nach und nach die eine oder andere Pep-Idee wiederbeleben würde. Das war schon unter Jupp Heynckes der Fall. Der begann – das haben heute viele vergessen – mit Lahm auf links und einem David Alaba, der immer wieder neue Positionen spielen musste (u.a. auch Rechts(!)aussen ..). Nach zahlreichen Misserfolgen (u.a. einem 1:3 in Gladbach und einem 0:2 in Leverkusen) wurde Alaba auf links hinten und Lahm auf rechts verschoben. Immerhin sprangen damit noch drei “zweite Plätze” raus). Ich könnte es mir gut vorstellen, dass wir bei einer Stabilisierung von Coman und Costa (der leistungsmäßig auf einem sehr guten Weg ist) dauerhaft das Duo Müller / Lewandowski sehen werden. CoCo spielen “richtige” winger, also auf der Seite ihres “starken” Beins. Das führt zu mehr Platz in der Mitte und Flanken.

      2. Ist doch gar nicht so schwer im 4-4-2 Robben unterzubringen?
        ——-Lewy—Müller——-
        Ribéry—————Robben
        ——-Vidal—Thiago——-
        Alaba-Javi–Boateng-Lahm
        ————Neuer————-

        Natürlich die ein oder andere Position beliebig austauschbar. Es wäre mir persönlich schon lieb, wenn Carlo allgemein die Systeme etwas variieren würde. Es gibt mMn für jeden Spielstil des Gegners jeweils vorteilhafte und weniger vorteilhafte Systeme. Leider wird das nicht mehr passieren. Das 3-1-4-2 mit Robben als Wingback wäre zB eine sehr coole Variante. Hat er ja gegen Rom schon erfolgreich gespielt.

        3-2-3-2, 3-1-4-2 und 3-1-3-3 waren jeweils sehr interessante Dreierketten-Formationen, die ich sehr gerne wieder sehen würde.

        Da unwahrscheinlich, hoffe ich wenigstens auf Variationen zwischen 4-4-2, 4-1-4-1 (4-3-3/4-1-2-3) oder 4-2-1-3 (4-2-3-1/4-2-4) im Laufe der Saison. Auch hier glaube ich nicht dass wir viel Flexibilität sehen werden.

        Sind auch etwas viele Nummern geworden in meinem Beitrag, weil letztendlich sowieso Positionsspiel, Interpretation und Organisation über allem stehen werden.

      3. Jo

        @Justin: Sehe ich auch so. Eigentlich hatte ich so ein 4-4-2 nach all den Aussagen von Ancelotti zumindest testweise mal erwartet.
        Und ebenfalls würde ich eine größere Flexibilität in unseren Systemen bevorzugen.
        Wobei ich den Tannenbaum, den wir mit Müller und Ribery meist spielen, im Grunde gar nicht so schlecht auf die beiden Spieler angepasst finde. Auf Rechts kommt allerdings bei Müller das Problem dazu, dass Lahm momentan etwas den Eindruck macht, als würden ihm als laufintensiven RV im System Ancelotti ab und zu ein paar Körner fehlen. Da wird dann schon mal der eine oder andere Laufweg nach vorne eingespart und Müller steht alleine da.
        In diesem Zusammenhang (und auch in Bezug auf die virulente Sechserdiskussion) könnte ich mir da einen Tausch Lahm/Kimmich vorstellen. Lahm rückt ins Mittelfeld, kann dort alle seine Stärken wie Passsicherheit, Pressingresistenz usw. ausspielen und Kimmich wäre der Typ um auf Rechts 90 Minuten Dampf zu machen.

      4. wipf1953

        @Justin
        Das ist jetzt vielleicht ein 4:2:2.2, was Du skizziert hast, aber egal, das sind bekanntlich alles nur “Telefonnummern”.

        Mein Punkt ist eigentlich, dass Ribery und Robben sowie Lewa und Müller IMHO nicht ideal zusammenpassen. Rib & Rob drängen nach Innen. Wenn Lewandowski dann aus dem Strafraum rausgedrängt wird, haben wir die Situation aus 2014/2015.

      5. Ju

        Ancelotti hat bei Real einen Hybrid spielen lassen. Das 4-3-3 wurde gegen den Ball zum 4-2-2. Di Maria schob auf die Außenbahn, um den defensiv inaktiven Ronaldo zu entlasten.

      6. Ju

        Ich dachte bei der Verpflichtung von Sanches, dass er in München unter Umständen etwas ähnliches vor hat. Ist bisher aber nicht der Fall. Wäre ja zum Beispiel denkbar, dass Robben gegen den Ball neben Lewandowski schiebt.

      7. Justins 442 würde mir auch gut gefallen. @Wipf: Meiner Meinung nach kann das durchaus ein “echtes” 442 sein, und nicht notwendigerweise ein verkapptes 4222. Robben kann die Rolle defensiver spielen, ich erinnere nur an seine Spiele als “Schienenspieler” im 352.

        Dass ein 433 mit Ball gegen den Ball zu einem 442 wird ist doch eher der Standard. Wäre mE kein Problem, aber im strukturierten Defensivspiel gegen den Ball haben wir auch keine großen Probleme.

      8. Ju

        @Josef: So Standart ist das nicht. Und wenn, dann lässt sich die Mannschaft üblicherweise zuerst in ein 4-4-1-1 fallen. Dass einer der Flügelspieler im Pressing aufrückt, sieht man – soweit ich weiß – regelmäßig nur situationsbedingt.

  2. Jester

    Dient leider nicht dem Artikel, aber: Javi :(

  3. Jo

    Mal eine Theorie jenseits taktischer Überlegungen:
    Interessanterweise korreliert die Müllerkrise des Jahres 2016 mit der Vertragsunterschrift unter seinen neuen Megavertrag der Ende 2015 unterzeichnet wurde.
    Ich möchte daraufhin nicht die simple Überlegung “Müller lehnt sich nach Millionenvertrag satt zurück” aufmachen, sondern eher das Gegenteil.
    Mir kommt es teilweise so vor, als ob Müller sich in der Folge eher etwas übernehmen würde. Mit dem neuen Vertrag, dem Mythos des 100 Millionenmannes, ist Müller nun in jeder Beziehung in die Riege der absoluten Führungsspieler des Vereins aufgerückt. Er soll als Quasi-Nachfolger von Schweinsteiger, nicht nur den Jungen aus dem eigenen Nachwuchs, sondern auch noch den bayrischen Identifikator spielen. Er soll die Mannschaft mitführen, soll den Verein nach außen vertreten, muss/darf/will vor jedes Mikrofon treten, singt auf jedem Balkon, tanzt auf jeder Feier, Humba, Humba wo immer es gewünscht ist.
    Jenseits aller Ironie: Ist vielleicht alles ein bisserl too much? Wundern würde es mich nicht. Müller wäre nicht der Erste der zu spüren bekommt, dass es etwas ganz anderes ist, als Führungskraft statt als Gaudibursche voran zu gehen.
    Zumal ich den Eindruck habe, dass er diese Rolle auch ernst nimmt (vielleicht manchmal schon zu ernst?), sich bemüht all die offensichtlichen Erwartungen zu erfüllen.
    Für mich das Sinnbild des Jahres 2016: Der Elfer gegen Atletico. Vielleicht die Schlüsselszene für den Erfolg eines ganzen Jahres. Müller als erklärter Schütze. Was passiert? Der Elfer verzögert sich. Diskussionen, Tumulte. Wie zu erwarten.
    Was macht Müller? Müller ist die ganze Zeit damit beschäftigt Ribery zu bändigen! Der gute Franck stand mal wieder kurz vorm Ausflippen (weiß die Katz warum??) und Müller (ja ausgerechnet der Schütze!) redet die ganze Zeit auf Ribery ein und versucht den vom Geschehen fernzuhalten. Dann dreht er sich um, geht zum Punkt und schießt unmittelbar.
    Ich dachte mir, wenn der reingeht die coolste Aktion des Jahres. Nun der Rest war Geschichte und für mich irgendwie sinnbildlich für das ganze Jahr.
    Sinnbildlich für einen Spieler, der sich momentan zwischen den verschiedenen, oft widerstreitenden Anforderungen etwas aufzureiben scheint.
    Man möchte ihm grade sagen: Mensch Thomas, komm doch mal wieder runter! Ist schon schon klar, mit Supervertrag, Führungsspieler, Identifikationsfigur und so. Aber deswegen musst du doch den ganzen Laden nicht alleine schmeißen. Mach dich mal wieder etwas locker!

    1. Dingens

      Moin
      guter Punkt, den zu 100% unterschreibe.
      Grüße
      Der Dingens

  4. pitvonbonn

    Wir, inklusive Ancelotti müssen es uns leisten können, mit diesem Personal im 4-2-3-1 System zu spielen, um mehr offensiven Druck zu erzeugen.
    Neuer –
    Lahm – Boateng – Hummels (Martinez) – Alaba,
    Tiago (Kimmich) – Vidal,
    Robben (Comman) – Müller – Ribery (Costa)
    Lewandowski

    1. Tipic

      Wäre wünschenswert, ist aber eher unwahrscheinlich. Ancelotti hat nach dem Köln-Spiel erklärt, dass er nicht gedenke, Grundlegendes zu ändern (“Ich muss nichts Besonderes machen.”).
      Sein 4-3-3 ist für uns aber nicht ideal. Das mag bei Real oder Barca funktionieren, bei denen die vorderste Reihe jeweils mit drei absoluten Weltklasseleuten (BBC, MNS) besetzt ist, die eine große Durchschlagskraft besitzen. Bei uns ist das aber – bei allem Respekt für Robbery, CoCo und Müller – nicht (mehr) der Fall …

  5. Hittmer Otzfeld

    Man darf nicht vergessen das Lahm in der offensive relativ limitiert, der überläuft gut und oft und geht bis zur Grundlinie aber unberechbare Aktionen kommen kaum. Ich frage mich eher wieso Coman nicht mehr rechts spielt, da wirkt er -gefühlt- besser aufgehoben und Müller mal ne Pause bekommt.

    Würde mir auch wünschen das Müller in der Nationalmannschaft mal die Pause bekommt und nicht jedes mal 90 Minuten gegen dulle Gegner verheizt wird.

  6. Müller ist nicht menschlich geworden, er war es immer. Aber es gab eben diese lange Phase in der es für ihn besser lief. Er hat mehr Tore geschossen, mehr Vorlagen gemacht, mehr Elfmeter verwandelt. Doch was sich nicht geändert hat ist, dass er extrem wichtig ist für das Spiel. Er macht Räume auf, geht Wege die kein anderer geht und zieht Gegenspieler auf sich.
    Das Problem ist nicht (nur) Müller, sondern die gesamte Mannschaft. Es läuft halt mal ein paar Wchen eher “normal”.

    Wartet mal ein paar Wochen ab, wenn es wieder (noch) besser für Bayern läuft, wird auch Müller wieder positiver in Erscheinung treten. Da bin ich mir sicher

  7. rookie

    ein Grund für Müllers ERfolg trotz mangelnden herausragenden Fähigkeiten im technishcen Berisch wird zu selten erwähnt: seine Gesundheit. War er überhaupt je mal richtig schwer verletzt? Ein Robben mit der Gesundheit wäre mehrfacher Weltfussballer geworden. Man stelle sich mal Thiago, Martinez oder Badstuber über Jahre weg verletzungsfrei vor…

  8. Ich bin der Meinung, dass es einen etwas anderen Grund für “Müllers Krise” gibt.

    In der Überschrift steht etwas von “Menschwerdung” von Müller. Timo meint völlig zurecht, dass er (natürlich) schon immer Mensch war. Rookie spricht Müllers Gesundheit an …

    Genau bei den beiden möchte ich ansetzen und weiter führen: Seit September 2009 hat Thomas Müller quasi immer gespielt, war seltenst und wenn nur leicht verletzt. Aber er ist keine Maschine, so hat der “Mensch Müller” wohl vlt. eine mentale Krise – er wirkt ausgebrannt. Natürlich wünsche ich ihm niemals eine Verletzung, aber andere Spieler konnten in jenen 7 Jahren, in denen Müller quasi durchgespielt hat, während ihrer Verletzungsphasen auch einmal “durchschnaufen” … Müller nie … Müller, der Mensch, jenseits von statistischen Werten und taktischen Grundaufstellungen des Trainers …

    Zudem kommt bei Müller hinzu: “Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß…” (Fußball-Weiser A. Brehme): Dass Horn seinen Schuss ans Kreuzeck gelenkt hat, war doch Wahnsinn!

    Vor einem Monat hat Müller im WM-Quali-Spiel gegen Norwegen doppelt getroffen … auf seine typische Art und Weise und auch glücklich …. Jeder Mensch, also auch ein Müller, braucht Glück … kommt das wieder zurück, dann erledigen sich oft auch andere Dinge von allein.
    Im Herbst 2015 war Müller eine (Tor)Maschine, ich hätte nichts dagegen, wenn er dies in dieser Saison in der 2. Saisonhälfte wäre …. ;-) ;-)

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