Hannover 96 – FC Bayern München 1:3 (1:1)

Der FC Bayern trat zum Auftakt zweier Auswärtsspiele im »Hohen Norden« in Hannover an. Die Elf von Taifun Korkut stand nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg unter Druck, da die Abstiegsränge nur noch vier Punkte entfernt liegen. Die Müchner reisten nach den Siegen gegen Hamburg, Köln und Braunschweig dagegen mit Selbstbewusstsein nach Niedersachsen.

Falls Ihr es verpasst habt:

Im Vergleich zum Pokal gab es drei Änderungen beim FC Bayern. Badstuber, Bernat und Müller kamen ins Team. Dafür ließ Pep Guardiola zunächst Schweinsteiger, Ribery und Lewandowski auf der Bank. Im Vergleich zum DFB-Pokal Spiel gegen Braunschweig verzichtete Guardiola also auf das Duo Alonso-Schweinsteiger. Durch die Änderungen ergab sich ein 3-2-3-1 Grundsystem mit Dante auf der Libero-Position und zwei nominell defensiven Flügelspielern – Bernat und Rafinha. Die Doppelsechs bildeten Alonso und Alaba. Die Spitze Müller, dahinter Götze, der sich aber oftmals nach links kippen ließ. In der Summe war es aber dennoch eine eher defensivere Herangehensweise.

Das Spiel begann zunächst sehr ereignisarm, lediglich ein Freistoß von Alaba (6.) zwang Zieler zum Eingreifen. Hannover bespielte geschickt den ganzen Platz. Gab es eine Möglichkeit zu pressen, gingen vier bis fünf Hannoveraner drauf, sogar Manuel Neuer wurde unter Druck gesetzt. Gab es keine Möglichkeit, zogen sich die 96er weit zurück. Teilweise bis an den eigenen Strafraum. Hannover setzte dabei auf eine interessante Mischung aus einem 4-4-2 und 5-3-2. Meist war es Sane, der nominell als Sechser aufgestellt war und sich immer wieder zwischen die Innenverteidiger fallen ließ, um so ein besseres Verschieben zu ermöglichen. Dadurch ergab sich ein kompaktes Mittelfeld, welches von Bayern nicht geknackt werden konnte. Häufig versuchten es die Münchner mit Flanken aus dem Halbfeld oder 1:3-Situationen. Leichte Ballverluste standen so auf der Tagesordnung. Hannover nutzte diese einfachen Ballgewinne, um schnell zu kontern. Meist mit diagonalen Pässen auf Briand oder Bittencourt. So entstand bei einer Szene auch der Führungstreffer für Hannover. Leichter Ballgewinn in der eigenen Abwehr, gefolgt von einen Diagonalpass auf Briand, dieser nutzt die Passivität von Dante und so Raum für Kiyotake bot, da Dante die Abseitsfalle aufhob. Auch im Zweikampf mit Kiyotake war Dante zu passiv und so traf der Japaner schlussendlich zum 1:0 für Hannover.

Die Führung für die 96er war der vierte Rückstand in dieser Bundesligasaison – und ähnlich wie beim Spiel in Mainz besorgte ein Freistoß Sekunden nach der Führung den Ausgleich. Dieses Mal traf aber nicht Schweinsteiger, sondern Alonso. Bereits sein drittes Freistoßtor in dieser Saison. Unmittelbar danach reagierte Guardiola und nahm Dante vom Feld. Für ihn kam Lewandowski. Dieser Wechsel verstärkte zunächst das Mittelfeld, da die Münchner fortan auf ein 4-2-3-1 setzten. Vor allem Müller hatte nach seinem Rollenwechsel spürbar mehr Ballkontakte. Vor dem Wechsel stand er bei 7, nach dem Wechsel bei über 10 Ballkontakten in ungefähr 10 Minuten. Guardiola gelang es somit den Raum hinter der Spitze besser zu besetzen.

Die Pause brachte keinen großen Änderungen. Obgleich Pep Guardiola früh reagierte und in der 53. Minute Ribery für Götze brachte. Fortan entstand spürbar mehr Druck über die linke Seite. Zunächst war es eine Flanke von Müller, die nach einer Verlängerung von Ribery und einem anschließenden Foulspiel an Lewandowski, den FC Bayern auf die Siegerstraße brachte. Die Flanke kam auf Fußhöhe, doch Lewandowski setzte zum Flugkopfball an. Marcelo traf nicht den Ball, aber den Münchner. Den fälligen Elfmeter verwandelte Müller. Dieser traf auch wenig später zum 3:1 Endstand. Dabei verwertete er erneut eine Flanke von der linken Seite. Dieses Mal von Ribery. Es war die erste und einzige Chance aus dem Spiel heraus, die sich die Münchner erspielen konnten.

Drei Dinge, die auffielen:

1. Dante

Es war die 32. Minute als Dante ohne sichtbare Verletzung von Pep Guardiola ausgewechselt wurde. Es war die Höchststrafe für den bis dahin sehr glücklos spielenden Brasilianer. Nicht nur seine Passivität vor dem Gegentor, die Kiyotake erst den Raum gab, sondern auch schon in der 18. Minute, als er trotz einiger Meter Vorsprung ein Laufduell gegen Sobiech verlor. Badstuber rette die Situation in höchster Not. Dante hatte bis zu seiner Auswechslung nur 33% seiner Zweikämpfe gewonnen. Offensive Impulse konnte er trotz guter Passquote keine setzen. Zu konservativ interpretierte er seine Rolle als zentraler Innenverteidiger in einer Dreierkette. In einigen Szenen ließ er sich sogar noch hinter Badstuber und Boateng zurückfallen. Somit fehlte dem FC Bayern im Aufbauspiel ein Spieler. Die Folge war eine strukturelle Unterzahl, da Räume und Positionen nicht richtig besetzt werden konnten.

Unabhängig vom Auftritt in Hannover, wo sich die gesamte Mannschaft nicht mit Ruhm bekleckerte, wird es schwer für Dante einen Platz in der ‚Stamm-Elf‘ von Guardiola zu finden. Zu deutlich ist sein Formverlust seit dem Champions League Finale 2013. Zu oft muss sein solider, aber eben nicht guter Spielaufbau versteckt werden. Dies wäre noch verkraftbar, kämen nicht immer wieder Aussetzer in der Defensive hinzu. Dante versuchte diese zuletzt – und vor allem gegen die 96er – durch Passivität zu kaschieren. Er führte keinen Zweikampf, wenn er nicht musste. Er lief den Gegner nicht an, wenn es zwingend erforderlich war, um eine Stafflung herzustellen. Pep Guardiola reagierte nach den schwachen Spielen zum Auftakt der Rückrunde, als Benatia fehlte und Badstuber noch nicht so weit war, indem er den Brasilianer nur dann brachte, wenn er den Gegner nicht als offensiv potent genug erachtete. So spielte er ein paar Minuten gegen Paderborn und zuletzt gegen Braunschweig. Die Unsicherheit indes konnte Guardiola damit nicht besiegen, eher das Gegenteil bestärken. Die Frage wird sein, wie Spieler und Trainer reagieren. Mit den andauernden kleinen Verletzungen von Benatia und dem rekonvaleszenten Badstuber braucht Pep Guardiola zumindest phasenweise einen Dante, aber kann sich der Trainer das angesichts der aktuellen Form leisten?

2. Offensive Harmlosigkeit

Der FC Bayern gab alle seine sieben Schüsse vor der Halbzeit von außerhalb des Strafraums ab. Der Kopfball von Lewandowski in der 52. Minute war der erste Schuss innerhalb des Sechzehners. Der Elfmeter in der 61. sogar erst der erste Schuss aufs Tor. Diese Zahlen verdeutlichen: Es war ordentlich Sand im Getriebe der Bayernoffensive. Nicht nur wie in Punkt 1 beschrieben, hatte der FC Bayern Probleme Dante ins Offensivspiel zu integrieren, sondern auch Bernat und Müller. Bernat war nominell auf der Ribey Position unterwegs, konnte diesen aber keineswegs ersetzen. Während der gesamten ersten Halbzeit konnte er keinen Druck auf die Hannoveraner Abwehr aufbauen. Zu selten versuchte der junge Spanier seinen guten Antritt ins Spiel zu bringen. Ähnlich Müller. Seine Stärke den Raum zu lesen konnte er in vorderster Position nicht einbringen. Im Gegensatz zu Lewandowski in den letzten Spielen fehlte somit eine Anspiel- bzw. Relaisstation in der Offensive. Müller verzichtete nahezu komplett auf ein Ausweichen auf die Flügel. Die Folge war ein leichtes Verteidigen für die gut eingestellten Hannoveraner, die durch das Verschieben vor allem Robben permanent in Überzahl bespielen konnten. Das gesamte Spiel der Münchner war so statisch, dass sie zur Halbzeit gerade ein Mal auf 50 Kilometer Laufleistung kamen. Hannover hatte zu dem Zeitpunkt bereits 6 Kilometer mehr in den Beinen. In der zweiten Halbzeit blieb der Abstand konstant, da beide in etwa 57 Kilometer absolvierten. Prinzipiell lässt sich durch diesen Wert wenig aussagen, dennoch verdeutlicht der signifikante Unterschied in Halbzeit 1 die Probleme im Bayernaufbau.

3. Freistoß- und Elfmeterspezialisten

Unlängst vergab Christiano Ronaldo seinen 50. Freistoß in Folge und seitdem diskutieren ganz Spanien oder zumindest die Real Madrid Fans über einen alternativen Schützen. Die Durststrecke nach Standardsituationen kennen auch viele Bayernfans. Gerade am Anfang der Dekade gab es eine Phase von fast 1 ½ Jahren ohne Tor durch Freistöße. Davon kann in der laufenden Saison keine Rede sein. Der Treffer von Alonso war bereits der vierte Treffer in der Bundesliga nach einem Freistoß. Hinzu kommen zwei Tore – je einer in der Champions League und im DFB-Pokal. Zwar sind es „nur“ 6% aller Tore in dieser Bundesliga-Saison, dennoch waren 2 von 4 von enormer Bedeutung. Sie brachten in schwierigen Auswärtspartien die Wende. So konnten zwei Spiele, die später gedreht wurden, postwendend nach dem Gegentor egalisiert werden. Hinzu kommt eine ungeahnte Qualität vom Elfmeterpunkt. Der Führungstreffer durch Müller war bereits der fünfte Elfmeter in dieser Saison, der verwandelt werden konnte. Die Quote liegt in der Bundesliga bei 100%. Sowohl gegen Hannover als auch beim Heimspiel gegen Borussia Dortmmund konnte der FC Bayern durch Elfmetertore auf die Siegerstraße gelangen.

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass es beim Spiel gegen Hannover aber glücklicher Schiedsrichterentscheidungen bedurfte. Tobias Welz hätte weder das Foul an Alaba (vor dem 1:1) noch das Foul an Lewandowski (vor dem 2:1) ahnden müssen.

Hannover 96 – FC Bayern 1:3 (1:1)
Hannover 96Zieler – João Pereira, Marcelo, Schulz, Albornoz – Schmiedebach (76. Ya Konan), Sané – Briand (68. Prib), Kiyotake, Bittencourt – Sobiech (58. Joselu)
BankKönigsmann, Sakai, Stankevicius, Andreasen
FC BayernNeuer – Boateng, Dante (32. Lewandowski), Badstuber – Xabi Alonso (68. Schweinsteiger), Alaba – Rafinha, Robben, Götze (53. Ribéry), Bernat – Müller
BankReina, Benatia, Rode, Pizarro
Tore1: 0 Kiyotake (25.), 1:1 Xabi Alonso (28.), 1:2 Müller (61.), 1:3 Müller (72.)
KartenGelb: Bittencourt / Xabi Alonso, Bernat, Ribéry
Zuschauer49.000 (ausverkauft)
SchiedsrichterTobias Welz (Wiesbaden)

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Leserkommentare
  1. Oliver

    Ich gehe mit fast allem mit was du schreibst und habe auch wirklich höchsten Respekt für eure Arbeit und den Aufwand den Ihr hier betreibt aber ich finde es einfach einen Witz wie hier das Thema Götze immer wieder behandelt wird und finde es einfach völlig unsachlich.

    Bayern hat in der 1. Halbzeit nur Quer gespielt und den Ball hin und her geschoben ohne wirklich Druck auszuüben (ähnlich wie gegen Köln in der 1. HZ nach dem 2:0). Keine Kreativität, keiner hat Verantwortung übernommen und das Heft in die Hand genommen. Diese ‘offensive Harmlosigkeit’ aber vorwiegend Dante, Bernat und Müller zuzurechnen ohne einmal das Wort Götze zu verwenden finde ich unglaublich.

    Nicht umsonst wurde Ribery für Götze und nicht Bernat eingewechselt und nicht umsonst wurde das Spiel danach deutlich druckvoller und es kam mehr Bewegung in die Bayern-Offensive und es fielen 2 Treffer in den 20 Minuten nach dem Wechsel.

    Hier geht es weniger um Kritik an Götze der zuletzt auch ein Super-Tor gemacht hat als darum das man hier entweder nicht mehr von ihm erwartet als ab und zu mal eine tolle Aktion oder das man ihn hier mit Samthandschuhen anpackt und er über allem steht wodurch die Spielberichte dann nur leider stark an Qualität verlieren, sorry

    1. Christopher

      höchsten Respekt für eure Arbeit und den Aufwand den Ihr hier betreibt aber ich finde es einfach einen Witz wie hier das Thema Götze immer wieder behandelt wird

      Hallo Oliver,
      vielen Dank für deine Worte. Ehrlich gesagt sitze ich mittlerweile seit fast 20 Minuten an der Antwort auf deine kritischen Worte. Und ich bin mir nicht sicher, was du an dieser Stelle von mir hören willst? Ich habe mich für Dante, Bernat und Müller entschieden, weil ich aufzeigen wollte, dass wir in allen drei Mannschaftsteilen Probleme hatten. Den Punkt “offensive Harmlosigkeit” hätte ich auch noch um einige Spieler erweitern können.

      Generell: Wir haben Götze in den letzten Wochen sehr gelobt und das nicht nur wegen des Tores gegen Braunschweig, sondern weil er das Bayernspiel um viele Facetten erweitert hat. An anderer Stelle, insbesondere kurz vor der Winterpause haben wir durchaus angemerkt, dass er nicht mehr an die Form der ersten Spiele anknüpfen konnte.

    2. Hero991

      Götze ist zwar öfters in die Mitte ausgewichen aber er hat sehr linkslastig gespielt, dadurch hat uns der “Verbindungsspieler” gefehlt. Ich dachte vor dem Spiel, dass Alaba diese Rolle einnehmen würde aber er hat Xabi Alonso eher den Rücken freigehalten und Zweikämpfe gewonnen.
      Die Kritik heute kann ich an Götze durchaus nachvollziehen aber man muss auch sagen, dass Götze kein Spieler für die außen ist. Ich verstehe nicht warum er da Spielen muss, wenn wir einen Fitten Ribery haben.
      Bernat hat meiner Meinung nach viele Angriffe durch eine schlechte Flanke verpuffen lassen.

      Hat das Miasanrot-Team eine Statistik viele Flanken von Bernat heute beim Mann angekommen sind? Mich würde auch der Saisonwert interessieren, soweit ich weiß waren Bernats ungenaue Flanken schon in der Hinrunde ein Problem.

      1. Christopher

        Hat das Miasanrot-Team eine Statistik viele Flanken von Bernat heute beim Mann angekommen sind?

        Er hatte gestern 5 Versuche – alle nicht angekommen. In der Saison sind es laut http://www.whoscored.com im Schnitt nur 0,2 Versuche pro Bundesligaspiel. Leider fehlt der Wert der angekommenen Versuche.

    3. Dakury

      Logischerweise für Ribery für Götze eingewechselt und nicht für Bernat, da durch Dantes Auswechslung auf 4er Kette umgestellt wurde. Ich kann auch dieses ständige an Götze rumgemeckere nicht mehr lesen, der Junge ist 22. Ich glaub wir sind schon so Ribery / Robben gepolt das wir denken alle AußenSpieler dieser Welt gehen mit Tempo in 1vs1 Situationen…Götze ist nicht so ein Typ , daher erwarte ich es nicht von ihm. Er war bis zu Lewis Einwechslung eigentlich der einzige Spieler der im letzten Drittel angespielt werden konnte.

      1. Hero991

        @CHRISTOPHER
        Danke für die Statistik. Bernat muss da aufjedenfall an seinen Flanken arbeiten. Wie wichtig eine genaue Flanke ist zeigt das 1:3.
        Lahm hat als RV eine große Qualität und hat in der Triple Saison über 10 Scorer-Points nur durch Vorlagen gesammelt, bei Bernat der deutlich offensiver Spielt Erwarte/Erhoffe ich einen ähnlichen Wert als Außenverteidiger

  2. Jo

    Ein hartes Stück Arbeit. Eine einzige Chance aus dem Spiel heraus. An so was kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Dafür natürlich 100% Chancenverwertung ((-;
    Und durch die Wolfsburger Niederlage noch richtig wertvoll. Wie sagt man, wer solche Spiele gewinnt wird auch Meister.

    Insofern könnte das auch in Bezug auf die CL vielleicht gerade das richtige Spiel gewesen sein. Erkämpfte, “dreckige” Siege geben einer Mannschaft oft einen größeren Push als ein lockerflockiges 6:0.

    Die Startaufstellung fand ich ziemlich überraschend. Zumindest von den Personalien her dürfte das die defensivste Mannschaft der Saison gewesen sein. Guardiola hat das wohl auch als Fehler gesehen. Ich werte den frühen Wechsel von Dante, jetzt mal unabhängig von seiner individuellen Leistung, auch eher als taktische Korrektur.

    Auf die Aufstellung gegen Donezk bin ich mal gespannt. Aufgrund des Endspielcharakters muss Pep dort die personellen Karten vielleicht zum ersten Mal auf den Tisch legen.

    1. Christopher

      Auf die Aufstellung gegen Donezk bin ich mal gespannt. Aufgrund des Endspielcharakters muss Pep dort die personellen Karten vielleicht zum ersten Mal auf den Tisch legen.

      Abwarten. Alonso fehlt ja gesperrt und Benatia ist noch nicht in der Verfassung eine wirkliche Alternative in der Abwehr zu sein. Daher ergeben sich viele Positionen fast von alleine. Spannend wird lediglich sein, wie viele Offensivspieler Pep bringen wird. Vier oder Fünf?

      1. Jo

        Ja, die Alonso-Sperre hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Bei Benatia wäre ich mir noch nicht absolut sicher, dass er keine Rolle spielt. Pep hat schon ein paar Mal gezeigt, dass er Spieler relativ schnell wieder reinwirft. Ist aber sicher eher unwahrscheinlich.

        Neben der Frage nach den Offensivspielern ist auch noch die taktische Ausrichtung und die Rollen der einzelnen Spieler spannend. Wo werden Alaba, Götze, Müller (wenn überhaupt) spielen? Was hat das für Auswirkungen auf die anderen Positionen?
        Es bleibt schon noch ein interessantes Puzzle.

  3. blub

    Du erwähnst das Dante mehrfach tiefer stand als Boateng und Badstuber. Abgesehen von gelegentlichen Aufrückbewegungen, die aber unter Guardiola bisher vor allem von den Halbverteidigern fokussiert wurden, abgeschmeckt mit etwas abkippen des sechsers.

    Dir is schon klar das der mittelere IV maximal auf gleicher höhe stehen sollte? Aus gründen der Verbindungen und des Sichtfelds im Passspiel.

    -Du schreibst oben von einem 3231. Da fehlt ein Spieler, ich bin mir aus der beschreibung nicht sicher welcher.
    -Bei deiner Beschreibung des Gegentreffers stimmt leider garnix.
    -Du schreibst das sich Sané häufig zwischen die Inenverteidiger fallen lies. Ich hab keine Szene gefunden die das bestätigt, aber viele in denen Briand sich rechts tief fallen lässt. RM von sv.de beschreibt das gleiche. Gegenteiliges zu deiner Darstellung findet sich sogar in der sky-zusammenfassung in der ich grade das 1:0 nachgeguckt habe.

    Ich schätze eure Texte eigentlich, aber da waren mir ein paar zu viele ungereimtheiten drin.

  4. Axel

    Ich sehe das wie JO oben. Dante wurde nicht in erster Linie wg seiner Fehler ausgewechselt, vielmehr war die taktische Ausrichtung korrekturbedürftig. Gestern haben beim Spielaufbau in den ersten 30 Min. doch oft fünf, manchmal sogar sechs Spieler hinter dem Ball gestanden. Lässt nicht viele Anspielstationen vorne übrig. Die Außenbahnen waren bis dahin weitgehend nur mit einem Spieler besetzt, Robben und Götze meist eingerückt und – wie auch Müller – ziemlich wirkungslos.

    Aber klar, wenn Experten wie Effenberg schon auf einen Wechsel von Dante zum Sommer schließen, weil Pep ihn beim Verlassen des Spielfeldes nicht abklatscht, dann verändert sich die Perspektive. Pep hat übrigens auch Götze und Alonso nicht abgeklatscht, weil er mit der Umstellung der Mannschaft beschäftigt war, aber das kann man genauso übersehen wie das medizinisch sehr interessante Rhänomen, wie schnell bei Bittencourt der Schmerz von Riberys Rempler gegen die rechte Schulter in die linke Gesichtshälfte ausstrahlt. Andererseits ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis unser Franzose wegen Tätlichkeit mal wieder vom Platz fliegt.

    Noch eine Frage an die Runde: Was sollen die Flanken in den Strafraum, wenn in der Mitte maximal Müller steht, zumal man nicht einmal den Eindruck hat, als sei abgesprochen, ob die zum kurzen oder langen Pfosten sollen, oder in den Rückraum (Ausnahme: Riberys Flanke zum Tor durch Müller). Setzt die Mannschaft alles auf den abgewehrten Flankenball?

    1. Josef

      Aber klar, wenn Experten wie Effenberg schon auf einen Wechsel von Dante zum Sommer schließen, weil Pep ihn beim Verlassen des Spielfeldes nicht abklatscht, dann verändert sich die Perspektive.

      Klar, der von Effenberg implizierte kausale Zusammenhang aus Nicht-Abklatschen und Wechsel ist natürlich Schmarrn. Im Gesamtkontext der letzten Wochen was die Leistung von Dante, seinen aktuellen Stellenwert im Team und seine Äußerungen angeht, ist die Vermutung aber alles andere als aus der Luft gegriffen. Wenn man dann noch überlegt, dass der Wettbewerb um die 1-3 IV-Plätze nächste Saison eher zu- als abnehmen wird, da Martinez, Badstuber und Benatia in Summe sicher fitter sein werden als aktuell, dann wird auch die Perspektive für Dante nicht eben besser.

      Noch eine Frage an die Runde: Was sollen die Flanken in den Strafraum, wenn in der Mitte maximal Müller steht, zumal man nicht einmal den Eindruck hat, als sei abgesprochen, ob die zum kurzen oder langen Pfosten sollen, oder in den Rückraum (Ausnahme: Riberys Flanke zum Tor durch Müller). Setzt die Mannschaft alles auf den abgewehrten Flankenball?

      Gefällt mir auch überhaupt nicht. Für mich sind die Flanken immer ein klares Indiz, dass man mit spielerischen Lösungen nicht weiterkommt. Großchancen oder gar Tore, wie Müllers gestriger Kopfballtreffer nach sehr guter Flanke, sind und bleiben die Ausnahme.

      1. Hero991

        Ich sehe das mit Flanken anders. Wenn die Flanken genau ankommen, dann sind diese schon eine Waffe. Wie oben in einen anderen Kommentar geschrieben, hatte Lahm in der Triple Saison als RV über 10 Vorlagen durch Flanken gesammelt. Rafhina hatte in der letzten Saison immerhin 7 Torvorlagen u.a. Stuttgart Tor von Thiago.

        Der Unterschied ist aber das man nicht Wild in den 16er geschossen hat sondern gezielt eine Person anspielen wollte.

      2. Jo

        Zu Dante:
        Sicher wird seine Zukunft bei Bayern maßgeblich durch die “Krankengeschichte” (die tatsächliche und spekulative) von Badstuber, Martinez und Benatia mitbestimmt.
        Das weist aber auch auf einen großen Vorteil von Dante hin, der für einen vielgeforderten Klub wie Bayern nicht zu unterschätzen ist. Er ist praktisch immer einsatzfähig. Deshalb habe ich am Anfang der Saison schon gesagt man soll sich nicht täuschen, Dante wird mehr Einsätze bekommen als man so denkt. Also sollte man mit einem Spieler den man potentiell noch brauchen wird, tunlichst etwas pfleglich umgehen.

        Insoweit fand ich das Vorgehen am Samstag schon etwas grenzwertig. Pep hat sich bei der Aufstellung ganz offensichtlich vertan, das kommt vor. Aber dann Dante als das aktuell schwächste Glied im Kader der Meute zum Fraß vorzuwerfen? Jeder weiß wie man eine solche Auswechslung interpretieren wird und in dem Zusammenhang fand ich auch das Verhalten bei der Auswechslung bemerkenswert. Natürlich ist die Besessenheit der Medien von irgendwelchen Abklatschritualen oder finsteren Mienen bei Auswechslungen im Grunde lächerlich.

        Aber wenn ich darum weiß sollte ich mir auch überlegen, wann ich solche Erwartungen bediene und wann nicht. Ich muss leider sagen ich fand den ganzen Vorgang nicht sonderlich sozialkompetent.

        Zumal bei Dante ja offensichtlich ist, dass sein Problem nichts mit seiner Leistungsfähigkeit zu tun hat, sondern im psychologischen Bereich liegt.

        Ein Spieler der maßgeblich daran beteiligt war ein dutzend hochwertige Titel zu gewinnen, verlernt nicht in ein paar Wochen das Fußballspielen. Das muss ,man mal so simpel feststellen.
        Ganz offensichtlich ist er aber in einer Abwärtsspirale gefangen die vielleicht mit der mißglückten WM und einer mangelnden Vorbereitung begonnen hat und sich über schwächere Leistungen und das mediale Echo immer weiter verfestigt hat.

        Mittlerweile ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung. Dante war schlecht, ist schlecht, wird immer schlecht sein. Für ihn persönlich natürlich sehr bedauerlich, für den Verein vielleicht irgendwann gefährlich. Dann nämlich wenn man diesen Dante unvermutet einmal dringend braucht.

  5. Marco05

    Ich fand von Anfang an die Aufstellung mit den 3 IVs unpassend. Zumal der Plan mit Rafinha als tw. 8er überhaupt nicht funktioniert hat. Dazu mit Alonso und Alaba zwei Defensive in der Zentrale, gegen die 96er 11er-Kette, die ja so zu erwarten war…
    Logische Konsequenz, einen IV rauszunehmen, da ist Dante halt aktuell erste Wahl, ob mit Fehler oder ohne. Viel ärgerlicher als die Situation vorm 0:1 – was mal passieren kann, wenn man auf dem falschen Fuß steht, fast hätte er ihn ja noch weggegrätscht aber da passt halt momentan alles und er bekommt den auch noch durch die Haxen… – fand ich seine Fehlpässe mit Ansage im Aufbauspiel.

    Dazu kam eine absolute Ideen- und Bereitschaftslosigkeit in HZ1. Müller stand da oftmals alleine gegen eine 4er und eine 5er-Kette. Wie man gegen tiefstehende Gegner anfängt haben wir in den ersten 10 Minuten gegen Köln gesehen. Mag sein, dass Pep gestern einen anderen Plan hatt und deswegen auch Ribery und Lewa erst von der Bank bringen wollte, allein es ging nicht (so) auf.

    Götzes Auswechslung war auch folgereichtig zumal er kurz vorher zweimal einen Ball unbedrängt ins Aus gestoppt hatte. Das sah schon arg lustlos aus. Aber Körpersprache ist eh nicht so sein Spezialgebiet. Ansonsten fand ich ihn die letzten Wochen schon verbessert.

    Alles in allem ein Arbeitssieg am Ende einer englischen Woche, während andere (Wolfsburg, Gladbach, Dortmund) Punkte gelassen haben. Passt scho. Am Mittwoch wirds schwieriger.

  6. daniel

    “Zumal der Plan mit Rafinha als tw. 8er überhaupt nicht funktioniert hat.”

    Würde ich so absolut nicht zustimmen. Beim “Foul” vor dem Freistoß zum 1:1 geht Rafinha zusammen mit Alaba im linken Zehnerraum ins Gegenpressing, was in Anbetracht seiner Grundposition als rechter Flügelspieler eigentlich absurd ist, aber hier total sinnvoll war. Ohne ihn hätte Hannover in dieser Situation viel einfacher hinten heraus spielen können.

  7. Ich finde es sollte viel Öfter Experimentiert werden, denn genau dann erkennt man Wahre Wunder die Spieler unerwartet bringen.

  8. Die Hannoveraner haben das sehr gut gemacht. Es hat auch lange Zeit super funktioniert, ist dann aber letztendlich an einem Elfmeter und einem super Freistoß gescheitert (diese Gefährlichkeit nach Standards ist man gar nicht mehr gewohnt ^^).

    Guardiola hat wieder exzellent reagiert und sofort umgestellt…
    Ich frage mich aber woran dieser Leistungsabfall bei Dante herkommt. In der Triple-Saison unter Heynckes war er DER defensive Stabilisator und jetzt ist er der totale Unsicherheitsfaktor da hinten.

    Die Position von Götze war etwas unglücklich. Er ist nun mal kein Flügelstürmer sondern vielmehr ein “Verbindungsspieler”, der in engen Räumen mit seiner Dribbelstärke und seinem Kombinationsspiel enorm wichtig ist. Dazu kam die kam die Schnelligkeit der Außenspieler Briand und Perreira, die ihm die Arbeit zusätzlich erschwerte.
    Mit Ribery kam dann einer der auch mal Außen durchbrechen kann (wie beim 3:1).

    http://www.derbolzplatz.de

  9. Das Thema Götze wurde ja bereits direkt zu Beginn angesprochen und auch ich habe, seit 2-3 Spielen, so meine Probleme mit ihm. Mir fehlt es da einfach, mal wieder, an der Konstanz. Seine Qualitäten, gerade im 1:1 blitzen einfach viel zu selten auf. Ich habe oftmals das Gefühl er sucht den direkten Zweikampf auch nicht. Anders ein Ribery oder Robben, die trotz 2-3 Fehlversuchen auch den vierten Anlauf wagen und dann erfolgreich sind.

    Götze muss mehr zeigen, spätestens wenn Martinez und Thiago wieder bei 100% sind…

  10. Ibiza

    klar, wenn nicht alles so traumhaft weiterläuft wie in der besten Halbserie der Vereinsgeschichte (wenn man nationale und internationale Erfolge betrachtet stimmt das ohne jeden Zweifel) dann ist das natürlich schon unschön. Aber wir sind halt nicht bei Wünsch dir was, auch mit Heynkes wäre es nicht so weitergelaufen, und ich wage mal zu behaupten nochmal 2 Saisons um die 90 Punkte in der Bundesliga (wenn diese Saison nicht nochmal der Schlendrian einkehrt schaffen wir das jetzt ein 3. Jahr in Serie wo erst vor kurzem überhaupt mal die 80 Punkte geknackt wurden was nochmal Welten sind zu den 90ern) wie jetzt unter der Guardiola hätte man dann auch nicht mehr geschafft, ein solches Niveau länger zu halten ist noch wesentlich schwerer als es überhaupt mal zu erreichen..

    1. Jo

      Ich finde schon auch, dass früher alles besser war. 2013 sind wir z.B. noch jedes Jahr CL-Sieger geworden!

  11. Ibiza

    äh, sorry, sollte natrüclih als Antwort hier rein:

    klar, wenn nicht alles so traumhaft weiterläuft wie in der besten Halbserie der Vereinsgeschichte (wenn man nationale und internationale Erfolge betrachtet stimmt das ohne jeden Zweifel) dann ist das natürlich schon unschön. Aber wir sind halt nicht bei Wünsch dir was, auch mit Heynkes wäre es nicht so weitergelaufen, und ich wage mal zu behaupten nochmal 2 Saisons um die 90 Punkte in der Bundesliga (wenn diese Saison nicht nochmal der Schlendrian einkehrt schaffen wir das jetzt ein 3. Jahr in Serie wo erst vor kurzem überhaupt mal die 80 Punkte geknackt wurden was nochmal Welten sind zu den 90ern) wie jetzt unter der Guardiola hätte man dann auch nicht mehr geschafft, ein solches Niveau länger zu halten ist noch wesentlich schwerer als es überhaupt mal zu erreichen..

  12. Ibiza

    und wenn es ein Spiel gibt in der letzten Saison wo man mal von diesem etwas vorsichtigerem Ballbesitz Spiel a la Guardiola abgewichen ist dann landet man doch sehr klar beim Rückspiel gegen Real wo die Spieler ähnlich wie du den Trainer zu einem offensiveren/rsikanteren Spielstil genötigt hatten wie wir mittlerweile wissen. Das daraus resulierende Debakel ist bekannt. Dann schon lieber Guardiolastil, auch wenn er wie man zugeben muss manchmal nervt..

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