Der beste Trainer aller Zeiten gegen ein ganzes Fußballland

Pep Guardiola weiß vor dem Spiel gegen Atletico Madrid: Er braucht das Triple, um die Herzen der Deutschen zu erobern, die seinen Fußball nie verstanden haben.

Düstere Stimmung im Doppelpass, Deutschlands selbst ernannten Fußball-Stammtisch Nummer eins. Sendezeit will gefüllt werden, und kein anderes Thema bringt so viel Quote wie der FC Bayern. Woche um Woche bespricht die Runde die wenigen wichtigen und die vielen, vielen unwichtigen Themen, die an der Säbener Straße entstehen. Und momentan gibt es eminent wichtige Themen rund um den FC Bayern zu besprechen.

0:1 gegen Atletico. Thomas Müller nur auf der Bank. Unentschieden gegen Gladbach, damit keine Meisterschaft drei Spieltage vor Schluss. Katastrophenstimmung. Pep Guardiola hat alles falsch gemacht, was ein Trainer falsch machen könne, so der Tenor. Moderator Thomas Helmer stellt die große Frage: „Wer coacht Pep?“ Wer coacht also den Trainer, der in der Bundesliga sämtliche Rekorde gebrochen hat, der drei Meistertitel in drei Jahren gefeiert hat, der in jedem Jahr das Champions-League-Halbfinale erreicht hat?

Deutschland und Guardiola, eine Zweckbeziehung

Irgendwas ist schief gelaufen zwischen Pep Guardiola und Fußballdeutschland. Der kicker attestiert dem Spanier in der aktuellen Ausgabe „krasse Defizite im menschlich-psychologischen Bereich“ und wirft ihm vor, „ohne Empathie“ zu agieren und nach „rein fußballspezifischen Erwägungen“ aufzustellen. Guardiola, der Taktiktüftler ohne Herz – das ist das Bild, das Fußballdeutschland hat.

Nicht nur Guardiolas Auftreten ist den Deutschen nach drei Jahren immer noch fremd. Auch sein Spielstil. Die Sportjournalisten erklären Guardiolas Spielphilosophie selten. Er selbst gibt keine Interviews, speist Fragen auf Pressekonferenzen mit „Super, Super“-Phrasen ab. Guardiola erklärt sich und sein Spiel nicht. Das ist medienpolitisch höchst unklug, sind viele deutsche Sportjournalisten es doch gewohnt, von den Protagonisten gesagt zu bekommen, wieso sie gespielt haben, wie sie gespielt haben. Guardiola macht sich jedoch rar und hofft, dass andere sein Spiel erklären – eine Hoffnung, die sich nach drei Jahren als recht illusorisch erwiesen hat.

Juego de Posicion

Guardiolas Juego de Posicion ist heute das, was vor zwanzig Jahren die Viererkette war: eine große Unbekannte, die nur wenige Eingeweihte verstehen. Der große Johann Cruyff führte es einst bei Barcelona ein. Die Idee: Durch eine kluge Raumaufteilung gewinnt man Spiele. Guardiola gibt vor, wie die Spieler sich auf dem Feld zu positionieren haben, welche Laufwege sie wählen sollen, wer wann welchen Pass zu spielen hat. Dazu teilt er das Spielfeld in rund zwanzig Zonen ein. Es sollen sich nie zwei Spieler in einer Zone aufhalten, möglichst nicht mehr als zwei in einer vertikalen oder drei in einer horizontalen Linie stehen. Nur so könne man dem Spieler am Ball jederzeit mehrere Anspielstationen bieten und den Gegner dominieren.

Das vielleicht größte Missverständnis betreffend Guardiola: Nicht das System entscheidet, welche Einzelspieler auflaufen, sondern die Einzelspieler bestimmen das System. Guardiola will seine Spieler in Situationen bringen, in denen sie ihre Stärken einbringen können. Bei Barca bedeutete dies, für Lionel Messi, Xavi und Andres Iniesta Räume im Mittelfeld zu öffnen. Die wichtigsten Bayern-Spieler sind jedoch keine Mittelfeldspieler, sondern Jerome Boateng und Xabi Alonso sowie Douglas Costa, Franck Ribery und Arjen Robben. Die ersten beiden bauen das Spiel aus der Tiefe auf, die letzten drei sollen für Durchbrüche sorgen.

Guardiola gibt feste Abläufe in seinem Positionsspiel vor, um sicherzustellen, dass die wichtigsten Spieler das tun können, was sie am Besten können. Boateng soll möglichst viele lange Pässe spielen, Robben in Eins-gegen-Eins-Situationen gelangen. Dazu passt Guardiola sein System an, ständig. Jeder Gegner hat ein anderes System, andere Schwachstellen. Deshalb braucht Guardiola unterschiedliche Formationen, unterschiedliche Spieler, unterschiedliche Laufwege, um erfolgreich sein zu können.

„Bring deine Spieler in eine Position, in der sie erfolgreich sein können“, sagte Dallas-Mavericks-Besitzer Mark Cuban einmal. Das ist die Quintessenz von Peps Arbeit, die große Kontinuität in seinem Schaffen. Deshalb muss auch ein Thomas Müller mal auf der Bank sitzen, wenn Guardiola nicht das Gefühl hat, er könne seine Stärken gewinnbringend zur Geltung bringen.

Der deutsche Guardiola

In Deutschland hat sich Guardiola aber auch verändert. Der Spanier ist konservativer geworden, denkt defensiver. Die Absicherung der eigenen Angriffe ist ihm noch wichtiger als zu Barca-Zeiten. Die Bayern dominieren nicht in erster Linie über ihr Passspiel. Sie gewinnen praktisch jeden zweiten Ball nach einer Flanke. Es ist spanischer „Juego de Posicion“ mit einem großen Schuss deutscher Tugenden. Kein Spieler verkörpert diese Veränderung in Guardiolas Wesen so stark wie Arturo Vidal, der Kämpfer, der diese Saison der Garant war für die starken Bayern-Momente.

Und doch schraubte Guardiola lange Zeit weiter an seinem Traum vom perfekten, formvollendeten Fußball. Nie kam ein deutsches Team so nah an dieses Ideal heran, nie hat eine deutsche Mannschaft den Gegner so dominiert wie Guardiolas Bayern beim 7:1-Erfolg gegen den AS Rom oder in den ersten sechzig Minuten des Hinspiels gegen Juventus Turin. Nicht unter Udo Lattek, nicht unter Ottmar Hitzfeld und auch nicht unter Jupp Heynckes.

Silbertrophäen statt Perfektion

Doch schon Franz Beckenbauer stellte als DFB-Teamchef fest:„Schön gespielt? So ein Schmarr’n. Der Deutsche will den Erfolg sehen.“ Guardiola wird an nichts anderem gemessen als am Triple, dem Gewinn aller drei großen Wettbewerbe.

Dahinter steckt der große, ungelöste Widerspruch Fußballdeutschlands. Einerseits sagt der urdeutsche Ingenieursgedanke: Man braucht nur die richtigen Teile, um einen Mercedes zu bauen. Guardiola habe gefälligst die Bayern-Teile so zusammenzustecken, dass am Ende ein Triple dabei herauskommt. Verletzungen, Form, Matchglück – all das zählt nicht. Andererseits herrscht in Fußballdeutschland noch immer ein massives Desinteresse an der Frage, wie Trainer ihre Autos bauen. Man wird im kicker nie das Wort „Juego de Posicion“ lesen. So lässt sich eine Debatte über die Leistung eines Trainers am Ende nur anhand von Silbertrophäen führen.

Mittlerweile hat Guardiola das verstanden. In seiner letzten Bayern-Saison ist er so pragmatisch wie nie. Experimente blieben im vergangenen halben Jahr fast gänzlich aus. Das perfekte Fußballspiel muss warten. Jetzt will Guardiola erst einmal Titel. „Ich hab’ noch eine Bullet“, sagte Guardiola vor dem Rückspiel gegen Atletico, halb deutsch, halb englisch sprechend. „Nachher you can kill me.“ Das werden der Doppelpass, der kicker und all die anderen deutschen Fußballinstitutionen tun, wenn die Bayern gegen Atletico ausscheiden.

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Leserkommentare
  1. Jo

    Einer dieser Artikel die wie Wasser in der Wüste wirken.
    Große Karriere im Sportjournalismus wird man so wohl kaum machen, aber ich kann ja mal das Buch kaufen ((-:
    Könnte vielversprechend sein.

  2. Ralph

    Sehr zutreffend geschrieben. Schade, dass insbesondere die sogenannten Experten vom Kicker oder dem Doppelpass nicht die Qualität des Trainers sehen sondern immer nur den Erfolg an Titeln messen.
    Für mich ist Gardiola auch ohne das Triple oder die Champions-League ein großartiger Trainer, der den FC Bayern auf ein anderes Niveau gebracht hat.

  3. Tanja

    Mir geht das alles ziemlich auf den Sack, niemand sieht das ganze. Sicherlich wundere auch ich mich über die ein oder andere Aufstellung/Auswechslung von Pep. Aber trotzdem bewundere ich die Arbeit von ihm.
    Wir haben das Triple gewonnen, es gab den Trainer Wechsel und sind danach eben nicht abgestürzt. Wir spielen konstant oben mit. Dürfen seit 3 Jahren tolle Spiele sehen. Auch schlechte, das gehört dazu.
    Ich verstehe nicht wie man das Triple als Selbstverständlich ansehen kann. Die Medien fordern das ganz extrem und lassen uns als Arrogant dastehen. Dabei schreien sie ständig danach. Wenn alles gut geht holen wir zum 3. Mal die Meisterschaft mit einem Trainer, das 4. Mal in Folge. Wieder mal ein Rekord. Die Mannschaft und der Trainer sollten gelobt werden und nicht zerrissen.
    Schon wieder im Pokalfinale. Zum 5. Mal CL HF. Wie kann man diese Leistung madig machen.

    Ich ziehe den Hut vor Pep. Und bedanke mich für 3 tolle Jahre.

  4. Peppi

    So weit nett geschrieben und viel stimmiges und wahres drin. Als dann aber das defensive Denken im Spielsystem zur Sprache kam, habe ich das Lesen abgebrochen.
    Hat Pep viele Spieler besser und flexibler gemacht? Klares JA.
    Hat Pep in der offensiven Spielausrichtung sowohl starke als auch innovative Spielstile und Stärken entwickelt? Klares JA.
    Nun kommen wir aber auch unausweichlich zum größten und augenscheinlichsten Problem von Pep: Die Fähigkeit zu akzeptieren, dass das Spiel auch in der Defensive gewonnen wird und dass andere Mannschaften hin und wieder auch in der Offensive tätig werden! Diese Sturheit fällt einem Pep in den entscheidenden Spielen gegen starke Mannschaften Jahr für Jahr immer wieder auf die Füße. Änderung und Einsicht? Leider nicht in Sicht.
    Denn ganz objektiv gefragt: Wie kann Defensive funktionieren, wenn du Verteidiger hauptsächlich mit dem Aufbau des Offensivspiels beschäftigt sind? Dass u.a. die Innenverteidigung entsprechend nicht nah genug an den Stürmern steht, wenn es mal andersherum geht und meterweise zu weit vorne positioniert ist, führt eben zu den oben genannten Problemen.

    Beiseite lassen kann man in der Betrachtung zu Gunsten von Pep die teilweise unverständlichen Aufstellungen formschwacher Spieler für Veteranen, die in jeder Verfassung den Unterschied machen können.

    Klar wird Pep auch diese Meisterschaft wieder nach München holen – die vierte in Folge! Ein weiterer Rekord, den Pep mit seiner Mannschaft aufgestellt hat. Auch das abermalige Vordringen ins CL Halbfinale ist beachtlich, schließlich ist die CL kein Wunschkonzert!
    Was man im gleichen Atemzug jedoch nicht unerwähnt lassen darf: Die Mannschaft, die Pep zur Verfügung gestellt wird, ist wohl mutmaßlich die stärkste und am breitesten aufgestellte, die jemals das rote Trikot getragen hat!
    Aber wie gesagt es ist kein Wunschkonzert und CL HF bleibt CL HF… ein großer Erfolg!

    Aber was bleibt unter dem Strich nach drei Jahren Pep?
    Das unbefriedigende Gefühl, dass irgendwie immer mehr drin war…

  5. wipf1953

    1. Ich kann das Wort “Triple” nicht mehr hören und nicht mehr lesen. Es müssen nicht alle Titel sein. was ich mir (jedes Jahr erneut) wünsche, ist die CL .. bzw., eine gute CL-Saison, in der die Mannschaft alles gibt und idealer Weise auch “Große” schlägt.

    2. Endlich wird mal thematisiert, dass Guardiola über die Jahre hinweg immer defensiver geworden ist. Das ist für mich das prägende Element in 2016, und so werden die Bayern auch unter Ancelotti spielen. Wobei ich denke, dass Ancelotti die Mannschaft in diesem Bereich noch einmal auf ein neues Level bringen wird.

    3. Für “morgen” habe ich leider ein mulmiges Gefühl. Die Mannschaft verändert sich gerade, aber die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Es sollte morgen “die Null” stehen, gerade das hat Bayern aber seit 2013 in kaum einem KO-Spiel geschafft.

  6. Dakury

    Ich glaube Jo hat es schon richtig erkannt, diesen Artikel werden leider zu wenig Menschen lesen. Aber trotzdem bitte ich um eine Korrektur dieses Satzes: ” Es sollen nie zwei Spieler in einer Zone aufhalten, möglichst nicht mehr als zwei in einer vertikalen oder drei in einer horizontalen Linie stehen.”

    Herzlichen Dank für den Artikel Herr Escher.

  7. Peppi

    So weit nett geschrieben und viel stimmiges und wahres drin. Als dann aber das defensive Denken im Spielsystem zur Sprache kam, habe ich das Lesen abgebrochen.
    Hat Pep viele Spieler besser und flexibler gemacht? Klares JA.
    Hat Pep in der offensiven Spielausrichtung sowohl starke als auch innovative Spielstile und Stärken entwickelt? Klares JA.
    Nun kommen wir aber auch unausweichlich zum größten und augenscheinlichsten Problem von Pep: Die Fähigkeit zu akzeptieren, dass das Spiel auch in der Defensive gewonnen wird und dass andere Mannschaften hin und wieder auch in der Offensive tätig werden! Diese Sturheit fällt einem Pep in den entscheidenden Spielen gegen starke Mannschaften Jahr für Jahr immer wieder auf die Füße. Änderung und Einsicht? Leider nicht in Sicht.
    Denn ganz objektiv gefragt: Wie kann Defensive funktionieren, wenn du Verteidiger hauptsächlich mit dem Aufbau des Offensivspiels beschäftigt sind? Dass u.a. die Innenverteidigung entsprechend nicht nah genug an den Stürmern steht, wenn es mal andersherum geht und meterweise zu weit vorne positioniert ist, führt eben zu den oben genannten Problemen.

    Beiseite lassen kann man in der Betrachtung zu Gunsten von Pep die teilweise unverständlichen Aufstellungen formschwacher Spieler für Veteranen, die in jeder Verfassung den Unterschied machen können.
    Beiseite lassen wir die Frage, warum die Hinrunde immer in unfassbar starker Form dominiert wird und in der Rückrunde Sand im Getriebe ist und die fehlende Leichtigkeit (O-Ton Müller).
    Beiseite lassen wir die Frage, warum unter Pep so viele Spieler oft und lange verletzt sind (weil wir es nicht mit Gewissheit beantworten können! Ebenso aber auch nicht, ob der Trainer etwas falsch machen könnte).

    Klar wird Pep auch diese Meisterschaft wieder nach München holen – die vierte in Folge! Ein weiterer Rekord, den Pep mit seiner Mannschaft aufgestellt hat. Auch das abermalige Vordringen ins CL Halbfinale ist beachtlich, schließlich ist die CL kein Wunschkonzert!
    Was man im gleichen Atemzug jedoch nicht unerwähnt lassen darf: Die Mannschaft, die Pep zur Verfügung gestellt wird, ist wohl mutmaßlich die stärkste und am breitesten aufgestellte, die jemals das rote Trikot getragen hat!
    Aber wie gesagt es ist kein Wunschkonzert und CL HF bleibt CL HF… ein großer Erfolg!

    Aber was bleibt unter dem Strich nach drei Jahren Pep?
    Das unbefriedigende Gefühl, dass irgendwie immer mehr drin war…

  8. Solskjaer99

    “Und doch schraubte Guardiola lange Zeit weiter an seinem Traum vom perfekten, formvollendeten Fußball. Nie kam ein deutsches Team so nah an dieses Ideal heran, nie hat eine deutsche Mannschaft den Gegner so dominiert wie Guardiolas Bayern beim 7:1-Erfolg gegen den AS Rom oder in den ersten sechzig Minuten des Hinspiels gegen Juventus Turin. Nicht unter Udo Lattek, nicht unter Ottmar Hitzfeld und auch nicht unter Jupp Heynckes. ”
    Hennes Weisweilers Gladbach hat mal 7:1 gegen Inter gewonnen. Ich glaube, das war auch nicht so schlecht.
    Aber abgesehen davon: Ich find’s witzig, dass ausgerechnet in einem den Bayern zugeneigten Blog die Haltung vertreten wird, Resultate seien nicht so wichtig, solange man denn überzeugend gespielt hat. Ich glaube, das sehen nicht nur die bösen Medien differenzierter, sondern auch viele Bayern-Fans – wie hätten sie sonst den unansehnlichen, aber erfolgreichen Fußball vergangener Zeiten überstehen sollen?

    1. Beobachter

      “wie hätten sie sonst den unansehnlichen, aber erfolgreichen Fußball vergangener Zeiten überstehen sollen?”
      1. Schwer
      2. kannte man viel Gutes nicht und nahm es so wie es war :D

    2. Pep

      das komische ist ja das Pep auch noch der erfolgreichste Bayerntrainer aller Zeiten ist bezogen auf den Punkteschnitt, diese Diskrepanz zwischen schön und erfolgreich gibt es also gar nicht. Und sorry wenn das Ding morgen in die Binsen geht, lag es daran dass im Hinspiel ein Esatz für Kroos gefehlt hat, da Thiago außer Form ist gibt es halt gerade keinen fürs Kreative und Götze drängte sich auch nicht gerade auf. Und das Boateng gefehlt hat oder glaubt ihr mit Boa in der Abwehr hätte es diesen Sololauf gegeben? Er hätte sich jedenfalls nicht wie ein Jugendspieler vom Ball weggedreht (Alaba ist halt kein Innenverteidiger).Ich sage es gerne noch einmal wer in 3 Wettbewerben gewinnen will und mit dieser Verteidigung ins Rennen geht gehört sofort entlassen: Badstuber (immer verletzt), Benatia (fast immer verletzt) , Martinez (sehr oft verletzt), und dann hat es halt den einzig nicht Verletzungsanfälligen IV auch noch getroffen und schwupps hätte man die Saisonziele begraben können, wenn Pep nicht Kimmich aus dem Hut gezaubert hätte und durch taktische Anpassungen (tiefer stehen) seine Defensive noch verbessert hat (leider auf Kosten der Offensive). Bayern steht tiefer un kommt deswegen nicht mehr so gut ins letzte Drittel. Also gerne meckern aber nicht an Pep sondern an den Pseudo-Experten die dem Trainer keinen für die hohen Ziele geeigneten Kader in die Saison mitgegeben haben (kein ordentlicher Lahm Backup, kein zweiter sprintstarker nicht verletzungsanfälliger spielstarker Innenverteidiger, kein Kroos -Ersatz). Und genau dass hatten zu Beginn der Saison auch hier im Forum zahlreiche Leute gefordert.

      1. Marco05

        Ja und Effenberg hat auch gefehlt. Oder van Bommel. Bitte, bitte hört doch endlich auf mit Kroos. Der ist zwei Jahre weg und gerade in solchen Tod oder Gladiolen-Spielen hat man ihn nie, aber auch gar nie gesehen. Was hätte der gegen die Zweikampfmonster aus Madrid machen sollen, wo er doch keine Zweikämpfe führt, keine Kopfballduelle gewinnt und auch sonst nix kriegsentscheidendes macht? Seine 98% 3-Meter-Pässe hätten auch nicht wirklich weitergeholfen. Nix für ungut, aber das Argument ist sowas von müßig, weil er schlicht und ergreifend nicht mehr da ist.

  9. Bernhard

    Toller Beitrag, ich liebe den Escher!

  10. pep

    Danke, der beste Artikel seit ewig. I Bayern super super Verein, aber ich muss gehen, endlich kein Sammer mehr und Transfers die zu meinem System passen. ich liebe Traditionsvereine, deswegen wollte ich zu Arsenal aber dann hätte ich Wenger gegen Sammer eingetauscht dann also zu einem Club wo ich am perfekten Fussball basteln darf ohne das ganze mia San mia Müller verstolpert und spielt immer

  11. Marco05

    1. Ich tue mir aktuell schwer das “Ganze” zu sehen, wenn grade die wichtigsten Spiele der Saison laufen. Da habe ich nur die Spiele im Kopf und ärgere mich drüber wenns nicht läuft. Das “Ganze” kann man ab 29.5. dann bewerten.

    2. Wird mir (hier) zu oft (sachliche) “Kritik” mit “Erwartungshaltung” verwechselt. Wer erwartet denn das Triple. Sicher kein Fan. Klar, der CL-Titel wäre das I-Tüpfelchen auf Peps Tätigkeit, vom Triple spricht doch gar niemand (und nebenbei, auch nicht die Medien).

    3. Die Reporter schreiben nicht das was sie meinen, sondern das was Auflage bringt. Was das ist, ist uns doch allen klar. Warum regt man sich als Bayern-Fan eigentlich noch drüber auf. Ignoriert doch das ganze Gewäsch.

    Das mit der Defensive sehe ich differenzierter. Anfangs hatten wir unter Pep noch ein Monster-Gegenpressing. Das ist auch Teil der Defensive. Das sieht man kaum noch. Stattdessen funktioniert die Absicherung der Konter besser als am Anfang. Wenig Gegentore haben wir auch im ersten Jahr schon kassiert und auch in der momentanen Ausrichtung geschehen noch Riesenfehler in der Abwehr (Juve, Atletico etc.). In Summe sehe ich da nichts verbessert, nur eine etwas andere Ausrichtung. Leider zu Lasten der Offensive – was zumindest die letzten 2-3 Monate betrifft.

    Ich verstehe auch grundsätzlich nicht, warum man _jetzt_ über Peps Gesamtwerk debattiert. Ich gehöre auch zu den “Kritikern” der letzten Wochen bzw. der Rückrunde. Das hat aber doch nichts mit Peps Leistung in Summe/der Entwicklung des Vereins etc. zu tun. Aktuell interessiert mich nur das Halbfinale. Am Samstag wars noch die Meisterschaft. Das wurde nichts und deswegen habe ich mich geärgert. Auch über die Aufstellung. Morgen freue ich mich wieder. So ist das Tagesgeschäft. Die Draufsicht kommt später.

    1. Tom

      Du sprichst mir soooo aus der Seele. 100% Zustimmung!

  12. Lord Fenimore

    Für einen Fanblog ein sehr differenzierter “Rückblick”; gerade wenn man sich heute Kicker TV und ähnliche Medienberichte anschaut ist dies sehr wohltuend. Danke

  13. tschookki

    Wie grandios Peps Arbeit war, wird man nächste oder spätestens übernächste Saison sehen. Jupps letzte Saison war eine Ausnahmeerscheinung. Nächstes Jahr werden sich viele Bayernfans in der Realität wiederfinden. Das Einzige was man Gardiola wirklich ankreiden muss, ist der Umgang mit verletzen Spielern, die er imo immer wieder viel zu schnell eingesetzt hat. Auch diese Saison gab es grundsätzlich viel zu viele Verletzungen und daher wäre eine Triple schon alleine deshalb außergewöhnlich. Man schau sich doch mal die Verletzen der beiden letzten CL-Sieger in den jeweiligen Jahren an. Schauen wir mal wie lange Tuchel nicht Bayerntrainer ist. Ich denke maximal die nächsten zwei Jahre.

    1. Pat

      Ja, der Tuchel kommt 2018 zu uns, da bin ich mir auch ziemlich sicher…

  14. Philipp

    Sehr guter Artikel wobei ich vieles davon schon heute Vormittag in Escher’s Buch gelesen habe :-)

  15. Hittmer Otzfeld

    Bester Trainer aller Zeiten ist … absoluter Schwachsinn.

    Guardiola ist gut; exzellent aber sicher nicht der beste Trainer aller Zeiten. Guardiola hat gute Spieler noch besser gemacht (van Gaal 2.0) und in Interviews bekommt er viel Credo von den Spielem aber geht er ohne CL, wird er seinen Job nur mit dem Prädikat ‘Gut’ erledigt. Wir haben zur Zeit den zweitbesten Kader der Welt, mit Windschatten auf Barca und das ist nicht meine Meinung sonder die öffentliche Wahrnehmung weltweit. Mit diesem Kader (der letzten 2 Jahre) muss man um die CL mitspielen, das understatement muss aufhören.

    Das soll kein rant gegen Guardiola sein aber man kann doch Guardiola nicht immer absolut kritiklos beäugen à la ‘alles negative kommt doch eh aus dem Anti-Bayern Lager’.

  16. Prof. E. Tisch

    Ich denke es waren 3 wunderbare Jahre mit Pep.
    Im Rückblick war die Mannschaft 13/14 einfach nur satt und hat irgendwann wohl selbst das Zeug geglaubt was in der Zeitung stand von wegen unbesiegbar, beste Mannschaft der Welt usw. Kann man eigentlich keinen Vorwurf machen. Ich fragte mich selbst andauernd wann der Einbruch kommt. Als er kam war ich enttäuscht.
    14/15 steht im Schatten der Verletztenmisere und unter dem Stern des 7:1 in Rom, dem 7:0 und 6:1 in der K.O. Phase gegen Donezk und Porto und dem glaub versöhnlichen Abschluss der Saison mit dem 3:2 Sieg gegen Barca. So war damals zumindest mein Gefühl im Stadion, weil die Mannschaft trotz aller Probleme kämpfte und letztlich den kleinen Sieg holte.

    Diese Saison werden die Galas gegen Wolfsburg, Dortmund und Arsenal im Gedächtnis bleiben.

    Wir hatten einige unglaublich tolle Momente, die natürlich große Hoffnung auf viele Titel gemacht hatten und da kommen wir zum größten und eigentlich auch einzigen Punkt, der mich an Pep langsam wirklich nervt.
    Ich kann seine strategische Herangehensweise in Hin- und Rückspiel bei einer K.O. Phase einfach nicht leiden. Dass man auch Auswärts bei Top Teams gewinnen kann sah man ja immer in der Gruppenphase, aber in der K.O. Phase war quasi alles gut, Hauptsache nicht verloren.

    Wenn ich mich richtig erinnere ist das Selbstverständnis der Bayern überall hinzufahren und gewinnen zu wollen, egal wie der Name der anderen Mannschaft ist. Natürlich war das auch mit Grottenkicks oder Niederlagen verbunden 1:2 in Madrid, 0:1 in Basel oder alle Auswärtsspiele 2010 usw. aber gefühlt waren unter der kompletten Ära Pep in der K.O. Phase mit der Handbremse unterwegs außer es ging um alles wie gegen Porto oder Juve in den letzten 20 Minuten.

    Wenn es morgen für das Finale reicht wird dieser Punkt im Rückblick auch wieder sehr verblassen, aber im Grunde bleibt es mein einziger Kritikpunkt an Pep, weil man ihm ständig den Willen zur Weiterentwicklung anmerkte und später auch im Spiel der Mannschaft sah.

  17. s

    Guten Morgen,

    die deutschen Sportjournalisten werden Pep niemals ihre eigene fachliche Inkompetenz verzeihen.

    Das Thema Inkompetenz reicht so weit, dass die Journalisten es im ersten Pep-Jahr noch nicht mal gespannt haben.

    Irgendwann hat es dann klick gemacht a la “Mist, wir kapieren es einfach nicht”. Reaktion: “Na warte, das wird er uns büßen!”

    Grüße
    s

    1. Pep

      Dein Kommentar ist ein Volltreffer und erklärt das Wadenbeißen auch von Neururer, Berthold, etc….

  18. Der Groninger

    Ich weiß nicht, wie viele der Guardiola-Basher gelegentlich Spiele anderer Ligen verfolgen. Aber wer in dieser Saison gutbudgetierte Mannschaften wie AC Milan oder FC Liverpool spielen hat sehen, der weiß, wie übler Kick aussehen kann; wenn man den bayerischen Guardiola-Fußball als Blaupause dagegen hält, ist das eigentlich kaum anzusehen. Gut, die letzten Spiele waren kein Hochgenuss mehr. Geschenkt. Aber ich denke auch, dass wir uns noch wundern und nach Guardiola bitterst zurücksehnen werden.

    Tuchel, der erklärte Guardiola-Jünger, lässt einen ähnlich schönen Fußball spielen, aber ihn in zwei Jahren nach München zu holen und damit wieder einmal den direkten Gegner zu schwächen, halte ich für weit unter unserem Niveau. Diese erbärmliche Taktik geht mir schon seit Lothar Matthäus’ erstem Wechsel von Gladbach zu uns auf den Wecker. Deshalb soll auch bitte der Hummels-Deal scheitern. Bayern muss fußballerisch (und nicht einfach nur ökonomisch) in der Lage sein, gegen Dortmund zu dominieren.

    Wer bleibt dann auf dem Trainermarkt, sollte Ancelotti nach einer oder zwei Saisons scheitern, was angesichts der Erwartungshaltung der Guardiola-Basher stark zu erwarten ist? Bestenfalls ist Guardiola unsere kleine Weltstadt so ans Herz gewachsen, dass er nach drei Jahren im englischen Wind und Regen wieder zurückkehrt. Dazwischen wird man sich durchwurschteln müssen.

    1. Jo

      Guardiola wird niemals zurückkehren, unabhängig ob das jetzt gut oder schlecht ist.
      Ich denke seine Aussage er habe hier viel gelernt kann man ernst nehmen. Bei seinen Erkenntnissen dürfte dabei sein, dass dies hier weder seine Liga noch seine Welt ist.
      Deshalb kann aus heutiger Sicht der nächste Kandidat nur Tuchel sein (wobei sich das gerade bei Trainern sehr schnell ändern kann). Sein Vertrag läuft 2018 aus. Da müssen wir bereit sein. Ich will hoffen dass es ggf. schon mal ein Nichtgespräch in der Richtung gab.
      Das Thema mit der Gegnerschwächung ist so abgenudelt, das ist mir völlig wurscht. Wenn es passiert, umso besser.

      1. Tipic

        Wahrscheinlich wird Pep nicht nochmal unser Trainer, aber völlig ausschließen würde ich das nicht. Er selbst hat das, zumindest bisher, auch nicht ausgeschlossen, sondern sogar mal gemeint, irgendwann wird er nach Deutschland zurückkehren. Er hat – wenn er das will – noch 15-20 Jahre als Trainer vor sich, da ist vieles möglich. Man denke etwa an die Konstellation, dass Lahm in 5-6 Jahren als Sportvorstand auf der Suche nach einem Trainer ist … Im Übrigen behält Pep auch seine Eigentumswohnung in der Maxvorstadt, wie man hört.

  19. Mic

    Stimmt. Das Thema Gegner-Schwächung ist komplett durch. Sie existiert schlichtweg auch nicht. Spieler wechseln eben. Als ob man da jetzt Multi-Millionen Euro für einen Hummels-Wechsel rausgeballert, nur damit der nicht mehr in Dortmund spielt. Albern. Wer so argumentiert hat keine Ahnung und keine richtigen Argumente. Als ich den Pro-Guardiola-Beitrag las, dachte ich: endlich schreibt’s einer nieder. Anderseits haderte ich auch. Ein Trainer muss sich (auch) am Tagesgeschäft messen lassen. Für das, was später Mal als gut bewertet wird, kaufst du dir am Ende nix. Natürlich müssen für den FCB und das beschäftige Personal Titel als Maßstab gelten. “Das ist ein mittelständisches Unternehmen mit dem Produkt Fussball (Zitat Breitner)”. Warum sollte ich sonst einen Guardiola holen? Damit der den CL-Titel gewinnt! Nur für die Meisterschaft, oder möglichst viele Meisterschaften in Folge, brauchst du den nicht verpflichten. Wenn ich danach gehe, war Magath auch ein toller Trainer. Oder wechselt Guardiola jetzt nach City, weil die da denken: “ja, der macht uns alle besser und am Ende haben wir zwar nix gewonnen, aber eine schöne Zeit gehabt!”. Sorry, natürlich ist das alljährliche Triple unrealistisch und auch (außer für Erfolgsfans) unnötig, aber welche Ziele soll sich denn ein Topklub setzen. Wenn ich danach gehe, kann ich mich von vornherein mit dem Zweitbesten abfinden. Aber ich bin Fan des FCB und nicht von Leverkusen. Und am Ende zählen bei Spieler- und Trainerkarrieren eben nur Titel (siehe beispielsweise Ballack, der ewige Zweite).

    1. Der Groninger

      Ob hier irgendjemand ein Thema als “abgenudelt” empfindet oder nicht, hat noch keinerlei argumentativen Wert. Unter dem Gesichtspunkt könnte jeder Gottesverehrer behaupten, alle Argumente gegen Gott seien “abgenudelt.” Das macht aus Gott dennoch keine glaubhafte Kategorie.

      Und natürlich existiert die Gegnerschwächung. Sie ist sicher nicht der einzige Abwägungspunkt bei einem Transfer, aber natürlich spielt er mit hinein. Sonst hätte man Götze nicht holen brauchen.

      1. Done

        Natürlich ist es abgenudelt… (gibt’s hierfür eigentlich eine Definition? ) ;-)

        Ein FCB wird immer Spieler holen, mit denen er sich verstärkt. In der Spitze oder in der Breite. Man wird sich daher nicht beim SV Sandhausen bedienen sondern bei internationalen oder nationalen Spitzenklubs. Dortmund holt ja auch einen Reus, einen Aubameyang oder Castro und nicht einen Reservespieler von Greuther Fürth.

  20. Alex

    So sehr ich auch Herrn Escher schätze und es super finde, dass er auf diesem Blog einen Gast-Beitrag verfasst hat: Was er hier schreibt ist schlicht falsch.

    Niemand erwartet ernsthaft das Tripple von Pep. Das ist ein Mythos, den er höchstselbst mit befördert hat. Was man aber zu recht von Pep erwartet, ist, dass wir in der CL entsprechend des Kaders der Mannschaft auftreten. Dass er da, zumindest annähernd, das beste rausholt.

    Hat er das in den letzten Jahren geschafft gegen Madrid und Barcelona. Definitiv nicht. Hat er das geschafft gegen Atleti? Bis jetzt nicht.

    Guardiola ist nicht nur ein “Taktiktüftler”, sondern ein Genie, von dem wir in Deutschland froh sein sollten, dass er in der Bundesliga gearbeitet hat. Aber der “beste Trainer aller Zeiten”? Natürlich ist das von Tobias zugespitzt formuliert, aber wer kann das schon ernsthaft sagen. Solche Titel mildern jedenfalls nicht gerade die Erwartungshaltung, entsprechende Titel zu gewinnen.

    Was das “warm werden” angeht: Guardiola ist ein Projekt-Manager. Das ist objektiv so. Zum “warm werden” fehlt damit ein wenig die Grundlage.

  21. Done

    Hier noch ein wie ich finde lesenswerter Artikel in der Zeit:

    http://www.zeit.de/sport/2016-05/pep-guardiola-fc-bayern-atletico

    1. Jo

      Überragender Artikel!
      Nur werden ihn die meisten leider für Müll halten. Ironischerweise erklärt der Artikel selbst warum das so ist.

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