Generationswechsel, kein Abgesang

Jupp Heynckes ist der Trainer des bayerischen Erfolges dieser Saison. Nachdem er uns ins heimische Champions League und DFB-Pokal Finale geführt hat sind wir – nach den Misserfolgen im letzten Sommer – auf direktem Kurs zur nächsten Meisterschaft. Dazu schaut es nach einer Saison der Rekorde aus. Wichtige Entscheidungen wurden getroffen und der Kader neu aufgestellt. Unser Trainer verbesserte das Spiel der Bayern deutlich.

Trotzdem dringt ab und an eine gewisse Unruhe durch und Störgeräusche werden laut. Eigentlich begann alles mit der Formulierung der Pressemitteilung zur Verpflichtung von Guardiola. Obwohl man bei der Gestaltung der Überschrift zuerst Jupp Heynckes gelobt hat, textete man im gleichen Atemzug seinen Abschied von der Trainerlaufbahn hinein. In der Pressemitteilung des FC Bayern heißt es – und man beachte den Nebensatz – im Wortlaut:

Jupp Heynckes beendet seine Karriere zum Saisonende / Pep Guardiola ab neuer Saison Trainer des FC Bayern

Jupp Heynckes, der dem Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG bereits vor Weihnachten seine Tendenz mitteilte, dass er seinen auslaufenden Vertrag beim FC Bayern zum 30.6.2013 nicht verlängern, sondern wohl seine Laufbahn als Trainer beenden würde, hat dies am heutigen Tag nun auch offiziell mitgeteilt.

Das hat er sich natürlich nicht gefallen lassen. Folgender Satz ist inzwischen oft zitiert worden:

Meinen Entschluss möchte ich selbst verkünden. Und da haben wir noch ein halbes Jahr Zeit. Ich entscheide selbst, wann ich aufhöre!

Okay, an dieser Stelle ordne ich das alles in die Kategorie »unglücklich«, denn hier will garantiert niemand etwas Böses. Vom Thema genervt reagiert er dann auf die Frage der Journalisten.

Am Wochenende hörten wir das nächste Wortgefecht. Rummenigge würde Heynckes gern auch nach seinem Abschied in offizieller FCB-Tätigkeit sehen. Wunderbar! Das würde ich mir auch wünschen. Einen Mann mit so vielen Verdiensten in München und großartiger Persönlichkeit will niemand verlieren. Wieso das nun aber über Interviews gemacht wird kann man nicht verstehen. Unnötig, denn natürlich springt die (Sport)Presse – auf der Jagd nach irgendeiner Verstimmung im aktuellen Paradieszustand an der Säbener Straße – direkt auf und wittert eine Story. Heute Vormittag verfolgte ich dann eine kleine Diskussion auf Twitter und am Abend einen Beitrag bei Sport1. Im Video trifft Uli Hoeneß einen Punkt der mir bisher in den Gesprächen verloren gegangen ist.

Wir sind extrem zufrieden mit Jupp Heynckes. Das ist ein super Trainer, ein guter Mensch, ein guter Freund. Aber er ist 68 und Pep Guardiola ist 41 und der FC Bayern muss an die Zukunft denken und das ist manchmal eine harte Entscheidung und wir haben sie getroffen.

Obwohl er den neuen Trainer ein Jahr jünger macht, befindet man sich nicht nur am (wahrscheinlich einzigen) Zeitpunkt an dem man Pep Guardiola nach München holen kann, nein, es ist sogar nötig einen Generationswechsel auf der Trainerbank einzuleiten. Das muss man irgendwann tun und wieso dann nicht mit der höchstwahrscheinlich besten Alternative zu Heynckes? Die meisten Beiträge sind mir zu negativ geprägt und auf einen »Abgesang« für Jupp aus. Wahrscheinlich würde er noch eine Saison machen, aber gönnen wir ihm doch einfach den Ruhestand auf seinem Bauernhof. Leiten wir einen Generationswechsel ein, wenn es »am Schönsten« ist. Mit einer womöglich perfekten Saison und gern auch dem ein oder anderen Pokal, denn irgendwann muss diese Entscheidung getroffen werden.

Das passt zur Art und Weise wie der FC Bayern in den letzten Monaten Entscheidungen getroffen hat. Strategisch, mit guter Planung und durchdacht. Jupp Heynckes wird eine tolle Saison beim FC Bayern abschließen. Machen wir seinen Abschied nicht unnötig kompliziert, sondern konzentrieren uns auf die schönen Fußballmomente. Und kommende Erfolge! Die Fußstapfen für den Katalanen sind groß.

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