FC Bayern München vs. Arsenal FC – Das Rückspiel

Es war eine komische Stimmung gestern in der Allianz Arena. Es schien sich niemand für das Rückspiel zwischen dem deutschen Meister und dem englischen Spitzenclub aus London zu interessieren. So selten wie nie zuvor rückte der Fußball der Königsklasse so sehr in den Hintergrund, wie an diesem Abend. Zumindest bis kurz vor dem Anpfiff.

FC Bayern Rückspiel gegen Arsenal

Pep Guardiola rotierte wieder etwas im Vergleich zum Spiel gegen Wolfsburg. Lahm durfte Rafinha erneut als Rechtsverteidiger ersetzen, obwohl der erste Versuch im Emirates Stadium vor drei Wochen eher für den Skat war. In der Innenverteidigung spielte Martinez anstelle von Boateng. Davor eine Doppelsechs bestehend aus Thiago und Schweinsteiger – Götze durfte auf die 10. Die Offensivreihe wurde getragen von Ribery, Robben und Mandzukic.

Arsene Wenger brachte bei seinen Gunners die maximale Offensivpower. So spielte Podolski als LA, Giroud als Stürmer und die größte Überraschung war wohl Alex Oxlade-Chamberlain als eine Art “8er”. Dieser sollte für viel Tempo in der Mitte sorgen. Er ersetzte den im Hinspiel bärenstarken Flamini.

Durch die Aufstellung von Wenger erwartete man gerade in den ersten 15-20 Minuten ein Offensivfeuerwerk von Arsenal. Dieses blieb aber aus. Zum einen weil das Pressing der Gunners nicht annähernd die Qualität erreichte, wie das von Wolfsburg am vergangenen Wochenende. Zudem spielte der FC Bayern hin und wieder auch mal einen langen Ball und konnte das Pressing geschickt umgehen. So spielte Neuer in den ersten zehn Minuten zwei überragend lange Bälle auf Mandzukic der den Ball gut behaupten konnte. Sofort waren sechs Gegner überspielt. Ein weiterer Grund war die Ballsicherheit der Bayern. Der Ball zirkulierte gut in den eigenen Reihen. Die Achse Thiago, Schweinsteiger und Götze überzeugte mit gelungenem Stellungsspiel. Man scheute allerdings das letzte Risiko – die Gefahr eines “Konters” wollte man nicht eingehen.

Zumal die Spieler wohl die Europapokalaritmetik im Hinterkopf hatten. Arsenal brauchte 3 Tore für den Einzug in die nächste Runde. Unabhäging davon ob der FC Bayern ein Tor erzielt oder nicht. So verwalte man über weite Strecken in der ersten Halbzeit die Partie. Zwar hatten Martinez (27.), Mandzukic (39.) und Götze (44.) gute Chancen, allerdings wollte der Ball nicht ins Netz.

In der zweiten Halbzeit brachte Wenger Rosicky für den verletzten Özil. Dadurch änderte sich an der Ausrichtung von Arsenal aber nicht viel. Nach einem schönen Spielzug über Thiago auf Ribery landete der Ball bei Schweinsteiger, der diesen noch an der Fünfmeterraumlinie annehmen konnte und trocken zum 1:0 verwandelte (54.). Eigentlich sollte das Tor noch mehr Sicherheit geben, allerdings fiel nur 3 Minuten später der Ausgleich. Podolski eroberte sich mit einem leichten Schubser gegen Lahm den Ball und zielte mit einer Urgewalt aus spitzen Winkel auf Neuer, dieser wollte die unteren Ecken abdecken. Das Geschoss fliegt knapp am Kopf vorbei – 1:1 (57.).

Ab diesem Zeitpunkt glitt das Spiel dem FC Bayern zunehmend aus den Händen. Zum einen ließ man den Ball nicht mehr so gut zirkulieren. Zum anderen war Arsenal jetzt viel bissiger und konnte selbst gut kombinieren. Das Pressing der Bayern war nicht mehr so konsequent. Dabei erspielte sich Arsenal zwar keine 100%ige Torchance, aber an der ein oder anderen Stelle fehlte nicht viel. Alaba klärte einige Male in höchster Not. An anderen Stellen half die Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten. So plätscherte das Spiel ab der 75. Minute dahin – ehe der Schiedsrichter in der 91. Minute noch mal mit viel wohlwollen auf den Elfmeterpunkt zeigte. Robben ging nach einem Zweikampf mit Koscielny zu Boden. Doch Müller schob den Elfmeter uninspiriert in die Mitte. Fabianski bekam die Füße an den Ball, dieser kullerte auf der Linie, wollte aber nicht mehr ins Tor.

Der Elfmeter stand sinnbildlich für das Spiel. Die Gedanken waren irgendwie nicht vollends beim Fußball, dies ist auch wenig verwunderlich, wenn die Schlagzeilen zur Zeit vom Präsidenten bestimmt werden. Da hilft das Argument: “Sie sind Profis” überigens sehr wenig, insbesondere dann, wenn der langjährige Manager ein so inniges, ja geradezu freundschaftliches Verhältnis zu einigen Spielern pflegt. Zwar hängen die Anschuldigungen schon seit einiger Zeit im Raum, allerdings führt der Prozess – und die neuen Enthüllungen allen das ganze Ausmaß nun deutlich vor Augen. Vorher waren die Anschudligungen zwar da, aber nicht wirklich greifbar. Man darf gespannt sein, wie es in den nächsten Wochen weiter geht. Am Wochenende kommt Bayer 04 Leverkusen zum Spitzenspiel in die Allianz Arena.

FC Bayern München – Arsenal FC 1:1 (0:0)
FC BayernNeuer – Lahm, Martínez, Dante, Alaba – Schweinsteiger, Thiago – Robben, Götze (59. Kroos), Ribéry (85. Müller) – Mandzukic
BankStarke, Van Buyten, Rafinha, Pizarro, Boateng
ArsenalFabianski – Sagna, Mertesacker, Koscielny, Vermaelen – Arteta (77. Gnabry), Cazorla – Özil (46. Rosicky), Oxlade-Chamberlain (84. Flamini), Podolski – Giroud
BankViviano, Jenkinson, Hayden
Tore1:0 Schweinsteiger (54.), 1:1 Podolski (57.)
KartenGelb: Dante, Martínez / Podolski, Arteta, Vermaelen

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Leserkommentare
  1. […] Viertelfinale der Champions League, und damit das absolute Mindestziel ist erreicht – doch auch Arsenal war, seien wir ehrlich, nicht der erwartet schwere Gegner. Von insgesamt 180 Minuten konnten uns […]

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