Vorschau: FC Bayern München – Eintracht Frankfurt

Justin Trenner 01.04.2016

Im Interview haben wir diese Woche Stephan Reich, einen Anhänger von Eintracht Frankfurt, der zurzeit als Volontär beim 11FREUNDE-Magazin unterwegs ist.

Hallo, stell dich doch zunächst bitte unseren Lesern vor. In welcher Verbindung stehst Du zur Eintracht und was macht diesen Verein besonders?

Hey, mein Name ist Stephan Reich, ich bin Volontär beim Fußballmagazin 11FREUNDE und habe gerade meinen ersten Roman »Wenn’s brennt« veröffentlicht. Seit ich denken kann, bin ich Anhänger der Frankfurter Eintracht. Ich komme aus Hessen und mein Onkel hat mich damals angefixt, erst mit Fanartikeln, anschließend mit meinem ersten Stadionbesuch, ein 4:1 gegen Waldhof Mannheim im DFB-Pokal 1992. 4:1 nach Verlängerung wohlgemerkt, was schon ganz gut das Besondere des Vereins anzeigt: die launische Diva eben.

Frankfurt hat durch den Sieg gegen Hannover zwar weiterhin alle Chancen auf den Klassenerhalt, macht aber dennoch nicht den stärksten Eindruck unter den Abstiegskandidaten. Wie schätzt Du die Situation ein und welche Gründe gibt es dafür, dass der Verein unten drin steht?

Die Situation ist schlimm, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Andocken an die Europa-League-Plätze vor der Saison gar nicht sooo unrealistisch schien. Aber der Klub hat es, mal wieder, verkackt. In der Hinrunde war noch viel Pech dabei, etwa in Sachen Verletzungen, die Rückrunde ist einfach nur erschreckend. Armin Vehs Idee vom Ballbesitzfußball ist mit dieser Mannschaft von vornerein unrealistisch gewesen, nun ist man zwar davon ab, dafür fehlen jetzt schnelle Leute, um im Abstiegskampf über Konter zum Erfolg zu kommen. Man hätte sich früher von Veh trennen müssen, um dann im Winter korrigierend einzugreifen. Stattdessen wurden fünf Spieler geholt, was an sich schon ein Armutszeugnis ist, von denen die meisten davon dann nicht einmal eine Rolle spielen. Der ganze Klub kommt mir derzeit wie ein einziges Problemfeld vor.

Letztendlich hat die Eintracht dann aber doch noch die Reißleine gezogen und Armin Veh entlassen. Niko Kovac ist nun der neue Trainer an der Seitenlinie. Kann man nach so kurzer Zeit schon Veränderungen feststellen? Wenn ja, welche?

Kovac scheint mir engagierter, im Training geht’s intensiver zu und er ist weniger kumpelig, was kein Nachteil ist. Aber für eine wirkliche Bewertung ist es zu früh. Positiv ist in jedem Fall, dass die Spieler deutlich mehr laufen als unter Veh. Was aber auch keine große Kunst ist…

Wie Du richtigerweise erwähnt hast, ist es schwer jetzt schon eine Prognose zu stellen. Siehst Du Kovac dennoch als richtigen Schritt, oder gibt es auch Kritikpunkte?

Es war auf jeden Fall eine mutige Entscheidung, mit der ich nicht gerechnet habe. Ob es die richtige war, wird sich in sechs Wochen zeigen.

Im Hinspiel hat Frankfurt das eigene Tor mit allen Feldspielern zugemauert und hatte damit Erfolg. Ist eine ähnliche Taktik am Wochenende denkbar bzw. hat die Eintracht überhaupt eine andere Wahl?

Die Bayern sind dem Rest der Liga so weit enteilt, dass man gar nichts anderes mehr machen kann. Eigentlich braucht man gar nicht mehr nach München fahren, was manche, siehe Zlatko Junuzovic, ja auch nicht mehr tun. Es ist sehr schade, dass sich die Liga so entwickelt hat, ohne das als Vorwurf zu meinen. Aber ich erinnere mich gerne an seligere Zeiten, als ein Spiel gegen euch nicht von vornerein ein neunzigminütiges Martyrium war.

Wäre ein Abstieg für den Verein sportlich, aber vor allem wirtschaftlich zu verkraften?

Sowohl als auch. Die SGE ist größer als Lautern oder Nürnberg, es würde wohl direkt wieder hochgehen. In erster Linie wäre der Abstieg also unfassbar ärgerlich und unnötig. Aber wie singt unsere Kurve manchmal so treffend: »Zweite Liga, tut schon weh, scheißegal, SGE.«

Wird die Eintracht den unnötigen Abstieg vermeiden können? Und wie geht das Spiel am Samstag aus?

Wie das Spiel ausgeht, kann allerhöchstens eine rhetorische Frage von euch sein. Ich hoffe sehr, dass wir keine schwerwiegenden Folgeschäden von der Klatsche bei euch davontragen und dann in den Spielen gegen Hoffenheim, Darmstadt und Bremen die nötigen Punkte holen. Aber ich habe mich durchaus schon zuversichtlicher gefühlt in meinem Leben.

Auf der zweiten Seite folgen eine Gegneranalyse, einige Statistiken sowie fünf Thesen zum Spiel.

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