Toni Kroos vor dem Wechsel: Krooser Abgang oder Tonis Chance.

»Den FC Bayern verlässt man nicht, nicht einmal für Barcelona oder Real Madrid«. So äußerte sich Jupp Heynckes, die Vaterfigur von Toni Kroos zu den anhaltenden Gerüchte zu seines ehemaligen Schützlings. Allerdings deutet sich in diesen Tagen der Abschied des Mittelfeldspielers an. Eine Geschichte die geprägt ist von Missverständnissen.

Der FC Bayern bemühte sich früh um den Rostocker Toni Kroos, doch dieser zog es zunächst vor in Rostock zu bleiben. Erst 2006 wechselte er zu den Münchnern. Dort trug er maßgeblich dazu bei, dass der FC Bayern in der Saison 2006/07 deutscher Vizemeister in der A-Jugend werden konnte. (1:2 im Finale gegen Bayer Leverkusen). In der Bundesliga stand er erstmals am 26. September 2007 beim 5:0-Sieg gegen Energie Cottbus im Kader. Er wurde in der 72. Minute für Zé Roberto eingewechselt. Somit war Toni Kroos mit 17 Jahren und 265 Tagen der jüngste Spieler, der für die Münchner in der 1. Bundesliga aufgelaufen ist. Er krönte seinen Auftrifft mit zwei Torvorlagen. Es klang zunächst alles nach einer Erfolgsgeschichte für die eigentlich dahinsiechende Jugendabteilung.

Die Leihe nach Leverkusen

Zur neuen Saison wurde Jürgen Klinsmann als Trainer eingestellt und neben den Verkauf von Mats Hummels, der keine Zukunft beim FC Bayern hatte, wurde auch Toni Kroos vom Hof gejagt und für 1 1/2 Jahre an Bayer 04 Leverkusen verliehen. Dort konnte er sich zunächst nicht durchsetzen, aber unter Jupp Heynckes, der 2009/10 in Leverkusen Trainer wurde, kam der Durchbruch. Er wurde postwendend Leistungsträger und war der „Spieler der Hinrunde 2009“ – Herbstmeisterschaft inklusive. Der KICKER kürte ihn außerdem am 19. Spieltag zum dritten Mal in Folge zum Mann des Tages, was es zuvor noch nie gegeben hatte. Insgesamt erzielte Kroos neun Tore. Für den FC Bayern schien die Leihe eine Win-Win-Situation zu werden.

Die Leistungen aus Leverkusen konnte Kroos allerdings in der Saison 2010/11 nicht bestätigen. Zwar war Kroos Stammspieler, dies lag aber dran, dass die Starspieler Franck Ribery und Arjen Robben über weite Teile der Hinrunde verletzt waren. Vor Ablauf der Saison verlängerte Kroos seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2015, wobei das Verhältnis zum eigenwilligen Louis van Gaal nicht wirklich warmherzig war. An die Leistungen die er in seiner Blütezeit in Leverkusen zeigte, konnte er unter van Gaal nie anknüpfen. Dies wurde vor allem von Medien und Fans äußerst kritisch bewertet. Erst als sein Mentor aus Leverkusen, Jupp Heynckes für zwei Jahre Trainer beim FC Bayern wurde, kam es zur Leistungssteigerung. So stehen 4 Tore und 10 Assists in seinem Zeugnis für das Jahr 11/12 und 6 Tore und 8 Assists für das Jahr 2012/13. Wobei er die allergrößte Wertschätzung nie erhalten hat. Im Triple-Jahr spielte Kroos oft auf der „10“ – direkt hinter der Spitze Mandzukic. Allerdings verletzte sich Kroos im Champions League Viertelfinale gegen Juventus Turin so schwer, dass er die entschiedenen Spiele gegen Barcelona und das Finale gegen Dortmund verpasste. „Richtiger“ Champions League Sieger wurde Kroos somit nicht.

Die Entwicklung unter Pep Guardiola

Seit nun fast 12 Monaten ist Pep Guardiola der Trainer des FC Bayern. Mit ihm veränderte sich das Spielsystem hin zu einem 4-1-4-1 mit zwei 8ern anstelle eines 10ers. Durch das nun verstärkte Pass- und Kombinationsspiel konnte Kroos sich in der Mannschaft behaupten. Die Verletzungen von Schweinsteiger und Thiago sicherten seinen Stammplatz. Mit seinen 2189 gespielte Pässen (und nur 178 Fehlpässe) prägte er die frühste Meisterschaft in der Bundesligageschichte. 92% Passquote und eine um 10% höhere Zweikampfquote lesen sich gut und deuten eine positive Entwicklung des 24-Jährigen an. Wobei seine Rolle eine deutlich defensivere als unter Jupp Henyckes ist. Dadurch stehen am Ende der Saison nur 2 Ligatore und 6 direkte Torvorlagen. Viele Torvorlagen waren lange Diagonalbälle auf Robben über 10 Gegner und 3 Abwehrreihen hinweg. Wohl einer der größten Stärken von Toni Kroos – der lange diagonale Ball. Gerade bei defensiv eingestellten Teams ein wichtiger Schlüssel. Ein Spielzug der auch für Topteams wie Arsenal oder Manchester City nicht zu verteidigen waren.

Allerdings gab es kaum noch Leistungsausreißer nach oben. Oft blieb Kroos auffällig unauffällig – im Vergleich zu Filou Thiago gar blass. Vergleicht man beide Spieler, so fällt auf, dass Kroos nur ein Mal pro Spiel ins Dribbling geht. Thiago ganze 3,5 Mal pro Spiel. Allerdings punktet Kroos mit den so genannten „Key Passes“. Hier liegt Kroos mit 1,5 Pässen im Vergleich zu 1,2 Pässen von Thiago sogar leicht vorn. Defensiv zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Thiago hat deutlich mehr abgefangene Bälle (1,5 zu 0,6 Interceptions/Spiel), Kroos mehr Tacklings (2 zu 1,9 Tacklings pro Spiel). Beide Spieler bewegen sich also auf Augenhöhe.

Die #SektionSchubkarre wurde geboren

Bei vielen Fans bleiben aber die lethargischen Auftritte – vor allem gegen Real Madrid – in Erinnerung. Der schlechte Abschluss im Hinspiel führte zum 1:0 Kontertor von Real. Im Rückspiel kam er beim Stand von 0:2 nicht mehr in den Zweikampf. Die Folge war der dritte Treffer für Real Madrid in München und die totale Demontage für den amtierenden Champions League Sieger. Gerade in der Rückrunde wechselten sich gute und durchschnittliche Leistungen zu oft ab. Spätestens seit dem etablierte sich auf Twitter die #SektionSchubkarre – eine Gemeinde von Bayernfans, die Kroos am liebsten per Sackkarre los werden möchte.

Pep Guardiola sprach sich immer wieder für den Verbleib seines Schützlings aus. Doch Kroos zögert – durch die Blume kritisierte er immer wieder die fehlende Wertschätzung. Für den FC Bayern bzw. den Verantwortlichen geht es auch um ein Exempel. Die Gehaltsstruktur im Kader soll gehalten werden. Doch dies wird immer schwieriger – schließlich ist Götze als Jungprofi durch die Decke geschossen. Auch ein Robert Lewandowski wird beim FC Bayern hoch einsteigen. Ein Alaba und Müller werden ebenfalls nicht für weniger Geld verlängert haben. Zudem scheint es für die sportliche Führung schwer zu sein, den Wert von Kroos richtig einzuordnen. Er spielt oft gut, doch wenn es nicht so läuft wie erhofft, ist Kroos meinst einer der ersten Spieler die förmlich abtauchen. Ein Spiel an sich zu reißen und ihm seinen Stempel aufzudrücken ist nicht die Stärke von Kroos. Auch die fehlende Zweikampfstärke führt dazu, dass Kroos eher auf der „8“ bzw. „10“ zu Hause ist. Hier ist aber der Platz begrenzt, wenn Götze, Thiago und Müller an ihr spielerisches Optimum anknüpfen können.

Anderseits weiß niemand wie es mit Bastian Schweinsteiger weiter geht. Mittlerweile schleppt er sich mehr von Verletzung zu Verletzung. Der Körper fordert seinen Tribut für den Erfolg der vergangenen Jahre. Kroos wäre so gesehen die natürlichste Nachfolge – zudem ist Kroos deutscher Nationalspieler. Vor allem für Sponsoren ein wichtiger Faktor. Zudem ist Kroos erst 24 Jahre alt. Die Wette auf die Zukunft und eine mögliche weitere Leistungssteigerung sind noch nicht verloren. Ein Ribery, Robben, Schweinsteiger oder Lahm waren in dem Alter nicht weiter – eher im Gegenteil.

Toni Kroos wird vor allem im Ausland geschätzt. Nahezu jeder internationale Topklub streckt die Fühler nach Kroos aus. Langezeit bemühte sich Manchester United um die Dienste, allerdings ist dort Louis van Gaal neuer Trainer. Eine Beziehung die nicht funktionierte. Etwas überraschend kommt das Interesse von Real Madrid, schließlich konnte Kroos gegen die Königlichen alles andere als überzeugen. Volker Struth, der Berater, wurde zuletzt öfters in Madrid gesichtet und soll sich dort mit der Delegation von Real getroffen haben. Für die Marca, dem „Hausblatt“ von Real – ist die Sache längst klar. Kroos war diese Woche bereits zwei Mal auf dem Cover des berühmten spanischen Sportblattes. Zunächst berichtete die Zeitung von der Einigung zwischen Kroos und Real. Zwei Tage später gibt es angeblich auch eine Einigung mit dem FC Bayern. Die Bemühungen von Struth den Deal zu dementieren gingen in der Medienwelt unter. Auch Toni Kroos, der im Winter ein Angebot vom FC Bayern München ablehnte und auch keinen weiteren Gesprächsbedarf sah, äußerte sich gegenüber Sport1 sehr zurückhaltend: »Eine Entscheidung fällt erst nach der WM«. Mit Lahm und Müller verlängerte der FC Bayern noch vor dem Turnier. Mit Kroos gab es keine Einigung. Zwar stellte Rummenigge klar, dass Kroos noch mindestens ein Jahr in München bleibt, allerdings ist es schwer vorstellbar, dass der FC Bayern auf eine Transfersumme zwischen 25-30 Mio. verzichten würden.

Für den FC Bayern Fan ist dies indes ein befremdlicher Vorgang. Seit Michael Ballack gab es keinen Abgang mehr, der nicht von der sportlichen Führung „gwünscht“ bzw. toleriert wurde. Zwar gab es mit Gomez, Gustavo, Klose, Toni oder Maakay immer wieder namenhafte Abgänge in jüngster Vergangenheit. Aber ein Spieler aus der ersten Elf verließ den FC Bayern schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr und wenn doch (Gomez), dann gab es immer einen namenhaften Nachfolger. Vielleicht frisst die Transferpolitik der letzten Jahre auch ihre ersten Kinder. Seit dem verlorenen Champions League Finale in München wurde der Kader von 14-15 Starspielern eher auf 17-18 Stars ausgedehnt. Für einen Trainer eine nicht ganz einfache Situation. Gegebenenfalls kollidieren hier Erwartungen von Spielern zu sehr mit den Möglichkeiten eines Trainers.

De facto wird es schwer sein Kroos zu ersetzen. Vor allem beim überhitzten Transfermarkt in Europa. Allerdings hat Pep Guardiola immer wieder bewiesen auch junge Talente einzubauen. Vielleicht steht mit Højbjerg der Nachfolger von Toni Kroos bereits unter Vertrag. Wie die Geschichte ausgeht, liegt jetzt vor allem in der Hand von Kroos – er entscheidet ob er seine Zukunft in München sieht oder nicht. Aber auch die sportliche Führung und der Trainer müssen entscheiden, ob sie Kroos marktgerecht bezahlen wollen und ob sie an seine weitere Entwicklung glauben. Es ist der erste ‘große Vertrag’ für Toni Kroos, dass er sich alle Optionen offen hält, ist mehr als verständlich. Dennoch ist eine Entscheidung langsam überfällig.

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Leserkommentare
  1. Tripler

    Sehr gelungener Artikel. Man kann schlecht einschätzen ob es ein Fehler ist ihn gehen zu lassen. Er hat auf jeden Fall noch steigerungspotential und ein Schweinsteiger oder lahm waren definitiv in dem Alter noch nicht so weit. Wenn er geht, wird man auch ihn ersetzen können. Wenn er wechselt wünsche ich ihm alles gute, ausser in den Spielen gegen uns.

    Offtopic: Schreibt ihr noch was zu dem neuen man aus Leverkusen?

    1. Servus Tripler, du meinst den Transfer von Michael Reschke nach München? Derzeit befindet er sich wohl schon für den FC Bayern in Brasilien bei der WM.

      Wir haben bereits etwas über ihn geschrieben (“Michael Reschke: Stiller Transfer mit viel Einfluss auf die Zukunft?“) und empfehlen gern auch das Interview von Steffen mit dem Journalisten vom Kicker (““Reschke ist keiner, der bei Sky scoutet”“).

      1. Triper

        Ich meinte nicht den Reschke, der war mir vorher schon ganz gut bekannt. Ich denke da eher an den Fitness-Coach Holger Broich. Zumal die Bayern es wohl schon öfter bei ihm versucht haben und es jetzt geschafft haben.

      2. Ah, ja, Chris hat auch gemeint, dass du auf den abzielen könntest. Wir müssen mal schauen, wie die Quellenlage zu ihm ist und ob es Informationen gibt.

  2. Flo

    Finde den Artikel nicht ganz so aussagekräftig.

    Thiago wirkt mir von der Statistik her wesentlich stärker als Kroos. Mal abgesehen von den Key Passes, sind Thiagos wichtigen Statistiken für die Position des 8ter oder 10ers besser. Und Thiago spielt erst eine Saison mit Verletzung in München, Kroos seit Jahren, trotzdem sind es “nur” 0,3 Key Passes mehr. Das spricht nicht gerade für Kroos.
    Thiago kann eben durch seine Klasse mal SPiele entscheiden (Siehe Stuttgart), ein Kroos kann das nicht. Und eben genau das ist es, was Kroos zur Weltklasse fehlt. Selbst ein Schweinsteiger, der momentan am Limit seines Körpers spielt, entscheidet Spiele durch ÜBersicht, Pässe und Zweikämpfe, wenn auch selten durch Tore. Er wirkt nicht wie ein Antikörper im Spiel, sondern hat Biss und Willen, trotz seiner Limitiertheit physischer Art.

    Kroos ist ein Spieler, der nicht ins System FC Bayern passt und deswegen wird er auch sportlich kein Verlust sein, den man nicht auffangen könnte.

    Und ob ein Ribery, Robben, SChweinsteiger oder Lahm mit 24 noch nicht so weit waren würde ich gern mal an Statistiken sehen, anstatt auf dem “Ich kann micht so erinnern”-Argument. Ich halte das nämlich für haltlos und behaupte, im Verhältnis zu ihren Möglichkeiten waren Schweinsteiger, Ribery und Robben oder Lahm mindestens genauso weit …

    1. Dieses “wie weit waren die anderen – in Kroos’ Alter”-Thema beschäftigt mich, trotz meiner durchaus negativen Einstellung ihm gegenüber, schon eine Weile und leider kann ich nicht auf ein großes Datenarchiv zurückgreifen, um das direkt zu prüfen.

      Und ob ein Ribery, Robben, SChweinsteiger oder Lahm mit 24 noch nicht so weit waren würde ich gern mal an Statistiken sehen, anstatt auf dem “Ich kann micht so erinnern”-Argument. Ich halte das nämlich für haltlos und behaupte, im Verhältnis zu ihren Möglichkeiten waren Schweinsteiger, Ribery und Robben oder Lahm mindestens genauso weit …

      Ein Argument das mir hier aber fehlt, ist die Berücksichtigung der Qualität der “Alternativen”, die meiner Meinung nach beim FC Bayern noch nie (?) so groß war wie aktuell. Sprich: Der Leistungsdruck auf jeden einzelnen Spieler ist so groß, dass die Unterschiede in ihrem Spiel, ihrem Auftreten und ihrem Einfluss auf die Partie besonders stark sind. Das klingt vermutlich etwas verwirrend, soll aber nur darstellen, dass die Kaderqualität als Durchschnitt sehr hoch ist und Toni Kroos trotz seiner Fähigkeiten durch gewisse fehlende Attribute (Zweikampfstärke, Defensivbewegung) eben deutlich abfällt und im Umkehrschluss keine fürstliche Entlohnung im zweistelligen Bereich rechtfertigt. Da stimme ich Chris und dir zu: Toni Kroos hatte einige Gelegenheiten (beim FCB und in der Nationalelf) einer Partie seinen Stempel aufzudrücken, aber hat das nie (oder zumindest nicht konstant) getan.

    2. Christopher

      Hey Flo,

      Ribery kam erst mit 24 1/2 Jahren zum FC Bayern. Das Jahr davor in Marseille war alles andere als gut. Schweinsteiger spielte im Alter von 24 zwar 30 Pflichtspiele (Saison 2007/08) in der Bundesliga und hatte 1 Tor und 9 Assists. Das Folgejahr war der Beginn seines Durchbruches – mit 5 Toren und 12 Assists.
      Zugegeben die Positionen sind verschieden – Schweinsteiger spielte Langezeit auf der Außenposition. Zudem waren die Mitte der 00er Jahre verlorene Jahre.
      Allerdings war die Kernthese des Arguments, dass Kroos für sein Alter sehr reif ist und an dieser Aussage würde ich festhalten.

      1. Flo

        Lieber Christopher,

        Mit den 24,5 Jahren hat Ribery in seiner ersten Saison in München allerdings begeistert, 11 Treffer geschossen in 28 Spielen (als Flügelspieler) und war maßgeblich an dem Double beteiligt, zu dem Fußballer des Jahres.

        Und ob es davor so schlecht war bezweifle ich, eine Ablöse von 25 Millionen erspielt man sich nicht so, mal abgesehen davon dass er sowohl im Marseille, als auch Istanbul und Metz Stammspieler, Führungsspieler und einer der besseren Topscorer war.

        Was dann z.B. Schweinsteiger angeht, meinte ich ja auch relativ zu ihren Verhältnissen. Man schaue sich mal an, welche Mannschaft auf dem Platz stand als Bastian hochgezogen wurde und in welchen Spähren sich die Bayernmannschaft damals bewegte. Da war man noch nicht Stammgast im CL Finale, und International war ein Ausscheiden gegen den AC Milan im Viertelfinale auch mal okay etc. Da müsste man die Frage stellen, ob sich ein Kroos zu dieser Zeit besser entwickelt hätte. Und bis auf seine Debütsaison hat Schweinsteiger nie weniger als 30 Pflichtspiele pro Saision gemacht, tendenziell im Durchschnitt 50+. Während Schweinsteiger also mit 21 bereits an die 100 Pflichtspiele für den FC Bayern gemacht hatte, musste Kroos den Weg über Leverkusen gehen, weil er sich nicht in München durchsetzen konnte, und dann auch erst wieder unter Heynckes, nachdem es bei Klinsmann und Van Gaal (der als Förderer gilt) nciht geklappt hat.

  3. Vieles richtig, aber teilweise kommt mir das etwas zu negativ rüber (ohne, dass ich selbst jetzt ein riesiger Kroos-Fan wäre).
    Den beliebten Vorwurf, er könne kein Spiel rumreißen, könnte man vermutlich auch vielen anderen Spielern machen, denn wie will man das nachweisen? Oder umgekehrt: wieviele Spiele sind denn gut gelaufen (ohne dass ein Herumreißen nötig war), eben weil Kroos gut spielte?

    Aber von solchen Sachen mal abgesehen, habe ich mir auch die Frage gestellt, warum Kroos nicht so sehr geschätzt wird wie es vielleicht angemessen wäre. Seine öffentliches Auftreten, das gelegentlich irgendwo zwischen “furchtbar spröde” und “unangenehm abgeklärt für einen jungen Kerl” pendelt, kann es alleine nicht sein – da gibt es auch andere Typen im Kader, die nicht besonders emotionalisieren.

    Es gibt aber eine Tatsache, die mich beinahe wahnsinnig macht, und zwar seinen Laufstil. Es ist vermutlich nur eine optische Täuschung, aber für mich sieht es immer so aus, als würde Kroos niemals rennen – es wirkt stets wie gemütliches Traben. Das erweckt dann halt den Eindruck, als könne oder wolle er nicht das Letzte aus sich rausholen. Andere Spieler wie Robben oder auch Lahm sehen schon beim Schuhezubinden sauschnell aus. Wie gesagt, ist nur ein optischer Eindruck und wahrscheinlich nicht mal gerechtfertigt, aber es ärgert mich tatsächlich regelmäßig.

    Aber hey, auch als Standfußballer kann man eine große Karriere machen… ;-)

  4. Nachtrag zur Behauptung, dass es seit Ballack keinen Abgang gegen den Wunsch der FCB-Führung gegeben habe.
    Einerseits hätte man Ballack damals ja sehr gerne behalten, aber ihm dann, nachdem dieser nicht verlängern wollte, ziemlich populistisch Schmutz hinterher geworfen.
    Zum anderen wollte man ein Jahr später Owen Hargreaves auch nicht unbedingt abgeben, hat dann aber am Ende doch die 25 Millionen genommen (und damit direkt Ribery bezahlt).

    1. Christopher

      Hey Gunnar,

      Ballack blieb mir in den letzten 10 Jahren einfach am nachhaltigsten in Erinnerung. Insgesamt wollte ich zum Ausdruck bringen, dass trotz vieler Gerüchte um Schweinsteiger, Ribery oder auch Lahm es dem FC Bayern gelungen ist seine Leistungsträger zu halten. Einzig mit dem Ballack Abgang verlor das Spiel der Münchner in den Folgejahren massiv an Qualität, weil er nicht 1:1 ersetzt werden konnte.

  5. Was man mal bedenken sollte: Vielleicht müssen nicht 11 Spieler in einer Mannschaft ein Spiel herumreißen können müssen. Wir haben mit Neuer, Lahm, evtl. einem IV, Schweinsteiger, Thiago, Ribery, Robben und Lewandowski 8 Spieler, die ein Spiel so beeinflussen können, dass Gefahr abgewendet wird oder entsteht.

    1. Flo

      Aber warum sollte man nicht 11 Spieler haben, die Gefahr abwenden oder enstehen lassen können? Die wichtigste Position, die 10, ist mit ihm am schwächsten besetzt in der Offensive. Imo.

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