Spieler des Monats August: Jamal Musiala

Georg Trenner 05.09.2021

Jamal Musiala.

Der 18-jährige machte im August nicht nur dort weiter, wo er letzte Saison aufhörte, er legte noch eine Schippe drauf, oder besser gesagt: Er legte Dribblings, Schnittstellenpässe, Tore und Vorlagen drauf.

Jamal Musiala ist der Shooting-Star des Saisonbeginns und wird von der Miasanrot-Redaktion zum Spieler des Monats August gewählt. 

Musiala bringt die Wende

Die Vorbereitung des FC Bayern lief fast erwartungsgemäß schlecht: zu kurz die Zeit zwischen Europameisterschaft und Saisonstart, um sich an einen neuen Trainer zu gewöhnen. Zu viele Rotationen und B-Kader, die Nagelsmann aufbieten musste.

Als dann nach dem Unentschieden im Auftaktspiel gegen Borussia Mönchengladbach die erste Halbzeit gegen den 1. FC Köln torlos und torchancenarm endete, als ein Fehlstart der Ära Nagelsmann in Sichtweite rückte, da war es Jamal Musiala, dessen Einwechslung die Wende brachte. Die Wende im Spiel gegen mutige Kölner und die Wende zu einem gelungenen Saisonstart. Bereits mit seinen ersten beiden Aktionen verursachte Musiala mehr Schaden in der Kölner Abwehr, als es seinen Mitspielern in den ersten 45 Minuten gelungen war und Lewandowskis Tor nach Musiala Dribbling und Vorlage brach den Bann. 

Nagelsmann belohnte den Joker-Auftritt mit Startelfeinsätzen gegen Hertha BSC und im Pokal gegen den Bremer SV. Musiala nutzte auch in diesen Spielen seine Chance und überzeugte erneut.

Musialas Monat in Zahlen

Jamal Musiala kam in allen fünf Pflichtspielen des FC Bayern zum Einsatz. In 198 Minuten Einsatzzeit stehen drei Tore und zwei Assists auf seiner Scorecard, was einen Scorerpunkt alle 40 Minuten entspricht – ein beeindruckender Output. 

Aber nicht nur in Toren und Vorlagen konnten sich Musialas Auftritte sehen lassen, fast noch herausragender war sein Input: In nur 122 Spielminuten in der Bundesliga, für die diese Detaildaten vorliegen, bereite Musiala fünf Abschlüsse seiner Mitspieler vor und konnte elfmal einen Gegenspieler ausdribbeln. Das entspricht 3,7 Torschussvorlagen, im Analytics-Sprech “Key Passes” und 8,1 erfolgreichen Dribblings pro 90 Minuten.

Wie absurd gut diese Werte von Musiala sind, zeigt der Vergleich mit den besten in den Kategorien in Europas Topligen. 

Dribbelkönige der Top-5-Ligen 2020/21

Erfolgreiche Dribblings pro 90 Minuten, nur Spieler mit mindestens 1000 Minuten Einsatzzeit.  Daten: Whoscored

  • Premier League: Allan Saint-Maximin 5,5
  • La Liga: Lionel Messi 4,7
  • Bundesliga: Amine Harit 3,8 
  • Serie A: Jérémie Boga 4,4 
  • Ligue 1: Neymar 5,5

Jamal Musiala im August 2021: 8,1

Torschussvorlagenkönige der Top-5-Ligen 2020/21 

Torschussvorlagen pro 90 Minuten, nur Spieler mit mindestens 1000 Minuten Einsatzzeit. Daten: Whoscored. 

  • Premier League: Kevin de Bruyne 3,6
  • La Liga: Toni Kroos 2,8
  • Bundesliga: Christopher Nkunku 3,9
  • Serie A: Ruslan Malinovskyi 3,7
  • Ligue 1: Neymar 3,7   

Jamal Musiala im August 2021: 3,7

Musiala erweitert die Optionen im Kader

Nachdem Musiala sein Profidebüt am 33. Spieltag der Saison 2019/20 feierte, gelang ihm in der vergangen Saison der Durchbruch. Er erkämpfte sich Spielzeit bei den Bayern, und überzeugte dort in kurzer Zeit, so dass er von Bundestrainer Joachim Löw sogar für die Europameisterschaft nominiert wurde. 

In Summe kam er auf 1302 Pflichtspielminuten bei der Profimannschaft des FC Bayern. Einerseits enorm viel für einen 17-jährigen, der zu Saisonbeginn noch in der 3. Liga gegen Türkgücü München und KFC Uerdingen auflief. 

Andererseits nur Platz 17 in der Einsatzstatistik der Bayernprofis. Wenn er die Form aus dem August halten kann und sich nicht verletzt, soviel scheint klar, dann wird er dieses Jahr auch in dieser Statistik einen Sprung nach oben machen. Er hat sich vorerst in die A-Rotation hinein gespielt und erweitert damit die Optionen für Trainer Julian Nagelsmann. 

Zusammen mit dem neu verpflichteten Marcel Sabitzer, ebenfalls ein flexibel einsetzbarer Spieler, sorgt Musiala für einen harten Konkurrenzkampf um die fünf Plätze in der Startelf zwischen Viererabwehrkette und Robert Lewandowski. Geht man davon aus, dass Joshua Kimmich und Thomas Müller gesetzt sind, müssen aus der Gruppe Serge Gnabry, Kingsley Coman, Leroy Sané, Leon Goretzka, Marcel Sabitzer Jamal Musiala mindestens drei Spieler auf die Bank. 

Der vermeintlich zu kleine Kader ist plötzlich zu einem mit vielfältigen Alternativen geworden, zumindest im Mittelfeld. Auch Corentin Tolisso und Marc Roca sollte man nicht vollends abschreiben. 

Musialas Vorteil im Konkurrenzkampf: Er bringt Elemente ins Spiel, die nicht viele andere Fußballer mitbringen. Weiträumige Tempodribblings können viele. Musiala aber dribbelt auch in Engen hinein und aus Engen heraus. Ob per Dribbling oder präzisem Kurzpass, Musiala findet Lösungen, die andere gar nicht sehen. Er blüht regelrecht auf, wenn er unter Druck gesetzt wird. Je enger der Raum, desto klarer sieht Musiala die Lücken. 

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