Serge Gnabry: Der Chefkoch kocht wieder! Warum er so wichtig für den FC Bayern ist
Entgegen vieler Spekulationen hatte der FC Bayern zum Jahresanfang Fakten geschaffen. Im Februar 2026 verlängerte Serge Gnabry seinen Vertrag vorzeitig bis 2028 – zu reduzierten Bezügen, aber mit einer klaren sportlichen Perspektive.
Und der Offensivspieler liefert zurück: In dieser Spielzeit beeindruckt er mit einer Konstanz, die ihn in den Elite-Kreis der Bayern-Offensive zurückbringt.
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Manch einer sah die Verlängerung kritisch, doch heute zeigt sich, wie wertvoll dieser Schritt ist und auch noch werden kann.
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Serge Gnabry: Die Zahlen überzeugen
Gnabry präsentiert sich in dieser Spielzeit als Sinnbild der Beständigkeit: In seinen 34 Einsätzen sammelte er bereits 20 Scorerpunkte, die sich exakt auf 10 Tore und 10 Vorlagen verteilen. Damit belegt er im internen Ranking den Platz als viertbester Scorer des Kaders, wobei er lediglich hinter Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz zurückbleibt.
Seine besondere Effizienz wird durch die 8 Tore in der Bundesliga unterstrichen, die laut SofaScore einen berechneten xG-Wert von nur 6,07 übertreffen und seine aktuelle Topform bestätigen.
Natürlich spielte es Gnabry in die Karten, dass Jamal Musiala noch nicht voll zurück ist, nur so konnte er in die Rolle schlüpfen, die er jetzt so hervorragend erfüllt. Ja, auch nur dadurch konnte er unter Vincent Kompany eine taktische Evolution vollziehen, weg vom reinen Flügelspieler. Gnabry spielt gezwungenermaßen häufiger die Rolle des Zehners (Offensives Mittelfeld) und füllte diese sehr gut aus.
Aber er ist flexibel, sehr flexibel sogar: Er kam in dieser Saison 17-mal als hängende Spitze, siebenmal über links, sechsmal im offensiven Mittelfeld, viermal über rechts. Und genau diese Flexibilität zeichnet ihn aus und macht ihn im Kader der Bayern so einmalig. Dass Musiala bisher kaum vermisst wurde, spricht für sich.
Auch Vincent Kompany lobt ihn: „Vom Talent und der Qualität her gibt es ganz wenig Unterschied zu den anderen Jungs, die wir vorne haben.“ Kompany betont dabei nicht nur die sportliche Komponente, sondern auch Gnabrys Standing in der Kabine. Er ist vom stillen Mitläufer zum „wichtigen Spieler für uns auf dem Platz und in der Kabine“ gereift. Der Nationalspieler werde in seinem Kader mit „am meisten unterschätzt“.
Serge Gnabry: Ein kompletter Offensivspieler?
Die Triple-Saison 2019/20 markierte für Gnabry natürlich bisher einen absoluten Höhepunkt. In insgesamt 46 Pflichtspielen für den FC Bayern war er an 37 Toren direkt beteiligt, eine Bilanz, die mit 23 eigenen Treffern und 14 Vorlagen seine enorme Gefährlichkeit unterstrich. Besonders in der Champions League avancierte er zum „Unterschiedsspieler“: In nur 10 Einsätzen erzielte er 9 Tore (darunter ist auch sein legendärer Viererpack gegen Tottenham) und steuerte 2 Assists bei, was einen maßgeblichen Faktor für den Gewinn der Königsklasse darstellte.
Auch in der Bundesliga (12 Tore, 11 Vorlagen) und im DFB-Pokal (2 Tore, 1 Vorlage) lieferte er in über 3.346 Einsatzminuten absolute Weltklasse-Werte ab und krönte sich zum integralen Bestandteil einer der erfolgreichsten Bayern-Mannschaften der Geschichte.
Im direkten Vergleich zur Triple-Saison zeigt Gnabry in der aktuellen Spielzeit 2025/26 eine veränderte, aber ebenso effiziente Rolle. Während er 2019/20 mit massiver Torgewalt (23 Treffer) bestach, agiert er heute in 34 Einsätzen als der ultimative Teamplayer: Seine exakt ausgeglichene Bilanz von 10 Toren und 10 Vorlagen unterstreicht seine Rolle als strategischer Spielgestalter. Im DFB-Pokal ist Gnabry bisher noch ohne Torbeteiligung, aber das kann sich ja noch ändern!
Was ihn unter Kompany aber nochmal mehr auszeichnet, ist die Art und Weise, wie er das Spiel mitgestaltet. Wie Kane lässt er sich teilweise sehr tief fallen, harmoniert dabei aber mit dem Engländer richtig gut. Stehen beide auf dem Platz entlasten sie sich gegenseitig. Dass Gnabry grundsätzlich auch weiß, wie sich ein Mittelstürmer zu verhalten hat, hilft Kane enorm. Ihre gegenläufigen Bewegungen sind nur schwer zu verteidigen.
Effizient und stabil: Gnabry hat sich weiterentwickelt
Besonders auffällig ist seine verbesserte Effizienz; in der Bundesliga benötigte er für seine 8 Tore und 6 Assists lediglich 1.163 Minuten, was ihn statistisch gesehen zu einem der produktivsten Bayern-Profis der Gegenwart macht. Er ist zwar nicht mehr der alleinige Torjäger der Triple-Tage, aber als Zehner und Vorbereiter in der internen Scorerliste (Platz 4) so wertvoll wie lange nicht mehr.
Gnabrys neue Stabilität resultiert dabei aus einer Symbiose aus taktischer Rolle, physischer Robustheit und technischer Präzision, die ihn im System von Kompany aktuell unverzichtbar macht. Mit einer für einen offensiven Mittelfeldspieler starken Passquote von 89,5 % agiert er außerdem als extrem sichere Anspielstation, ohne dabei das Risiko im Vertikalspiel zu scheuen.
Mit seiner Erfahrung und klugen Laufwegen ist er zudem sehr wichtig in der Arbeit gegen den Ball. Gnabry gibt dem Team durch sein cleveres Anlaufverhalten Stabilität und ist einer der Gründe dafür, dass das hohe Pressing so gut funktioniert. Seinen aktuellen Form-Peak unterstrich er eindrucksvoll am 21. März beim Sieg gegen Union Berlin, wo er mit einem Doppelpack zum Matchwinner wurde.
Gnabry hat bewiesen, dass er Rückschläge wegstecken kann. Mit 30 Jahren scheint er körperlich stabilisiert und taktisch variabler denn je zu sein. Vor allem aber hat er an Konstanz gewonnen. Sein Peak ist nicht vergleichbar mit jenem von Díaz oder Olise. Deshalb steht er auch weniger im Mittelpunkt, wenn es Lob gibt. Aber seine Qualitäten sind immer noch sehr gut und zwischen all den anderen Weltklassespielern ein Faktor dafür, dass Díaz, Olise und Kane so strahlen können.
Die Verlängerung bis 2028 war eine gute Entscheidung der Verantwortlichen. Bleibt Gnabry fit, liefert er. In fast jeder seiner Bayern-Saisons (außer dem Seuchenjahr 23/24) hat er zweistellig getroffen. Wie Joshua Kimmich es treffend formulierte: „Zum Glück haben wir seinen Vertrag verlängert.“
In den kommenden zwei Monaten kann Gnabry in der jetzigen Form einer der entscheidenden Faktoren sein, wenn es für den FC Bayern um die großen Titel geht. Und vielleicht kann er sich jetzt auch beim DFB-Team wieder in eine Rolle spielen, in der er bei der WM im Sommer zu einem erfolgreichen Turnier beitragen kann.



