Warum Martínez perfekt in Guardiolas Ausrichtung passt

Steffen Trenner 24.02.2014

Der Bayern-Coach hat die Ausrichtung in der Innenverteidigung im Vergleich zum Vorjahr deutlich verändert. Für mich ist dies vielleicht sogar die weitreichendste Änderung, die Guardiola vorgenommen hat. Durch den fehlenden zweiten absichernden 6er, sind die Anforderungen an die beiden Innenverteidiger deutlich gestiegen. Während unter Heynckes die gesamte Viererkette in Rückwärtsbewegung relativ weit absank und darauf bedacht war gestaffelt zu stehen und sich damit gegenseitig abzusichern, ist die Ausrichtung unter Guardiola eher eine Vorwärtsverteidigung. Die Innenverteidiger sind aufgerufen den Raum neben dem einzigen 6er aktiv zu besetzen. Immer wieder bricht einer der Beiden aus der Kette aus und versucht den Ballgewinn viel höher und viel direkter im eins-gegen-eins zu erzielen, als das noch im Vorjahr der Fall war. Sehr schön kann man diese Entwicklung nachvollziehen, wenn man die Defensivleistung der beiden Innenverteidiger am Sonntag mit dem Auswärtsspiel gegen Hannover in der Vorsaison vergleicht:

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Legende: o=Ballgewinn, x=erfolgreicher Zweikampf, Raute=Abgefangener Ball.

Es ist deutlich zu sehen, wie sich der Schwerpunkt der Aktionen der Innenverteidiger nach vorn verlagert. Auch insgesamt sind es deutlich mehr Aktionen, die beide Innenverteidiger ausführen müssen. Ein weiterer Beleg für Guardiolas gestiegene Ansprüche an seine Abwehr-Zentrale. Martínez kommt diese Ausrichtung entgegen. Er ist ein exzellenter Zweikämpfer und hat ein herausragendes Timing im Herausrücken und im Abfangen von Bällen. Sein Passspiel ist zudem mehr als passabel. Er erfüllt damit Guardiolas Anforderungen an einen Innenverteidiger exzellent. Es sind im Prinzip die gleichen Fähigkeiten verlangt, die ihn im Vorjahr noch auf der 6 so wertvoll gemacht haben.

Gegen Hannover zeigte sich Martínez im Vergleich zu den Vorwochen gerade in den genannten Bereichen deutlich verbessert. Martínez gewann gegen Hannover atemberaubende 26 Zweikämpfe, davon 13 Kopfball-Duelle. Er fing vier Bälle ab und gewann insgesamt 14 Mal den Ball. Das ist statistisch gesehen die beste Performance eines Bayern-Verteidigers in der laufenden Saison. Martínez hat sich mit dieser Leistung in Stellung gebracht. Guardiola hat damit offiziell eine Alternative mehr in der Innenverteidigung. Eine ziemlich gute sogar.

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