Højbjerg: Angenehm unauffällig

Es war durchaus überraschend, als knapp eine Stunde vor Spielbeginn gegen Werder Bremen die Nummer 34 auf dem Spielberichtsbogen auftauchte. Pierre-Emile Højbjerg stand dort in der Startelf. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison. Der vielseitige Däne kam in dieser Saison bisher überhaupt nicht in Tritt. Zuletzt durfte er Ende September gegen Paderborn für zehn Minuten ran. Bei seinem bisher einzigen Startelf-Einsatz gegen den HSV, bei dem er auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld spielen durfte, wirkte er fahrig und musste nach 53 wirkungslosen Minuten raus.

Dass Guardiola ihn zu Beginn der zweiten Saisonphase gegen Bremen brachte war auch deshalb überraschend, weil Højbjerg in der Länderspielpause öffentlich über seine Rolle lamentierte und mit einer Ausleihe kokettierte. Den sportlich Verantwortlichen wird das nicht gefallen haben. Guardiola adressierte das Thema nach dem Spiel gegen Bremen sogar direkt: “Alle, aber vor allem die jungen Spieler, müssen auf dem Platz sprechen und nicht auf der Pressekonferenz mit Journalisten”, sagte der Bayern-Coach. Trotzdem gab er Højbjerg die Chance, die dieser am Samstag-Nachmittag auf seine Art zu nutzen wusste.

Es war gewiss kein besonders auffälliges Spiel des Nationalspielers. Er spielte die zweitmeisten Fehlpässe (10), hatte eine eher durchschnittliche Passquote (87%) und strahlte trotz dreier Torschüsse nicht die größte Torgefahr aus. Trotzdem fand er im Spiel gegen Bremen Mittel und Wege, der Mannschaft zu helfen. Vor dem 1:0 gewann er mit energischem Gegenpressing den Ball und verdiente sich mit seinem Pass auf Alaba einen Hockey-Assist. Auch am 2:0 war er direkt beteiligt, indem er an der Strafraumkante seinen Körper robust zwischen Ball und Gegenspieler Bartels brachte und so den Freistoß provozierte, den Xabi Alonso unter der Mauer hindurch ins Netz schoss.

Ohnehin war es vor allem die Zweikampfintensität, mit der Højbjerg Akzente setzte. Bemerkenswerte 30 Zweikämpfe führte der Mittelfeldspieler. 17 davon gewann er. Darunter mehrere sehenswerte Ballrückeroberungen. Der zweitbeste Münchner in dieser Kategorie (Arjen Robben) gewann neun Zweikämpfe. Dazu platzierte sich Højbjerg auch läuferisch mit 10,5 km, 17 Sprints und 75 intensiven Läufen in den Top-5.  Er nahm die Herausforderung an, unterstützte Alonso und Lahm als spielstarker Wasserträger im zentralen Mittelfeld.

Es war kein Spiel, das dazu taugt, den zuletzt etwas abgeflauten Hype um Højbjerg neu zu entfachen. Das ist vielleicht auch besser so. Es war eine solide, erwachsene Vorstellung. Daran gilt es anzuknüpfen, wenn Guardiola ihm erneut die Chance bietet.

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Leserkommentare
  1. dürem

    Herrlich. Er ist also scheinbar doch schon jetzt eine interessante Variante… vorausgesetzt natürlich, er bestätigt die Leistung. Besonders die Zweikampfstatistik lässt hoffen und war wahrlich bärenstark. Vielleicht wäre Lahm dann ja wirklich die beste Alternative für eine zu Thiago Rolle ähnliche Variante, er bringt doch alle Voraussetzungen mit, und mit Alonso wird er weiter hinten auch nicht mehr so sehr benötigt wie letzte Saison. Sehe ich das falsch?

    1. dürem

      Mit den Voraussetzungen meine ich seine Übersicht, Pressingresistenz, den Bewegungsradius, und das durchaus starke Dribbling. Dem Gegenpressing schadet seins Präsenz weiter vorne, wie schon in diesem Spiel, auch sicher nicht.

    2. ibiza

      gut, also ich denke dass im “Normalfall” wenn vorne Ribery, Lewandowski wieder (und Robben weiterhin rechts außen) spielen diese Rolle des offensivsten zentralen Mittelfeldspielers schon klar eher Müller oder Götze zufallen wird, denn obwohl es auch mit Lahm offensichtlich sehr gut klappen kann, so haben die beiden in Punkte Torgefahr gegen einen typischeren Bayerngegner als Bremen doch ein gutes Stück mehr zu bieten als Lahm, der wiederum der Mannschaft dann auf seiner guten alten Außenverteidgerpostion in einer 4er Kette bzw. der wie für ihn geschaffenen Postition rechts außen im Mittelfeld bei einer 3er Kette am besten helfen kann

      1. ibiza

        da dann vielleicht noch als Ergänzung als weiterer Gedanke zu diesem eben beschrieben “Normalfall” mit Ribery+Robben (der ja leider recht selten eintrifft, aber damit meine ich halt ganz einfach dass man davon ausgeht dass die anderen alle fit sind) die These dass bei allem Talent und Potential die Thiago mitbringt – ich bin mir nicht sicher ob er aktuell (und das ist natürlich hier der entscheidende Punkt, in der Zukunft wird sich das natürlich ändern wenn sich die ü30 Gruppe um Robbery, Lahm, Schweinsteiger+ Alonso sich schrittweise verabschiedet) überhaupt in einer “Top11” bei Bayern wäre / schon sein sollte.

        Gehen wir mal von einer 3er Kette mit 3 Innenverteidigern aus wie sie gegen Topgegner (und vorallem für die ist die Top11 abseits der Rotation ja relevant) wohl in Zukunft dominieren wird , Lahm und Alaba auf den äußeren Mittelfeldpostitionen, Alonso/Schweinsteiger (je nachdem wer von beiden gerade fitter ist) auf der alleinigen 6 und vorne wie gesagt Robbery+Lewandowski. Dann bleibt eben sogar für unsere beiden “Goldjungen” Müller (golderner WM Schuh) und Götze (“goldenes” WM-Tor) eh nur noch eine Position (die offensiv zentrale im Mittelfeld) übrig um die sie sich streiten können bzw. kann der andere dann Ribery bzw. Robben angreifen was ja wenn die beiden fit sind weiterhin durchaus weiterhin ne schwierige Aufgabe ist..

        Wie gesagt, ich sehe durchaus das Potential in Thiago und dass er auch aktuell ein Verlust für eine verletzungsgeschwächte (was ja leider eher der Normalfall ist) Mannschaft ist, aber dass er in einer Top11 in der man eignetlich noch nicht mal Robery, Lewa, Götze und Müller gemeinsam unterbringen kann schon vertreten ist soweit denke ich ist es aktuell noch nicht. Von daher ist sein Ausfall in der aktuellen Saison, wenn keine weiteren Verletzten hinzukommen, wohl durchaus noch zu verschmerzen..

      2. dürem

        Ich glaube aber eher nicht, dass Götze oder Müller gegen Gladbach, Dortmund oder starke Mannschaften in der CL den 2. Platz im zentralen Mittelfeld einnehmen würden, wenn man mit 3er-Kette spielt. Im Pokalfinale bildeten ja anfangs auch Kroos und Lahm das Duo, die ja doch ganz anders veranlagt sind als Götze und vor allem Müller. Das wird aber wie immer stark vom Gegner abhängen.

  2. Hero991

    Also ich fand ihn im Spiel gegen Portugal für seine NM besser. Er Bälle gewonnen und Angriffe eingeleitet, dass Dänemark verloren hat, lag an der Sprung Kraft von Ronaldo nach einer mäßigen Flanken in der 90+min. Höjbjerg würde nach dem Spiel sogar vom NM-Trainer gelobt
    Ich hab das Gefühl, dass er noch nicht die Sicherheit und das Vertrauen fühlt wie in der NM.

    Trotzdem fand ich die Aussage von Pep korrekt, Höjbjerg hatte in Hamburg einfach nicht die Leistung gezeigt gehabt um Spielzeit fordern zu dürfen.

    Ich glaube Ausgeliehen wird er trotzdem um Spielpraxis zu sammeln und im Kader Ruhe zu bewahren. Es dauert wahrscheinlich nicht mehr lange bis Rode auch bisschen Spielzeit fordert. Durch eine Ausleihe von Höjbjerg wird Rode automatisch mehr Spielzeit bekommen.
    Augsburg und Hamburg könnte ich mir vorstellen, vielleicht auch Werder Bremen oder Freiburg – an interessante dürfte es nicht mangeln.

    Ich hoffe Höjbjerg tut das richtige für seine Entwicklung, er hat das Potenzial Stammspieler zu werden beim FC Bayern.

    1. Thomas

      zu Sebastian Rode:
      >> Es dauert wahrscheinlich nicht mehr lange bis Rode auch bisschen Spielzeit fordert. <<

      Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!! Nie im Leben wirst Du das von Sebastian Rode hören. Guck Dir mal seine Vorstellung auf youtube und seine Interviews an! Das ist ein ganz sympathischer und unheimlich bescheidener junger Mann. Der ist einfach erfrischend und sehr ehrgeizig und überhaupt nicht egozentrisch.

      Der wird nie ein Wort sagen; selbst wenn er genau darauf angesprochen werden sollte von einem nervenden Reporter.

      Als er auf der Bank saß, strahlte er auch keine negativen Gefühle aus. Das war bei Tom Starke ganz anders!

  3. Christopher

    Es war gewiss kein besonders auffälliges Spiel des Nationalspielers. Er spielte die zweitmeisten Fehlpässe (10), hatte eine eher durchschnittliche Passquote (87%) und strahlte trotz dreier Torschüsse nicht die größte Torgefahr aus. Trotzdem fand er im Spiel gegen Bremen Mittel und Wege, der Mannschaft zu helfen.

    Vor allem die ersten 20-25 Minuten haben mir eigentlich gar nicht gefallen. Es wirkte fast so als verstecke er sich im Rücken von Alonso. Hinzu kamen ab der 20. Minute einige verlorene Zweikämpfe. Allerdings hat er die wichtigen Tore zum 1:0 und 2:0 gut vorbereitet. Es ist für ihn natürlich wichtig, dass er jetzt mittelfristig mehr Spiele bekommt. Dies wird aufgrund der Thiago Verletzung auch sicherlich der Fall sein. Auch wenn es nicht 1:1 die gleiche Position ist, so profitiert Höjbjerg doch von seiner Vielseitigkeit. Aus meiner Sicht ist jetzt auch eine Leihe vom Tisch.

    1. Jo

      Klar, ich denke auch die Ausleihe hat sich erledigt. Ich betrachte deshalb das Spiel auch als ein erstes Bonbon als Entschädigung dafür. War ja ziemlich untypisch für Pep. Normalerweise bekommen Spieler die sein Mißfallen erregen die Quittung eher andersherum.

      In Anbetracht der Tatsache, dass Thiago und Martinez für die Saison tendenziell keine Rolle spielen werden und Schweinsteiger ein ziemlicher Wackelkandidat ist, wäre alles andere schon etwas fahrlässig.
      Momentan stehen in der Zentrale nur Lahm und Alonso zuverlässig zur Verfügung und sowas kann sich ja leider auch schnell ändern.

      Rode wird auf dieser Position keine Rolle spielen können. Er entspricht vom Spielertyp einfach nicht den Erwartungen die Pep an diese Rolle hat. Auf der rechten Außenbahn, als Rafinha-Backup könnte da eher was laufen.

      Wenn es auch da nicht klappt (zumindest mit einigen Einsätzen) würde ich mich schon fragen was da für Absprachen im Vorfeld des Transfers gelaufen sind. Ist es sinnvoll einen Spieler zu verpflichten der schon vom Typus den Vorstellungen des Trainers zuwiderläuft?

  4. Pachinko

    Hojbjerg sollte verliehen werden. Basti,Thiago und Martinez kommen in der Rückrunde zurück und Hojbjerg bekommt jetzt schon selten Einsätze. Gibt viele Bundesligamannschaften wo er einen Stammplatz haben könnte. Augsburg wäre natürlich am besten.

    1. ibiza

      ja, finde ich auch klare Sache mit der Ausleihe, einziger Punkt der einen da noch abhalten können sollte wäre wenn Schweini (ja leider der einzige der 3 von dir genannten Rückkehrkandidaten der eigentlich schon in der Hinrunde wieder voll einsatzfähig werden sollte, das hier http://www.tz.de/sport/fc-bayern/bastian-schweinsteiger-zurueck-training-twitter-fc-bayern-4164053.html sollte auch klar dafür sprechen, aber hoffentlich gibts nicht wieder Rückfälle wie so oft zuletzt bei Rückkehrern) bis Ende der Hinrunde weiter nicht richtig fit würde, denn ganz sicher kann man ja bei den anderen beiden Langzeitverletzen nicht sein ob dann überhaupt noch was wird die Saison..

      und ebenso stimme ich dir mit Augsburg zu. Ist ja eigetentlich in fast jeder Hinsicht eine neue (solange sind sie ja noch nicht in der BL) Topkonstellation für FCB Ausleihen, die jungen Spieler können in der Region bleiben, müssen also nicht aus ihrer gewohnten Umfeld gerissen werden, sie trainieren unter einem offensiv orienterten Jungtrainer der es seit jetzt seit fast 2 Jahren schafft die Mannschaft durchgängig weit über den Abstiegsregionen in die der Verein vom Marktwert her eigentlich eher zu verorten wäre und es denke ist auch so dass viele Bayernfans für den FC Augsburg anders als zu 60 oder Nürnberg durchaus ne Menge Sympathie mitbringen, nicht von ungefähr geht bei Augsburgtoren oft ein großer Jubel (nicht ganz so extrem wie bei Toren gegen Dortmund, aber immerhin) durchs Stadion, so dass man ihn als Bayernfan dort auch sowohl generell besonders gerne sehen würde als auch wenn er Augsburg noch weiter nach vorne bringen würde..

  5. […] von Pep Guardiola bekam und durchwachsene Leistungen zeigte, war zuletzt nur die Beschreibung »angenehm unauffällig« möglich, was für einen jungen Spieler durchaus ein Lob ist, den Højbjerg-Hype aber abflauen […]

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