Harry Kane im schwarzen Champions-League-Trikot des FC Bayern.
Bild: Lars Baron/Getty Images

„Manchmal ist es als Stürmer ziemlich schwer“: Harry Kane erklärt seine besondere Rolle beim FC Bayern

Jonas 27.01.2026



Sowohl in der Bundesliga als auch international im Rennen um den Goldenen Schuh führt Harry Kane die Liste der besten Torjäger mit 21 Treffern an. Insgesamt kommt der Engländer bereits auf 34 Pflichtspieltore für den FC Bayern. Und die Saison geht noch vier Monate.

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Kane ist aber nicht nur ein außerordentlich guter Stürmer. Er ist Verteidiger, Spielmacher und Torjäger in einem. Im American Football wäre er Quarterback.

Doch was denkt er selbst über seinen Spielstil? Weshalb lässt sich der 32-Jährige so gerne ins Mittelfeld fallen? Und ist diese Spielweise überhaupt von Vincent Kompany gewünscht? In einem Interview mit The Times erklärte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft kürzlich, was seine Spielweise so besonders macht.

Harry Kane: kein klassischer Neuner beim FC Bayern

„Wenn eine Mannschaft es mag zu pressen, dann ziehe ich mich gerne zurück, nur um zu sehen, ob die Innenverteidiger wirklich bereit sind, mir bis zum Ende zu folgen“, so der 32-Jährige.

Mit dieser Art der Manndeckung würden die Abwehrspieler solcher Mannschaften nämlich ein hohes Risiko eingehen. „Und deshalb sieht man mich manchmal auf der Sechser- oder Achterposition, wie ich mich [mit dem Ball] aufdrehe.“

Gleichzeitig bedeute dies, dass „wir im letzten Drittel nicht wirklich mit einem klassischen Neuner spielen“. Man spiele mit zwei Zehnern und hätte gleichzeitig Flügelspieler, die gerne nach innen ziehen und damit ebenfalls die Innenverteidiger beschäftigen, „die sich dann nicht sicher sind, ob sie mit mir mitgehen oder zurückbleiben sollen“, analysierte er seine eigenen Bewegungen.

Harry Kane: „Manchmal ist es als Stürmer ziemlich schwer“

Zwar sei jedes Spiel anders, aber vor allem in Partien, in denen die Gegner sehr tief verteidigen, bekomme er nicht viel Platz und könne sich lediglich im Strafraum anbieten. Um Seitenverlagerungen und Bälle in die Tiefe zu spielen, lasse er sich deshalb auch in solchen Spielen häufiger zurückfallen.

Es verschaffe ihm mehr Freiraum, wenn er erst später in den Strafraum kommt. „Manchmal ist es als Stürmer ziemlich schwer sich zu lösen“, erklärt der Torjäger. Wenn er jedoch erst später im Laufe eines Angriffs im Strafraum auftaucht, könne er seine Gegenspieler zuvor aus ihrer Position ziehen.

„Ich versuche, meinen Verstand und meine Fußballintelligenz einzusetzen, um zu sehen, wo der Raum ist, um ihn anschließend zu nutzen“, so der erfahrene Bayern-Profi über seine Spielweise.

Kompany vergleicht Kane mit Kevin De Bruyne und Toni Kroos

Angesprochen auf diese besondere Spielweise stellte Bayern-Trainer Vincent Kompany jüngst klar, dass er Kane diese Freiheiten bewusst lässt und damit Momente ermöglicht, in denen er „ein bisschen diesen Toni-Kroos- und Kevin-De-Bruyne-Pass hat“.

„Wenn Harry in der Box sein möchte, dann darf er jedes Mal dahin“, sagte der Belgier. Und wenn er sich gegen tiefstehende Verteidiger zurückfallen lassen wolle, könne der Stürmer auch das tun. Grundsätzlich gebe es aber Spiele, in denen das sinnvoller ist, weil die Unsicherheit der Innenverteidiger wichtige Räume öffnet. Es gebe aber auch Spiele, in denen Kompany seinen Mittelstürmer lieber in etwas höheren Positionen hat.

Die Bedingung für die Freiheiten: Wenn man im Angriff in das letzte Drittel komme, müssten zwei Spieler im Strafraum sein. Sonst stehe man falsch, so der Belgier. „Das ist eine Mischung zwischen Freiheit – und dann am Ende da zu sein, wo die Tore sind“.

Kane ist mit seiner Spielweise auch weit über seine Torbeteiligungen hinaus extrem wichtig für die Bayern geworden. Zuletzt gab es Gerüchte, dass der FC Bayern den 2027 auslaufenden Vertrag verlängern möchte. Max Eberl bestätigte das am Rande des DFL-Neujahrsempfangs: „Wir sprechen. Wir sprechen. Und jedem ist klar, irgendwann muss es eine Entscheidung geben.“ Kane selbst betonte mehrfach, dass er sich in München sehr wohl fühle.

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