FC Bayern schlägt Union Berlin mit 4:0: Zwei DFB-Stars werkeln am WM-Traum
Für den FC Bayern München gilt es jetzt, Zeit zu überbrücken. Am 7. April steht das Auswärtsspiel bei Real Madrid in der Champions League an.
Es ist das bisherige Saisonhighlight. In diesen beiden Spielen wird sich vorentscheiden, wie erfolgreich die Saison im Rückblick bewertet wird. Vorher steht der triste Bundesliga-Alltag auf dem Programm. Dass es wegen der Länderspielpause nur zwei Partien bis zum Madrid-Gipfel sind, dürfte den Münchnern entgegenkommen.
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Eine davon war nun die Partie gegen Union Berlin. Für Vincent Kompany erneut die Gelegenheit, Spieler zu schonen, die angeschlagen sind. Unter anderem fehlten Jamal Musiala und Aleksandar Pavlović. Hinzu kamen die Sperren von Nicolas Jackson, Luis Díaz (beide rot) und Jonathan Tah (gelb).
Sechs von insgesamt 20 Spielern im Spieltagskader kamen deshalb vom Campus. Zählt man Lennart Karl noch dazu, sind es sogar sieben. Auch Josip Stanišić hat natürlich eine Historie am Nachwuchsleistungszentrum der Bayern, ist aber mittlerweile ein etablierter Profi. Bei Union Berlin stand mit Derick Köhn (spielte für die Amateure) zudem ein alter Bekannter in der Startelf und mit Woo-yeong Jeong ein weiterer ehemaliger Campus-Spieler im Kader.
Bundesjugendspiele also in der Allianz Arena, zumal auch Jonas Urbig (22) und Tom Bischof (20) weitere U23-Spieler im Kader sind. Die Startelf allerdings war voller Erfahrung. Vor Urbig verteidigten Konrad Laimer, Min-jae Kim, Dayot Upamecano und Stanišić. Leon Goretzka und Joshua Kimmich bildeten die Doppelsechs hinter Michael Olise, Karl und Serge Gnabry. Harry Kane ging auf Torejagd.
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FC Bayern München vs. Union Berlin: Die erste Halbzeit
Union Berlin startete in der aus den bisher zwei Duellen bekannten 3-5-2-Ausrichtung, agierte also defensiv mit Fünferkette.
Entsprechend gestaltete sich das Spiel auch: Bayern mit viel Ballbesitz, die Köpenicker tief verteidigend. Upamecano holte sich mit einem taktischen Foul früh eine Gelbe Karte. Die erste gute Chance hatten die Gastgeber in der 9. Minute als ein Chipball von Olise beinahe den Fuß von Kane fand. Der Engländer aber rutschte knapp am Ball vorbei.
In der 16. Minute gab es dann den ersten Abschluss: Karl zielte aus halbrechter Position aber zu zentral. Die Gäste probierten es derweil mit Kontern, kamen zunächst aber nicht weiter als zwei-, dreimal bis kurz vor den Münchner Strafraum.
Nach etwas mehr als 21 Minuten hatte Goretzka Glück, dass sein Foul leicht außerhalb des Strafraums war und Union nur Freistoß bekam. Der wiederum war so nah am Tor, dass Köhn an der Mauer hängen blieb. Pech hatte wiederum Karl, als er nach gutem Angriff über die linke Seite am Pfosten scheiterte, weil er es aus kurzer Distanz zu genau machen wollte (29.). Die erste Großchance im Spiel.
Lauter in der Arena wurde es dann erst wieder in der 39. Minute, als Kane eine missglückte Klärungsaktion beinahe nutzte, aus spitzem Winkel aber verzog. Bayern drückte jetzt auf die Führung, auch Goretzka scheiterte im Strafraum nur knapp (42.). Einige Sekunden später jubelten die Bayern dann aber: Olise zog nach innen und vollendete ins lange Eck (43.), nachdem Goretzka ihn sehenswert per Verlagerung in Szene setzte.
Und die Münchner hörten jetzt nicht auf. Quasi mit Pausenpfiff erhöhte Gnabry auf 2:0. Zuvor hatten sich Olise, Stanišić und Kimmich rechts gut freikombiniert.
FC Bayern München vs. Union Berlin: Die zweite Halbzeit
In der zweiten Halbzeit machten die Bayern die Tür direkt zu. Schon früh erzielte Harry Kane das 3:0 und entschied die Partie damit vor. Und Kane arbeitete an weiteren Toren. Zwei seiner Abschlüsse wurden abgefälscht oder geblockt. Auch Karl probierte es weiter, hatte in der 56. Minute seine zweite Großchance und scheiterte wieder.
Dann war Schluss für den engagierten, aber unglücklichen 18-Jährigen. Auch Upamecano ging vom Platz. Dafür kamen Raphaël Guerreiro und Tom Bischof. Stanišić rückte dafür in die Innenverteidigung, Bischof sortierte sich links in die Kette und Guerreiro übernahm die Zehnerposition. Die Talente mussten sich noch gedulden.
Indes erhöhte Gnabry in der 67. Minute per scharfem Abschluss aus halblinker Position auf 4:0. Kompany brachte wenig später Hiroki Ito für Kim (71.). Union war mit dem Rückstand gut bedient. Olise traf in der 78. den Pfosten, danach wurde das Spiel ein bisschen offener, weil die Münchner in den Schongang schalteten.
Dann kamen die Campus-Spieler – zumindest zwei von ihnen, denn mehr Wechsel waren ja nicht mehr da. Maycon Cardozo und Erblin Osmani ersetzten Gnabry und Goretzka. Osmani ist damit schon der zehnte Spieler vom Nachwuchsleistungszentrum, der unter Kompany sein Debüt für den FCB feiert. Kane wiederum verstolperte noch eine Riesenchance kurz vor dem Ende (90.) und drei Minuten später war auch schon Schluss. Ein verdienter und nie gefährdeter Sieg.
FC Bayern schlägt Union Berlin deutlich: Drei Dinge, die auffielen
Leon Goretzka arbeitet weiter am WM-Traum – auch Serge Gnabry überzeugt
Als der FC Bayern gegen Ende der ersten Halbzeit die Schlagzahl erhöhte und die Partie vorentschied, hatte Goretzka entscheidenden Anteil. Der zentrale Mittelfeldspieler verteilte die Bälle im Aufbau klug und spielte seine Stärken in der Offensive gleichzeitig aus. Eine gute Balanceleistung.
Kurz vor dem 1:0 rutschte er selbst knapp an der Führung vorbei, wenige Augenblicke später verlagerte er sehenswert auf den rechten Flügel und bereitete so das Olise-Tor vor. Goretzka ist aktuell in Topform und im Mittelfeld vielleicht so präsent wie schon sehr lange nicht mehr.
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Vor der WM kommt seine Topform genau richtig. Julian Nagelsmann hatte ihm bereits Spielzeit in Aussicht gestellt. In der Länderspielpause kann er nun so richtig Eindruck hinterlassen. Selbiges gilt übrigens auch für Gnabry, der gegen Union seine starke Form bestätigen konnte und ebenfalls um einen prominenten Platz im DFB-Kader kämpft.
Die Bundesliga ist durch, Bayern noch lange nicht
Eindruck hinterlassen haben die Bayern auch insgesamt. Von Beginn an zeigten sie gegen Union Berlin eine konzentrierte Leistung. Vorn fehlte zwar zu Beginn noch der Punch, aber hinten waren die Münchner sehr konzentriert. Bei zuvor neun Punkten Vorsprung und einigen Ausfällen hätte es ja durchaus sein können, dass der Spannungsabfall in der Liga etwas größer ist.
Doch nicht mit diesem FC Bayern. Gegen Union Berlin zeigten sie eine fokussierte Leistung, als wäre der Abstand zum BVB nur bei drei Zählern. Wichtig, um den Rhythmus zu behalten und wichtig, um jegliches Sensationspotenzial im Keim zu ersticken.
Und letztlich eben auch, um Talenten Spielzeit verschaffen zu können. Gegen Union wartete das Trainerteam allerdings ziemlich lange, wenn man bedenkt, wie früh die Partie schon entschieden war.
Die Rekordjagd des FC Bayern geht weiter
Mit dem 4:0 wird der Torerekord in der Bundesliga immer mehr zur Formsache. Diese Saison wird höchstwahrscheinlich eine historische für den FC Bayern. Die Frage ist eigentlich nur noch, wie sehr sie die 101 Tore übertrumpfen, die aktuell die Bestmarke darstellen. 97 Treffer sind es jetzt schon. Sieben Spiele sind noch zu absolvieren.
Und auch für Kane geht die Rekordjagd weiter. Der Mittelstürmer steht jetzt bei 31 Toren und braucht noch zehn bis zum Lewandowski-Rekord. Eine Jagd, die deutlich enger und interessanter werden dürfte als die der gesamten Mannschaft.


