Neue Liga ohne den FC Bayern? DFL plant U21-Bundesliga
Es ist ein leidiges Thema im deutschen Profi-Fußball: Wie geht man mit zweiten Mannschaften um, die bisher in den normalen Ligabetrieb integriert sind? Nicht selten ist von Wettbewerbsverzerrung die Rede, wenn Lizenzspieler plötzlich in der Regionalliga oder der 3. Liga Spielpraxis sammeln.
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Auch der FC Bayern hat in der Vergangenheit seine Amateure schon vereinzelt mit Kalibern wie Daniel van Buyten, Luca Toni oder Nils Petersen verstärkt. Nicht immer waren solche Einsätze von Erfolg gekrönt, doch das ist ein anderes Thema.
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Die ewige Diskussion: Wohin mit den zweiten Mannschaften?
Zweite Mannschaften, so der allgemeine Tenor, blockieren die sportliche Entwicklung anderer Teams, bringen keine Zuschauer mit in die Stadien und haben somit – zumindest aus fußballromantischen Gründen – keine Daseinsberechtigung.
Dass das deutsche Ligensystem nach der Regionalliga in einem Flaschenhals mündet und von fünf Regionalligen nur vier Meister aufsteigen, befeuert die Diskussionen um den Umgang mit den Nachwuchsteams umso mehr.
Kommt die U21-Bundesliga ab Sommer 2026?
Die DFL hat das Thema Nachwuchsförderung zur Chefsache erklärt und ein Experten-Gremium um Jürgen Klopp, Sami Khedira und Vereinsvertretern ins Leben gerufen. Wie bereits Ende 2025 durch einen Bericht des MDR bekannt wurde, soll, analog zum Fußball auf der Insel, eine reine U21-Bundesliga gegründet werden.
Klopp sagte Ende letzten Jahres in einem kicker-Interview: „Ich bin absolut davon überzeugt, dass uns eine eigene U-21-Liga helfen würde. Es geht nicht um einen Verein und darum, ob der happy ist. Es geht um die generelle Entwicklung, und irgendwas machen wir da nicht richtig, denn es kommt nicht genügend dabei raus.“ Diese Idee müsste die DFL-Mitgliederversammlung am 3. März allerdings erst absegnen. Die Teilnahme an diesem neuen Wettbewerb, so die bisherigen Informationen, soll freiwillig sein.
Was uns zur Frage bringt, wie der FC Bayern mit einer solchen U21-Bundesliga umgehen wird. Schaut man sich einmal den Kader der Regionalliga-Mannschaft der Amateure an, fällt auf, dass eine solche U21-Runde eine Konkurrenzveranstaltung zum Viertliga-Alltag wäre.
Im aktuellen Kader stehen 21 Spieler, die aktuell unter die Altersgrenze fallen würde. Darüber hinaus kommen für eine Vielzahl der Spieler noch Partien in der UEFA Youth League hinzu.
FC Bayern: Regionalliga Bayern oder U21-Bundesliga?
Eine Dreifachbelastung auf Vereinsebene wird der FCB vermutlich nicht eingehen. Somit bliebe nur die Entscheidung zwischen dem neuen Wettbewerb und Regionalliga. Gut möglich, dass man an der Säbener Straße den Fokus auf die Spiele in der bayerischen Heimat legen würde.
Das Team von Holger Seitz steht zwar in der Regionalliga im tabellarischen Mittelfeld, das wöchentliche Messen mit älteren, teilweise körperlichen Spielern könnte aber ein Argument pro Viertklassigkeit sein. Zumal die Spieler bei den Amateuren auch in einer Liga mit sportlichem Wert antreten, d. h. man spielt um den Aufstieg in eine höhere Liga anstatt in einer geschlossenen Junioren-Bundesliga ohne sportlichen Anreiz unterwegs zu sein.
Die neue Bundesliga, so heißt es, würde zur Saison 2026/2027 an den Start gehen, sollten die notwendigen Formalitäten geklärt sein. Dann womöglich ohne den FC Bayern. Eine offizielle Stellungnahme gibt es jedoch bisher nicht. Zumal andere Klubs davon durchaus profitieren könnten – nämlich vor allem jene, die ihre Zweitvertretungen in den letzten Jahren abgeschafft haben.
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