Linda Dallmann (FC Bayern) erzielte gegen die SGS Essen das 2:0.
Bild: Leonhard Simon/Getty Images

Fast-Food-Freitag: FC Bayern gewinnt nach frühem Doppelschlag bei SGS Essen

Florian 20.03.2026



José Barcala rotierte im Vergleich zum Auswärtssieg in Köln auf drei Positionen: Die zuletzt angeschlagene Franziska Kett, die wiedergenese Giulia Gwinn und Vanessa Gilles ersetzten Barbara Dunst, Magdalena Eriksson und Stine Ballisager. Auf Essener Seite fehlte die künftige Münchnerin Kassandra Potsi verletzungsbedingt.

Der spanische Übungsleiter entschied sich zudem, bei drei Außenverteidigerinnen (Simon, Gwinn und Kett) in der Startelf, eine Akteurin in die Offensive zu beordern: Kett, gelernte Offensivspielerin, übernahm den linken Flügel. Hinter ihr verteidigte wie gewohnt Carolin Simon. Eine Variante, die Miasanrot in der aktuellen Podcast-Folge bereits ins Spiel brachte um die verletzte Klara Bühl zu ersetzen.

Auftakt nach Maß: FC Bayern entscheidet Spiel in der Anfangsphase

Eine taktische Umstellung, die sich lohnen sollte. Es dauerte gerade einmal dreieinhalb Minuten ehe der Ball zum ersten Mal im Essener Tor lag. Von Pernille Harder im Zentrum kam der Ball über eine geschickte Verlagerung von Bernadette Amani auf die rechte Außenbahn zu Giulia Gwinn, die wiederum scharf in die Mitte passte und mit Harder im Zentrum eine Abnehmerin fand. Ein perfekter Start für die Münchnerinnen, die sofort auf das zweite Tor gehen wollten.

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Nach einem Ballbeginn im Zentrum wurde Franziska Kett auf der linken Seite ins Laufduell gegen Jacqueline Meißner geschickt, die Essener Kapitänin setzte zur Grätsche an, traf Ball und Gegnerin, die rote Karte nach acht Minuten war die Folge. Für die SGS Essen kam es noch bitterer: Den folgenden Freistoß köpfte Vanessa Gilles vor das Tor wo Linda Dallmann per Kopf (!) zum 2:0 vollendete.

Essen reagierte auf die Nackenschläge mit einer taktischen Umstellung. Laura Pucks, gelernte Innenverteidigerin und zu Beginn als Stoßstürmerin eingesetzt, wurde nach der Herausstellung von Meißner zurück ins Abwehrzentrum beordert. Ramona Maier versuchte sich fortan im Offensiv-Pressing.

In der Defensive half die Unterzahl den Gastgeberinnen ironischerweise zuerst. Das Team verteidigte kompakter und tiefer. Die Münchnerinnen, auch im Wissen um die komfortable Führung, schalteten einen Gang zurück, Torchancen waren in der Folge Mangelware.

Kein Durchkommen: SGS Essen verteidigt gut zu zehnt

Wer nach der Anfangsphase mit zwei frühen Toren und dem Platzverweis für Essen dachte, dass die Münchnerinnen nun im Minutentakt zu Torchancen kam, sah sich getäuscht. Das Barcala-Team dominierte die Partie, hatte naturgemäß mehr vom Spiel doch genauso Probleme gegen die vielbeinige lila-weiße Abwehr durchzukommen.

Zur Halbzeit hatte der FCB mehr als fünf Mal so viele Pässe gespielt wie das Kellerkind und dies auch präziser (92 zu 65 Prozent Passquote), 84 Prozent Ballbesitz, 3:0-Ecken und 6:0-Torschüssen untermauerten die Überlegenheit des deutschen Meisters zum Pausentee.

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Personell unverändert kam der FCB aus der Halbzeit zurück. Und auch am Spielgeschehen änderte sich wenig. Die FC Bayern Frauen ließen im Offensivspiel in einigen Szenen die Genauigkeit vermissen, erst in der 55. Minute kamen die Münchnerinnen zu einer guten Gelegenheit – Caruso, erneut auf der Zehn aufgeboten, scheiterte allerdings per Kopf an SGS-Torhüterin Palmen. Nach dem Eckball hatte Amani die Chance zum dritten Treffer, im Verbund konnte Essen allerdings klären.

Der FC Bayern schaffte es in dieser Phase selten, die gegnerische Abwehrkette auseinander zu ziehen und die Überzahl über die Außenbahnen zu überspielen. Viel ging an diesem Freitagabend durch die Mitte, so auch ein Abschluss von Linda Dallmann nach gut einer Stunde, der an den Pfosten klatschte.

Harder trifft vom Punkt – FC Bayern mit 19. Saisonsieg

José Barcala reagierte kurz darauf und brachte Ballisager und Padilla-Bidas für Stanway und Gwinn, Caruso sortierte sich fortan auf der Sechs ein, die Dänin übernahm schon wie gegen Köln die rechte Abwehrseite.

In der 67. Minute erhielt der FCB dann die Chance auf den dritten Treffer. Angespielt von Dallmann dribbelte Harder aus dem Strafraum, ehe sie von Berentzen zu Fall gebracht wurde. Ein unnötiges Einsteigen der Abwehrspielerin, die gefoulte Dänin bedankte sich und traf zum 3:0 vom Punkt.

Der FC Bayern machte in der 71. Minute endgültig den Deckel auf dieses Spiel. Eine Hereingabe von Simon verwertete Padilla-Bidas aus kurzer Distanz zum 4:0. Mit Dunst (für Amani), Imade (für Harder) und Zähringer (für Caruso) brachte Barcala kurz danach frisches Personal auf den Rasen.

Die Gastgeberinnen konnten in dieser Spielphase das Tempo der Tabellenführerinnen nicht mitgehen und mussten dem kräftezerrenden Spiel Tribut zollen. Die Lücken im Abwehrverbund der SGS Essen wurden nun merklich größer und insbesondere Carolin Simon hatte weiter Spaß am Angriffsspiel und initiierte Angriff um Angriff.

Ein Flankenball von der rechten Seite war es allerdings, der das fünfte Tor einleitete. Dunst fand im Zentrum Ballisager, die per Kopf auf Imade ablegte. Die Angreiferin konnte ungehindert zum 5:0 einköpfen. Fun Fact: Keines ihrer vier Pflichtspieltore konnte die Stürmerin am heimischen Campus erzielen.

Dort sind die Bayern Frauen wieder am 28. März zu bewundern wenn man auf den 1. FC Nürnberg trifft. Davor misst man sich gegen Manchester United, am Mittwoch (21:00 Uhr) steigt das Hinspiel im legendären Old Trafford.

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