Ausfall zur Unzeit? Klara Bühl reist vom DFB-Team ab
Klara Bühl musste die Länderspielreise mit dem DFB-Team vorzeitig beenden. Die Offensivspielerin des FC Bayern ist wegen muskulärer Beschwerden nach München zurückgekehrt. Dort wird sie genauer untersucht.
Das gaben DFB und FCB bekannt. Eine genaue Diagnose gibt es entsprechend noch nicht. Die schnelle Abreise ist jedoch kein Indiz dafür, dass zwei, drei Tage Ruhe ausreichen werden.
Bei den Bayern dürfte diese Meldung starke Unruhe auslösen. Bühl ist in dieser Saison die wohl wichtigste Offensivspielerin des FCB. Mit 28 Torbeteiligungen in 24 Partien ist die 25-Jährige zumindest Top-Scorerin.
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Klara Bühl ist beim FC Bayern nicht zu ersetzen
Wie wichtig Bühl für die Münchnerinnen ist, zeigt sich auch an weiteren Statistiken. Laut Wyscout kommt sie in allen Wettbewerben auf 1,89 Schlüsselpässe pro 90 Minuten – also Pässe, die unmittelbar zu einer guten Torchance führen. Auf Platz zwei folgt Carolin Simon mit 1,02. Auch bei den anhand der Chancenqualität erwarteten Assists hat sie mit 0,82 pro 90 Minuten einen riesigen Vorsprung auf Giulia Gwinn (0,33), die auf dem zweiten Platz folgt.
3,27 Deep Completions – also erfolgreiche Pässe in die Gefahrenzone vorm gegnerischen Tor im Radius von 20 Metern – sind pro 90 Minuten mehr als Harders 2,34 auf dem zweiten Platz. Dass sie auch bei Dribblings die klare Nummer eins des Kaders ist, überrascht ebenfalls kaum: 9,39 pro 90 Minuten (59 Prozent Erfolgsquote) sind mehr als doppelt so viele wie die vier von Barbara Dunst und dreimal so viele wie die 3,13 von Franziska Kett, die beide nach Bühl folgen.
Kurzum: Auch wenn zumindest Harder mit 24 Torbeteiligungen nah an Bühl dran ist und die Dänin ebenfalls eine große Bedeutung für das Bayern-Spiel hat, ist Bühl das Nonplusultra. Die Abhängigkeit von ihr ist enorm, weil sie schlichtweg eine Weltklasse-Spielerin ist.
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Einen echten Ersatz gibt es dementsprechend nicht für sie. Noch mehr Last würde damit auf den Schultern von Harder liegen. Auch Linda Dallmann stünde mit ihrer Erfahrung noch stärker im Fokus. José Barcala könnte mit Franziska Kett den Versuch starten, die dann fehlende Dribbelstärke etwas aufzufangen. Kett ist eine der besten Spielerinnen im Eins-gegen-eins im Kader des FCB und eigentlich gelernte Offensivspielerin. Ihr Output ist aber selbstverständlich nicht vergleichbar mit dem von Bühl.
Nicht nur Klara Bühl könnte dem FC Bayern fehlen
Sollte Bühl länger ausfallen, könnte das schwerwiegende Folgen für den weiteren Verlauf der Saison haben. Am 25. März steht das Auswärtsspiel in der Champions League bei Manchester United auf dem Programm, am 1. April das Viertelfinal-Rückspiel in der Allianz Arena.
Bühl hat also nicht mal vier Wochen, um wieder fit zu werden. Ein Muskelfaserriss könnte diesen Zeitplan bereits kompliziert machen – je nach Schwere des Risses. Zumal die Bayern noch ein weiteres großes Problem haben: Auch Momoko Tanikawa und Bernadette Amani werden erstmal fehlen.
Erstere nimmt mit Japan vom 1. bis 21. März am AFC Women’s Asian Cup in Australien teil. Sollte Japan das Finale erreichen, wird ein Comeback in der Champions League am 25. März mit möglichem Jetlag eine Herausforderung für Tanikawa. Amani dürfte derweil beim Afrika Cup zwischen dem 17. März und dem 3. April involviert sein. Für die Testspiele der Elfenbeinküste zuvor ist sie zumindest nominiert. Es wäre eine Überraschung, würde sie beim Afrika Cup nicht teilnehmen.
Der Kader der Bayern ist nun also merklich dünner geworden. Die Probleme im Mittelfeld werden kaum kleiner und in der Offensive könnte ein längerer Ausfall von Bühl die Saisonziele in Gefahr bringen. Noch aber gibt es Hoffnung beim FC Bayern, dass die muskuläre Verletzung nicht allzu schwer ist.



