FC Bayern, Gewinnerinnen und Verliererinnen der Hinrunde: Die junge Generation überragt
Die FC Bayern Frauen sind vor der Winterpause mit einem 3:0-Sieg bei Bayer Leverkusen in die Rückrunde gestartet. In der Bundesliga überwintern sie mit sechs Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz. Zudem haben sie sich sowohl im DFB-Pokal als auch in der Champions League für das Viertelfinale qualifiziert.
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Diese sehr gute erste Saisonhälfte ist natürlich auf einige gute Leistungen vieler Spielerinnen zurückzuführen. Darunter sind nicht nur Leistungsträgerinnen wie Georgia Stanway oder Pernille Harder positiv aufgefallen, sondern auch Spielerinnen deren Leistung im Vergleich zur Vorsaison überraschend gut war. Aber es gab natürlich auch Spielerinnen, deren Leistungen im Vergleich zur vorherigen Spielzeit abfiel.
Im Folgenden blickt Miasanrot auf die Gewinnerinnen und Verliererinnen der Bayern. Wer konnte besonders überzeugen? Wer konnte nicht an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen?
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FC Bayern Frauen: Gewinnerinnen und Verliererinnen der ersten Saisonhälfte 25/26
Gewinnerin: Franziska Kett
Für viele war sie wohl die Überraschung des Jahres 2025: Nachdem Franziska Kett zwar schon einige Jahre Teil der ersten Mannschaft war, stand sie bis dahin nicht im Vordergrund und hatte immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Nach ihrem Debüt für die deutsche Nationalmannschaft im Frühjahr zeigte sie bei der Europameisterschaft in der Schweiz sehr gute Leistungen im Viertel- und Halbfinale.
Und danach konnte sie in der neuen Saison nicht nur an diese Leistungen anknüpfen, sondern sie schaffte es zudem auch Spiel für Spiel konstant sehr gut zu sein. Besonders positiv fiel dabei auf, dass sie ohne Qualitätsunterschiede auf der rechten und linken Außenverteidigerposition spielen kann.
Diese Variabilität und ihre überzeugenden Leistungen führten dazu, dass sie in dieser Saison zur Stammspielerin aufstieg und bisher in 17 Spielen in der Startelf stand. Zudem konnte sie ihre Leistungen mit ihrem ersten Tor der Saison beim Spiel gegen Leverkusen zum 1:0-Zwischenstand krönen. Kett ist mittlerweile mehr als ein Talent und klare Leistungsträgerin im Team.
Verliererin: Tuva Hansen
Während Kett sich zu einem festen Bestandteil der Abwehr der Bayern entwickelt hat, kann Tuva Hansen bisher auf deutlich weniger Einsatzzeiten zurückblicken. Die Defensiv-Allrounderin kam bislang zu sieben Einsätzen in der laufenden Saison und stand lediglich zweimal davon in der Startelf. Insgesamt kommt sie damit bisher nur auf 272 Einsatzminuten.
Durch eine Verletzung am Sprunggelenk, die sie sich im Oktober zugezogen hat, musste die Norwegerin zwar etwa anderthalb Monate pausieren, aber dennoch nahm sie in vielen Spielen lediglich auf der Bank Platz. Auch in der Champions League kam sie bisher zu keinem Einsatz.
In der vergangenen Saison war Hansen hingegen eine der Stammspielerinnen. Meist spielte sie in der Innenverteidigung und half oft auch außen aus. Sie gehörte zwar nicht zu den auffälligsten Spielerinnen, aber sie bewies Konstanz über die Saison und steigerte ihre Leistungen im Vergleich zu den Vorjahren. Sie wurde dafür auch von Miasanrot neben Carolin Simon und Sarah Zadrazil als Unsung Heroine ausgezeichnet.
In dieser Saison erhielten jedoch nicht nur Kett oder auch Katharina Naschenweng nach ihrem Comeback auf außen meist den Vorzug vor ihr, sondern auch in der Innenverteidigung neben Magdalena Eriksson und Glódis Perla Viggósdóttir die Neuzugänge Stina Ballisager und Vanessa Gilles.
Gewinnerin: Ena Mahmutovic
Zu Beginn dieser Saison legte sich der Cheftrainer José Barcala auf Ena Mahmutovic als Nummer 1 im Tor fest. Abgesehen von einer Pause aufgrund einer Sprunggelenksverletzung spielte Mahmutovic nahezu jedes Spiel für die Bayern.
Damit konnte sich Mahmutovic gegen ihre Konkurrentin Mala Grohs durchsetzen, nachdem sich Barcala während der Vorbereitung dazu entschieden hat, eine feste Stammtorhüterin zu wählen. Bisher konnte Mahmutovic das Vertrauen überwiegend zurückzahlen.
Ihre Konstanz verbesserte sich und sie zeigte einige starke Paraden. Auf der anderen Seite wurde jedoch auch immer mal wieder sichtbar, dass sie noch einige Unsicherheiten in ihrem Spiel hat und ihr verständlicherweise noch Erfahrung fehlt. Dennoch hat Mahmutovic das Potenzial zum großen Durchbruch.
Verliererin: Mala Grohs
Mala Grohs wiederum ist bisher die Verliererin um den Stammplatz im Tor der Bayern. Bisher hat sie lediglich sieben Spiele absolviert und kam abgesehen von der Bundesligapartie gegen Jena nur während der Verletzung von Mahmutovic zum Einsatz.
In der Vorsaison unter Alexander Straus teilten sich Mahmutovic und Grohs hingegen aus unterschiedlichen Gründen die Minuten auf. Nachdem Barcala sich auf Mahmutovic festgelegt hatte, verwies er auch darauf, dass es „in einer langen Saison nicht nur eine Torhüterin braucht und deshalb alle wichtig sind“. Durch die Verletzung von Mahmutovic und Grohs‘ Vertretung hat sich dies zwar bestätigt, jedoch kam Grohs danach nicht auf weitere Einsatzzeiten.
Es ist daher fraglich, ob sich Grohs mit dieser Situation noch in München zufriedenstellt oder ob die Bayern bald auf die gute Torhüterin verzichten müssen. Ihr Vertrag läuft im Sommer aus, daher wäre auch ein vorzeitiger Wechsel in dieser Transferperiode denkbar.
Gewinnerin: Klara Bühl
Klara Bühl gehörte schon in den vergangenen Jahren zu den Leistungsträgerinnen der Bayern. In dieser Saison schafft sie es jedoch nicht nur einzelne Spiele zu entscheiden oder ab und an ihre Weltklassequalitäten zu zeigen, sondern konstant auf diesem Niveau zu spielen.
Sie hat bisher wettbewerbsübergreifend die zweitmeisten Einsatzminuten (1.586) und sieben Tore sowie 20 Vorlagen. Damit hat sie nicht nur die meisten Scorerpunkte der Bayern, sondern mit 18 Punkten in der Bundesliga sowie 9 Punkten in der Champions League jeweils die meisten des Wettbewerbs.
Diese guten Statistiken und ihr unermüdlicher Antritt über die linke Seite sowie ihre Konstanz haben bisher einen großen Anteil an den sehr guten Leistungen der Bayern. Es gab einige Spiele, die durch die individuelle Klasse von Bühl entschieden wurden und zwischenzeitlich wurde das Offensivspiel der Bayern lediglich über die linke Seite von Bühl torgefährlich.
Verliererin: Lea Schüller
Lea Schüller hingegen gelang in dieser Saison keine Leistungssteigerung bei den Bayern. Sie kam zwar auf insgesamt 17 Einsätze, aber stand davon nur neunmal in der Startelf. Es gelang ihr zwar dennoch, acht Tore und drei Vorlagen zu erzielen.
Es entstand jedoch der Eindruck, dass Barcala sie meist nur dann von Beginn an einsetzte, wenn seine favorisierte Aufstellung offensiv nicht möglich war. Zu dem Spielsystem von Barcala scheint eher eine Angreiferin zu passen, die ihre spielerischen Qualitäten auch im Ballbesitz, im Pressing und im Defensivverhalten zeigen kann. Schüller ist hingegen eine Stürmerin, die gerne den direkten Weg in den Strafraum und zum Tor sucht oder auch gerne im Sechzehner bereit steht und dort treffsicher mit ihrem Kopf ist.
Zwischen den Feiertagen wurde dann bekannt, dass Schüller vorzeitig den Verein verlassen wird und zu Manchester United nach England wechselt. Dieser Wechsel hatte sich zuvor schon abgezeichnet und gibt nun vielleicht beiden Parteien die Chance zu einem Neuanfang.
- Offiziell! Lea Schüller wechselt zu Manchester United
- Die Hintergründe: Warum Lea Schüller den FC Bayern verlässt
Gewinnerin: Momoko Tanikawa
Nachdem Momoko Tanikawa nach einer Leihe zum FC Rosengard im Januar 2025 zu den Bayern kam, schaffte sie es trotz der Eingewöhnung und einer Sprunggelenksverletzung ihr Talent zu zeigen. In dieser Saison folgte dann ihr Durchbruch.
Schnell wurde deutlich, dass Barcala viel Vertrauen in sie setzt und dass sie sich als Stammspielerin etabliert hat. Zur Winterpause hat sie nun wettbewerbsübergreifend die drittmeisten Einsatzminuten (1.552) und zusammen mit Alara die meisten Einsätze (22). Bevorzugt wurde Tanikawa auf der 10er-Position eingesetzt und konnte dort ihre offensiven Qualitäten sowie ihre Torgefahr zeigen.
Als es jedoch zu diversen Verletzungen bei den defensiven Mittelfeldspielerinnen kam, spielte Tanikawa auch dort an der Seite von Georgia Stanway oder später Arianna Caruso. Auf dieser Position zeigte Tanikawa vor allem zu Beginn immer mal wieder defensive Schwächen. Im Laufe der Saison gelang es ihr jedoch, sich mehr zu stabilisieren und auch während des Spiels die Positionen ohne Schwierigkeiten zu wechseln.
Tanikawa gelang es in dieser Saison, trotz ihrer bisher kurzen Zeit bei den Bayern zu einem wichtigen Bestandteil des Kaders zu werden und immer wieder ihr Talent unter Beweis zu stellen. Als Bestätigung in ihre Entwicklung beim FC Bayern wurde zudem im November ihr Vertrag bis 2029 verlängert.
Verliererin: Lena Oberdorf
Nachdem Lena Oberdorf die gesamte letzte Spielzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses, den sie sich kurz vor Olympia 2024 zugezogen hatte, verpasst hatte, war die Vorfreude auf ihre erste „richtige“ Saison für die Bayern groß.
Mit dem Pflichtspieldebüt nach einer Einwechselung beim Gewinn des Supercups startete Oberdorf nach Maß und konnte im Anschluss einige gute Leistungen zeigen. In der Bundesliga machte sie zudem drei Tore. Doch bevor Oberdorf wieder richtig in den Rhythmus kommen konnte und an ihr Leistungsniveau vor der schweren Verletzung anknüpfen konnte, hat sie sich den zweiten Kreuzbandriss zugezogen.
Das bedeutet erneut eine lange Ausfallzeit, noch bevor sie sich im Mittelfeld der Bayern richtig etablieren und die Hoffnungen bestätigen konnte, dass sie mit ihrer Qualität den Münchnerinnen zu weiteren Erfolgen beitragen kann. Damit gehört Oberdorf ebenfalls zu den Verliererinnen dieser Saison – auch wenn sie natürlich die größte Leidtragende bei dieser erneuten schweren Verletzung ist.
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