3:0-Sieg! Bayern setzt Düren matt

Christopher Trenner 15.10.2020

Dinge, die auffielen

1. Neuzugänge im Fokus

Im Fokus standen vor allem die neuen Spieler. Ein Quartett hatte es bei den Feldspielern in die Startelf geschafft. Sarr als Rechtsverteidiger, Roca im Mittelfeld, Costa auf der Außenbahn und Choupo-Moting im Sturm. Natürlich fehlte der Mannschaft, die so noch nie zusammengespielt hat, die Automatismen. Das Kombinationsspiel stockte gegen einen Gegner, der sich nicht versteckte und ein hohes Mittelfeldpressing spielte.

Roca versuchte, dem Spiel Struktur zu geben, was in Ansätzen gelungen ist. Gut waren seine öffnenden Flanken aus dem Zentrum. Verbesserungsfähig ist sein Kopfballspiel. Hier sah der Neuzugang teilweise sehr ungeschickt aus. In der Summe ein unauffälliges Debüt, was für einen Sechser aber nicht negativ sein muss.

Costa gab das gewohnte Bild ab. Viele Dribblings, vertikale Läufe in die Schnittstellen und Fernschüsse. Seine beste Szene war aber der Steilpass auf Sarr vor dem 1:0. Costa zeigte wie unter einem Brennglas, was ihn schon während seiner ersten Zeit in München auszeichnete bzw. was man nicht von ihm erwarten sollte.

Choupo-Moting ließ sich zunächst viel fallen, da sich Bayern schwer tat, wirklich konstant Chancen zu erspielen. Hatten die Münchner welche, war Choupo-Moting beteiligt. In der 18. Minute vergab er die bis dato größte Bayern-Möglichkeit. Sechs Minuten später machte es der Bayernstürmer besser. Nach einer Hereingabe überwand er Jackmuth. Wenig später holte er einen Elfmeter raus. In der zweiten Halbzeit hatte dann Pech mit seinen Abschlüssen – und traf dann doch noch zum 3:0. Ein gelungenes Debüt.

Bemerkenswert war auch das Debüt von Sarr. Der Rechtsverteidiger zeigte, welches Profil er zu den Münchnern mitbringt. Ein schneller Verteidiger mit offensiven Fähigkeiten, dessen Qualität von sehr gut (Vorlage zum 1:0) bis Augenrollen reichte. In die Aktionen des Franzosen mehr Stabilität reinzubekommen, wird die Aufgabe von Flick sein. Wobei Sarr eben genau der diametrale Partner zu Pavard ist.

2. Stiller Schrei nach Liebe

Durch die vielen Debütanten, gab es für die Amateuer-Spieler keinen Platz in der Startelf. Lediglich Musiala, der in dieser Saison bereits drei Bundesliga-Spiele bestritten hat, stand in der Startelf. Angelo Stiller, der in der letzten Drittliga-Saison eine tragende Säule war, hatte trotz Gerüchte keine Chance auf die Startelf. Zugegeben – Stiller gehörte bisher nicht dem Profi-Trainingskader an. Von daher ist Flicks Entscheidung nachvollziehbar und dennoch ein Fingerzeig Richtung Stiller und den Amateurspielern.

Stiller bekam dann dennoch die komplette zweite Halbzeite von Flick. Für ihn blieb Süle in der Kabine. Stiller hatte einige schöne Momente, vor allem auf engem Raum, wo er seine Übersicht ausspielen konnte. Nach 60 Minuten bekamen Dajaku und Sieb noch Spielzeit. Gerade der 17-jährige Sieb deutete sein Potenzial an. Er hatte einige Läufe und zeigte viel Übersicht in seinen Aktionen, musste allerdings in der 84. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

3. Nübel – nicht übel

Alexander Nübel hatte eine komplizierte Rückrunde bei Schalke 04. Nachdem sein Wechsel zum FC Bayern klar war, begann eine Phase, die von viel Unsicherheit geprägt war. Mal schenkte ihm Wagner das Vertrauen, mal saß er draußen. Meisten, bis sein Konkurrent Schubert ebenfalls patzte. Positiv auf seine sportliche Leistungsfähigkeit hatten sich die Rochaden jedenfalls nicht ausgewirkt. Umso wichtiger war es für Nübel, bei Bayern einen gelungen Einstand zu feiern. Düren hatte eine handvoll Aktionen, wo Nübel sicher auf dem Posten war. Auffällig war sein Aufbauspiel. Hier hat er dazu beigetragen, dass durch das relativ hohe Pressing von Düren keine unnötige Hektik ins Bayern-Spiel kam. Ein solider Auftakt.

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