FC Bayern München – FC Augsburg 6:0 (2:0)

Christopher Trenner 01.04.2017

Falls Ihr es verpasst habt:

Carlo Ancelotti überraschte etwas mit der Aufstellung und berücksichtigte wohl schon jetzt die Spiele gegen Borussia Dortmund und Real Madrid. Neben dem verletzten Manuel Neuer saßen David Alaba, Arturo Vidal, Arjen Robben und Xabi Alonso nur auf der Bank. In die Startelf schafften es dafür Sven Ulreich, Juan Bernat, Joshua Kimmich und Kingsley Coman.

FC Bayern gegen FC Augsburg #FCBFCA – Grundformationen: 4-3-3 vs. 3-5-2

Ebenfalls von Beginn an spielte Jerome Boateng, der den gesperrten Javi Martinez ersetzte. Taktisch blieb es beim gewohnten 4-3-3.

Auf Seiten der Augsburger entwurzelte Trainer Baum seine halbe Startelf. Insgesamt sechs Wechsel gab es. Unter anderem spielten Janker und Kacer als Innenverteidiger in der 3-5-2 Grundformation.

Entgegen vieler schleppender Starts in der Bundesliga in der Saison, spielte der FC Bayern bereits in den Anfangsminuten gefährlich nach vorne. Allerdings war der letzte oder vorletzte Pass meist zu ungenau, weshalb sich in den ersten 10 Minuten keine Torgefahr entwickelte.

Augsburg stand überraschend tief und verlor schon zu Beginn des öfteren die Ordnung. Mit sechs bis sieben Spielern bildete der FCA im eigenen Strafraum die “letzte Kette”. Erst nach den ersten 15 Minuten fand die Mannschaft von Manuel Baum besser in die Partie und versuchte es mit zaghaften Pressingversuchen.

Mangelte es bis zur 17. Minute an den Zuspielen, zeigte einmal mehr Thiago wie es geht. Aus dem Halbfeld chippte der Spanier den Ball diagonal auf Lewandowski, der sechs Augsburger aus dem Spiel nahm. Ein Weltklassepass. Die gleiche Qualität hatte aber auch die Verwertung von Robert Lewandowski, bei der Ballmitnahme und Torschuss eine fließende Bewegung darstellte. Der Schuss landete unhaltbar für Hitz im Winkel. Das 1:0 für den FC Bayern. Ein weiterer Beleg der individuellen Qualitäten des FC Bayern.

Die Führung gab den Münchnern Sicherheit in den Aktionen und Augsburg stand nach dem Treffer noch tiefer. Thiago konnte so 25 Meter vor dem Tor ohne Gegenwehr schalten und verwalten, wie er wollte. In einer Szene zog er das Tempo etwas an und legte überlegt auf Müller weiter. Dessen Fernschuss klatschte an den Pfosten. Bereits der 19. Aluminiumtreffer in dieser Saison für die Bayern. Nur wenige Minuten später traf Müller mit einem erneuten Fernschuss, diesmal von der linken Seite, wieder nur den Pfosten.

Im dritten Anlauf klappte es dann für Müller. Lewandowski lässt sich auf die rechte Seite fallen und nimmt einen Diagonalpass von Ribery auf. Seine flache Hereingabe springt vor Hitz auf, so dass dieser den Ball nicht klären kann. Dahinter steht Müller, der mit dem linken Knie zum 2:0 traf.

Der FC Bayern zeigte in den ersten 45 Minuten einen souveränen Auftritt, für den er nicht voll ans Limit gehen musste. Dank der individuellen Qualität von Thiago, Müller und Lewandowski stand es zur Halbzeit 2:0.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste Halbzeit mit viel Ballbesitz für den FC Bayern und traumhaften Toren. In der 55. Minute schickt Ribery Lewandowski steil und dieser setzt sich gegen Danso durch und trifft aus 11 Metern ins untere linke Eck.

Nur sechs Minuten später krönte Thiago seine Leistung. Mit überragenden Kurzpässen im Augsburger Strafraum wird Lewandowski freigespielt. Dieser legte per Hacke auf Thiago, der ins leere Tor einschieben kann.

In einer Phase in der nicht mehr jeder Angriff konsequent ausgespielt wurde, gelang dem FC Bayern ein Doppelschlag. Zunächst traf Lewandowski zum dritten Mal an diesem Nachmittag. Boateng schlägt einen langen Ball auf Müller, der an Hitz scheitert, doch Lewandowski drückt den Abpraller mit den Kopf über die Linie.

Fast ein Spiegelbild des 5:0 war das 6:0, dass nur 97 Sekunden später fiel. Boateng spielt einen langen Ball auf Müller, der den Ball diesmal annehmen kann und aus halbrechter Position ins kurze Ecke treffen konnte. Sein zweiter Treffer an diesem Tag.

Anschließend erlebten viele Fans eine Schrecksekunde, als Müller sich zunächst lange auf der Bank behandeln ließ, aber dann für die letzten Minuten zurück aufs Feld kehrte.

Der FC Bayern gewann letztendlich auch in der Höhe verdient mit 6:0 und kam damit dem Titelgewinn wieder ein Stück näher. Bereits am Dienstag kommt es zum nominellen Topspiel in Hoffenheim. Dort tritt der Tabellenerste beim Dritten an.

3 Dinge die auffielen

1. Thiago

Der FC Bayern spielte gefällig in den ersten 15 Minuten, doch eine ernsthafte Torchance will sich nicht ergeben. Erst der Weltklassepass von Thiago ändert die Partie. Wir haben Thiago an dieser Stelle schon oft gelobt, aber seine herausragende Stellung innerhalb dieser Mannschaft ist nach wie vor bemerkenswert. In einem taktisch nicht anspruchsvollen System erfüllt Thiago dennoch eine wichtige Aufgabe. Er verknüpft Abwehr, Mittelfeld und Angriff und lässt somit jeden Angriff aussehen, als wäre dieser an einem seidenen Faden zusammengesponnen.

Thiago hat in dieser Saison gut lachen.
(Bild: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images)

Der Treffer zum 4:0 war der i-Punkt auf eine erneut grandiose Leistung. Neben dem Treffer überzeugten 117 Ballkontakte, eine Vorlage, zwei weitere Key-Pässe und auf der defensiven Habenseite sechs Interceptions. Und das innerhalb 65 Minuten. In der jetzigen Verfassung sollte der FC Bayern seinem besten Spieler einen Blanko-Vertrag vorlegen. So gut spielt Thiago aktuell.

2. Ribery & Coman mit interessantem Stellungsspiel

Die beiden französischen Flügelspieler klebten nicht auf der Außenbahn fest, sondern zogen immer wieder in die Mitte. Dadurch öffnete sich zum Teil viel Raum für die Außenverteidiger Bernat und Lahm, weil diese auch gezielt die Laufwege der Winger kreuzten. Dank zusätzlicher Ausweichbewegungen von Müller und Lewandowski entstand so eine fluide Spielweise, die die Augsburger Dreier-/Fünferkette vor unlösbare Aufgaben stellte. Sowohl beim 1:0, dem 2:0 und 3:0 waren Coman und Ribery involviert. Mit Aktionen aus dem Halbraum. So ergaben sich bei den ersten beiden Treffern Räume, die die anderen Bayern-Spieler für Assists nutzen konnten. Das 3:0 war dann eine direkte Ribery-Vorlage.

Die Spielfreude die vor allem Ribery ausdrückte, lässt sich auch in seinen drei gewonnen Dribblings und fünf Key-Pässen ablesen. Bei Coman waren es immerhin zwei Dribblings und ein Key-Pass.

3. Gelungene Rotation

Neun Spiele im April stehen für den FC Bayern im Terminkalender. Eigentlich alle drei Tage ein Spiel. Hinzu kommen viele Reisen, die die Kräfte des gesamten Kaders fordern wird. Ancelotti wird mehr denn aufs Kadermanagement achten müssen. Die Partie gegen Augsburg bildete hier den Auftakt. Vidal, Alaba und Robben wurden geschont, da sie zum Teil viel in der Nationalmannschaft spielten. Hummels und Thiago wurden zudem früh ausgewechselt.

Auffällig bei diesen vielen Wechselspiel war, dass es keinerlei Leistungsabfall gab. Die 11 Spieler die auf dem Platz standen harmonierten. Ein Bundesliga-Blues, der den FC Bayern in den letzten drei Jahren im Frühjahr öfters befallen hat, war nicht zu sehen. Die anstehenden Aufgaben gegen Hoffenheim und Dortmund werden zeigen, ob dieser Rhythmus gehalten werden kann.

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FC Bayern – FC Augsburg 6:0 (2:0)
FC Bayern Ulreich – Lahm, J. Boateng, Hummels (72. Rafinha), Juan Bernat – Kimmich, Thiago (65. Renato Sanches) – Coman (62. Robben), T. Müller, F. Ribery – Lewandowski
Bank Starke – Alaba, Fe. Götze, Vidal
FC Augsburg Hitz – Danso, Kacar, Janker – Verhaegh (80. Schmid), Rieder, Kohr, Max – Moravek (46. Teigl) – Bobadilla (46. Halil Altintop), Ji
Bank Luthe – Leitner, Usami, Finnbogason
Tore 1:0 Lewandowski (17.), 2:0 T. Müller (36.), 3:0 Lewandowski (55.), 4:0 Thiago (62.), 5:0 Lewandowski (79.), 6:0 T. Müller (80.)
Karten Gelb: – / Kohr, Janker
Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle)
Zuschauer 75.000 (ausverkauft)

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