Leon Goretzka und Manuel Neuer mit der Meisterschale beim FC Bayern
Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Abschiedsparty für Goretzka und Co. ! Der FC Bayern gewinnt den Saisonabschluss

Lennart 16.05.2026

Das Ende einer ereignisreichen Saison stand an. Im sonnigen München lud der FC Bayern den 1. FC Köln zum letzten Tanz der Bundesliga-Saison 2025/26. Die sportliche Bedeutung hielt sich für beide Vereine in Grenzen.

Über der Partie schwebten vor allem die letzten Bundesliga-Auftritte von Leon Goretzka, Raphaël Guerreiro und Chelsea-Leihgabe Nicolas Jackson sowie auch der Abschied von Schiedsrichter-Legende Deniz Aytekin. Vor allem bei Goretzka wurde es laut. Der Mittelfeldspieler durfte am Ende auch die Meisterschale zuerst in die Luft strecken und stand in der Südkurve, um gemeinsam mit den Fans nochmal ordentlich zu feiern.

Vincent Kompany hielt sich mit großen Startelfexperimenten zurück und setzte weitgehend auf vertraute Namen. Mit Goretzka durfte einer der verabschiedeten Spieler neben Joshua Kimmich beginnen. Erwähnenswert waren außerdem Lennart Karl sowie Tom Bischof auf der Linksverteidigerposition.

Manuel Neuer stand nach der spielfreien Woche wieder in der Bundesliga zwischen den Pfosten und konnte seine frisch bekannt gegebene Vertragsverlängerung noch einmal auf dem Platz feiern. Jackson und Guerreiro mussten sich zunächst mit der Bank begnügen.

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FC Bayern vs. 1. FC Köln: Der Spielverlauf

Der Rekordmeister startete motiviert und näherte sich innerhalb der ersten zehn Minuten mehrfach dem Kölner Tor an. Bis dann in der zehnten Minute eine Karl-Flanke aus dem rechten Halbfeld Harry Kane fand, der den Ball per Volley durch die Beine eines Kölner Verteidigers zum 1:0 verwandelte.

Nur drei Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Gäste. Nach einer Freistoßvariante, bei der Kimmich den Ball kurz antippte, hatte Kane freie Schussbahn und traf flach in das linke untere Eck. Das 35. Bundesligator des Engländers in dieser Saison.

Allerdings konnte Kölns Shootingstar Said El Mala einen Ballverlust von Jamal Musiala mit einem beeindruckenden Sprint über das halbe Feld bestrafen und den 2:1-Anschlusstreffer erzielen. Nach Musialas Fehler in der gegnerischen Hälfte konnte kein Bayern-Spieler mehr eingreifen, ehe der U21-Nationalspieler Neuer überwand.

Doch das erste Viertel der Partie hatte noch ein weiteres Tor zu bieten. Der stark aufspielende Karl konnte nach einem Doppelpass mit Konrad Laimer den Ball von rechts flach in die Mitte spielen, wo der lauernde Bischof aus knapp 20 Metern sehenswert verwandelte. Diese Abschlussposition scheint langsam zu seiner Spezialität zu werden.

Nach vier Treffern in 22 Minuten beruhigte sich die Partie zunächst. Luis Díaz und Karl hatten weitere Chancen, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Kurz vor dem Pausenpfiff traf Musiala aus kurzer Distanz noch wuchtig den Pfosten, konnte seinen Fehler vor dem Gegentor jedoch zunächst nicht wiedergutmachen.

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2. Halbzeit: Die Bayern machen in der zweiten Halbzeit alles klar

Zu Beginn der zweiten Hälfte durfte auch Josip Stanišić ran und ersetzte Laimer hinten rechts. Nach gut sieben Minuten trafen die Münchner erneut den Pfosten – diesmal durch Karl. Generell merkte man jedoch, dass sich die Gäste deutlich motivierter und agiler präsentierten als noch gegen Ende der ersten Halbzeit.

Nach 60 Minuten musste Neuer seine Handschuhe ausziehen und wurde vom Kölner Eigengewächs Jonas Urbig ersetzt. Im laufe des Spiels wurde klar das es wohl eine verletzungsbedingte Auswechslung war. Gleichzeitig kam Michael Olise für den bis dahin starken Karl.

Erneut aus der Distanz erzielte Kane nach Vorlage von Goretzka seinen Dreierpack. Nach einer schnellen Weiterleitung des Balls durch den gebürtigen Bochumer traf die bayerische Nummer neun mit einem satten Schuss in das linke untere Eck zum 4:1.

Danach wurde es deutlich ruhiger in der Allianz Arena. Bis dann in der 82. Minute Goretzka unter lautstarken Sprechchören ausgewechselt wurde. Für ihn kam Jackson, der seinen Abschied ebenfalls feiern durfte und nach Vorlage von Díaz sogar noch ein Tor erzielte.

Nach vier Minuten Nachspielzeit pfiff Aytekin ab und beendete damit die Bundesliga-Saison 2025/26 für den Deutschen Meister FC Bayern München.

FC Bayern vs. 1. FC Köln: Dinge, die auffielen

Bischof gehört die Zukunft

Einer der Männer des Nachmittags war definitiv Bischof. Der Ex-Hoffenheimer durfte den Saisonabschluss in der Startelf beginnen und krönte seine starke Leistung mit mehreren gelungenen Aktionen und einem sehenswerten Distanztreffer.

Besonders im Kontext des ebenfalls anstehenden Goretzka-Abschieds war diese Vorstellung ein kleiner Fingerzeig Richtung Zukunft. Die Einsatzzeiten des jungen Mittelfeldspielers schwankten in dieser Saison noch stark und waren häufig von Verletzungen oder Rotationen beeinflusst.

Doch die kommende Spielzeit könnte eine besondere werden. In der Kaderhierarchie dürfte er klar aufsteigen und endlich auch im Zentrum eine größere Rolle einnehmen – nachdem er heute noch einmal auf der linken Seite aushelfen musste.

Seine Technik und Spielintelligenz befinden sich bereits jetzt auf einem Niveau, das beim Zuschauen Spaß macht. In der kommenden Saison scheint es schwer vorstellbar, dass Kompany dauerhaft an ihm vorbeikommt. Auch Julian Nagelsmann dürfte sich diese Leistung genau angeschaut haben.

Musiala braucht noch Zeit

Nach dem letzten Spieltag kann man wohl festhalten, dass diese Saison für Musiala vor allem wichtig war, um wieder reinzukommen. Auch heute wirkten viele Aktionen noch nicht ganz so dynamisch und zielstrebig wie gewohnt. Zwischen einigen starken Momenten schlichen sich erneut unglückliche Szenen ein.

Das soll keineswegs ein Abgesang sein, sondern vielmehr die Feststellung, dass nach einer schweren Verletzung Zeit benötigt wird, um Konstanz, Selbstvertrauen und die besondere Leichtigkeit vollständig zurückzugewinnen.

In einer offensiv erneut starken Bayern-Mannschaft war Musiala diesmal der unglücklichste Akteur. Nach einer spielfreien Sommerphase und einer kompletten Vorbereitung mit der Mannschaft trauen ihm jedoch viele wieder Großes zu.

Die beste Offensive der Geschichte

In der 69. Minute unterstrich Kane noch einmal, wie außergewöhnlich diese Saison offensiv gewesen ist. Mit Saisontor Nummer 121 überholte der Bundesliga-Primus den bisherigen Rekord von Real Madrid aus der Saison 2011/12. Damit stellte der FC Bayern die torreichste Saison einer Mannschaft in Europas Top-5-Ligen in diesem Jahrhundert auf.

Kurz darauf erhöhte Jackson sogar noch auf Treffer Nummer 122. Eine Marke, die in nur 34 Spieltagen so absurd wirkt, dass man vermutlich erst in einigen Jahren vollständig begreifen wird, was diese Mannschaft offensiv geleistet hat. Damit sichert sich der FCB damit den zweiten Platz in der Geschichte der europäischen Top-5-Ligen. Nur die AC Turin hatte 1947/48 mit 125 Treffern mehr auf dem Konto.

Der bisherige Bundesliga-Rekord von 101 Toren hielt über 50 Jahre und wurde von einer der vielleicht besten Bayern-Mannschaften aller Zeiten aufgestellt. Diese Marke wurde nicht nur gebrochen – sie wurde pulverisiert.

3,5 Tore pro Spiel sind ein Schnitt, der beinahe absurd wirkt. Man muss sich bewusst machen, dass man in dieser Saison vermutlich die beste Offensive der Bundesliga-Geschichte gesehen hat. Eine Mannschaft, von der man später erzählen wird – so wie frühere Generationen von den Teams um Franz Beckenbauer und Gerd Müller berichteten.

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