FC Bayern: Wie geht es weiter mit Klara Bühl?
Rund um die Spiele zwischen den FC Bayern Frauen und dem FC Barcelona wurde Aitana Bonmatí gefragt, welche Spielerin sie gern bei Barça sehen würde. Ihre Antwort dürfte in München nicht auf viel Freude gestoßen sein.
„Von dem, was ich gesehen habe in den letzten Jahren, und weil ich glaube, dass sie uns etwas Zusätzliches geben könnte: Klara Bühl“, antwortete die Spanierin. Bühl und Barcelona – das war schon mal heiß.
- Werbung: Das neue Bayern-Trikot und 50 Prozent auf Klassiker sparen – JETZT bei Kitbag (Affiliate-Link)
- Werbung: Das WM-Trikot der Nationalmannschaft – jetzt im offiziellen DFB-Fanshop! (Affiliate-Link)
Vieles deutete auf einen ablösefreien Abgang im vergangenen Sommer hin. Die Außenstürmerin soll der Wunschtransfer des wohl aktuell besten Klubs in Europa gewesen sein – und ist es vielleicht immer noch. Schon in diesem Sommer könnte die Geschichte wieder an Fahrt aufnehmen.
Weitere Artikel zum FC Bayern München:
- Die Leihspieler des FC Bayern im Check
- FC Bayern gegen Frankfurt: Blumen, Schale und Tore zum Abschluss
- Kontroverse zwischen Kompany und Bischof: Was sagen die Daten des FC Bayern?
Klara Bühl verlängerte – aber ohne klares Bekenntnis
Dass Bühl letztendlich beim FC Bayern verlängerte, war nämlich kein klares Bekenntnis. Es war eine sehr kurzfristige Verlängerung. Schon damals wurde spekuliert, dass der Transfer zum FC Barcelona nicht an Bühl scheiterte, sondern an den finanziellen Gegebenheiten bei den Katalaninnen.
Obwohl die Frauenabteilung wirtschaftlich immense Fortschritte erzielt hat, leidet sie unter der Misswirtschaft der Männer. Und die Klubführung setzte den Rotstift wohl auch spürbar bei den Frauen an.
Wie es bei Barcelona konkret weitergeht, ist unklar. Für den FC Bayern sind das gute und schlechte Nachrichten zugleich. Denn die Planung für den Sommer wird damit erschwert. Bühls schmale Verlängerung deutet eher darauf hin, dass sie sich bereit sieht für den Sprung zu einem Klub, der die Champions League gewinnen kann.
Die große Frage ist, was inhaltlich zwischen den Parteien besprochen wurde. Szenarien gibt es einige. So könnten die Bayern ihr angeboten haben, um ein Jahr zu verlängern und so den ablösefreien Transfer im Sommer zu verhindern – mit der Zusage, dass sie bei einem passenden Angebot gehen darf.
FC Bayern muss auch auf die Finanzen schauen
Was genau besprochen wurde, ist nicht bekannt. Aber auch der FC Bayern hat wirtschaftlich klare Grenzen, denen so manche Spielerin zuletzt entwachsen ist. Spielerinnen wie Bühl dauerhaft zu halten, wäre nur möglich, wenn die Klubführung bereit wäre, mehr Geld in die Kaderplanung zu investieren. Andernfalls müssen die Verantwortlichen rund um Bianca Rech zusehen, dass auf der Einnahmenseite Geld reinkommt, um die eine oder andere Top-Spielerin im Ernstfall ersetzen zu können.
Mittelfristig sollten ablösefreie Abgänge wie der von Georgia Stanway deshalb vermieden werden. Die offizielle Münchner Klubführung rund um Jan-Christian Dreesen und der inoffizielle Chef Uli Hoeneß hatten mehrfach in den vergangenen Monaten betont, dass die Frauenabteilung nicht viel mehr Investitionen erwarten sollte.
Er glaube nicht, „dass das Abzwacken anderer Budgets der Sache dient“, erklärte Dreesen bei der Jahreshauptversammlung 2025: „Wir müssen insgesamt den Frauenfußball entwickeln. Das ist das Ziel. Aber wir wollen weiterhin nicht mehr ausgeben als wir einnehmen.“ Und genau das stellt den FC Bayern bei Bühl vor ein Dilemma.
Denn einerseits wähnt man sich in München so nah an Europas Spitze wie noch nie. Das Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona war in Summe einigermaßen deutlich, letztendlich aber knapper als viele gedacht hätten. Hinzu kamen Siege gegen Arsenal oder Manchester United, die das Selbstvertrauen gestärkt haben.
Bühl und der FC Bayern müssen Grundsatzentscheidung treffen
Gewinnen die Bayern noch den Pokal, dürfte die Saison auf dem Papier die erfolgreichste der Klubgeschichte sein. Sportlicher Erfolg kommt meist durch Kontinuität. Wie oft sind Klubs, die ihre besten Spieler*innen abgeben mussten, schnell wieder abgestürzt, weil der Umbruch zu groß wurde? Im Männerfußball würde man wohl vom BVB-Dilemma sprechen: Immer wenn man drauf und dran ist, die Lücke nach oben zu schließen, gehen die besten Spieler.
Die Münchnerinnen könnten Bühl nun für ein weiteres Jahr halten und riskieren, sie im Sommer 2027 ablösefrei abzugeben. Sportlich wäre es der letzte Versuch, mit der Weltklasse-Angreiferin noch die maximale Anzahl an Titeln zu holen. Wirtschaftlich bestünde das Risiko, sich keinen Ersatz leisten zu können, der zumindest nah an die Qualität von Bühl herankommt.
Selbstverständlich gäbe es noch ein weiteres Szenario: Dass Bühl vom Weg des FC Bayern überzeugt werden kann und ihren Vertrag nochmal verlängert. Finanziell und sportlich braucht es dafür aber noch einige zusätzliche Argumente. So ruhig es im Moment also um Bühl ist, so knifflig könnte ihre Zukunftsfrage schon sehr bald werden.
Für beide Seiten gilt es eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Die Spielerin muss entscheiden, wo sie ihre enormen Qualitäten so einbringen kann, dass sie ihre Chance auf internationale Titel maximiert. Bayern wiederum muss entscheiden, wo sie finanziell und sportlich den meisten Gewinn erwarten.
Das Risiko wäre, mit Bühl und Stanway zwei Eckpfeiler der letzten Jahre zu verlieren, die man nicht ersetzen kann. Die Chance bestünde darin, mit der Ablösesumme den Kader so aufzustellen, dass die Vormachtstellung in Deutschland nicht ins Wanken gerät. In der Champions League hingegen dürfte die Wahrscheinlichkeit auch mit Bühl eher klein sein, den großen Wurf zeitnah zu packen. Für alle Beteiligten wäre es in jedem Fall gut, früh Klarheit zu haben und nicht wieder Unruhe bis kurz vor Saisonende zuzulassen.



