Natalia Padilla-Bidas (FC Bayern) steht in München vor einer ungewissen Zukunft
Bild: Sven Beyrich / El Loko Foto

Natalia Padilla-Bidas beim FC Bayern: Edeljokerin mit beeindruckender Quote

Florian 29.03.2026



Im modernen Fußball wird vieles versucht anhand von Statistiken zu erklären. Schaut man sich die Saisonwerte von Natalia Padilla-Bidas an, fallen zwei Kennzahlen besonders ins Auge: Die Zahl 5 und die Zahl 441.

Die polnische Angreiferin, im Sommer 2023 aus Genf nach München gekommen und umgehend an den 1. FC Köln und anschließend an den FC Sevilla verliehen, weist in dieser Pflichtspielsaison bisher fünf Saisontore aus.

Nimmt man alleine diese Torquote zur Hand, ist die 23-Jährige in der FCB-Offensive nur ein kleines Licht, acht Spielerinnen haben gleich viele (Edna Imade) oder mehr Tore als die Stürmerin erzielt.

Weitere Artikel zum FC Bayern München:

Effizient vor dem Tor: Natalia Padilla-Bidas

Daher ist die Zahl 441 viel spannender. Natalia Padilla-Bidas kommt bisher auf lediglich 441 Spielminuten, damit gibt es im Kader des FC Bayern nur neun Spielerinnen, die weniger oft auf dem Platz standen. Dazu gehören allerdings mit Laila Portella (14 Minuten), Marie Gmeineder (16), Maria Plattner (18), Luzie Zähringer (49) vier Talente sowie die im Winter an West Ham United abgegebene Tuva Hansen (272) und die Langzeitverletzten Sarah Zadrazil (308) und Lena Oberdorf (314).

Auch die Winter-Neuzugänge Edna Imade (346) und Bernadette Amani (371) liegen in dieser Statistik hinter der Ex-Kölnerin. Die Betonung liegt hier allerdings auf dem Wörtchen „noch“, da insbesondere Amani zuletzt häufig von Beginn an auflaufen durfte. Eine Statistik, mit der Padilla-Bidas nicht zufrieden sein dürfte. Viel zu oft war sie außen vor und kam wenig bis gar nicht zum Einsatz.

Doch wenn die Polin spielen durfte, sorgt sie für Aufsehen: Mit ihren fünf Treffern hat Padilla-Bidas eine Torquote von 88 Minute pro Treffer. Zum Vergleich: Vielspielerin Jovana Damnjanović liegt bei 139 Minuten pro Tor, Pernille Harder benötigt im Schnitt 87 Minuten für einen eigenen Treffer.

In der Tat ist das ein Vergleich, der etwas hinkt. Während Harder und Damnjanović oft von Beginn an gegen tiefstehende Abwehrreihen agieren müssen, kommt Padilla-Bidas fast ausschließlich von der Bank ins Spiel und trifft dann auf müde Verteidigerinnen. Nur zwei Mal stand sie in dieser Saison in der Startelf: Im DFB-Pokal in Dortmund und am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg.

Und dennoch: Padilla-Bidas ist, zumindest statistisch gesehen, eiskalt vor dem Tor. Vergleicht man die Zahlen bei Sofascore sieht man bei der Sommerrückkehrerin null vergebene Großchancen, während Harder zehn und Damnjanović vier Großchancen vergeben haben.

Werbung (Affiliate):

Ebenfalls beeindruckend: Padilla-Bidas hat für ihre drei Bundesliga-Tore gerade einmal sieben Abschlüsse gebraucht, d.h. 43 Prozent ihrer Torschüsse waren erfolgreich, Damnjanović (32%) und Harder (23%) stehen in dieser Statistik deutlich hinter der polnischen Nationalstürmerin.

Doch auch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, da die Stichprobe bei Padilla-Bidas hier extrem klein ist und auch nur den Bundesliga-Alltag abbildet, für die 132 Pflichtspielminuten im Pokal fehlt die Datenbasis.

Vertrag läuft aus – hat Padilla-Bidas eine Zukunft beim FC Bayern?

Es wird spannend zu sehen sein, ob die in Marbella geborene Angreiferin ihren Trend fortsetzen kann. Denn für Natalia Padilla-Bidas bietet die aktuelle Saisonphase eine große Chance. Auf Grund der nahezu feststehenden Meisterschaft ist es durchaus möglich, dass die Polin, deren Vertrag im Sommer ausläuft, vermehrt zu Einsatzzeiten kommen wird.

Trainer José Barcala hat in den letzten Wochen, auch bei einem vollständigen und nicht von Verletzungen geplagten Kader, immer wieder rotiert. Sollte die schnelle Stürmerin also weiter ihre geringe Einsatzzeit in Zählbares ummünzen können, könnte das ein gewichtiges Argument für eine Vertragsverlängerung sein.

Hinter Harder, Imade und Damnjanović kann dem FC Bayern eine weitere Stoßstürmerin gut tun. Zum einen weil vor allem Harder und Damnjanović öfters auch auf der Zehn spielen (müssen) und beide nun in einem Alter sind, wo sie mit großer Wahrscheinlichkeit keine volle Saison mehr durchspielen werde.

Eine weitere variable Spielerin wir Padilla-Bidas, die bei Bedarf auch – wie Damnjanović – auf die Außen ausweichen kann, könnte dem Kader gut tun. Womöglich wartet man beim FC Bayern aber einfach ab, ob die Angreiferin mit der Nummer 23 ihren Lauf in den kommenden Wochen fortsetzen kann. Hier scheint alles auf eine Last-Minute-Entscheidung hinauszulaufen.

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können. Schon 2 Euro machen einen großen Unterschied.

Hier weiterlesen

Miasanrot ist für alle da!

Wir finden: Fußball muss bezahlbar sein. Deshalb bieten wir unseren Content frei zugänglich für alle an. Unser Konzept baut auf die finanzielle Unterstützung von Menschen wie dir. Damit wir auch morgen wieder kritischen, fairen und sachlichen Journalismus rund um den FC Bayern betreiben können, brauchen wir dich!

Ich unterstütze MIASANROT bereits.
Jetzt unterstützen!