Harry Kane (FC Bayern)
Bild: Stuart Franklin/Getty Images

FC Bayern besiegt Bremen: Endlich wieder langweilig!

Justin 14.02.2026

Nach einer erfolgreichen Pokalwoche, in der die Bayern RaBa Leipzig aus dem Wettbewerb warfen, ging es in der Bundesliga in Bremen ran. Dafür brachte Kompany Kim statt Upa, Goretzka statt Pavlović, Karl statt Olise und Laimer durfte an Stelle von Davies sein Startelf-Comeback geben.

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Die grünen Gastgeber stecken derweil tief im Abstiegskampf und hatten ihren Trainer Horst Steffen nach 10 sieglosen Spielen entlassen. Besser wurde es bei Daniel Thiounes Debut vergangene Woche aber auch nicht – es setzte trotz langer Überzahl eine Niederlage gegen den SC Freiburg.

Mit Blick auf das direkte Duell mit dem ewigen Verfolger BVB in zwei Wochen war ein Sieg an diesem Samstagnachmittag also Pflicht.

FC Bayern erst zäh, dann eiskalt

Der Beginn war zaghaft und zögerlich. Bremen startete physisch und machte schnell klar, wie sie heute spielen wollten: Mit Ball hatte der FCB kaum Luft zum Atmen, der nächstgelegene Bremer stand stets schnell auf den Füßen des Ballführenden. Wenn die Gastgeber dann den Ball erobert hatten, suchten sie sofort die Tiefe, auch gerne mal mit einem langen Ball auf Zielspieler Marco Grüll.

Nach 15 Minuten stabilisierte sich der FC Bayern etwas und kam viel besser in seine gewohnten Gegenpressing-Situationen. Bremen war so stärker im eigenen Verteidigungsdrittel gebunden und konnte deutlich weniger Entlastungsangriffe fahren.

Bayern tat sich trotzdem schwer große Torchancen aus dem Spiel heraus zu erspielen. Doch das muss man auch nicht, wenn man Lennart Karl hat. Der Youngster dribbelte von seiner rechten Seite in den Strafraum, ließ dort zwei Gegenspieler wie Slalomstangen aussehen, nur um vom Dritten mit unfairen Mitteln gestoppt zu werden.

Zwar erkannte der Schiedsrichter es live nicht, aber nach ein wenig Nachhilfe vom VAR durfte Harry Kane einen Elfmeter ins linke Eck hämmern.

Das war dem Engländer allerdings noch nicht genug. Wenige Minuten später eroberte Goretzka den Ball tief in der gegnerischen Hälfte und leitete den Ball zu Kane. Nachdem der dann vergeblich nach Anspielstationen gesucht hatte, entschied er sich einfach mal zu schließen und zimmerte die Kugel diesmal auf der anderen Seite an Schlussmann Mio Backhaus vorbei.

Danach flachte das Spiel wieder etwas ab: Der FC Bayern kontrollierte das Geschehen zwar weitestgehend, wurde dabei aber auch selber kaum gefährlich. Trotz nur vier abgegebenen Schüssen ging der FC Bayern also mit einer 2:0-Führung in die Pause.

Bremen wehrt sich, FC Bayern unbeeindruckt

Zur zweiten Halbzeit musste der FCB den Torwart wechseln: Urbig kam für Neuer, der im Gespräch mit den Physios entschieden hatte nicht weitermachen zu können.

Auf der anderen Seite schien Daniel Thioune den richtigen Kabinenton getroffen zu haben. Werder begann den zweiten Abschnitt mit einer energiegeladenen Drangphase, in der zuerst Grüll den Pfosten traf und dann Njinmahs Abschluss Urbig zum ersten Mal in den Mittelpunkt zwang.

Auch der FC Bayern konnte sich die ein oder andere vielversprechende Strafraumaktion herausspielen. Allerdings konnten weder Díaz noch Gnabry ihre Chancen nutzen und Bremen blieb weiter in Schwung.

Genau in dieser Phase reagierte Kompany mit einem Doppelwechsel: Musiala und Davies kamen für Gnabry und Stanišić. Und das zeigte Wirkung. Über die neu besetzte linke Seite kombinierten Díaz, Davies und Musiala sehr künstlerisch, sodass der deutsche Nationalspieler am Ende ganz ohne Gegnerdruck in die Mitte legen durfte.

Dort empfing Goretzka freudig den Ball und setzte ihn platziert ins Tor. Damit war das Spiel nach gut 70 Minuten entschieden. Das Spiel fand in einen gewohnten Trott, den schon die Schlussphase der ersten Halbzeit über weite Strecken bot – wenn auch mit ein wenig mehr Musialaschem Elan. Am Ende trudelte der FC Bayern mit einem 3:0-Sieg ins Ziel und baute Druck auf den BVB auf.

Dinge, die auffielen

Das Ergebnis stimmt, die Leistung…

Es war endlich mal wieder ein ungefährdeter – in Teilen langweiliger – Sieg für den FC Bayern. Nach den letzten Wochen, als die erste Halbzeit oft enttäuschend war, ging es diesmal mit einem 2:0 in die Pause. Doch der Schein trügt: Die Leistung gegen Bemen war solide.

Allerdings ist auch Teil der Wahrheit, dass man einmal mehr den Dosenöffner Elfmeter brauchte und das zweite Tor per Fernschuss gelang. Außer dem Strafstoß erspielte sich die Mannschaft nur 0,44 xG in der ersten Halbzeit. In der zweiten waren es 0,67.

Das Offensivspiel wirkte streckenweise wieder sehr behäbig und die Ungenauigkeiten der letzten Wochen waren auch immer wieder zu erkennen. Defensiv war die Leistung gegen Bremen besser als beispielsweise in der ersten Halbzeit gegen dezimierte Hoffenheimer. Trotzdem stand man nicht ganz so sattelfest, wie wir es aus den besten Phasen in der Hinrunde gewohnt waren.

Ein Lichtblick: Mit der Hereinnahme von Musiala und Davies wirkte alles energetischer und zielstrebiger. Außerdem hat der FC Bayern jetzt zwei Wochen am Stück kein Spiel unter der Woche – genug Zeit also, um nochmal Offensivabläufe im Training einzustudieren und etwas Kraft für die entscheidende Saisonphase zu tanken.

Lennart Karls Formkurve zeigt wieder nach oben!

Nachdem Karl in den letzten Wochen das erste Mal in seiner jungen Profikarriere etwas nach seiner Form suchen musste, war es heute wieder ein richtig guter Auftritt des 17-Jährigen. Nicht nur als er den Elfmeter rausholte, konnte er mit seiner Dribbelstärke überzeugen.

Immer wieder brachte er seinen tiefen Körperschwerpunkt und seine unglaubliche Ballführung in formidabler Kombination auf den Rasen. Wenn er diese Formkurve so weiterführen kann, dann führt kein Weg an weiteren Startelfteilnahmen vorbei.

Auch später in Kombination mit Musiala waren sehr schöne Ansätze zu erkennen, wie das mit den beiden funktionieren kann. Wenn Jamal auch wieder bei 100% ist, wird diese Offensive in der Spitze und in der Breite zu vielem fähig sein.

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