FC Augsburg: Wirtschaftlicher Steckbrief vor den Bayern

Alexander Trenner 16.09.2022

442 Millionen Euro statt Aufstellung 4-4-2, Hauptsponsor statt Hauptrivale lautet das Motto. Die Meisten kennen die sportlichen Profile der Gegner der Bayern, aber wie steht es eigentlich um ihre wirtschaftliche Situation? Wie viel Geld erlösen die Vereine von ihrem Hauptsponsor? Von ihrem Ausrüster? Von der DFL? Machen sie Verluste oder Gewinne und wie investieren sie ihr Geld? In Steine? In Beine? Und wie stehen sie eigentlich im Vergleich zum FC Bayern da? Nach einem Blick auf die Zahlen schließt der Artikel mit einem kurzen Ausblick auf das Sportliche.

Die Eckdaten 

Der Verein „Fußball-Club Augsburg 1907 e. V.“ ging im Jahr 1969 aus der Fusion zweier Vorgängervereine hervor und trägt seitdem seinen heutigen Namen. Der gut 21.000 Mitglieder zählende Verein unterhält neben dem Fußball-Spielbetrieb der Herren auch eine Abteilung für Damen und eine umfangreiche Jugendabteilung für beide Geschlechter. Seit 2005 ist der Spielbetrieb der Herren sowie seit 2015 auch die U17 bis U23 der Herrenjugend ausgegliedert in die „Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA“, eine Kommanditgesellschaft auf Aktien, in der der eingetragene Verein (e. V.) als alleinige Komplementärin über eine Beteiligungs-GmbH die letztgültige Entscheidungshoheit hat. Außerdem ist der e. V. als Kommanditaktionär mit 0,6 % der Kommanditanteile an der KGaA beteiligt. Die restlichen 99,4 % der Anteile werden von der „Hofmann Investoren GmbH“ gehalten, einer im Jahr 2015 extra zu diesem Zweck von dem schwäbischen Unternehmer Klaus Hofmann gegründeten Investmentgesellschaft, die die Anteile von der GbR des vorherigen Investors Walther Seinsch übernahm, der sie ursprünglich vom Verein gekauft hatte. Die Hofmann Investoren GmbH wird gehalten von dem namensgebenden Hofmann persönlich mit 30,56 %, der Münchener Investitionsgesellschaft „Project Green GmbH“ mit 20,37 %, dem Privatmann Thilo Sauter mit 4,06 % und seit dem Frühjahr 2021 und begleitet von großem Medienecho mit 45 % von der Sport-Holding „Bolt Football Holdings (Germany) L. P.“ des US-amerikanischen Sport-Großinvestors David Blitzer, der Anteile an zahlreichen US-amerikanischen und europäischen Teams und Vereinen hält, darunter im Fußball unter anderem an Crystal Palace, ADO Den Haag, Waasland-Beveren aus der belgischen Jupiler Pro League und Real Salt Lake aus der MLS. Bolts 45-%-Anteil wurde möglich durch eine Kapitalerhöhung der „Hofmann Investoren GmbH“, das Ausscheiden einiger vorheriger Anteilseigner und die Anteilsreduktion der verbleibenden. An dieser Stelle ist vielleicht wichtig festzuhalten: Von all diesen Geschäften hat der FC Augsburg unmittelbar keinen finanziellen Vorteil. Wie auch schon bei der Übernahme der Anteile von Seinsch durch Hofmann handelt es sich hier um Anteilsverschiebungen zwischen Gesellschaften, die mit dem FC Augsburg unmittelbar nichts zu tun haben. Das Geld für den 45-%-Anteil an der Augsburger Spielbetriebs-KGaA von Blitzers Gesellschaft fließt an Hofmanns Gesellschaft, nicht an die KGaA des FC Augsburg. Vom Einstieg der Amerikaner profitiert der FC Augsburg höchstens indirekt, indem Blitzer und seine Holding zukünftig Geld in den Verein investieren oder ihm günstige Darlehen gewähren.

Zum FC Augsburg gehören neben der KGaA ein Anteil von 91,7 % an der Stadionbetriebsgesellschaft für die WWK-Arena, den er in zwei Tranchen in den Jahren 2015 und 2016 für insgesamt 17 Mio. EUR von der Stadt Augsburg erworben hat, sowie seit 2019 ein Anteil von 51% an einem Unternehmen zum Betrieb und der Beratung von Kindertagesstätten und Beratung im Kontext von Corporate Social Responsibility.

Der bis heute anhaltende große sportliche und wirtschaftliche Aufstieg des FC Augsburg im 21. Jahrhundert ist untrennbar mit dem Namen Walther Seinsch verbunden. Sportlich hatte sich der Verein nach der Saison 1999/2000 für die gerade neu geschaffene zweigleisige Regionalliga qualifiziert. Einen Strich durch die Rechnung machte ihm das Lizenzierungsverfahren des DFB, im Rahmen dessen dem FC Augsburg, nachdem er nach dem Rückzug des Hauptsponsors Infomatec in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, aufgrund einer fehlenden Bankbürgschaft die erforderliche Lizenz für die Drittklassigkeit verwehrt blieb. Erstmals in seiner Vereinsgeschichte musste der FC Augsburg daraufhin den Weg in die vierte Liga antreten. Noch im selben Jahr 2000 stieg der Unternehmer Walther Seinsch in den Verein ein, erst als Gönner und Präsident des e. V. und dann, nach der Ausgliederung des Spielbetriebs im Jahr 2005, als Investor in der KGaA, von der er in mehreren Durchgängen schlussendlich 99,6 % der Anteile übernahm und sich für 16 Mio. EUR Zugriff auf 16 % der jährlichen Erlöse aus den DFL-TV-Einnahmen und Zuschauereinnahmen vertraglich zusichern ließ. Unter der Ägide von Seinsch begann sich das Blatt des FC Augsburg zum Positiven zu wenden. Schon im Jahr 2002 stieg der FC Augsburg aus der Viertklassigkeit wieder in die Regionalliga Süd auf, schon im Jahr 2006 in die 2. Bundesliga und schließlich im Jahr 2011 in die Bundesliga, wo er noch bis heute ohne Unterbrechung spielt, inzwischen in der zwölften Saison. Bisheriger sportlicher Höhepunkt ist die Teilnahme in der Europa League in der Saison 2015/16.

Neben dem langfristigen sportlichen Aufstieg in die Bundesliga – und eng damit verbunden – war Seinschs große Vision für den FC Augsburg von Beginn an der Bau eines neuen, eigens auf Fußball ausgerichteten Stadions, das das noch aus den 50er Jahren stammende, weitläufige und mit Laufbahnen versehene Rosenaustadion ablösen sollte. Seinsch war der festen Überzeugung, dass erfolgreicher Profifußball auf Dauer nur mit einem erstklassigen, extra darauf ausgerichteten Fußballstadion zu gewährleisten sei. Diese Vision mündete in der heutigen „WWK-Arena“, die schon 2009 nach knapp zweijähriger Bauzeit eröffnet wurde und insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 45 Mio. plus 13,5 Mio. EUR für den Parkplatz umfasste. Seinsch trieb dieses Projekt nicht nur ideell maßgeblich voran, sondern beteiligte sich auch mit 25 Millionen EUR an den Baukosten. Weitere 15 Mio. wurden über eine Kreditaufnahme des Vereins und die restlichen 5 Mio. über einen Zuschuss des Freistaats Bayern finanziert. Die Kosten für den Parkplatz übernahm vollständig die Stadt Augsburg. Die WWK-Arena fasst offiziell 30.660 Zuschauer und gehört heute über die bereits erwähnte Betriebsgesellschaft zu 91,7 % dem Verein und 8,3 % der Stadt Augsburg, das Stadiongelände befindet sich vollständig im Eigentum der Stadt Augsburg und wird vom Verein noch bis 2057 per Erbpachtvertrag gepachtet. Im Jahr 2022 eröffnete der FC Augsburg zudem nach knapp zweijähriger Bauzeit das neue Jugendinternat „Paul-Renz-Akademie“, dessen Bau Teil eines größeren, dringend benötigten 20-Mio.-EUR-Ausbaus der Büro-, Verwaltungs- und Sporträume am Nachwuchsleistungszentrum des FC Augsburg war.

Im Jahr 2015 verkaufte Seinsch seine Anteile an der Spielbetriebs-KGaA an Hofmann und löste seine Teilgewinnabführungsverträge auf. Bereits 2014 trat er als Präsident des e. V. zurück und übergab das Amt an seinen Nachfolger Hofmann. Bis zuletzt blieb Seinsch wohlwollender Mäzen des Vereins. Über seine lange Karriere hinweg soll er insgesamt bis zu 50 Millionen EUR in den Verein investiert haben, nach eigenen Aussagen in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen aber trotz seiner Erlösabführverträge unter dem Strich an dem Verein „keinen Euro verdient“ haben. Nachfolger Hofmann blieb seinerseits bis 2021 Präsident des FC Augsburg e. V., ihm folgte der Augsburger Journalist und Gastronom Markus Krapf, der das Amt bis heute innehat. Geschäftsführer der Spielbetriebs-KGaA ist – ebenfalls in Nachfolge von Hofmann – der studierte Sportökonom Michael Ströll, Geschäftsführer Sport der ehemalige Bundesliga-Profi Stefan Reuter. Nach dem Rückzug von seinen Ämtern und Funktionen bleibt Hofmann über seine Investitionsgesellschaft als Kommanditaktionär der KGaA mit dem Verein nach wie vor geschäftlich verbunden. Seinsch ist inzwischen beim SC Preußen Münster aktiv, unter anderem, um auch dort den vom Verein lange gehegten Traum vom Stadionneubau voranzutreiben.

Die Finanzkennzahlen

Seit dem Geschäftsjahr 2017/18 veröffentlicht die DFL jedes Jahr im Zuge einer Transparenzverpflichtung eine Reihe wesentlicher Finanzkennzahlen der Bundesligavereine. Einige ausgewählte davon für den FC Augsburg sind (Angaben in EUR):

*Rohrergebnis = Umsatz – Materialaufwand
Quelle: DFL Finanzkennzahlen

Der FC Augsburg steht finanziell sehr solide da. Oberflächlich betrachtet scheint sich der Verein zwar aktuell in eine negative Richtung zu entwickeln, natürlich nicht zuletzt wegen COVID-19: Der Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (TV, Spielbetrieb, Werbung und Sponsoring) war im Geschäftsjahr 2021 mit -16 Mio. EUR deutlich negativ, der Bestand an liquiden Mitteln hat sich in den letzten drei Jahren von 52 auf 28 Mio. EUR reduziert, der operative Gewinn und der Gewinn nach Steuern lag in den letzten zwei Geschäftsjahren praktisch bei Null, und bei einem Umsatz, der in der Region von 100 Mio. EUR scheinbar an eine natürliche obere Grenze stößt, gibt es auch nicht viel Spielraum für größere Investitionen. 

Allerdings ist das Eigenkapital des Vereins seit Jahren stabil mit sogar leichter Wachstumstendenz, die Eigenkapitalquote lag im Geschäftsjahr 2021 bei 44 %, einem Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Das Jahresergebnis nach Steuern war zwar mit -1 Mio. EUR knapp im negativen Bereich, musste sich im Ligavergleich aber nur drei anderen Vereinen geschlagen geben (Leipzig, Bayern und Freiburg), da fast die gesamte Liga infolge von COVID-19 mehr oder weniger heftige Verluste einfuhr. Der FC Augsburg – auch durch nachhaltiges Wirtschaften – blieb davon verschont. Auch die Liquidität des Vereins ist sehr solide. Der Kassenbestand plus kurzfristig fällige Forderungen in Höhe von 44 Mio. EUR übersteigen die kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten von 27 Mio. EUR um 17 Mio. EUR. Gleichzeitig sind diese Verbindlichkeiten auf einem im Ligavergleich niedrigen Niveau sehr stabil, der Verein ist von einer besorgniserregenden, auf hohen Schulden aufgebauten Kapitalstruktur weit entfernt und entwickelt sich auch nicht erkennbar in diese Richtung. Gerade im Zuge der Coronakrise haben viele Vereine ihre wegbrechenden operativen Einnahmen durch die Aufnahme neuer Verbindlichkeiten zu kompensieren versucht, der FC Augsburg hat diesen Weg nicht eingeschlagen. Generell sind viele der Finanzpositionen des FC Augsburg im Vergleich zu vielen anderen Bundesligavereinen im Zeitablauf erstaunlich konstant, trotz COVID. Weder Umsatz noch Personalaufwand noch Eigenkapital noch Fremdkapital haben sich in den letzten Jahren nennenswert nach oben oder nach unten bewegt. 

Die andere Seite der Medaille der stabilen Finanzen des FC Augsburg ist allerdings die, dass für den Verein auch keine großartige Aufwärtsdynamik zu spüren ist. Der Umsatz stagniert seit Jahren und ich wage die These, dass er sich auch ohne Corona nicht nennenswert nach oben bewegt hätte. Der FC Augsburg hat objektiv schlechtere strukturelle und historische Voraussetzungen in Verein und Umfeld als etwa der letzte Woche an dieser Stelle besprochene VfB Stuttgart. Der große FC Bayern mit seiner Anziehungskraft auf Fans und Sponsoren ist nur einen Steinwurf weit entfernt, das Image des Vereins ist immer noch unbeschrieben bis nichtssagend, das Stadion ist modern, aber nicht sonderlich groß und trotz seines eher schmalen Fassungsvermögens in den seltensten Fällen ausverkauft, und das Nachwuchsleistungszentrum ist bis zur ganz frischen Erweiterung und Modernisierung zumindest quantitativ begrenzt gewesen (möglicherweise auch qualitativ). Für einen Verein, bei dem die traditionellen operativen Einnahmen aus der TV-Vermarktung, dem Spielbetrieb und dem Sponsoring- und Werbegeschäft in ihrem Wachstumspotenzial so sehr beschränkt sind, gilt, dass er stark auf Transfereinnahmen als große vierte Säule der Einnahmen angewiesen ist, wenn irgendwie finanzielle Aufwärtsdynamik entstehen soll. Und hier tritt der FC Augsburg auf der Stelle. In den letzten 10 Jahren und 11 Transferfenstern zusammengenommen hat der Verein überschlägig 102 Mio. EUR mit dem Verkauf von Spielern erlöst, wovon allein 20 Mio. EUR auf Abdul-Rahman Baba in der Saison 15/16, 9 Mio. EUR auf Martin Hinteregger 19/20 und gut 7 Mio. EUR auf Philipp Max 20/21 entfielen. Andere Vereine wie der SC Freiburg, Mainz 05 oder auch die TSG Hoffenheim schneiden hier deutlich besser ab, sowohl bezüglich der Gesamtsumme als auch bezüglich der Gleichmäßigkeit der Verteilung auf einzelne Spieler sowie die Regelmäßigkeit der Einnahmen. Wie risikoavers und konservativ der FC Augsburg in Sachen Spielerpersonal agiert, erweist sich auch an dem durchgängig sehr geringen Personalaufwand, der sich mit schöner Regelmäßigkeit unter den letzten zwei bis drei der Liga bewegt. Wenn der Verein in den nächsten Jahren eine bemerkbare Aufwärtsbewegung bei den Einnahmen registrieren möchte, wären etwas riskantere, gegebenenfalls teurere, aber dafür auch phantasievollere Transfers mit wirtschaftlichem Entwicklungspotenzial ein entscheidender, vielleicht der einzige Hebel. Der Fall Pepi könnte ein erster Schritt in diese Richtung gewesen sein, auch wenn gerade dieser erste Versuch bisher nicht von besonders viel Erfolg gekrönt zu sein scheint. Möglicherweise ist der neue US-Großinvestor in der Lage, nicht nur weiteren finanziellen Spielraum, sondern auch etwas amerikanischen ‚entrepreneurial spirit‘ und risikofreudigen Innovationsgeist in den Verein zu bringen.

Hauptsponsor, Ausrüster, DFL-TV-Einnahmen

Hauptsponsor

Hauptsponsor des FC Augsburg ist seit der Saison 2015/16 das Versicherungsunternehmen WWK, das dem Verein nach einer langfristigen Vertragsverlängerung im Jahr 2019 bis zum Jahr 2030 einen Betrag von ungefähr 5 Mio. EUR jährlich zahlen soll. Teil der langfristigen Verlängerung war auch eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 8 Mio. EUR an der Erweiterung des Nachwuchsleistungszentrums. Darüber hinaus ist WWK Namenssponsor der WWK-Arena, wofür das Unternehmen weitere 1 bis 1,5 Mio. EUR pro Jahr an den FC Augsburg zahlen soll. 5 Mio. EUR pro Jahr für das Trikotsponsoring ist im Ligavergleich nicht viel, aber der sportlichen Leistung des Vereins entsprechend und die Sicherheit der strategisch angelegten, langfristigen Partnerschaft mit WWK dürfte dem FCA nicht unwillkommen sein.

Quellen: Sponsors, ISPO, Kicker, verschiedene Tageszeitungen

Ausrüster

Ausrüster des FC Augsburg ist seit der Saison 14/15 der US-amerikanische Sportartikelhersteller Nike, der auf den deutschen Sportartikelhersteller Jako folgt. Der Vertrag mit Nike läuft noch bis 2023 und soll dem Verein Medienberichten zufolge Einnahmen von jährlich ungefähr 3 Mio. EUR einbringen. Augsburg ist trotz der inzwischen 12-jährigen ununterbrochenen Ligazugehörigkeit immer noch ein relativ kleiner und unbeschriebener Verein in der Bundesliga und sicherlich im Portfolio von Nike eher unter „ferner liefen“ einzusortieren. Trotzdem liegt Augsburg mit dem Betrag bereits im Mittelfeld der Liga, oberhalb fast aller anderen „kleinen“ Vereine. Der Betrag scheint daher in der Höhe vertretbar.

Quellen: Sponsors, ISPO, Kicker, verschiedene Tageszeitungen

DFL-TV-Einnahmen

Aus den Ausschüttungen der TV-Zentralverteilung der DFL erhält der FC Augsburg in der laufenden Saison planmäßig 43 Mio. EUR und liegt damit im unteren Feld der Tabelle. Allerdings hat der Verein in Anbetracht des stark tabellenplatzbezogenen Verteilschlüssels der DFL bis auf seinen einmaligen Ausflug in die Europa League in den letzten Jahren mit seinen stets zweistelligen Tabellenplätzen auch nicht besonders viel Anlass für eine höhere Platzierung gegeben und wirkt angemessen eingestuft.

Quelle: www.fernsehgelder.de

Der Vergleich mit dem FC Bayern

Im direkten Vergleich mit dem FC Bayern liegt der FC Augsburg bei vielen einschlägigen finanziellen Indikatoren deutlich im Hintertreffen. Beim sportlichen Leistungsindikator Personalaufwand etwa liegen die Bayern beim Faktor neun. Allerdings gibt die deutliche Differenz der absoluten Zahlen zwischen beiden Vereinen aufgrund der durch die finanzielle Lage und das stabile Wirtschaften des FC Augsburg mit finanzkräftigen Investoren im Hintergrund chancenreichen Ausblicks weniger Anlass zur Besorgnis, als dies bei so manch anderem Verein der Fall wäre.

Transfers

Die Transfers zur Saison 22/23

Der FC Augsburg zeigt sich am Transfermarkt stets sehr konservativ, sowohl bezüglich der Ausgaben als auch der verpflichteten Namen. Vor der aktuellen Saison schlossen sich neun Spieler dem Verein an, zehn verließen ihn, alle davon zur Leihe oder kostenfrei (alle Zahlen und Daten hierzu von transfermarkt.de).

Nur gegen Ablöse bzw. Leihgebühr kamen drei der neun Neuzugänge, siehe untenstehende Tabelle. Arne Meier ist zweifelsohne der wirtschaftlich spannendste Neuzugang. Ihm wurden in der Vergangenheit häufig großes Potential und gute Karriereaussichten bescheinigt und er ist immer noch jung und hat die Chance, dieses Versprechen irgendwann einzulösen. Die Ablösesumme für alle sechs Profis zusammen betrug gut 7 Mio. EUR.

Von den Abgängen floss Geld für fünf, alle Leihen: Ricardo Pepi zum FC Groningen, Tim Civeja zum FC Ingolstadt, Jozo Stanic zu NK Varazdin, Lasse Günther zu Jahn Regensburg und Maurice Malone zum Wolfsberger AC. Die Gesamtsumme, obwohl von transfermarkt.de bei Leihen oft nicht zuverlässig geschätzt, beläuft sich in der Summe auf nicht einmal 1 Mio. EUR. Etwas überraschend kommt vielleicht der (temporäre) Abgang von Pepi, der erst im letzten Jahr unter großem Hallo und als riesiges Versprechen und teuerster Neuzugang in der Vereinsgeschichte für 16,5 Mio. EUR beim FC Augsburg landete. Am gegenüberliegenden Ende der Langlebigkeitsskala hat hingegen der scheinbar ewige Alfred Finnbogason inzwischen seine Karriere beim FC Augsburg beendet. 

Die fünf wertvollsten Spieler im Kader des FC Augsburg finden sich in der untenstehenden Tabelle. Der gesamte Kaderwert des Vereins beträgt knapp 95 Mio. EUR, was ungefähr 11 % des Kaderwerts der Bayern und 115 % des Marktwertes von Joshua Kimmich entspricht.

Bezüglich der Gehälter einzelner Spieler differieren die öffentlich verfügbaren Quellen wie fbref oder salary sport in ihren Einschätzungen. Wie bei vielen anderen Bundesligavereinen aus dem unteren Finanz-Drittel werden die Bestverdiener mit Gehältern zwischen 1,5 und 2 Mio. EUR taxiert. In diesen Größenordnungen sollen unter anderem aktuell Daniel Caligiuri und Tobias Strobl und historisch Alfred Finnbogason und Daniel Baier verdient haben. Genauso wie für den VfB Stuttgart gilt aber auch hier, dass, unabhängig davon, wie hoch auch immer die Gehälter im Einzelnen konkret sein mögen, solche Zahlen im Vergleich zum FC Bayern marginal wirken.

Transferflüsse zwischen dem FC Augsburg und den Bayern

Zwischen beiden Vereinen gibt es einen eher verhaltenen Spielerverkehr, bei dem die meisten Transfers zudem schon weit in der Vergangenheit liegen. Die einzigen beiden Transfers mit heute allgemein bekannten Namen sind die von Felix Götze und Pierre Emil Højbjerg von den Bayern in Richtung Augsburg.

Der sportliche Ausblick auf die Begegnung am Wochenende

Die sportliche Bilanz beider Vereine in der Bundesliga beschränkt sich auf Begegnungen im gegenwärtigen und vergangenen Jahrzehnt. Hier gab es bisher 22 Begegnungen beider Mannschaften gegeneinander, von denen die Bayern 17 gewonnen haben (Siegquote 77%). Die bisher torreichste Begegnung beider Mannschaften in der Bundesliga war ein 5:2 Heimsieg der Bayern am letzten Spieltag der Saison 20/21, dem letzten Spiel von Hansi Flick als Bayern-Trainer an der Seitenlinie und dem Spiel, in dem Robert Lewandowski in der Nachspielzeit sein historisches 41. Tor schoss. Das Spiel ist also gleich aus mehreren Gründen eine wahrlich historische Begegnung in der Geschichte des FC Bayern. Die höchste und zugleich letzte Niederlage der Bayern war eine 2:1 Auswärtsniederlage am 12. Spieltag der Saison 21/22 erst im letzten November. Damit haben die Bayern insgesamt doppelt so viele Spiele gegen den FC Augsburg auswärts verloren wie zu Hause – nämlich zwei. Auch an diesem Wochenende steht für den FC Bayern ein Auswärtsspiel an.

Screenshot: www.fussballdaten.de

Für das Spiel sind bei den Bayern Kingsley Coman mit Muskelfaserriss, Lucas Hernández mit ganz frisch zugezogenem Muskelbündelriss und Bouna Sarr mit operationsbedürftigen Patellasehnenbeschwerden nicht verfügbar, auf Seite der Augsburger fehlen Tobias Strobl mit einem Kreuzbandriss, Noah Joel Sarenren Bazee mit einem Kreuzbandriss, Niklas Dorsch mit einem Mittelfußbruch, Felix Uduokhai mit einem Syndesmoseriss, Reece Oxford mit einer Knieverletzung und Frederik Winther mit nicht näher spezifizierten muskulären Problemen. Gegen Stuttgart lastete auf den Bayern nach zwei 1:1 Unentschieden bereits tabellarischer Druck, dieser ist nach dem darauffolgenden, auch in der Entstehung enttäuschenden 2:2 gegen Stuttgart nicht geringer geworden, im Gegenteil. Inzwischen lastet auch ein gewisser medialer Druck auf dem Trainer und es ist ein Anschwellen des Rumorens im Fanumfeld zu verzeichnen. Auch das ebenfalls eher glückliche und in weiten Teilen nicht leistungsgerechte 2:0 gegen Barcelona hat diesen Druck höchstens oberflächlich mildern können. Alles andere als ein nach Möglichkeit überzeugender Auswärtssieg in Augsburg dürfte den Bayern in dieser Situation zur Beruhigung der Nerven nicht viel helfen. Der FC Augsburg seinerseits ist mit zwei Siegen und vier Niederlagen in die Saison gestartet. Ein Sieg im letzten Spiel hat dem fachlich sicher hervorragenden Enrico Maaßen wieder etwas Luft verschafft, nachdem er zuvor als schon leicht angezählt gegolten hatte. Mit sechs Punkten ist der FC Augsburg jedoch nur zwei Punkte von den Abstiegsrängen entfernt, eine hohe Niederlage gegen die Bayern könnte Maaßen schnell wieder in Bedrängnis bringen. Günstig für Maaßen und Augsburg ist allerdings, dass die Partien beider Mannschaften gegeneinander traditionell mit wenigen Toren auskommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dies in Anbetracht der gegenwärtigen Torkrise der Bayern am Wochenende grundlegend ändern wird, ist wohl eher gering. Die Wettquoten sagen eine Chance von etwa 80 % auf einen Sieg der Bayern, 12 % auf ein Unentschieden und 8 % auf einen Sieg des FC Augsburg voraus. 

Anstoß ist am Samstag um 15:30 Uhr MESZ in der Augsburger WWK-Arena. Viel Spaß!

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