Kleine Schritte statt große Sprünge – der FC Bayern in Braunschweig

Das 5:1 gegen Kaiserlautern war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber noch konnte die Mannschaft nicht über 90 Minuten überzeugen. Gegen Braunschweig musste Pep Guardiola erneut verletzungsbedingt umstellen. Neben Neuer, der immer noch Probleme mit der Wade hat, fehlte Alaba mit Schnupfen, sowie Kroos und Rafinha wegen einer Gelb- bzw. Rotsperre. So sahen wir in der Abwehr eine neue Formation bestehend aus Boateng (LV), Dante, Martinez und Lahm. Im Mittelfeld agierte Pep Guardiola mit einer Doppelsechs bestehend aus Höjbjerg (der in der zweiten Halbzeit sogar die Standards treten durfte) und Schweinsteiger. Götze spielte hinter den Spitzen, auf den Flügeln sah man die bekannten Gesichter Ribery und Robben. Vorne drin durfte Pizarro versuchen auch gegen Braunschweig zu treffen. Er hätte dann gegen alle aktiven Bundesligisten ein Tor erzielt.

Braunschweig ist zwar Tabellenletzter, aber im Gegensatz zu Fürth kämpft man wirklich bis zum letzten Tropfen Schweiß. Der Einsatz wurde bisher belohnt, schließlich gab es keine hohen Niederlagen und noch hat man Chancen auf den Klassenerhalt. Gegen Borussia Dortmund verlor man zwei mal unglücklich 1:2 und auch in München hielt man lange Zeit gut mit. Damit waren die Vorzeichen klar und die Eintracht begann die Partie gewohnt kämpferisch. Gerade die ersten 30 Minuten waren von unzähligen Zweikämpfen geprägt. Die Braunschweiger versuchten dabei durch Pressing und sehr viel Laufarbeit das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Der FC Bayern hingegen musste sich in den ersten 10 Minuten oftmals mit langen Bällen befreien, die aber mit zunehmendem Spielverlauf genauer wurden.

Problematisch hingegen ist weiterhin die Form von Franck Ribery. Dieser hat noch immer Schwierigkeiten nach seiner Verletzung am Hintern wieder richtig in Schwung zu kommen. Gerade in der ersten Halbzeit sah man viele Unzulänglichkeiten in Form von versprungenen Bällen, Fehlpässen oder verlorenen Zweikämpfen. Die größte Chance der ersten Halbzeit hatte Höjbjerg. Nach einem Geflipper im Strafraum konnte er sich aus 11 Meter die Ecke aussuchen, doch sein Schuss ging deutlich über das Tor.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste endete – erneut viele Zweikämpfe, doch der FC Bayern bekam mehr und mehr Zugriff auf die Partie. Dies lag auch daran, weil sich die Passquote von rund 70 Prozent auf über 80 Prozent steigerte. Das führte dazu, dass die Braunschweiger deutlich weitere Wege gehen mussten. Die bekannte Spielweise mit viel Ballbesitz zahlte sich aus, da Braunschweig ab der 65 Minute nicht mehr den nötigen Zugriff fand. Die Folge war das 1:0 durch Pizarro in der 75. Minute. Müller ging schön ins 1:1 und konnte den Ball auf Götze spielen, der nach der Auswechslung von Ribery mehr über die Flügel kam. Dieser legte den Ball gefühlvoll auf Pizarro. Gute 10 Minuten später spielte Raeder einen langen Ball auf Mandzukic – dieser hatte freie Bahn und tunnelte den Torwart von Braunschweig – das dann doch verdiente 2:0.

In der Summe sicherlich wieder ein kleiner Schritt nach vorne. Natürlich wünscht man sich vom FC Bayern als Fan mehr, aber gerade in der Liga gab es viele Spiele wie diese. Der Gegner wurde ‚kaputt‘ gespielt und am Ende stand ein ungefährdeter Sieg. Gerade einige Spieler die sich etwas im Formtief befanden, konnten sich teilweise steigern. Götze, der am Donnerstag ein langes Vieraugengespräch mit Pep Guardiola hatte, bereite das 1:0 mustergültig vor. Darüber hinaus hatte er bei fast allen Chancen seinen Fuß drin. Auch Mandzukic, der zuletzt nicht immer glücklich wirkte, konnte ein Tor erzielen. Schweinsteiger spielte in der Mitte zwar erneut nicht immer glücklich, aber zumindest gab es keine unnötigen Ballverluste im Mittelfeld, die die Abwehr jüngst meist vor Probleme stellte. Einzig Ribery hatte an diesem Tag viel Verschnitt. Es bleibt zu hoffen, dass er seine Niederlage bei der Wahl zum „Weltfußballer des Jahres“ vergessen machen will und gegen Real Madrid wieder an alte Leistungen anknüpfen kann. In der Summe ging es diese Woche einen kleinen Schritt nach vorne, was in einer Krise manchmal wertvoller ist als ein großer Sprung nach vorne.

Eintracht Braunschweig – FC Bayern München 0:2 (0:0)
Eintracht BraunschweigDavari – Elabdellaoui , Henn , Dogan , Reichel – Theuerkauf – Kratz (74. Pfitzner) , Boland – Kruppke , Hochscheidt (73. M. Caligiuri) – Nielsen
BankLater (Tor) , Baghdadi , Erwig-Drüppel , Ademi , Oehrl
FC Bayern MünchenRaeder – Lahm (90. Weiser) , Javi Martinez , Dante , J. Boateng – Höjbjerg , Schweinsteiger – Robben (73. Mandzukic) , M. Götze , Ribery (73. Müller) – Pizarro
BankHusic (Tor) , Schmitz , Schöpf
Tore0:1 Pizarro (76.), 0:2 Mandzukic (86.)
KartenGelb: Theuerkauf / –
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Leserkommentare
  1. Wie hat sich denn Pierre gemacht? War ja sein erstes Erstligaspiel über 90 Minuten soweit ich mich erinnere.

  2. Christopher

    Ist in der Summe nicht aufgefallen, was ansich keine schlechte Leistung ist. Wie bereits erwähnt hatte er in der ersten Halbzeit eine Großchance. Leider aber auch ein Ballverlust im Mittelfeld, der beinahe zu einem Konter geführt hätte. Pierre sich noch mit einem taktischen Foul retten können. In der zweiten Halbzeit hat er dann den ein oder anderen vertikalen Ball gespielt. Die Spielgestaltung lief aber vollends über Schweinsteiger. Dennoch geht es Stück für Stück vorwärts.

    1. DS

      Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich finde Hojbjerg war sogar einer der besten Spieler. Er war einer der Spieler mit den meisten Ballkontakten und vor allem in Halbzeit zwei war er häufig die erste Anspielstation. Er zeigte hier auch ein gutes Auge für gut positionierte Mitspieler, wenn sich sein Passspiel auch auf kurze Pässe beschränkte. Er hatte insgesamt eine bessere Pass- sowie Zweikampfquote als Schweinsteiger, obwohl vor allem erstere noch ausbaufähig ist. Defensiv und im Stellungsspiel solide.

      Dieser Mann würde für die meisten Bundesligisten eine Qualitätssteigerung bedeuten, wenn er in der Startelf spielen würde.

      1. Christopher

        Ob er gestern bester Spieler war, ist schwer zu beurteilen. Insgesamt ist kein Spieler wirklich herausgestochen. Nichtsdestotrotz stimme ich dir zu, dass Pierre seinen Weg gehen wird. Ich bin gespannt, ob er in der nächsten Saison ein fester Bestandteil des Bundesligateams wird.

      2. Pierre spielte also den defensiveren Sechser, wenn ich eure Kommentare richtig interpretiere. Konnte die Partie hier leider nicht sehen. Wundert mich dann etwas, weil er in der Defensivgestaltung bei den Amateuren oft etwas träge war und erst richtig aufspielen konnte, wenn er die Vorwärtsbewegungen organisieren durfte.

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