Die Schweinsteiger-Frage: Gehen oder bleiben?

Das Grummeln und das Murmeln wurde vernehmbar lauter in den vergangenen Tagen. Viel spricht dafür, dass eine Grundsatzentscheidung über die weitere sportliche Zukunft von Bastian Schweinsteiger kurz bevor steht. Ein Thema mit dem ich mich persönlich in den vergangenen Wochen immer wieder beschäftigt habe, weil es auf den ersten Blick so klar, aber auf den zweiten Blick so komplex ist.

Bastian Schweinsteiger ist für mich neben Oliver Kahn, dem ich als junger Torwart in den 90er Jahren immer nacheiferte, die mit Abstand größte sportliche Identifikationsperson in diesem Verein. Wenn ich an die zehn besten Bayern-Momente denke, die ich als Fan und Beobachter erleben durfte, ist er wahrscheinlich in sieben oder acht davon irgendwie involviert. Dass ich die Verkündung seiner Vertragsverlängerung im Dezember 2010 in der Allianz Arena zu diesen zehn besten Momenten dazu zählen würde, spricht dabei für sich. Es ist fast unwirklich, dass das Bundesliga-Debüt von Schweinsteiger bald 13 Jahre her ist. Kovac, Linke, Jeremies, Fink, Zickler, Ballack oder Elber hießen damals im Dezember 2002 seine Teamkollegen. Namen aus einer anderen Zeit. Seitdem hat Schweinsteiger zahlreiche Spieler kommen und gehen sehen. Hat hohe Höhen und tiefe Tiefen des FC Bayern in dieser Phase personifiziert und gelebt wie kein anderer.

Xavi, Gerrard, Totti, Schweinsteiger

Schweinsteigers Weg ist auch deshalb besonders, weil es um die Jahrtausendwende und vor allem in den Jahren zuvor absolut nicht üblich war, dass Spieler aus der eigenen Jugend den FC Bayern so maßgeblich prägten. Wenn es heute der Normalfall ist, dass mit Schweinsteiger, Lahm, Müller und Alaba Eigengewächse zur absoluten Weltspitze auf ihren Positionen gehören, wurde früher schon mit Stolz auf die Christian Nerlingers und Didi Hamanns dieser Welt verwiesen. Auch hier entstand eine gewisse Identifikation, aber das ist kaum zu vergleichen. Gerade weil Schweinsteiger anders als viele vor ihm trotz des Gegenwinds und einer zwischenzeitlich nicht zu leugnenden spielerischen Stagnation auf dem Flügel im Verein blieb und sich durchbiss.

Schweinsteiger steht gerade wegen dieser nicht immer geradlinig verlaufenen Karriere für mich auch einen Tick über Philipp Lahm, der quasi gleichzeitig mit Schweinsteiger die Bühne betrat. Lahm ist der talentiertere der beiden. Er spielte in den Jahren 2006-2014 nahe der Perfektion und war auf seiner Position fast konstant der beste der Welt. Lahm wird deshalb in hohem Maße respektiert. Schweinsteiger gerade auf Grund der Aufs und Abs und seiner Ecken und Kanten geliebt – ja vergöttert. Dass sich beide gemeinsam mit dem Triple 2013 und dem Weltmeistertitel 2014 nach über 10 Jahren gemeinsam krönten, gehört zu den besten Geschichten, die der deutsche Fußball je geschrieben hat.

Die einfache, emotionale Variante für die Zukunft von Bastian Schweinsteiger ist damit klar. Vertragsverlängerung bis 2018. Vielleicht noch ein Jahr mehr. Abschied mit 33/34 als ultimative Legende. Ehrenrunden und Choreos zu seinem Abschied. Der Weg also, den Spieler wie Del Piero, Xavi, Gerrard und Totti bei anderen Vereinen vor ihm gingen und gehen. Auch ich muss aber akzeptieren: Die Realität ist komplizierter.

Die Sport Bild heizte am Freitag die Gerüchte an, der FC Bayern wolle den bis 2016 laufenden Vertrag von Schweinsteiger nicht verlängern. Dieser denke deshalb über einen Abgang schon in diesem Sommer nach. Der Spin ist dabei klar: Guardiola plant mit jüngeren Spielern im zentralen Mittelfeld und sägt die Vereinslegende ab. Der Verein folgt ihm und unterwirft sich damit endgültig seinem katalanischen Angestellten. Auch hier ist die Realität jedoch komplizierter.

Schweinsteiger gibt die Richtung vor

Schweinsteiger muss eine Entscheidung treffen, die zwei Zeithorizonte betrifft. Die Zeit bis zur EM 2016 und die Zeit danach. Er will die deutsche Nationalmannschaft als unumstrittener Kapitän zur EM in Frankreich führen. Dafür muss er im Verein regelmäßig spielen. Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld beim FC Bayern ist extrem hoch. Stammplatzgarantien gibt es ohnehin schon lange nicht mehr. Denkbar ist, dass Guardiola bei seinen drei Ü30-Kräften Lahm, Schweinsteiger und Alonso und vor allem bei den letztgenannten ein Time-Sharing anstrebt. Dies hätte auch den Vorteil, dass alle unter der Saison Kräfte sparen könnten, um im Frühling 2016 topfit zu sein. In der Vorsaison schleppte sich Schweinsteiger spät in die Saison und kam nur langsam in Tritt, während Alonso am Ende sichtbar die Luft ausging. Ein Job-Sharing könnte also für beide Seiten Sinn machen, zumal die Vergangenheit auch gezeigt hat, dass sich beide Spieler auf dem Platz in guten wie in schlechten Eigenschaften eher addieren als ergänzen. Ob Schweinsteiger das mit Blick auf die EM 2016 ausreicht, ist fraglich. Vor allem dann, wenn ein Verein wie Manchester United ihn als Eckpfeiler holen möchte und damit quasi Einsatzzeiten garantiert.

Auch über 2016 hinaus geht es für Schweinsteiger um eine Grundsatzentscheidung. Will er als Nationalspieler zur WM 2018? Will er die Gelegenheit nutzen, zum Abschluss seiner Karriere Erfahrungen im Ausland zu sammeln oder wäre er damit zufrieden, seine Karriere in München mit wohl zunehmend reduzierter Spielzeit ausklingen zu lassen? Vielleicht als echter Leitwolf für Kimmich, Højbjerg, Rode und auch Götze, die auf und neben dem Platz viel von ihm lernen können. Aber reicht das einem zum Saisonstart 2016/2017 31-Jährigen? All das spielt in die Entscheidung in diesem Sommer mit hinein.

Völlig unglaubwürdig ist es dabei, dass der FCB seinem Vize-Kapitän keinen neuen Vertrag über 2016 hinaus anbieten will, wie es nun kolportiert wurde. Die öffentlichen Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge, der Schweinsteiger noch im März in hohen Tönen lobte und Gespräche ankündigte, decken sich dabei mit dem, was hinter vorgehaltener Hand aus dem Verein zu hören ist. Wenn es einen Dissens gibt, dann geht es mit Sicherheit eher um Laufzeiten, Rollenverteilungen und die eben beschriebene sportliche Perspektive bis 2016 und darüber hinaus. Auch die Vermutung, dass Guardiola den 33-jährigen Xabi Alonso, dem 30-jährigen Schweinsteiger vorziehen würde, wirkt ziemlich schräg. Erstens ist der Spanier 2016 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin weg. Zweitens war auch bei ihm zuletzt öffentlich über eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduzierte Rolle gesprochen worden. Beide stehen in einem Konkurrenzkampf mit Alaba, Højbjerg, Kimmich, Rode, Martínez und wohl auch Thiago und Lahm für in der Regel drei Plätze im zentralen Mittelfeld. Die hochgehandelten Gianluca Gaudino und Fabian Benko aus der eigenen Jugend kommen in den nächsten Jahren noch oben drauf.

USA als Option?

Ich habe mich in den vergangenen Wochen auch gefragt, was ich Bastian Schweinsteiger raten würde, wenn ich sein Berater wäre. Mein Rat sähe wohl wie folgt aus: Bis 2016 noch einmal alles raushauen. Vielleicht noch einmal die Champions League holen. Vielleicht den EM-Titel angreifen. Und dann als Held gehen. Zum Beispiel in die USA, um den Horizont zu erweitern und vielleicht auch, um mit etwas weniger sportlichem Druck die Zeit nach der Karriere vorzubereiten. Vor allem deshalb, weil beim FC Bayern nach jedem Spiel auf der Bank oder jeder Verletzung die komplette “Schweinsteigers Zeit ist vorbei”-Maschine angeworfen wird. Muss er sich das wirklich noch 3-4 Jahre geben? Er, der niemandem mehr etwas beweisen muss?

Rein sportlich kann Schweinsteiger (wenn er fit ist) dem Verein in den kommenden 2-3 Jahren auch in reduzierter Rolle helfen. Er hat sein Spiel zuletzt noch einmal weiterentwickelt. Ist nicht “nur” Stratege, sondern auch als nachstoßender Mittelfeldspieler deutlich torgefährlicher geworden, wovon seine Mannschaft eindeutig profitierte. Ein wenig erinnerte er dabei mit seinen Aktionen am und im Strafraum an Frank Lampard, den er lange Zeit ein fußballerisches Vorbild nannte. Klar ist aber auch, dass Schweinsteiger mit Spielern ergänzt werden muss, die seine Schwächen, beispielsweise in der Konterverteidigung und im Nadelspiel in den 8er-Räumen kaschieren. Fraglich war deshalb schon im Vorjahr, ob Schweinsteiger in einem möglichen Champions-League-Finale auf dem Platz gestanden hätte, wenn alle Spieler im Kaders fit gewesen wären. Auch das gehört zur Wahrheit dazu.

Gleiches gilt für seine Verletzungsprobleme, die seine Einsatzzeit von der Triple-Saison (3.665 Minuten) auf 2.661 Minuten in der 13/14er Spielzeit und 1.939 Minuten in der 14/15er drückte. Sprunggelenksprobleme und eine Reizung der Patellasehne zwangen ihn zu längeren Pausen, die mit in die Gesamtbetrachtung gehören. Gerade im Hinblick auf die Frage, wie der FC Bayern sich mittelfristig im zentralen Mittelfeld aufstellt und ob weitere, zusätzliche Konkurrenz hinzu geholt wird.

All das zeigt: Es gibt eine emotionale, einfache Sicht und es gibt eine komplizierte, realistische Sicht auf die Diskussion um die Zukunft von Bastian Schweinsteiger, der hier die Richtung vorgeben muss. Letztlich wird es darauf ankommen, dass sich Vereinsführung und Spieler sehr tief in die Augen schauen, um einen gemeinsamen Weg zu finden, der am Ende auch Trennung heißen kann. Auch wenn es schwer fällt. An Schweinsteigers Bedeutung für diesen Verein würde das ohnehin nichts ändern.

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Leserkommentare
  1. Bayernexpat

    Sehr, sehr schön geschrieben. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Schon seit Jahren mein Fussballgott, ich wünsche ihm das er noch 3-4 Jahre glücklich spielen kann, wo immer er auch möchte.

    Verletzungsfrei könnte er wahrscheinlich noch 25-30 spiele von Anfang machen. Sonst kann es natürlich schnell mager für ihn aussehen was Einsatzzeiten angeht (also wenn verletzungsbedingt nicht auf top Niveau). Unwahrscheinlich das der Verein mit ihm bis 2018 verlängert für 12 million brutto im Jahr. Eher 6-8. Ob ihm das allerdings genug ist, kann nur er selbst beantworten.

    Meiner Meinung nach ist es auch eine Frage der Alternativen bzw Angebote. Für die USA ist er noch zu jung . Spanien kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Ob er bereit für einen zweiten Frühling in Italien ist a la Miro oder Pirlo? Man weiss es nicht.

    Ich habe nur Angst das we sich in der Premier League kaputt macht.

    Das er wie Gerrard bei Liverpool zu lange mit dem Abschied wartet und dann das ganze land sieht das es auf hohem Niveau nicht mehr reicht, befürchte ich eigentlich nicht, da situation dort ganz anders war die letzten zwei Jahre.

    So oder so, ich hoffe er findet eine Option mit der er glücklich wird.

  2. pitvonbonn

    In anderen Foren wird von “Bayernfans” leider sehr rigoros mit dem Mannschaftskapitän der Nationalmannschaft, ohne dessen heroischen Einsatz wir nie Weltmeister geworden wären, umgegangen.
    So geht Bayern aber glücklicherweise nicht mit seinen Spielern um, schon garnicht mit einem verdienten Spieler wie Schweinsteiger.
    Das macht Bayern auch so sympatisch, weil sie nicht wie Real mit ihren Spielern umgehen.
    Hoffentlich kann Schweinsteiger sich mit dem timesharing abfinden und hört nicht auf die derben Sprüche der Bild, mit ihren ständigen: könnte, sollte, hat Matthäus gesagt….

  3. scape

    er hat mein grössten respekt, für das was er für bayern getan hat und auch freue ich mich sehr über ihhn und lahm, das sie es nach so langer zeit geschaft haben endlich die CL und die WM zu gewinnen, aber….

    aber es ist zeit für bayern, fürs DM neue spieler einzusetzen, BS ist mir defenitiv zu verletzungsanfällig und dazu auch nicht mehr so synamisch wenn er befreit aufspielen kann

    entweder er kommt damit klar, das er nicht mehr immer in der startelf steht oder er versucht sein glück bei einem anderen top club

    bayern hat auf seiner postion leider ein überangebot an guten spielern, meiner meinung nach sollte kimmich so schnell wie möglich diese rolle übernehmen

    ja, der ist noch sehr jung, aber das waren alaba, müller und badstuber auch und das ergebnis kennen wir ja

    wird interessant zu sehen was bayern/pep da so plant…

  4. Marco05

    “Dass sich beide gemeinsam mit dem Triple 2013 und dem Weltmeistertitel 2014 nach über 10 Jahren gemeinsam krönten, gehört zu den besten Geschichten, die der deutsche Fußball je geschrieben hat.”

    Das ist nur zu unterschreiben. Diese Geschichte wird mir in der Tat viel zu wenig thematisiert und gewürdigt. Vlt. ändert sich das nach beider aktiver Karriere. Aber wenn man mal drüber nachdenkt, dann ist das schon unglaublich hoch 3.

    Schweinsteiger kann im Grunde nichts mehr falsch machen. Mit der WM 2014 und speziell dem Finale hat er sich ein Denkmal gebaut, dass selbst Rocky Balboa vor Neid erblassen würde. Fußballgott auf alle Zeiten, unumstritten. Vielleicht ist der Zeitpunkt für ihn ins Ausland zu wechseln nun sogar ideal. Die Wertschätzung im eigenen Lande hat er ohnehin nie richtig genossen und nochmal was Neues ausprobieren, warum nicht.

    Das man ihn – wie auch immer – von Vereinsseite loswerden will halte ich für ausgemachten Blödsinn. Er _ist_ aktuell der FCB, wie es Kahn vor ihm war. Da findet sich immer eine Lösung. Wenn er will. Das wird das entscheidende sein. Aber egal was er tut, er bleibt immer eine Legende!

  5. kurt

    Wenns nach mir ginge, würde er bleiben und hier seine Karriere beenden. Müsste dann aber auch mit deutlich geringeren Einsatzzeiten rechnen. Wobei es da auch einfach drauf ankäme, wie er spielt. Ich würde ihn da nocht nich abschreiben, wie manch anderer.

    Ich kann und will mir ihn eigentlich nicht in einem anderen Trikot vorstellen, aber wenn er unbedingt weg will, dann wäre Manchester United irgendwie noch die sympathischste Wahl.

  6. Jo

    Wie immer ist auch hier ist eigentlich alles was man zu diesem Thema in den Medien zu lesen bekommt ausgemachter Blödsinn. Einziger Zweck ist das Sommerloch mit Geschichten zu füllen.

    1. Schweinsteiger wird 2015 nicht wechseln.
    Er weiß er steht vielleicht vor seinem letzten großen Jahr in dem er als krönenden Abschluss die Nationalelf zum EM-Titel führen will. Dafür findet er nirgends bessere Voraussetzungen als bei Bayern. Hier kann er noch einmal Titel gewinnen, vielleicht zum letzten Mal die CL angreifen. Und im Gegensatz zu Steffen bin ich der Meinung, dass kein anderer Verein im derart viele Einsatzzeiten wie Bayern garantieren wird. Hier ist er nicht nur Spieler sondern eben Legende, kennt jeden Grashalm, die Mitspieler schätzen ihn. Und vor allem hat er in Guardiola einen Trainer der für solche Dinge ein feines Gespür hat.
    Krass gesagt bei Manchester interessiert sich kein Schwein für ihn. Dort wäre er der alternde, ggf. misstrauisch beäugte Star, der nach einigen schwachen Spielen ganz schnell weg vom Fenster sein kann.
    Ich traue Schweinsteiger zu, dass er clever genug ist das zu erkennen. Und auch, dass er clever genug ist das ein wenig Jobsharing das Beste ist was ihm passieren kann. Ob er dann in einem CL-Halbfinale spielen würde? Keine Ahnung, aber wo hätte er denn sonst die Chance ein solches überhaupt zu erleben und die Gewissheit zu spielen?

    2. Bayern wird Schweinsteiger auch 2016 nicht herauskicken. Das ist aus der gemeinsamen Historie und dem Geist des Vereines heraus nicht vorstellbar. Finanziell wird man sich einigen, das war noch nie ein Problem.
    Hier ist aber das erste wirkliche Problem zu verorten. Je länger Schweinsteiger bleibt, desto geringer wird vsl. seine Rolle sein. Seine körperlichen Probleme werden sicher nicht geringer, nächstes Jahr hat er vsl. wieder ein Turnier in den Beinen. Im Bewusstsein dessen wird Bayern 2016 zwingend auf seiner Position aktiv werden müssen. Ob und wie er bereit ist eine solche Rolle zu akzeptieren und zu leben kann nur er beantworten.
    Wenn er auch hier clever agiert kann er seinem Nimbus nur noch einmal vergrößern. Man denke an Kahn bei der WM 2006. Kein beleidigter Rücktritt, sondern völlige Unterstützung des Teams. Oder an den gleitenden Übergang eines Scholl, oder aktuell eines Xavi.
    Alternativ könnte es hier natürlich auch hässlich werden. Ein monatelanger Kleinkrieg über die Medien mit einer beleidigten Vereinslegende. Möchte ich mir nicht vorstellen.
    Hier wird man sich tatsächlich tief in die Augen schauen müssen und die Karten auf den Tisch legen.

    3. Natürlich wird ManU Schweinsteiger nicht verpflichten. Außer dem peinlichen, ausgelutschten van Gaal-Narrativ (ach bitte welchen Bayernspieler wollte er jetzt denn nicht verpflichten) spricht da auch wirklich gar nichts für.
    Schweinsteiger ist jetzt 31. Wäre bei Vertragsende 33/34. Jeder kennt die körperlichen Probleme die ihn schon seit knapp 4 Jahren konstant heimsuchen. Dann sollte ausgerechnet ein PL-Verein mit unzähligen Spielen, der dort üblichen Spielweise, Schweinsteiger verpflichten wollen?
    Man kann ja von van Gaal halten was man will, aber ein wenig versteht er sein Geschäft schon.

    Fazit: Der Ball liegt jetzt bei Schweinsteiger. Sollte er eine Vertragsverlängerung ausschlagen, weil ihm die sportliche Perspektive nicht zusagt ist seine Lage schwierig. Bei einem richtigen Topverein wird er nicht unterkommen können (s.o), einen Klub aus der zweiten Reihe sich antun? Wo liegt da der Sinn? Bliebe der Ausklang in USA, oder evtl. in Arabien, was vsl. dann auch seine Nationalelfkarriere beenden würde (wäre vielleicht auch für ihn akzeptabel).
    Bleibt die von Steffen beschriebene einfache emotionale Variante. Vertragsverlängerung, langsames Ausklingen der Karriere, Ehrenrunde, Choreo, Chapeau! Wahrscheinlich für alle Beteiligten kurz- und auch langfristig die beste Möglichkeit.
    Ich persönlich hoffe, dass Schweinsteiger die Erkenntnis und auch die Größe hat sich mit allen Konsequenzen dafür zu entscheiden.

  7. Johannes

    Also ums Vorweg zu nehmen würde ich sagen ist es besser jetzt zu gehen! So wohl sportlich, wirtschaftlich als auch von der emotionalen Seite.

    1.Für mich ist er als Spieler absolut zu ersetzen, das hätte ich zwischen 2010-13 nicht gesagt aber die letzten zwei Saisons waren einfach nicht gut.Ich kann zwar sehen was Steffen mit seiner weiterentwicklung im Offensiv bereich meint, aber auf der anderen Seite hat er auch mit den Verletzungen einiges an Dynamik eingebüsst.Er kommt oft zu spät oder gar nicht in die Zweikämpfe, macht deswegen viel mehr Fouls als früher, auch viele Frustfouls was er eigentlich nie gemacht hat.

    2.Vom Wirtschaftlichen würde es sicher mehr Sinn machen ihn jetzt zu verkaufen.Auch wenn wir vielleicht nur 8-10 Mio plus seinem Jahresgehalt bekommen ,könnten wir das Geld wieder in einen Kracher investieren.Ihn jetzt nur sporadisch einzusetzten und dann nächste Saison Ablösefrei ziehen zu lassen macht für mich keinen Sinn, dafür ist er auch viel zu teuer.

    3.Der letzte Punkt ist eigentlich irrelevant wenn die ersten beiden schon nicht passen.Denke es wäre das beste den Verein zu verlassen, es würde eine endlose Story werden, wenn er paar mal nur auf der Bank sitzt.Wir würden zwar eine Legende verlieren aber er ist ja nicht die einzigste.Mit Lahm, Ribery und Müller haben wir ja genug und können es daher verschmerzen.

    1. Dagobert Duck

      Endlich mal wer, der auch das wirtschaftliche sieht. Jeder tut immer so, als wäre Bayern eh reich und das ist völlig egal. Aber da können 20 Millionen und 10 Millionen Gehaltsersparnis rumkommen, das ist ungefähr ein Jahresgewinn von Bayern.

  8. Manuel Herzog

    Wenn schweinsteiger fit war, hat er immer gespielt!! Lest mal die Biographie von guardiola. Er beschreibt genau was er mit schweinsteiher vorhat. Wie oben schon angesprochen soll er die Torgefährliche 8 geben. Ich glaube das wird nächste Saison noch perfektioniert. Er wird verlängern.

  9. Tripler

    Der will noch Europameister werden. Da ist es nicht gut jetzt den Verein zu wechseln. Umgewöhnung, neues Spielsystem lernen, eventuell andere Kultur, etc. Alles viel zu ungewiss bei einem Wechsel jetzt. Und der Schweini ist auch noch nicht Uralt. Klar, er ist nicht mehr der jüngste, aber ein paar gute Jahre hat er auch noch. Wird ja zum Teil so geschrieben als ob die Bayern ihn durchschleppen müssten…Er sollte seinen Vertrag erfüllen, wovon ich auch ausgehe.

  10. Pachinko

    Kann mir sogar vorstellen, dass Basti, auch wegen der EM, mit weniger Einsätzen zufrieden ist. Er wird schon wissen, dass sein Körper keine 50-60 Spiele mehr mitmacht.
    Hab da aber gemischte Gefühle.
    Einerseits würde mir einfach wünschen, dass er in der Allianz Arena den Abschied bekommt, den er verdient und deshalb hoffe ich, dass er bis min. 2016 bleibt.
    Aber man darf auch nicht zu lange auf die älteren Spieler bauen. Wir haben z,b Thiago bekommen, weil Barca zu lange auf Xavi gesetzt hat, obwohl er nicht mehr so stark wie früher war. Würde es schade finden, wenn wir z.b Hojbjerg verlieren, der m.m.n die nächsten 10-15 Jahre eine große Rolle für uns spielen kann.

    1. Robert

      Word! Mmn müssen entweder Schweinsteiger oder Alonso abgegeben werden. Einsätze teilen müssen die sich nämlich nicht miteinander, sondern mit den ganzen vielversprechenden Talenten im Kader. Mir wäre Alonso lieber, aber der steht offensichtlich nicht zur Debatte. Seine Rückrunde war ohne längere Verletzungen katastrophal. Auch wenn man ja munkelt, dass er im Prinzip ständig angeschlagen ist.

  11. Axel

    Wenn er bleibt, muss er (und wir) damit leben, dass es bei Fußballjounrnalisten und -kommentatoren ähnlich wie bei Matthäus bei jedem Fehler heißen wird “oh, vielleicht doch schon zu alt”. Er wird nur noch durch diese Brille betrachtet werden und das hat schon bei Matthäus ganz schön genervt. Die Berichterstattung über unseren Club wird zu 50% aus BS-Gemütsanalysen. Aber uns bleibt ja dieser wunderbare Blog ;)

  12. Christian

    Sehr gute Analyse. Ich sehe nur einen Punkt anders: “Vor allem dann, wenn ein Verein wie Manchester United ihn als Eckpfeiler holen möchte und damit quasi Einsatzzeiten garantiert.”

    Der schnelle, sehr körperliche Fußball der Premier League kommt meiner Meinung nach dem Spiel von Schweinsteiger nicht wirklich entgegen.

    Viele Spieler benötigen auch oft ein Jahr um sich erst einmal in der Premier League zu aklimatisieren (siehe auch Di Maria). Garantierte Einsatzzeiten sehe ich deswegen nur bedingt. Für mich insgesamt ein ziemlich großes Risiko für ihn mit Blick auf die EM 2016.

  13. Thomas

    Das ist einer der besten Fußball-Artikel, die ich in letzter Zeit gelesen habe! :-)

    dks Steffen :-)

  14. Dmnk

    Sehr angenehm zu lesen. Völlig unaufgeregt. Das entspannt mich. Danke.

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