FC Bayern München – VfB Stuttgart 2:0 (1:0)

Nicht schön, aber erfolgreich. Der FC Bayern arbeitet sich zu einem insgesamt verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart und beißt sich damit früh in der Saison mit sieben Punkten aus drei Spielen an der Tabellenspitze fest. Guardiola hat trotz des Sieges nach wie vor viel Arbeit vor sich.

Falls ihr es verpasst habt: Ohne Arjen Robben, dafür mit Xabi Alonso begannen die Bayern am Samstagnachmittag gegen eine Stuttgarter Mannschaft, die nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen bereits gehörig unter Druck stand. Guardiola verzichtete im Mittelfeld auf den defensivstarken Rode und setzte mit Alonso, Alaba und Lahm auf die auf dem Papier spielstärkste Lösung im zentralen Mittelfeld. Bernat und Boateng besetzten die Außenverteidigerpositionen während Müller und Lewandowski vor Götze einen Zwei-Mann-Sturm bildeten. Stuttgart war komplett darauf ausgelegt mit Kontern über die schnellen Harnik und Werner auf den Flügeln zum Erfolg zu kommen und spielte ein sehr zurückhaltendes Pressing. Bayern überließ den Schwaben nur selten den Ball und zog ein nicht immer fehlerfreies, dafür häufig zielstrebiges Passspiel auf. Weil Stuttgarts Viererkette sehr gut stand, fehlte Bayern häufig die Durchschlagskraft. Zwar zwang Müller Ulreich mit einem Kopfball zu einer Glanztat – richtig viel Torgefahr gab es aber auf beiden Seiten zunächst nicht. Es brauchte einen Freistoß von Alonso, den Stuttgart nicht klären konnte und einen Geniestreich von Götze, der im Nachsetzen zum 1:0 traf (27.), um die Bayern auf die Siegerstraße zu bringen.

Das Spiel plätscherte dann über weite Strecken vor sich hin. Badstuber musste mit einer Muskelverletzung früh raus und Bayern ließ sich bis auf einige wenige Konter und Standardsituationen nicht aus der Ruhe bringen. Als alles nach einem 1:0-Sieg aussah, erhöhte der eingewechselte Ribéry spät auf 2:0 (85.). Dabei blieb es. Für den FC Bayern beginnt spätestens am Mittwoch mit dem Auftakt in die Champions League die erste richtig wichtige Saisonphase.

3 Dinge, die auffielen:

1. Fokus auf die offensiven Halbräume

Viele erwarteten bei der Bekanntgabe der Aufstellung eine “klassische” Dreierkette mit den nominellen Innenverteidigern Boateng, Dante und Badstuber. Was die Münchner dann über weite Strecken zeigten war aber deutlich weniger klar zu dechiffrieren. Wie so häufig in der Guardiola-Ära war Bayerns formative Ausrichtung ein Hybrid. Auch wenn immer mal wieder Dreierketten entstanden, agierten Bernat und Boateng eher als klassische, offensiv ausgerichtete Außenverteidiger. Gerade Boateng zog Werner durch frühes Aufrücken immer wieder weit in die Defensive und bespielte die rechte Außenbahn fast allein. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Badstuber wurde dies mit Lahm auf der rechten defensiven Außenbahn noch klarer. Im Angriff agierten Müller und Lewandowski derweil häufig auf einer Linie. Auch dadurch schafften es die Münchner gegen Stuttgart die bekannten Überzahlsituationen im Zentrum etwa 20 Meter weiter nach vorn zu verschieben.

Während Alonso alleine die 6er Position beackerte, besetzten Lahm (später Gaudino), Alaba und Götze unterstützt von den vorschiebenden Außenverteidigern gerade nach Ballgewinn sehr schnell die Halbräume hinter den beiden Angreifern. Weil sich Müller und Lewandowski dazu noch häufig fallen ließen, entstanden ca. 30 Meter vor dem Stuttgarter Tor viele spannende Überzahlsituationen, die Bayern aber zu inkonsequent ausnutzte. Zwei Halbchancen von Müller (52) und Alaba (59.) entstanden aber genau aus schnellen Kombinationen in diesen Räumen. Guardiola verfolgte einen ähnlichen Ansatz bereits im Vorjahr, als er zu Beginn der Saison mit seinem 4-1-4-1 genau diese Halbräume im Achter und Zehnerraum attackierte. Der Ansatz ist richtig, weil er Bayerns Ballbesitz-Schwerpunkte so automatisch aus dem 6er in den 10er Raum verlagert und damit potenziell mehr Torgefahr erzeugt. Der Bayern-Coach sollte weiter an diesem Ansatz arbeiten – vor allem weil das optimale Spielermaterial (Thiago!!) momentan noch fehlt.

2. Viel Stabilität – wenig Kreativität

Es war durchaus sichtbar, dass dem FC Bayern ohne Ribéry, Robben und Thiago kreative Elemente im Spiel nach vorne fehlten. Xabi Alonso, Lahm, Alaba, Bernat und Boateng sorgten im Verbund für eine extreme Stabilität, die Stuttgarts Konterspiel komplett erstickte – so richtig kreativ nach vorn wurde aber keiner von ihnen. Vor allem Alaba wirkt in der zentraleren Rolle nach wie vor ein wenig verschenkt. Wertvoll ist der Österreicher meist dann, wenn er mit Tempo und großer Dynamik Richtung Tor bzw. Grundlinie zieht. Im Zentrum entstehen diese Situationen so gut wie nie. Alabas Passspiel ist zwar gut, aber auch nicht so sicher und dominant, dass es er in Spielen wie diesen den Unterschied ausmachen kann. Bis auf zwei bis drei gute Szenen in Strafraumnähe in der zweiten Hälfte blieb Alaba insgesamt recht wirkungslos im Spiel nach Vorne. So blieb es neben Götze und Müller fast ausschließlich Xabi Alonso vorbehalten mit aufreißenden Diagonalbällen oder geschickten Tempoverschärfungen für ein paar kreative Momente zu sorgen. Ohnehin war Alonso eindeutig der beste Münchner am Samstagnachmittag. Die meisten Kilometer (11,8), mit Abstand die meisten Ballkontakte (150), die meisten Pässe (119) und ein Lattenschuss unterstreichen seine gelungene Vorstellung. Alonso trat auch fast alle Standards und war verbal ebenfalls der klare Anführer auf dem Platz.

Der in der 43. Minute eingewechselte Gaudino wirkte übrigens zum ersten Mal etwas überfordert mit Tempo und Robustheit in der Bundesliga. Gaudino hatte in 47 Minuten gerade einmal 29 Ballkontakte und setzte nur zu zwei Sprints an. Bis auf eine gute Szene bei einem Alaba-Fernschuss lief das Spiel ziemlich an ihm vorbei. Das Mittelfeldzentrum bleibt auch deshalb ein “work in progress”.

Mut macht der sehr engagierte Kurzauftritt von Ribéry, der das 2:0 erzielte und insgesamt an drei guten Chancen beteiligt war. Dass der Gastgeber in den 22 Minuten nach seiner Einwechslung mehr Chancen herausspielte als in den 68 Minuten zuvor, ist durchaus ein Indiz für die zuvor beschriebenen Probleme der Bayern in Sachen Kreativität.

3. Bernat findet seine Rolle

Juan Bernat bestritt gegen die Schwaben sein drittes Pflichtspiel von Anfang an. Es war sein bisher bester Auftritt im Bayern-Dress. Guardiola stattet seine Außenverteidiger im Moment mit extrem vielen Freiheiten im Offensivspiel aus. Auch weil die nominellen Außenspieler im Mittelfeld stark eingerückt agieren. Bernat, der in der Vorbereitung und zum Saisonstart gelegentlich noch etwas überwältigt von den Anforderungen wirkte und insgesamt sehr wenig Risiko ging, scheint seine Rolle immer mehr zu finden. Der 21-Jährige hatte einige vielversprechende Vorstöße, absolvierte die meisten Sprints (32) und gewann bemerkenswerte 14/22 Zweikämpfen (63%). Vor allem seine defensive Sicherheit und Zweikampfstärke ist dabei ein wichtiges Zeichen – gab es bei seinem Wechsel doch vor allem hier ein paar Fragezeichen. Offensiv darf der Juniorennationalspieler dagegen durchaus weiter mutiger werden und seine vielversprechenden Tempodribblings häufiger einstreuen. Insgesamt scheint sich aber zu bestätigen, dass er eine sehr gute Ergänzung auf einer auch international dünn besetzten Position werden kann.

FC Bayern München – VfB Stuttgart 2:0 (1:0)
FC Bayern MünchenNeuer – Bernat, Dante, Badstuber (43. Gaudino), Boateng – Xabi Alonso, Alaba, Lahm – Götze (68. Ribéry) – Lewandowski (87. Pizarro), Müller
VfB StuttgartUlreich – Sakai, Rüdiger, Schwaab, Klein – Romeu, Gentner – Werner, Leitner, Harnik – Ibisevic
BankStarke, Benatia, Rode, Shaqiri, Pizarro
Tore1:0 Götze (27.), 2:0 Ribéry (85.)
KartenRomeu, Alonso (Gelb)
SchiedsrichterThorsten Kinhöfer
Zuschauer71.000 (ausverkauft)
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Leserkommentare
  1. SP

    Schön zusammengefasst.
    Eine Sache sehe ich trotzdem etwas anders. Alonso war für mich nicht der beste, sondern der wichtigste Münchner, da er das Spiel organisiert und stabilisiert hat.
    Der beste Spieler war für mich persönlich ganz klar Badstuber. Die Sicherheit und Qualität, die er im Aufbauspiel mitbringt, ist beeindruckend und wenn man sieht, wie viele Kontersituationen durch ihn abgefangen wurden, wirkt seine Leistung nochmal um einiges besser.
    Boateng hat mich auch sehr überzeugt und eben noch Bernat und Alonso.
    Ich fand auch die Einbindung von Götze heute sehr gelungen. Seine Leistung ist zwar noch verbesserbar, aber ich hatte das Gefühl, dass diese Rolle ausgesprochen gut zu ihm passt.

    1. Ibiza

      ja, ich konnte nie nachvollziehen dass man Götze soweit ich das in Erinnerung habe sowohl bei den Bayern als auch der Nationalmannschaft letzte Saison nie auf der 10 gesehen hat wie heute, obwohl das doch bei Dortmund gerade seine Paradeposition war. Die Versuche als Riberyersatz auf links oder als falsche 9 haben doch immer wieder klar gezeigt dass ihm die Postitionen nicht liegen sondern dass er zwar in der Mitte am stärksten ist, aber eben nicht direkt vor dem Tor sondern etwas zurückgezogen.

      Am ehesten könnte ich es mir noch dadurch erklären, dass diese Position letzte Saison in beiden Teams vom Liebling aller Trainer Toni Kroos besetzt wurde so dass für Götze eine andere Postition gefunden werden mußte. Ein weiterer Grund warum ich heilfroh bin dass wir den an Real losgeworden sind. Aber sogar noch mehr jetzt nachdem sich rausgestellt hat dass das der entscheidende Zug war um sie in den großen Fehler zu treiben Alonso gehen zu lassen – wenn man sich Reals Ergebnisse seit seinem Fortgehen anschaut scheint es so als ob wir ihnen da wirklcih schön das Herz ihrer Zentrale (und wer ihn bei uns spielen gesehen hat unterschreibt das auch sofort) entrissen haben.

      Kann entscheidender Schritt zum nächsten CL-titel gewesen sein durch den Doppeleffekt Schwächung des Gegners und eigene Stärkung wie mans früher nur auf nationaler Ebene kannte. Schon klar, es war wie üblich nicht das Hauptziel dieses Transfers, aber denke es könnte das erste mal auf CL-niveau gewesen sein dass man dem Hauptkonkurrent um den Titel so einen Schlag versetzen konnte..

      1. Josef

        Ich stimme dir zu, dass Götze in einer Rolle wie heute am vielversprechendsten ist.
        Was die Schwächung von Real Madrid angeht, sehe ich das allerdings anders. Der entscheidende Abgang – für die momentane (sic!) Schwäche – dürfte hier Di Maria sein.

      2. Ibiza

        ja, di Maria spielt sicherlich auch eine Rolle bei den beiden Niederlagen. Aber das Hauptproblem in den letzten beiden Spielen (2 Niederlagen in Folge mußte Real in den kompletten letzten 5 Saisons mit Alonso übrigens nur ein EINZIGES Mal hinnehmen, 2 Spiele sagen natürlich in der Tat noch nicht soviel aus, aber das macht es schon noch drastischer dass es gerade die 2 einzigen OHNE Alonso jetzt waren) waren wohl kaum die “nur” 3 geschossenen Tore sondern dass man satte 6 Gegentore kassiert hat. Dafür dürfte doch wohl schon eher ein Abgang in der Defensivzentrale verantwortlich sein und nicht der des Offensivmanns Di Maria..

  2. Hero991

    Gute Analyse. Bei Punkt 1 und 3 stimme ich dir zu.

    Wisst ihr warum Höjbjerg nicht im Kader war?

    1. Højbjerg ist wohl ebenfalls angeschlagen, aber von einer genaueren Diagnose hab ich auch noch nichts gelesen. Hoffen wir mal, dass es nur etwas leichtes ist und er nicht ebenfalls länger ausfällt.

  3. jr9

    Waren es nicht sogar 75000 Zuschauer auf Grund des Ausbaus?

    1. Ibiza

      die erweiterte Kapazität darf noch nicht genutzt werden weil schon seit Monaten ein Gerangel um die dafür nötigen Genehmigungen läuft. Insbesondere die MVG hat große Bedenken dass die zusätzlichen Zuschauer Ubahn mäßig nicht zu schaffen sind und in den bisherigen Presseberichten dazu klang es auch nicht so als ob da ein Einlenken diesbzgl. ne klare Sache wäre..

      1. Korrekt. Der FC Bayern hofft und glaubt wohl noch immer an eine positive Entscheidung des Planungsreferats, aber die Sache liegt nun schon Wochen bzw. Monate bei der Landeshauptstadt München ohne irgendein richtiges Ergebnis. Das erste Konzept wurde wohl aufgrund der von Ibiza genannten Bedenken abgelehnt, aber seit dem ist es sehr still. Die positive Einstellung des Vereins ist etwas verwunderlich, weil das letzte Zitat das ich gelesen habe auch eher gegen Kapazitätserweitung tendiert hat.

      2. Josef

        Danke für die Info. Ich hatte gar nicht mehr an die Bedenken der MVG gedacht, kann diese aber von außen betrachtet nachvollziehen. Die U-Bahnen Richtung Arena sind durchaus gut gefüllt ;-)

      3. Ibiza

        ja, ich denke das Problem sind weniger die gerade mal etwa 5% mehr Zuschauer, sondern dass es bereits jetzt bei Abendspielen (CL, dort wären ja eigentlcih sogar aktuell durch das Stehplatzverbot sogar deutlich weniger Zuschauer unterwegs, die genaue Anzahl ist also keineswegs entscheidend sondern es ist ein generelles Problem) zu gravierenden Beeinträchtigungen des Ubahnverkehrs kommt dadurch dass dann der Arenazufluß aus der Stadt mit dem Rushhour Verkehr zusammenkommt. Das dürfte das wesentlcih gravierender Problem sein, als dass man nach Spielende noch ein Stückchen länger (wie gesagt es geht gerade mal um 5% mehr Zuchauer) warten muss bis dann mal die Schlange vor der Ubahn abgebaut ist. Von daher denke ich ginge es den MVV leuten eher darum an der jetzt schon bestehenden Problematik etwas zu verändern wo sie jetzt das Druckmittel Genehmigung für die Kapazitätsausweitung in der Hand haben.

        Gleichzeitig hat aber das BL-Eröffnung FCB Heimspiel (22.8) gezeigt dass es auch ohne Ubahnanschluss der Allianzarena selbst bei Abendsspiel machbar ist:
        http://www.mvg-mobil.de/aktuell/sev-u6.html
        Nachdem es im Vorjahr bereits ebenfalls schon dieselbe U6 sperrung im August und ebenfalls ein BL-Eröffnungs Abendheimspiel gab dürfte sich dieser Ersatz auch durchaus bewährt haben wenn man nun wieder darauf gesetzt hat.

        Vielleicht kann man so eine Expressbuslösung generell dann auch als Kapazitätserweiterung der Ubahn in Betracht ziehen, nur dann zb. statt Startpunkt Alte Heide (bei den U6 Baumaßnahmen) dann zb. ab Ubahn Kreuzpunkt Schaidplatz, so dass sich der Zustrom von jetzt exklusiv U6 hin zu U2+U3 verteilen könnte. Den Zuschauern (denen natürlcih erstmal die Direktverbindung mit der U6 sympatischer ist, auch wenn es unter den gegeben Umständen ja eher einem Viehtransport – letztens erst gelesen dass die Bedingungen selbst in normalem rush hour Ubahnverkehr in manchen europäischen Städten für Tiertransporte nicht zulässig wären, gerade im Sommer – als einer angenehmen Spielanreise) könnte man dies durch kostenfreien Weitertransport (natürlich bezahlt vom FCB, die fast 4000 zusätzlcihen zahlenden Gäste sollten das lockerst finanzierbar machen und auch für den Rest der Zuschauer würde es ja eine angenehmere Anreise möglich machen, für einen Verein also ein durchaus lohenswertes Investment) schmackhaft machen, man würde dann ja nur für 2 statt 4 Zonen bezahlen und hätte eben auch noch eine wesentlcih angenehmere (da weniger eingepfercht) Anreise..

      4. Vielleicht kann man so eine Expressbuslösung generell dann auch als Kapazitätserweiterung der Ubahn in Betracht ziehen, nur dann zb. statt Startpunkt Alte Heide (bei den U6 Baumaßnahmen) dann zb. ab Ubahn Kreuzpunkt Schaidplatz, so dass sich der Zustrom von jetzt exklusiv U6 hin zu U2+U3 verteilen könnte.

        Habe gestern lange mit einem Freund über den Busverkehr beim Heimspiel gegen Wolfsburg gesprochen, da ich an diesem Freitagabend keine Zeit für das Spiel hatte. Er war sehr begeistert wie schnell und bequem das Ganze funktioniert hat und wie effizient es die MVG organisierte.

        ABER: Von den zur Verfügung gestellten Bussen waren wohl fast alle aus dem Münchner Umland herangezogen, da der eigentliche Stadtverkehr trotzdem normal laufen muss und niemand 30-40 Busse irgendwo stehen hat. Bedeutet also auch einen immensen Mehraufwand und Kosten, die die MVG sicher nicht tragen wird und selbst für den FC Bayern unwirtschaftlich sind. Du hast aber vollkommen recht, dass eine Entlastung der Strecke in die Stadt – Fröttmaning mindestens bis Münchner Freiheit – und früheres Anschließen der Nebenstrecken entlasten könnte. Aktuell gibt es real nur einen Punkt vor Münchner Freiheit wo viele Gäste aussteigen: Studentenstadt, da von dort via Bus der Anschluss in Richtung Westen (Frankfurter Ring etc.) besteht.

      5. Ibiza

        gut, wie gesagt, die Kosten hätte ich ja schon klar dem FCB zugewiesen. Und bzgl. unwirtschaftlich – Stand jetzt ist die Kapazitätserweiterung nicht genehmigt und es schaut eben auch weiter nicht danach aus als ob so eine Genehmigung locker (ohne Zugeständnisse des FCBs um die Verkehrssituation zu entlasten) zu bekommen sein wird.

        Pro Spiel gehen aber aktuell alleine für die 2000 zusätzlich geschaffenen Sitzplätze schon minimum 60.000 Euro (bei Annahme niedrigstem Ticketpreis von 30 euro) verloren. Bei vielleicht grob geschätzten Komplettkosten von 1000 Euro pro gechartertem Bus und Spiel könnte man hiervon schon 60 Busse finanzieren. Damit wäre aber locker eine Verkehrsentlastung zu bewerkstelligen die sehr weit darüber hinausgeht was durch die 4000 zusätzlichen Zuschauer verursacht wird.

        Und wie gesagt – der FCB ist ein Verein, selbst wenn die Kapazitätserweiterung unter den gegebenen Umständen (dass sich bzgl. dessen Genehmigung extrem quergestellt wird) nicht zu einem Mehrgewinn führt, aber dadurch im Nebeneffekt die Anreisebedingungen für einen guten Teil der Fans deutlich verbessern würde so wäre dies durchaus tragbar. Selbst der Umbau von Sitz zu Stehplätzen ist in Punkto Wirtschaftlichkeit ja eher ein Minusgeschäft (mehr Leute kommen rein die aber weniger zahlen, grob gesehen wohl ähnlich viel wie Ticketeinnahmen wie vorher aus diesen umgerüstetn Bereichen, man hat aber Umrüstungs und jedes Mal – CL – auch Umbaukosten, selbst bei dem neuen Umklappsystem) und nur dadurch zu rechtfertigen dass es eben mehr Fans ermöglicht an den Spielen teilzuhaben und zudem auch noch gerade Fans die stimmungstechnisch besonders wertvoll sind.

  4. Und der FC Bayern hat eben bekannt gegeben, dass Badstuber einen Muskelsehnenriss davongezogen hat und nun wieder länger ausfällt. Anscheinend direkt OP, dann ruhig stellen und langsames zurückführen ins Training. Klingt nach langer Zeit…

    1. Ibiza

      schon bitter ja, da leistet man sich extra noch nen 5ten (!) Innenverteidiger um die neue 3er Kette (die eigentlich ja klar mit 3 echten Innenverteidigern zu besetzen ist so dass der zentrale Innenverteidiger in bester Martinez-manier auch nach vorne stechen kann und dem Gegener schon vor der letzten Linie den Ball abluchsen, Außenverteidiger mit Offensiv/Mittelfeldqualitäten sind in diesem System dagegen schon klar eher auf den äußeren Mittelfeldpositionen zu sehen) auch schön durchhalten zu können selbst bei Verletzungsengpässen und dann bleibem einen doch nur wieder nur noch 2 fitte Innenverteidiger übrig. Es könnte zwar schlimmer kommen (siehe Dortmund letztes Jahr wo ja komplette Viererkette ausgefallen), aber schon recht schade dass man das neue System jetzt erstmal wohl wieder begraben muss wo man es bei den jetzt folgenden englischen Wochen (gerade in der besonders englischen nächste Woche gegen den schwersten CL Gruppengegner) gerade richtig gut brauchen hätte können nachdem man sich immer mehr darauf eingespielt hatte. Hoffentlich dauert das dann wenigstens bei Benatia nicht mehr so lange bis spielfit ist, aber klang nicht nach allzu bald in der PK vor dem Stuttgartspiel und gerade dass dann auch noch für CL (in der er noch nie gespielt hat, schon drastisch andere Situation als mit Alonso) Startelf fit genug ist wird es erst recht noch dauern..

  5. kurt

    Auch wenn ich Badstubers Leistung bis zu seiner Verletzung auch hervorragend fand, muss ich allerdings Boateng als noch herausragender bezeichnen. Seine Entwicklung ist wirklich erstaunlich und ich halte ihn im Moment nicht nur für den besten Innenverteidiger der Welt sondern würde ihn sogar im zentralen Mittelfeld einem Alaba vorziehen. Seine Vielseitigkeit hat er auf jeden Fall schon bewiesen. (Ist natürlich nur theoretisch, da es diese Konstellation so nicht geben wird, aber für mich durchaus machbar.)

    Alaba ist für mich bisher leider der Flop der Saison. Gefällt mir hinten und vorne nicht. Das Konzept welches Guradiola angeblich fahren will, erschließt sich mir auch noch nicht. Letztes Jahr haben wir den dominantesten Ballbesitzfußball seit der Übermannschaft Barcelona gespielt und auf einmal laufen die Spieler umher wie ein Hühnerhaufen. (Sicherlich etwas dramatisiert im Hinblick auf die schwache Leistung des VfBs, aber mit durchaus handfesten Ursachen). Ich vermute, dass man hier eine Mannschaft sieht, deren Herz Toni Kroos entfernt wurde und Pep jetzt händeringend eine Lösung zu suchen scheint.

    Die Kritik der fehlenden Torgefahr der letzten Saison war natürlich richtig, aber eine Verbesserung habe ich durch das risikoreichere vertikale Spiel auch nicht bemerkt.

    Von einer erfolgreichen Saison gehe ich dennoch aus.

    1. Ibiza

      dir ist aber schon aufgefallen dass von der Startaufstellung beim letzten Pflichtspiel (Pokalfinale) der letzten Saison noch nicht mal die Hälfte auf dem Platz stehen konnte. Und da waren Ribery, Schweinsteiger und Thiago noch nicht mal dabei.

      Aber klar, dafür dass noch nicht alles perfekt läuft in der neuen Saison spielt das ebensowenig ne Rolle wie dass wir anders als jeder andere Verein der Welt mehr als die Hälfte unserer Stammmannschaft bis zum WM finale auf dem Platz stehen hatten mit den bekannten Konsequenzen gerade für den Saisonstart. Muss natürlich alles am Fehlen von Toni Kroos liegen der ja jetzt das neue Herz ist bei Real mit 6 Gegentoren in 2 Spielen..

      1. kurt

        Ein Fehlen von Schweinsteiger oder Robben erklärt aber nicht Lahms oder Alabas unterirdische Leistungen im Vergleich zu ihrem Normalniveau. Lahm hat die Ausrede WM, Alaba nicht.

        Kroos bei Real und Kroos bei Bayern sind doch überhaupt nicht vergleichbar. Vergleichbar ist allerdings Bayern mit Kroos und Bayern ohne Kroos. Und da sieht man extreme Defizite.

        Alonso hat sich zwar sehr gut eingefügt, aber Struktur fehlt trotzdem. Es geht auch nicht darum, was wäre wenn alle fit sind. Es geht darum, dass die aktuelle Leistung von den fitten Leuten kritisierenswert ist, für den Anspruch den man an sie stellen kann.

    2. Ibiza

      wann hat Kroos denn mal ne gute Leistung gebracht wenn der Rest der Mannschaft Probleme hatte wie jetzt. Das einzige Spiel das mir da überhaupt mal einfällt war das Arsenal Hinspiel letzte Saison. Das war die Phase kurz nach dem Anschiss/Bankverbannung durch Guardiola nach dem Handschuhschmiss, eine kurze Phase in der sogar ich, der ihn schon seit langem davor sehr kritisch gesehen hat kurz Hoffnung schöpft hat, dass er doch mal entgültig aus seiner Lethargie erwachen könnte und mal dauerhaft Bestleistung auf den Platz bringen könnte. Aber kurz danach wars wieder so wie immer. Wenns geil läuft glänzt auch ein Kroos, wenn aber mies (wie jetzt zb auch die letzen beiden Spiele bei Real) dann fällt er eher noch besonders negativ auf. Bei einem 7:1 dagegen beim Stand von 2:0 2 Tore (gegen eine Mannschaft die aufgrund des maximal übersteigerten Drucks dermaßen auseinanderfiel dass wohl selbst von ner 2.Ligamannschaft besiegt worden wäre) beisteuern, die ganze restliche WM aber kein einziges. Genau das ist Toni Kroos in Reinform.

      Bzgl. Alaba und Lahm gebe ich dir recht. Aber wie du sagst, bei Lahm ist es recht klar mit der WM zu erklären so wie er zb. auch in den ersten Spielen bei der WM noch klar eher negativ auffiel obwohl da ein Toni Kroos vor ihm gespielt hat, da hatte er aber eben ebenfalls eine sehr schlechte Vorbereitung, in dem Fall durch eine seiner seltenen Verletzungen wo selbst seine Mitfahrt ins Trainingslager unter Fragezeichen stand. Und bei Alaba liegt es offensichltih daran dass seine Selbsteinschätzung dass er besser im Mittelfeld aufgehoben wäre wohl eine klare Fehleinschätzung ist. Er mag für die österreichische Nationalmannschaft in dieser Postition stärker zur Geltung kommen da er dort höheren Einfluss aufs Spiel hat was in einer Mannschaft in der qualititiv natürlcih massiv raussticht durchaus sinnvoll sein mag. Aber seine Stärken liegen eben wie im Spielbericht rausgestellt wird viel eher auf der Außenbahn als im Mittelfeld und auf der Außenbahn wohl auch gerade im Zusammenspiel mit einem drippelstarken Außenstürmer wie Ribery, der aber eben diesmal auch gefehlt hat so dass es einfach sehr ungeeignete Rahmenbedingungen waren für ihn..

      1. Ibiza

        also bis auf die letzten 20 minuten hat Ribery gehlt meinte ich, die Rolle hinter Ribery war aber eben auch noch klar eher Bernat zu geteilt, was wohl noch entscheidender war. Am ehesten könnte Alaba wohl noch in einem 3-4-3 System im äußeren Mittelfeld glänzen, aber da es diesmal eben kein (spätestens nach dem Badstuberausfall, aber so wie Boateng gespielt hat eignetlich auch klar schon davor nicht) solches mehr war diesmal wurde seine Postion eben zu einer reinen Mittelfeldposition zu der er offensichtlich nicht optimal geeignet ist, er kann die Postion durchaus spielen, aber halt nicht auf allerhöchstem Niveau wie man es bei Bayern voraussetzt

  6. Hans

    Gutes Spiel. Stuttgart war sehr passiv, hätten sich sicherlich mehr getrauen können/müssen, waren aber defensiv doch zäh zu knacken.

    Mich freuts für Götze, dass er endlich mal der ‘Dösenöffner’ war. Boateng hab ich – im Gegensatz zu den anderen Forumspostern – eher mittelmäßig gesehen. In der Manndeckung war wer Rüdiger zugeordnet, und der war bei jedem Standard gefährlich.

    Zu Alonso: Es ist fast schon schade, dass all die Möchtegern-Experten nicht genügend Zeit hatten, an dem Transfer rumzunörgeln und sich daran aufzugeilen. Wie der etwa Alaba, Dante und Götze positiv rumkommandiert hat und wie die gleichermaßen seine Präsenz und sein Takt akzeptiert haben, dass war sagenhaft.

    Jetzt bitte nochmal so einen dominanten Auftritt gegen City wie letztes Jahr und ich begrabe all meine anfänglichen Bedenken für diese Saison

  7. […] FC Bayern München – VfB Stuttgart 2:0 (1:0) […]

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