Eintracht Frankfurt FC Bayern 2014

Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:4 (0:1)

Christopher Trenner 08.11.2014

Falls ihr es verpasst habt:

Pep Guardiola stellte auf zwei Positionen im Vergleich zum Champions League Spiel um. Dante ersetzte Benatia und Müller rückte für Alaba ins Team. Aus dem 3-4-3 Grundsystem wurde ein klares 4-2-3-1 mit der klarsten aller Viererketten in dieser Saison. Alonso und Lahm wechselten sich auf der Sechsersposition ab, wobei Alonso vor allem den defensiveren Part übernahm. In der besten Phase der ersten Halbzeit (zwischen der 15. und der 30. Minute) spielte er meist zwischen den beiden Innenverteidigern und gestaltete so das Aufbauspiel. Wobei seine Passquote bei langen Bällen in der ersten Halbzeit nur bei 57% lag. Allgemein tat sich die Mannschaft mit der klaren Viererkette schwer, da Frankfurt in der Zwischenzeit gutes Pressing spielte und den FC Bayern lange Zeit im ersten Drittel festhielt. Hier erwies sich die Viererkette als Problem; es fehlte häufig eine Option im Aufbauspiel. Auffällig war in diesen Momenten, wie sehr Alaba als Raumöffner fehlte. Seine gut getimten Sprints, die normalerweise Platz für seine Mittspieler schaffen, gingen dem Team an einigen Stellen ebenso ab wie die Harmonie mit seinem Kumpel Ribéry auf dem Flügel. Das Duo Bernat und Ribéry benötigt noch Zeit. Das haben einige Abspielfehler gezeigt.

Konnte sich der FC Bayern befreien, spielte die Eintracht meist ein kluges taktisches Foulspiel. Bereits nach 45 Minuten hatte Frankfurt mit 16 Fouls, so viele Fouls wie es im gesamten Spiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund gab. Somit gelang es Frankfurt, die Bayernmitte gut unter Kontrolle zu halten. Lahm kam nach 45 Minuten gerade mal auf 20 Ballkontakte. Das Bayernmittelfeld war größtenteils aus dem Spiel genommen. So entstand das 1:0 durch Müller nach einer schnellen Umschaltbewegung – und einem schönen Vertikalpass von Lewandowski auf Ribéry – genau in die Schnittstelle. Dieser legte auf Müller, der mit etwas Glück das 1:0 markierte.

In der zweiten Halbzeit gab es nur wenig Veränderungen auf beiden Seiten. Frankfurt presste weiter, doch der FC Bayern konnte sich besser befreien. Die Abstimmung zwischen Lahm und Alonso klappte besser. Immer wenn der FC Bayern die erste Pressingreihe von Frankfurt überspielte, wurde es gefährlich. Zunächst halfen vor allem Abseitspfiffe bzw. ungenaue Zuspiele der Bayernspieler. In der 64. Minute war wieder eine dieser typischen Aktionen: Frankfurt presste auf Dante – dieser spielte zu Lahm und der wiederum steil auf Ribéry. Erneut ein Steilpass von Ribéry und Müller war frei vor dem Tor – und vollendete mustergültig zum 2:0. Nur vier Minuten später gab es einen Einwurf auf Höhe der Mittellinie und erneut ging es zu schnell für Frankfurt – diesmal Götze mit einem Pass in die Schnittstelle und erneut war es Müller, der traf. Gegen Ende gab sich die Eintracht auf, es gab noch eine Vielzahl von Halbchancen. Eine nutzte Rode dessen Schuss von Shaqiri zum 4:0 Endstand abgelenkt wurde. Der FC Bayern feierte mit dem 4:0 Sieg den höchsten Erfolg innerhalb der Bundesliga im Stadion der Eintracht und Jerome Boateng ist nunmehr seit 50. Spielen in Folge ungeschlagen innerhalb der Bundesliga.

3 Dinge, die auffielen:

1. Probleme mit 4-4-2 und engen Ketten

Den aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass wir das Argument vom Mittwoch erneut verwenden. Auch gegen Frankfurt hatte der FC Bayern Probleme mit dem 4-4-2, wobei Frankfurt das 4-4-2 defensiv deutlich anders interpretierte als der AS Rom. Während Rom versuchte, die Ketten untereinander möglichst eng zu halten, versuchte es die Eintracht mit einem hohen Pressing. Wie bereits erwähnt funktionierte dies vor allem in der ersten Halbzeit. Die größten Probleme hatte Frankfurt, als Alonso abkippender spielte und somit längere Ballbesitzphasen für den FC Bayern entstanden. Dann ließ sich die Eintracht zurückfallen in ein 5-3-2-System, wobei dieses viel Raum zwischen den Schnittstellen bot und nicht annähernd so konsequent gespielt wurde wie das Pressing aus der 4-4-2 Grundformation. Diese Phase trat erst ab der 15-20 Minute ein, bis dahin hatte der FC Bayern nicht einen Torschuss auf der Uhr, was bis dato einen neuen “Negativrekord” in der Saison bedeuten sollte.

Gelang es dem FC Bayern aber, das Pressing der Eintracht zu umspielen, ergaben sich viele Torchancen – auch bei schnellen Balleroberungen im zweiten bzw. im Angriffsdrittel wurde es meist sofort gefährlich, da Frankfurt dann keinen Zugriff bekam. Der FC Bayern versuchte dann mit schnellen Bällen in die Spitze den durchstartenden Lewandowski und/oder Müller zu bedienen. Meist wurden die Pässe von Götze und Ribéry gespielt. Dabei spielte Ribéry erneut wieder sehr zentral, was sich zumindest beim 2:0 positiv bemerkbar machte. Die beschriebenen Pässe waren aber meist zu ungenau oder der FC Bayern stand mehrfach im Abseits. Insgesamt sechs Mal, was wiederum neuer Negativrekord war in dieser Saison und ein deutliches Indiz ist für die Abstimmungsprobleme untereinander.

2. Das taktische Foulspiel als neues Stilmittel

Der FC Bayern hatte auswärts zuletzt Probleme: vor dem Spiel standen lediglich drei Auswärtstore auf der Habenseite. Nur Hamburg und Augsburg waren schlechter. Drei Unentschieden und ein Sieg bedeuten zwar immer noch Rang vier in der Auswärtstabelle, zeigen zugleich aber noch Steigerungspotenzial an. Vor allem gegen die defensive Grundausrichtung hatte der FC Bayern Probleme (Gladbach & Hamburg) und konnte sich zum Teil nur wenig zwingende Torchancen erspielen. Verstärkt wurde dies durch Gegner, die zum Stilmittel des taktischen Fouls griffen. So foulte Hamburg im ersten Spiel 23 Mal. Die Eintracht griff zu einem ähnlichen Mittel und hatte bereits zur Halbzeit 16 Fouls. So viele gab es zwischen Bayern und Dortmund fast im gesamten Spiel (18). Dies behinderte den Spielaufbau des FC Bayern deutlich. Die Freistöße aus dem Halbfeld wurden allesamt leichtfertig vergeben, sind aber ohnehin nicht die erste Option beim Erzielen eines Tores. Konnte sich der FC Bayern mal aus dem Pressing befreien, wurde ein Spieler der Roten gefoult. Dieses Mittel ist zwar nicht schön anzusehen, aber durchaus legitim.

In der zweiten Halbzeit gelang es dem FC Bayern dann besser, den Pfiff zu vermeiden – Pässe wurden früher gespielt, die Ballhaltezeiten der einzelnen Spieler reduzierten sich, die Chance auf ein Foulspiel durch den Gegner sank. Die Eintracht kam in Halbzeit zwei lediglich auf 5 Foulspiele. Der FC Bayern konnte sich besser befreien, was sich schlussendlich auch auf der Anzeigetaffel bemerkbar machte.

3. Müller, Müller, Müller

Thomas Müller tat die Pause gegen den AS Rom sichtlich gut, bereits nach 20 Sekunden konnte er sich auf der linken Außenbahn in Szene setzen. Sein uneigennütziger Querpass auf Lewandowski war an dieser Stelle nicht nötig. Wenig später gab es dann beinahe eine Kopfballvorlage nach einer der besseren Freistoßvarianten. Dabei versuchte er immer wieder von der rechten Außenbahn, nach anfänglich längerem Aufenthalt auf der linken Seite, in die Mitte zu stoßen – und spielte über weite Strecken als zweite Spitze. Allerdings lief er dabei alleine vier Mal ins Abseits. Nachdem er zuletzt unglücklich agierte beim Verwerten von Torchancen (Dortmund, Hamburg) – gelangen ihm heute aus fünf Torschüssen drei Tore. Vor allem beim Treffer zwei und drei agierte Müller äußerst geschickt und schaute Frankfurts Torwart Wiedwald geschickt aus. Darüber hinaus gab er noch drei Torschussvorlagen und trug somit maßgeblich zum Erfolg des FC Bayern bei. Mit nunmehr sechs Toren in der Bundesliga rückt Müller auf den zwischenzeitlich geteilten ersten Platz der Torjägerliste. In der Scorerliste konnte er sich absetzen und steht nun mit 11 Punkten ganz oben.

Eintracht Frankfurt – FC Bayern 0:4 (0:1)
Eintracht Frankfurt Wiedwald – Chandler, Anderson, Russ, Oczipka – Hasebe (90. Ignjovski), Medojevic – Aigner (82. Piazon), Stendera (67. Kittel), Seferovic – Meier
FC Bayern Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Bernat – Lahm (72. Rode), Alonso – Götze, Müller, Ribéry (76. Shaqiri) – Lewandowski (68. Robben)
Bank Zingerle, Benatia, Hojbjerg, Gaudino
Tore 0:1 Müller (22.), 0:2 Müller (64.), 0:3 Müller (67.), 0:4 Shaqiri (86.)
Karten Gelb:Chandler, Aigner / Ribéry
Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer 51.500 (ausverkauft)

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Gutes Spiel, solche Siege sind einfach wichtig.
    Man kann im großen und ganzen auch zufrieden sein, zwei Sachen sind mir aber aufgefallen.

    1. Boateng hatte ein, zwei unsaubere/unklare Aktionen und wirkte manchmal etwas unkonzentriert. Nach so einer guten Phase muss man ihm das auch mal zugestehen, es darf sich aber nichts dauerhaft einschleichen. Die Aktion von Manuel Neuer ( Wo er den Ball mit Außenrist weitergeleitet hat) ist zwar nett anzusehen, muss aber nicht sein. Ich will da nichts reininterpretieren aber sowas macht man nur wenn man sich arg sicher fühlt. Muss nicht sein, lieber klare Aktionen.

    2. Sebastian Rode. Ich verstehe Guardiola hier kein bisschen. Erst lobt er ihn auf der PK noch in den Himmel um ihn dann doch nicht von Anfang an zu bringen. Gerade Rodes robustes Auftreten hätte hier nicht geschadet. Ich hoffe, dass Rode in nächster Zeit mehr Spielpraxis bekommt, er fällt qualitativ zum Rest des Kaders nicht ab.

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    1. 1. Boateng hatte ein, zwei unsaubere/unklare Aktionen und wirkte manchmal etwas unkonzentriert. Nach so einer guten Phase muss man ihm das auch mal zugestehen, es darf sich aber nichts dauerhaft einschleichen.

      Ich fand die ehrlich gesagt im Vergleich zu Dante weniger dramatisch. Insgesamt waren die Abstimmungsprobleme wenig verwunderlich. Das hohe Pressing und die taktische Umstellung auf eine Viererkette führten zu Fehlern. Insgesamt gab es aber nur wenig Torchancen für Frankfurt – eigentlich habe ich nur eine gute Möglichkeit auf dem Zettel und das war der Freistoß. Aus dem Spiel heraus war die Eintracht bemüht, mehr aber auch nicht.

      2. Sebastian Rode. Ich verstehe Guardiola hier kein bisschen. Erst lobt er ihn auf der PK noch in den Himmel um ihn dann doch nicht von Anfang an zu bringen.

      Wenn wir bis zur Rückrunde die Viererkette sehen werden, dann hat Rode vielleicht nun mehr Einsatzchancen, da er nun im direkten Duell mit Rafinha steht. Zudem muss man festhalten, dass Rode klar Pierre Emile Højbjerg verdrängt hat. In den letzten drei Spielen ist Rode zumindest eingewechselt wurden. Das zeigt, dass er dran ist.

      1. Könnte es daran liegen, dass es Höjbjerg bei Pep versaut hat durch seine Aussagen während der Länderspielreise ? Ich könnte es mir gut Vorstellen, da Höjbjerg schon paar mal nicht im Kader war.

      2. Zumindest scheint Gaudino weiterhin näher am Profikader zu sein. Kann mir durchaus vorstellen, dass Pep nicht begeistert von Højbjergs Aussagen war und ihm einen kleinen Denkzettel verpassen wollte. Dass der aber jetzt schon so lang besteht, verwundert mich. Verletzt ist er ja nicht mehr, oder? Jetzt geht es für ihn wieder zur Nationalmannschaft, wo er vermutlich erneut mit guter Leistung glänzt.

  2. Ich habe selten so ein ‘komisches’ Spiel gesehen. Frankfurt ist teilweise mit 5!! Spielern vorne drauf gegangen wodurch die Offensive der Bayern unglaublich viel Platz hatte und wenn man bedenkt wer da alles spielt war ich mir nicht sicher ob das wirklich ernst gemeint war von Scharf. Spätestens jetzt fühlte man sich an die Zeiten mit Bremen erinnert als deren Spiele immer für Tore ohne Ende gut waren.

    Eigentlich konnte das nicht gut gehen aber die Bayern haben unglaublich unkonzentriert und fahrig agiert und konnten diesen Raum bis zum 2:0 einfach nie wirklich nutzen. Es wirkte hektisch, Abspiele waren ungenau, dann die Abseitspositionen und eigentlich war die riesen Chance von Müller in der 1. Minute das Spiegelbild dessen was die nächsten 65 Minuten passieren sollte.

    Nach der Pause dachte ich eigentlich Pep hätte sie jetzt neu eingestellt und es würde besser werden aber bis zum 2:0 fand ich dann wirklich fast Frankfurt besser und Bayern hatte noch größere Schwierigkeiten mit den großen Lücken zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen.

    Hier habe ich das erste mal an Mandzukic zurück gedacht, der die langen Bälle auf ihn immer super ablegte und dadurch die Angriffe eingeleitet hat.

    Wenn Frankfurt da ein ggf. glückliches Tor gelungen wäre hätte man sich nicht wundern dürfen. Bayern hat zu dieser Zeit nie wirklich Kontrolle über das Spiel gehabt. Erst nach dem 2:0 begannen sie langsam wieder strukturierter zu spielen und konnten am Ende ihr gewohnt engmaschiges Spiel wieder aufziehen wo dann auch der Ball wieder lief und man merkte das sie sich wieder wohl fühlen.

    Ich finde Scharf hat eine irrwitzige Taktik für eine Mannschaft wie Eintracht Frankfurt gewählt was gegen Bayern eigentlich im Debakel hätte enden müssen aber da Bayern meiner Meinung nach die bisher schlechteste Saisonleistung abgeliefert hat hätte das Spiel Mitte der 2. Hälfte auch eine ganz andere Richtung nehmen können.

    Eins steht auf jeden Fall fest: Scharf hatte heute Eier

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    1. Ich habe selten so ein ‘komisches’ Spiel gesehen. Frankfurt ist teilweise mit 5!! Spielern vorne drauf gegangen wodurch die Offensive der Bayern unglaublich viel Platz hatte und wenn man bedenkt wer da alles spielt war ich mir nicht sicher ob das wirklich ernst gemeint war von Scharf.

      Am ehesten erinnerte die Taktik von Frankfurt an das Spiel Wolfsburg vs. FC Bayern aus dem Vorjahr. Dort versuchte es Hecking auch mit einem extrem hohen Pressing. Das Ergebnis ist bekannt, sobald die erste Reihe überspielt war, gab es Chancen für den FC Bayern. Du hast aber natürlich recht, dass die Mannschafsteile untereinander nicht so gut abgestimmt waren, was ich zum Teil dem Ausfall von Alaba und der damit taktisch verbunden Umstellung zuschreibe. Pep Guardiola hat jetzt nahezu zwei Wochen Zeit mit einem doch beachtlichen Teil an Spielern Änderungen einzustudieren.

    2. Ich will hier mal unbedingt festhalten das Bayern diese Saison erst 3 Gegentore kassiert hat in der Bundesliga. (davon 2 aus Standards und 1 gegen den BVB).

      Letzte Saison waren es zum 11. Spieltag 7 (also mehr als die Hälfte – was durchaus ein Indiz ist für ein besseres Defensiv-Konzept).

      In der Triple-Saison waren es zum 11. Spieltag 4.

      Bei aller Diskussion bzw. Fokussierung auf die Offensive kommt Bayern bislang über eine starke Defensive – ich hoffe sehr dass das Niveau aufrechtgehalten werden kann.

      In der Bundesliga kommen durchaus noch Gegener gegen die man sich des öfteren schwer getan hat:
      – Hoffenheim
      – Mainz
      – Leverkusen

  3. @Oliver: Meinten Sie “Schaaf”? ;)

    So schlecht wie du die Bayern (und dagegen wie gut du die Eintracht gesehen hast), war es imho nicht. Ähnlich wie gegen den AS Rom, ging es mit gebremstem Schaum ins Rennen. Frankfurt hat das Pressing beachtlich gut durchgezogen, dazu war zu Beginn unser Gegenmittel #1 (lange Bälle) zu ungenau, aber in HZ 2 haben wir uns verbessert – schneller, direkter und genauer gespielt und klar gewonnen. Dazu hat Frankfurt offensiv kaum stattgefunden.

    Nach dem inbrünstigen Anrennen gegen Dortmund also das zweite Spiel, dass nicht mehr so intensiv angegangen wurde, aber so Phasen gibt es immer wieder mal. Und mal ehrlich: Wofür haben wir denn soviel Qualität im Kader?

  4. Vielen Dank für die sehr schnelle Analyse :-)
    Es ist eine Freude, hier mitzulesen!

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    1. Danke ;-)

  5. Wir müssen die Probleme gegen das 442 und enge Ketten in den Griff bekommen ansonsten gewinnen wir bald nur noch mit zwei Toren unterschied.

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    1. Das wäre Grauenvoll ;)

      442 ist schwer zu bespielen. Man kann besseres Pressingspielen, man kann den Gegenspieler mit 2 Spieler unter druck setzen ohne seine Position zu verlassen. Wenn man ein defensives 442 spielt, kann es durchaus vorkommen, dass aus einer Viererabwehrkette eine Achter-Abwehrkette wird.

      Meine Idee wäre, dass Bayern den Gegner bisschen mehr Raum gibt und selber Kontert so wie es gegen AS Rom und Frankfurt jetzt war.

  6. Erstmal Danke für den Bericht.

    Zum Spiel selber:
    – Unterm Strich sollte man die 3 Punkte sehen, nach dem Programm der letzten Wochen (Rom, Gladbach, BVB, Rom) wäre das Frankfurt-Spiel geeignet gewesen für einen “klassischen” Ausrutscher
    – Ich schau mir seit Pep da ist hin und wieder PK’s an, und muss sagen das ich dort Pep auch mit seinem mittelmäßigen Deutsch sehr gut finde. Ich muss sagen das er es schafft auch mit mittelmäßigen Deutschkenntnissen Dinge auf den Punkt zu bringen bzw. den Fokus für ein Spiel zu schärfen.
    – Taktisch war das Bayern-Spiel wohl weniger ein klassisches 4-2-3-1 wie oben dargestellt (Siehe Spielverlagerung). Bei Spox stand auch das sich Ribery und Götze die linke Halbposition im Mittelfeld geteilt haben (also eher hin zum 4-3-3). Bayern lt. SV gestern auch zum Ende hin mit 3/5-er Kette.
    – Interessant wäre ob Ribery grundsätzlich die Halbposition im Mittelfeld zuzutrauen ist. Robben spielt diese ja schon in 3-4-3 System.
    – Ansonsten sind Spiele wie gegen Frankfurt schwer zu bewerten, da Bayern einfach die Individuelle Qualität hat so ein Spiel in einzelnen Situationen so entscheiden, so dass die Taktik nicht den großen Einfluss auf so ein Spiel hat.
    – Die kommende Länderspielpause wird wohl Alonso und Lahm gut tun, die haben ja bislang alle Spiele gemacht. Ein wahnsinns-Pensum.
    – Interessant wäre für mich eine Diskussion/Bericht über die Einbindung Schweinsteiger’s in das Spiel die nächsten Wochen:
    => Natürlich wird er die ersten 1-3 Spiele erstmal nur ein paar Minuten bekommen, wahrscheinlich auch für Lahm/Alonso, so dass es erstmal klar ist was für eine Rolle er übernimmt
    => Aber die 3 zu “verheiraten” wir hochinteressant:
    – das Lahm in die Abwehrkette zurückkehrt halte ich für sehr unwahrscheinlich (vor allem bei 3-er Kette)
    – Naheliegend wäre noch Schweinsteiger z.b in einem 4-1-4-1 als 8ter (mit z.B. Lahm) und Alonso weiterhin als 6er. Hätte den Vorteil das Schweinsteiger hier seinen durchaus vorhandenen Offensiv-Drang und Torgefährlichkeit (Kopfball etc.) mit einfließen lassen könnte.
    – Am Anfang der Saison gab es in englischen Medien die interessante Diskussion ob Alonso als ZV Spielen könnte (also den Boateng aktuell). Und dann quasi Schweinsteiger/Lahm davor.
    Sorry wenn das jetzt ein wenig Off-Topic ist :-)

  7. Die Taktik von Schaaf auf Pressing zu setzen war ziemlich riskant. Auf der einen Seite wurde das Aufbauspiel der Bayern stark unter Druck gesetzt, sodass ungewöhnlich viel lange Bälle gespielt wurden. Andererseits bot diese Taktik hinter der ersten Pressingreihe viel Platz, sodass es, wenn die Bayern es schafften diese zu überspielen, brandgefährlich für die Frankfurter Hintermannschaft wurde. Müller nutzte seine Chancen diesmal eiskalt, nachdem er doch zuletzt viele Hochkaräter liegen ließ.

    Dennoch hatt die Partie gezeigt, wie wichtig Alaba für das Spiel der Bayern ist. Er war für mich einer der überragenden Spieler der letzten Wochen. Es ist auch bedauerlich, dass das so gut funktionierende 3-4-1-2 jetzt wieder übern Haufen geschmissen werden muss, wo sich die Mannschaft so gut eingespielt hatte.

    Warum Guardiola Rode nicht von Anfang an aufgestellt hat verstehe ich auch nicht ganz, nachdem er ihn bei der Pressekonferenz so hochgelobt hatte und zumal er ja gegen seinen Ex-Verein spielte.

    http://www.derbolzplatz.de

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    1. Dass das 3-4-1-2 komplett über den Haufen geschmissen werden muss denke ich nicht.
      Die 3-er-Ketten Diskussion hatten wir schon mal nach dem Ausfall von Badstuber.
      Natürlich war diese “Hybrid-Rolle” zwischen Verteidigung und Mittelfeld die letzten 3-5 Spiele mehr oder weniger die “Paraderolle” von Alaba.
      Auf der anderen Seite kann es nicht sein das man das System immer komplett umstellen und einspielen muss.
      Die Alaba Verletzung ist natürlich auch dahingehend schade bzw. blöd weil Badstuber verletzt ist, also auch ein Kandidat für die linke Position in der 3er Abwehr.

      Auch sämtliche schwächeren Szenen jetzt auf Alaba zu reduzieren halte ich für einen Fehler…

  8. Ich bin über das recycelte Argument vom Mittwoch extrem verblüfft. Wie man da Parallelen sehen kann, erschließt sich mir nicht.
    Unterschiedlicher kann man ein Spiel ja nicht angehen wie Rom und Frankfurt. Wenn man das beides mal (eher virtuell) als 4-4-2 lesen will, lässt mich das an Guardiolas Telefonnummern (seine Sicht auf feste Systeme) denken. Sprich: Grau ist alle Theorie.

    Der Vergleich mit dem Wolfsburgspiel letztes Jahr trifft es viel eher. Dieses Herangehen lässt den Gegner gegen Bayern teilweise tatsächlich eine Zeit lang nicht schlecht aussehen, birgt aber eben extreme Risiken. Das mag mutig sein, ob es klug ist ist eine andere Frage.

    Interessant bleibt die Rolle von Ribery. Ich bin gespannt wie sich das weiter entwickelt. Was man schon mal erfreut feststellen kann ist, dass er wieder eine echte Option und Waffe ist.

    Bei Rode ist es doch recht einfach. Er ist einfach kein Guardiola-Spieler. Gegen den Ball vielleicht, aber mit Ball eben so gar nicht.
    Guardiola hat das jetzt schon zweimal öffentlich erwähnt (jetzt nicht wörtlich) und wenn man seine ja immer sehr wertschätzenden Aussagen seinen Spielern gegenüber bedenkt, ist das für mich überdeutlich. Rode ist zum falschen Zeitpunkt am richtigen Ort. Heynckes hätte sicher mehr Freude an ihm gehabt.

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    1. Er ist einfach kein Guardiola-Spieler. Gegen den Ball vielleicht, aber mit Ball eben so gar nicht.

      Aber meinst du nicht, dass es bei ihm genau darum geht diesen Aspekt im Training zu schärfen? Immerhin ist er erst 24 und Guardiola sprach in der PK explizit seine noch fehlende Ruhe am Ball und beim Ballverteilen an. Denke, wenn es Rode gelingt hier nachzubessern bzw. souverän zu werden, ist er auf mittelfristige Sicht durchaus eine Option, eventuell sogar aufgrund der Rotation erste Wahl für den 12.-15. Mann. Oder sehe ich ihn da zu optimistisch?

      1. Grundsätzlich ist Rode für mich kein schlechter und natürlich kann man Fähigkeiten im Training entwickeln.

        Das Alter wäre für mich hier eher ein gegenteiliges Argument. Das würde ich eher bei Spielern wie Höjbjerg oder Gaudino sehen. Mit 24 erwarte ich eigentlich keine größeren Sprünge mehr, sondern eher kleinere Weiterentwicklungen auf der Basis des Bestehenden.

        Und wie ich Guardiola einschätze hat er vor allem für seine Mittelfeldspieler eine sehr genaue Vorstellung was er sehen will und was nicht.

        Ich würde zwei Optionen für Rode sehen:

        – Auf der Doppelsechs neben Spielern wie Lahm, Alonso, Schweinsteiger. Hier wäre Rode in der absichernden, oder aggressiv pressenden, ballerobernden Rolle um bei Ballgewinn den Ball eher schnell weiterzureichen. Allerdings ist diese Systematik wohl nicht gerade Guardiolas Lieblingsvariante.

        – Rechtsaußen in der Viererkette, oder als Flügelspieler bei Dreierkette. Hier wäre imo seine beste Chance in die Mannschaft zu kommen. Die Konkurrenz ist hier ja auch zahlenmäßig begrenzt. So könnte ihn z.B. eine Verletzung von Rafinha (was wir jetzt nicht wünschen wollen) recht nahe an den Stamm bringen. Was mich dabei etwas wundert , dass er in dieser Rolle fast gar keine Minuten bekommt. Vor Saisonbeginn hatte Sammer ja gerade diese Option angedeutet.

        Aber das bringt mich wieder zu meinem Ausgangsstatement. Trotz aller netten Worte, steht Guardiola anscheinend nicht sehr auf ihn.

  9. […] Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:4 (0:1) […]

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