Die Posse um Sinan Kurt

Schon vor einiger Zeit haben wir den potenziellen Neuzugang Sinan Kurt vorgestellt. Seine Tempodribblings und seine Abschlussstärke sollen kurzfristig den Amateuren helfen und mittelfristig dem großen FC Bayern.

Zuletzt zogen sich die Verhandlungen aber wie Kaugummi. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Gladbacher sichtlich unzufrieden mit dem heimlichen Abwerben ihres potenziellen Stars. Kurz vor dem Bekenntnis von Kurt zum FC Bayern gab es ein Gespräch mit Trainer Lucien Favre und Sportvorstand Max Eberl. Dabei wurden dem Spieler Perspektiven für die Saison klar aufgezeigt. Die Berufung in die 1. Mannschaft stand bevor, Sinan Kurt sollte die komplette Vorbereitung durchlaufen und fester Bestandteil des Bundesligateams werden. Durch die „Doppelbelastung“ mit der Euro League wären für den Offensivspieler sicherlich einige Bundesligaminuten möglich gewesen.

Darüber hinaus ärgert Gladbach, dass sie mehrfach mit Matthias Sammer über Alessandro Schöpf gesprochen haben, dieser allerdings nicht das Interesse an Sinan Kurt ‚öffentlich‘ machte. Dass Schöpf dann nach Nürnberg ziehen durfte, anstatt nach Mönchengladbach, wird die Beziehung zur sportlichen Führung der Fohlenelf nicht verbessert haben.

Der Sportdirektor, der übrigens in der FC Bayern Jugend groß geworden ist, trägt als mögliche Retourkutsche die komplette Verhandlung in die Öffentlichkeit. So ließ er verlautbaren, dass nur ein Tausch mit Pierre Emile Højbjerg eine Option für ihn sei. Später setzte er die öffentliche Ablöseforderung auf 5. Mio Euro, eine Menge Geld für einen Spieler der bisher keine Bundesligaminuten auf dem Konto hat. Zuletzt ließen die Gladbacher durchsickern, dass der FC Bayern beim Telekom Cup nicht während des Spiels im VIP-Bereich über Kurt verhandelt habe, sondern erst bei der Abreise mit einem Briefkuvert. Es entsteht der Eindruck, dass sich Max Eberl etwas zu deutlich auf Kosten des FC Bayern profilieren will – und so mögliche Fehler bei der Vertrags- und Zukunftsplanung von Sinan Kurt kaschieren möchte. Letztendlich wird der Spieler wohl wechseln, es ist nur noch die Frage des “wann” und nicht des “ob”.

Die sportliche Perspektive von Sinan Kurt

Für den Spieler indes ist diese Situation alles andere als glücklich. Es mag verständlich sein, dass der FC Bayern die Mondpreise von Borussia Mönchengladbach nicht zahlen möchte, aber der Spieler ist in dieser Situation alleine gelassen. Aktuell darf er nicht, wie angedacht, mit den Gladbacher Profis trainieren, sondern ‚lediglich‘ mit der zweiten Mannschaft. Eine Vorbereitung unter Pep Guardiola hätte Kurt sicherlich gut getan, wurde bzw. konnte aber aus den genannten Gründen nicht realisiert werden. Würde der Wechsel jetzt zustande kommen, so müsste sich Kurt wohl erst einmal hinten anstellen. Nicht zuletzt weil die eigenen A-Jugenspieler Scholl und Gaudino in der Vorbereitung durchaus punkten konnten.

Sinan Kurt wird beim FC Bayern die gleiche Rolle einnehmen wie ein Julian Green oder Mitchell Weiser in der letzten Saison. Somit kann er sicherlich die ein oder andere Bundesliga- oder Europapokalminute sammeln, allerdings zumindest im ersten Jahr noch nicht einen Kaderplatz 12-15 einnehmen. Vornehmlich soll Sinan Kurt aufgrund seiner Fähigkeiten auf einer der offensiven Außenbahnen eingesetzt werden. Allerdings ist der FC Bayern auf der Außenbahn auch in der zweiten Reihe gut besetzt. Sollten Ribery & Robben einmal nicht spielen, so stehen mit Thomas Müller, Xherdan Shaqiri, Juan Bernat oder Jugendspieler Julian Green etliche Alternativen im Kader. In den Gladbacher Jugendmannschaften hat Kurt des Öfteren auch ganz vorne im Sturm gespielt. In einem möglichen 3-5-2 System könnte er neben dem Stürmer Lewandowksi oder Pizarro als ‘hängende Variante’ agieren und das Spiel gestalten. Diese Variante ist wohl gegenwärtig die wahrscheinlichste. Hierfür müsste Kurt aber körperlich noch deutlich zulegen, um sich gegen die kantigen Innenverteidiger bzw. defensiven Zerstörer im Mittelfeld zu behaupten.

Der sportliche Mehrwert – eine Annäherung

Indes bleibt die Frage, welchen sportlichen Mehrwert eine Verpflichtung hat. Hierbei kann Goalimpact.com helfen. Der Goalimpact besagt, wie groß der Einfluss eines Spielers auf die Tordifferenz seiner Mannschaft war. Je höher der Wert, desto besser. Durchschnitt ist 100, darunter mangelt es einem Spieler (noch) an Bundesliganiveau. Ein Wert über 150 ist Weltklasse. Das eröffnet die Möglichkeit, Spieler über die Grenzen von Position, Liga, ja sogar Generationen hinweg zu vergleichen. Taktische Empfehlungen kann man daraus aber nicht ableiten, denn der Goalimpact besagt nicht, wie der Spieler die Tordifferenz verändert.

Goalimpact von Sinan Kurt
Goalimpact von Sinan Kurt

Sinan Kurt hat derzeit einen Goalimpact von 67. Sein Peak – also bestmöglicher Wert wird aktuell mit 123 berechnet. Dies reicht für die Bundesliga, aber wohl nicht für einen Stammplatz beim FC Bayern. Zum Vergleich: Julian Green liegt aktuell bei 98 (Peak 140), Julian Bernat bei 103 (Peak 123), Ylli Sallahi ebenfalls bei 98 (Peak: 127) und Lukas Scholl bei 62 (Peak 118).

Kurzum: Alle besagten Spieler haben Perspektive, müssen sich aber noch deutlich weiter entwickeln, um beim FC Bayern dauerhaft Fuß zu fassen. Die besten Chancen hat gegenwärtig Julian Green, nicht zuletzt aufgrund seines Erfahrungsvorsprunges durch die Weltmeisterschaft. Wäre er nicht zum größten Teil während der Rückrunde verletzt gewesen, so hätte er wohl schon deutlich mehr Minuten auf dem Konto. Schließlich hat es gerade in der Offensiv-Reihe einige Ausfälle zum Saisonende gegeben. Mit Sinan Kurt kommt jetzt zeitnah ein Spieler, der viele gute Anlagen mitbringt, aber zunächst wohl zwischen Profi- und Amateurmannschaft pendeln muss. Auch im Angesicht seines Goalimpacts wird er sich noch deutlich steigern müssen, um eine Chance bzw. Perspektive beim FC Bayern zu haben. Gerade weil der FC Bayern sich den Luxus leistet auf seiner Position einige Jungspieler im Kader zu haben.

Sinan Kurt wird den Verein wechseln, aber seine Zukunft ist beim FC Bayern nicht sicherer als zuletzt bei Borussia Mönchengladbach.

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Leserkommentare
  1. SP

    Ich bin bezüglich Kurt zwar auch relativ sicher, dass er kommt, weiß aber nicht genau, wie ich das finden soll. Ich habe ihn zwar noch nicht spielen sehen, aber nach allem, was ich bisher über ihn gelesen habe, bin ich nicht überzeugt, dass er sich bei uns wirklich durchsetzen kann. Das kann aber natürlich auch komplett täuschen und die Münchner Verantwortlichen sind ja auch nicht gerade Anfänger in ihrem Gebiet, also muss man wohl einfach mal auf sie vertrauen. In diesem Jahr würde es mich allerdings sehr wundern, wenn er bei Bayern mehr Einsatzzeit sammeln könnte, als Green im letzten Jahr, da er durch den vermutlich sehr späten Wechsel und seine noch mangelnden Fähigkeiten und Erfahrung vermutlich einfach nicht weit genug sein durfte.
    Schön fand ich auch die Einbindung des goalimpact, auch wenn gerade der peak meiner Meinung nach in so jungen Jahren noch relativ wenig aussagt, da sich der Spieler ja noch sehr lange Entwickelt. Was mich dabei aber interessieren würde (wenn ihr Zahlen dazu habt, fände ich das natürlich toll), ist der Goalimpact von Gaudino. Von allen Nachwuchsspielern hat er mich durch seine tolle Technik, durch sehr hohe Passstärke und für sein alter mMn bemerkenswerte Spielintelligenz am meisten überzeugt. Dabei ist er ja sogar noch 4 Monate jünger als Lucas Scholl. Auch Guardiola scheint er sehr beeindruckt zu haben, da er ihn streckenweise auf der tiefsten 6er-Position eingesetzt hat, was ich bei seinem Alter, seiner Statur und den anderen Spielern, die noch zur Verfügung waren (Höjbjerg, Rode), doch sehr interessant und auch aussagekräftig fand. Von allen Jungspielern gehe ich eigentlich sogar am ehesten davon aus, dass Gaudino Einsatzzeiten in der nächsten Saison erhält.
    Als Abschluss auch von mir noch Glückwunsch zur Fusion. Ich find das super.

    1. Schön fand ich auch die Einbindung des goalimpact, auch wenn gerade der peak meiner Meinung nach in so jungen Jahren noch relativ wenig aussagt, da sich der Spieler ja noch sehr lange Entwickelt.

      Da wäre es wirklich mal spannend einen Test zu machen, ob und mit welchen Abweichungen die Peak-Prognosen bei Spielern auf ihrem Leistungszenit stimmen. Weiß nicht recht, inwiefern Jörg dazu mal etwas geschrieben hat, aber kann man sicher herausfinden.

      Gaudino. Von allen Nachwuchsspielern hat er mich durch seine tolle Technik, durch sehr hohe Passstärke und für sein alter mMn bemerkenswerte Spielintelligenz am meisten überzeugt.

      Definitiv. Besonders aus dem Grund, dass er generell bis auf seinen Namen kaum irgendwie groß auf dem Schirm war. Habe zwar in der letzten Saison 3 Spieler der U19 gesehen und ab und zu auch über die “Jüngeren” im Bayernnachwuchs gelesen, aber Gaudino eher nicht so weit gesehen, wie er aktuell zum Einsatz kommt. Von Lucas Scholl war ich noch weniger überzeugt, da ich ihn im UEFA Youth League Rückspiel gegen ManCity wirklich nicht gut fand. Aber so schnell kann es gehen im Jugendbereich. Wenn beide im nächsten Jahr noch körperlich zulegen – erinnern wir uns da einfach mal an den krassen Sprung von Højbjerg innerhalb einer Spielzeit – sehe ich da durchaus Perspektive für die Bayern Amateure. Darüber hinaus müssen sie sich beweisen. Die Chance bekommen sie anscheinend.

  2. Christopher

    Hey,

    vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich stimme dir absolut zu. Die Bedenken in Sachen EInsatzzeit teile ich. Auf der anderen Seite haben Kurt & Green natürlich den Vorteil, dass die WM-Fahrer doch etwas mehr Pause brauchen. Ribery & Robben werden überdies auch nicht jünger. Zudem versteht Pep Guardiola seine Spieler besser. Eine lange taktische Adaptionsphase wie im letzten Herbst wird nicht mehr nötig sein. Das könnte den Nachwuchsspielern helfen auf Einsatzminuten zu kommen.

    Die Zahlen von Gaudino sind ähnlich wie die von Scholl: Goalimpact: 63.27, Peak GI: 122.98; dies könnte daran liegen, dass Scholl & Guadino nahezu alle Spiele gleich bestritten haben. Ein Unterschied zwischen den beiden also (noch) im schwer messbaren Bereich liegt.

    1. SP

      Danke für die Zahlen. Dein Argument mit Robben und Ribery ist zwar richtig, was aber meiner Meinung nach nicht vernachlässigt werden sollte, ist, dass andererseits Bayern nächste Saison fast schon gezwungen ist, Shaqiri mindestens als unausweichlichen Ersatz für die “Stammelfflügelstürmer” einzusetzen. Wenn er beim Ausfall von Ribery, Robben und Müller dann plötzlich auch noch einen Kurt oder Green vor die Nase gesetzt bekommt, dann ist er nach dieser Saison beinahe sicher weg. Und mit Ribery, Robben, Müller, Götze und Shaqiri müssten schon viele Spieler da vorne drin ausfallen/geschont werden, damit Green/Kurt eingesetzt werden.

      1. Christopher

        Absolut. Der Vorteil von Shaqiri ist natürlich seine Vielseitigkeit. Ich fand seine Spiele auf der 8er Position letztes Jahr nicht so schlecht. Daher könnten wir auch Spiele mit dem Schweizer + Green/Kurt sehen. Aber bei einer “kleinen Rotation” (nur Ribéry oder Robben auf der Bank) hast du vollkommen recht.

  3. Ich denke Eberl versucht durch seine aktuelle Verhandlungsstrategie auch andere Vereine abzuschrecken. So dass diese nicht auf die Idee kommen, dass man sich bei Gladbach einfach bedienen kann, wenn man den jungen Spielern Honig ums Maul schmiert.
    Am Ende wird Kurt diese Transferphase kommen, da habe ich keine Zweifel.
    Sportlich ist er ein Talent, für mich ein sehr großes Talent. Aber auch große Talente sind in München schon gescheitert, deswegen einfach zurücklehnen und abwarten.

    Sehr schöner Beitrag Christopher. :)

    1. Christopher

      Gutes Argument. Anderseits muss Eberl so auch ‘öffentlich’ verkaufen, warum er am Ende des Tages so stark von seinen Forderungen abrücken musste.

  4. Xaver

    Vielen Dank für den Bericht und die Vorstellung des Spielers. Ein bisschen zu kurz ist mir die Rolle von Ylli Sallahi gekommen. Wie seht ihr seine Chancen? Spielt er zur Zeit nicht bei den Amateuren als LA?

    1. Genau richtig. Sallahi war ebenfalls verletzt, verpasste die ersten drei Saisonspiele und war in der vergangenen Woche beim Unentschieden in Buchbach wieder auf dem Platz. Nachdem er in der letzten Spielzeit als LV eingestiegen war, rückte er danach auf die LA-Position vor und Dennis Chessa (jetzt VfR Aalen) übernahm wieder hinter ihm.

      Sallahi zeichnen meiner Meinung nach zwei Eigenschaften besonders aus: Seine Stärke im Sprint / der Offensivbewegung, wo er sich durchsetzen kann und auch körperlich nicht gleich abgedrängt wird. Das Problem haben viele junge Spieler bei den Amateuren. Er spielt einen sauberen Fußball und kombiniert gut mit seinem Hintermann oder einem Spieler auf einer Halbposition. Räume sehen und bespielen oder selbst aufreißen – das kann Sallahi. Des Weiteren hat er ein feines Auge und den entsprechend sehr guten Pass, um lange Bälle zu spielen oder – wie im Relegationsrückspiel / Derby 1 13/14 – aus der Distanz gefährliche Schüsse auf das gegnerische Tor zu bringen. Nach aktuellem Stand würde ich Ylli Sallahi durchaus bei einigen Bundesligaklubs sehen. Das große Ausnahmetalent, welches sich zwangsläufig beim FCB durchsetzen wird, ist er aber aktuell nicht.

  5. Michael

    Hallo Zusammen,

    aktuell interessiere ich mich sehr für das Thema Sinan Kurt. Hierbei sehe ich aber nicht durch eine Rot Weiße sondern eine Schwarz, Weiß, Grüne Brille.

    Ich denke nicht, dass es bei dem ganzen Thema um eine Schuldzuweisung geht. Ich sehe es auch so, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt und Borussia Mönchengladbach auch einiges versäumt hat vorzeitig den Spieler Kurt an den Verein zu binden. Was man bei diesem Thema nicht vergessen darf ist die Tatsache, dass Herr Kurt noch einen gültigen Kontrakt über zwei Spielzeiten besitzt. Verträge sind dafür da um eingehalten zu werden. Wenn man es nicht will, muss man sich aus diesem Vertrag kaufen. Er wird als eines der größten deutschen Talente nach Marco Reus genannt und wird jetzt schon so hochgelobt, dass er in Marco Reus Fußstapfen treten kann. Marco Reus besitzt immer noch einen sehr hohen Stellenwert in MG und deshalb bestand die HOffnung, dass wir in Herrn Kurt vielleicht seinen Nachfolger finden.

    Nichts desto trotz: Borussia Mönchengladbach hat sich in den letzten 4 Jahren auch deutlich gewandelt und hat es nicht nötig Spieler zu verschärbeln! Der FC Bayern macht es sich m. M. auch ein wenig zu leicht: Die Ablöse besteht angeblich zu Großteilen aus Leistungsabhängigen Prämien. Das Gladbach da nicht die Katze im Sack kaufen will denke ich sollte da verständlich sein; Bayern verhält sich da ja auch nicht anders. Mir missfällt dabei auch öfters das Gehabe von Herrn Sammer. Ich denke er war einer der wichtigsten Verpflichtungen für den FC Bayern aber manchmal tut man auch einfach mal gut daran demütig zu sein und nicht auf andere draufzuhauen. Der FC Bayern ist nicht der FC Bayern weil Herr Sammer ihn dazu gemacht hat; der FC Bayern ist dank eines Uli Hoeneß der FC Bayern geworden.

    Alles in allem hoffe ich Ähnlich wie die Bayern Fans, dass das Interesse des Spielers auch berücksichtigt wird. Sollte er wirklich erstmal in MG bleiben, wird Herr Favre ihn auch hochziehen. Einen angehenden Profi, der die beleidigte Leberwurst spielt und nicht weiter an seinem Traum Bundesliga Profi zu werden arbeiten will (glaube ich) gibt es nicht!

    1. Darwin

      Guter Kommentar

    2. Christopher

      Hey Michael,

      Danke für den Kommentar.

      Ich verstehe deine Sicht absolut, aber vielleicht hat sich Kurt (bzw. Berater, Familie) einfach mehr von Gladbach erhofft – in Bezug auf Einbindung & Transfer in den Profikader oder einfach nur finanziell…

      Ich glaube hier ist die kritische Phase der Jugendentwicklung & Förderung zu sehen: Spieler dann einzubauen, wenn es für sie persönich richtig ist. Leider geht einigen Jungspielern wohl nicht schnell genug bzw. kann es auch andere Gründe geben, die einen Aufstieg behindern oder blockieren. So hat der Trainer zum Beispiel andere Vorstellungen und muss kurzfristig Erfolge liefern. Jugendarbeit kann da störend sein. Gerade ein Favre ist nicht gerade als großer Jugendförder bekannt. Sondern als Trainer, der eine feste Elf im Kopf hat, ist da ein Jungspieler mit Potenzial dabei, wird er eingebaut (siehe Kramer). Aber als Kaderplatz 15-20 hast du es in Gladbach unheimlich schwer. Vielleicht konnte Gladbach Kurt daher nicht das bieten, was er sich erhofft hat.

      Ich bin aber ganz bei dir, wenn es darum geht dieses Schauspiel endlich zu beenden. Kurt sollte endlich wechseln dürfen – und beide Vereine täten gut daran sich an einen Tisch zu setzen und eine tragbare Lösung zu suchen.

      1. Michael

        Hey Christopher,

        der Witz an der Sache ist ja das Sinan Kurt fest für die neue Saison eingeplant war und das er auch mehr Geld bekommen hätte (wenn er sich beweist, wovon jeder ausgeht / ging). Sicher; Lucien Favre wechselt kaum seine Spieler. Das hatte aber in den vergangenen beiden Jahren damit zu tun, dass er nicht wirklich Alternative hatte.

        Sein System ist fix und er ist da m. M. nicht wirklich variabel auch mal was anderes spielen zu lassen.

        Denke Lucien Favre hat dieses Jahr zum ersten Mal eine Mannschaft, mit der in seinem System was er stur spielen lässt, flexibel ist und aggieren kann. Ich spar mir jetzt mal die Auflistung, weil das mit dem Beitrag ja auch nix zu tun hat.

        Denke das Sinan Kurt bei uns in der Buli seine Einsatzzeiten bekommen hätte. Bei Bayern landet er doch auch “nur” in der U23….

        Auf jedenfall bekommt ihr langfristig einen echt guten jungen Spieler. Was von ihm in der Sky Reportage gezeigt wurde (die haben da mal jungen Nachwuchsspieler von verschiedenen Vereinen eine Zeit lang begleitet) war vielversprechend.

        In dem Sinne freuen wir uns alle wieder auf die neue Saison. Der 2. Liga Auftakt hat auf jedenfall heiß auf die neue Buli Saison gemacht.

  6. Kampinho

    Kurt würde niemals wechseln wenn Sammer entsprechend der üblichen Ethik bei Jugendspielern zuerst den Verein kontaktiert hätte und nicht hinterücks an den Spieler herangetreten wäre. Eberl hat alles Recht der Welt dieses doppelmoralige falsche Verhalten von Sammer nach aussen zu kommunizieren. Erinnert sehr stark an den Dicken im Knast…

    1. kurt

      Genau. Marko Marin und Marco Reus sind perfekte Beispiele für Spieler, die Gladbach als die letzte Station ihrer Karriere gesehen haben. Diese Oase der Fußballkunst verlässt niemand freiwillig und es kann wohl nur am mafiösem Gebaren der anderen Vereine liegen, die mit ihren Methoden die Spieler quasi nötigen aus der Weltstadt Mönchengladbach wegzuziehen.

      Ich für meinen Teil will Sinan lieber heute als morgen bei Bayern sehen. Dann kann ich meinen Vornamen auf dem Trikot tragen.

      PS: Schönen Gruß an Uli :)

      1. Ich für meinen Teil will Sinan lieber heute als morgen bei Bayern sehen.

        Ich ebenfalls. Als Profi-Perspektive für die Zukunft und kurzfristige und absolut wichtige Verstärkung der Bayern Amateure. Denke man kann Kurt da eine durchaus interessante Zukunft aufzeigen – so wird auch Matthias Sammer vorgegangen sein. Akklimatisieren, Eingewöhnen, Verein kennenlernen, Spielphilosophie bei den Amateuren und dann einen guten Übergang, wenn er die Erwartungen erfüllt und seine Leistung bringt, in den Profikader.

  7. Kurts Berater Michael Decker hat sich in der Sport Bild (Print) zum Transfer geäußert und geht in die Vollen. Nach aktuellem Stand sieht es nicht nach einer Einigung zwischen Bayern und Gladbach aus. Decker stößt noch einmal gegen Gladbach, die Kurt eine Profiperspektive geboten haben und ihn nun aus dem Kader und Trainingslager strichen. Er zweifelt außerdem die Vertragslaufzeit an und denkt, dass Kurt 2015 ablösefrei wechseln kann – eine Klausur, die über den Ausbildungsvertrag (Ende 2015) hinausgeht, sei wohl ungültig:

    „Der Vertrag von Sinan läuft noch ein Jahr bis 2015. Wir gehen derzeit davon aus, dass er im kommenden Jahr ablösefrei zum FC Bayern wechselt.“

    Quelle: Transfermarkt.de Transfergerüchte

  8. Ambassador

    Bzgl. der 5 Mio Forderung von BMG muss ich sagen, dass dies von mir frei erfunden ist und von einigen Printmedien leichtfertig aus einem Internetforum übernommen worden ist.

    Zu dem Wechsel an sich : Wer zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere von seinem Berater im wahrsten Sinne “verkauft” worden ist kann einem nur Leid tun. Sammers Arroganz ist dann wieder ein ganz anderes Thema, Wahrscheinlich hat Uli ihm gesteckt, dass die Leute den Manager des FCB einfach hassen müssen. So sieht es das Drehbuch “Bundesliga” für Unsympathen einfach vor.

    viele Grüße vom Niederrhein

  9. hit59

    kann mir vielleicht mal einer erklären, warum der FCB nicht einfach mal die Hände von diesem anscheinend so aussergewöhnlich talentierten Spieler läßt. Die sollen den sich doch einfach mal bei einem “kleineren” Verein entwickeln lassen. Sie können ihn ja dann immer noch in ein paar Jahren holen, wenn er sich dann tatsächlich etnwickelt hat.
    Ich schliesse jede Wette ab: Falls sich Sinan Kurt und sein Berater entschliessen mit aller Macht jetzt schon zu den Bayern zu wechseln ist seine Karriere beendet bevor sie überhaupt angefangen hat. Bevor er bei den Bayern zum Einsatz kommt haben sie vorher auf seiner Position mindestens 2 fertige Spieler von irgendwoher geholt.
    Es gibt so viele Beispiele von hochtalentierten Spielern die in jungen Jahren zu den Bayern gewechselt sind und wo sind sie heute. Dies sollte ein Herr Kurt und sein Umfeld sich mal überlegen. Von seinem Berater kann man das nicht erwarten, der ist lediglich auf die ca. 10%-15% Provision scharf, die er bei einem Transfer verdient.

    1. Christopher

      Es gibt aber auch einige Gegenbeispiele. Ein Toni Kroos oder Pierre Emile Højbjerg kamen sehr “spät” zum FC Bayern München und konnten sich trotzdem durchsetzen. Toni Kroos war sogar für viele Beobachter einer der Spieler der WM 2014. Wenn Sinan Kurt das ausreichende Talent hat, wird er sich beim FC Bayern durchsetzen. Dafür gibt es auch im offensiven Mittelfeld genügend Spieler beim FC Bayern die langsam aber sicher in Rente gehen.
      Sollte er nicht das nötige Talent besitzen – und das wird sich wohl nach 1 1/2 – 2 Jahren heraus stellen, können es im schlimmsten Falle zwei verlorene Jahre für Kurt sein.

      1. kurt

        Nicht einmal das. Verlorene Jahre? Kann man über ein Training bei Pep Guardiola, Hermann Gerland und Co. nun wirklich nicht behaupten. Da bekommt so ein Spieler schon einiges mit auf den Weg, was sich maßgeblich auf seine weitere Karriere auswirken würde.

        Außerdem ist so einfach das Geschäft. Größere Vereine holen sich die (jungen) Spieler von den Kleineren. Das ist selbst in den Amateurligen so, wo die besten Spieler dann halt zum lokal besten Verein wechseln.

      2. Christopher

        Mit “verlorene Jahre” meine ich natürlich Kurt selbst. Aus meiner Sicht ist es für einen Spieler immer noch am besten, wenn er spielt und Praxis sammelt. Gerade in jungen Jahren, kann ein Spieler seiner Klasse jede Minute im Profifußball gebrauchen, um alle Facetten des Spiels Fußball kennen zu lernen.
        Wenn er also zu uns kommen sollte, dann muss er auch die Chance erhalten Spielminuten zu sammeln und sich zu entwickeln.

  10. Kilian

    “Somit kann er sicherlich die ein oder andere Bundesliga- oder Europapokalminute sammeln, allerdings zumindest im ersten Jahr noch nicht einen Kaderplatz 12-15 einnehmen. Vornehmlich soll Sinan Kurt aufgrund seiner Fähigkeiten auf einer der offensiven Außenbahnen eingesetzt werden. Allerdings ist der FC Bayern auf der Außenbahn auch in der zweiten Reihe gut besetzt. Sollten Ribery & Robben einmal nicht spielen, so stehen mit Thomas Müller, Xherdan Shaqiri, Juan Bernat oder Jugendspieler Julian Green etliche Alternativen im Kader.”

    Mit Ribery, Robben, Müller, Shaqiri, Bernat, Green plus Alaba und Götze sind das 8 Spieler, die wahrscheinlich eher als Kurt auf einer der Außenpositionen spielen werden. Ich denke, man wird ihm schon deutlich klar gemacht haben, dass er hier zunächst ausschließlich bei den Amateuren spielen wird.

    Dass Bayern an ihm interessiert sei, habe ich gefühlt schon vor einem halben Jahr zum ersten Mal gehört, und relativ zeitgleich auch, dass er sich via Social Media schon verabschiedet hätte aus Gladbach. Eberl schreit da natürlich nicht beim ersten Angebot Hurra, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es an 5 oder sogar bis zu 10 Millionen von Bayern Seite jetzt scheitert. Und mehr Wert ist er momentan nicht, dazu hätte er schon eine zumindest kleine Rolle in der Profi Mannschaft von Gladbach spielen müssen.

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