Allianz Frauenfußball Bundesliga - FC Bayern München Frauen vs. SC Sand

Bayern-Frauen holen wichtige Punkte gegen Sand

Nach dem deutlichen Ausscheiden aus der Champions League gegen Paris Saint-Germain mussten die Bayern zusehen, nicht auch in der Liga die Felle davonschwimmen zu lassen.

Sie meisterten die Pflichtaufgabe gegen Sand mit einem spielerisch überlegenen und dennoch knappen 1:0-Sieg.

Falls Ihr es verpasst habt:

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Von Beginn an nahmen die Bayern das Heft des Handelns in die Hand. Sand verlegte sich darauf, geordnet im 4-4-2 zu stehen, den Spielaufbau der Bayern nur ansatzweise mit den zwei Stürmerinnen Jovana Damnjanović und Nina Burger auf außen zu leiten und auf Konter zu lauern. Die Gäste setzen darauf, die zwei Spitzen mit weiten Bällen ins Spiel zu bringen. Damnjanović, die ab kommendem Sommer das Trikot des FC Bayern tragen wird, konnte die Bälle einige Male gut behaupten und ins Dribbling gehen. Auch Burger hatte einige gute Szenen vor dem Bayern-Tor, doch alles in allem konnten die Gäste das Team von Tom Wörle nicht konsequent unter Zugzwang setzen. Die beste Chance hatte Nina Burger per Kopf, als Schnaderbeck unter einem hohen Anspiel durchtauchte (67’).

Zwar boten die Bayern durch einige Abspielfehler immer wieder Gelegenheit zu Vorstößen für Sand, doch konnten sie die kleinen Feuer im Kollektiv stets wieder löschen. Offensiv taten sich aber auch die Gastgeberinnen schwer. Sie hatten mehr vom Spiel, waren häufiger am Ball und durften sich über vergleichsweise große Räume im Mittelfeld freuen. Doch viele Torchancen im gegnerischen Sechzehner hatten sie zunächst nicht.

Lisa Evans und Sara Däbritz konnten mehrmals die defensiven Linien durchbrechen. Lewandowski schaltete sich im Angriff mit ein und hatte gleich mehrere Kopfballchancen und einen satten Schuss in der ersten Halbzeit zu verbuchen. Weitere Möglichkeiten ergaben sich durch Standards, so absolut Hundertprozentiges war nicht dabei.

In der letzten halben Stunde erhöhten die Bayern peu à peu den Druck. Sand hielt am Matchplan fest und wurde zunehmen hinten eingekeilt. Miedema zeigte mehr und mehr gefährliche Aktionen im Strafraum. Den Siegtreffer erzielte dann Caro Abbé, die abstaubte, nachdem Carina Schlüter den Torschuss von Däbritz nach vorne hatte abklatschen lassen (81’).

Keine überragende Leistung, aber eine gute, die mit drei wichtigen Punkten belohnt wurde.

3 Dinge, die auffielen

1. Wörle rotiert

Vier neue Namen tauchten in der Startformation der Bayern im Vergleich zu den Duellen gegen Paris auf. Neu ins Team kamen Manuela Zinsberger im Tor, Viktoria Schnaderbeck als linke Halbverteidigerin sowie Lisa Evans und Vanessa Bürki im Angriff. Positionsgemäß änderten sich sogar noch ein paar Dinge mehr. Die Außenverteidigung übernahmen gegen Sand Katharina Baunach und Gina Lewandowski. Beide waren zwar auch gegen Paris von Beginn an auf dem Feld, allerdings Baunach auf der Sechs und Lewandowski als linke Halbverteidigerin. Faißt und Rolser nahmen auf der Bank Platz, Tinja-Riikka Korpela und Leonie Maier bekamen sogar ganz frei. Dafür stand Nora Holstad nach langer Verletzungspause mal wieder im Kader der Roten.

2. Start im 3-4-3, Schlussoffensive im 4-2-3-1

Formativ beließ es Wörle zunächst bei der Dreierkette. Allerdings starteten die Bayern mit einer klaren Doppelsechs bestehend aus Melanie Behringer und Sara Däbritz ins Match. Offensiv agierten sie mit einem flexiblen Dreierangriff, bei dem Evans, Bürki und Vivianne Miedema immer wieder die Positionen tauschten. Miedema war häufig auf dem linken Flügel zu finden, während Bürki zentral die Innenverteidigung bespielte. Evans konnte ihre Geschwindigkeit über beide Flanken einbringen.

Beide Außenverteidigerinnen schalteten sich konsequent offensiv mit ein, nutzten dafür diagonale Läufe durch die Halbräume in die Zentrale und hatten so großen Anteil am flotten Spielfluss der Bayern. Bürki rochierte zudem häufig mit Däbritz, wodurch die engen Ketten Sands vor einige Dynamik- und Übergabeprobleme gestellt wurden.

Um die 60. Minute wechselten die Bayern dann in eine 4-2-3-1-Formation. Wenninger rückte ins zentrale Mittelfeld auf. Lohmann kam über die rechte Offensivseite. Sara Däbritz spielte nun auf der Zehn und kombinierte mit Stürmerin Miedema, die nun zentral vor dem Tor agierte. Die zwei Innenverteidigerinnen waren häufig die einzig hinten verbleibenden Spielerinnen, auch weil z.B. Baunach viele Wege nach vorne, aber ebenso konsequent zurück machte, um Konter abzufangen. So erhöhten die Bayern den Druck, erzwangen Freistöße und brachten den Ball schlussendlich doch noch im Netz unter.

3. Hohe Anspiele für den Dreiersturm

Besonders von Däbritz und Miedema bleiben einige Doppelpassszenen in Erinnerung. Doch auch mit hohen Anspielen über das Mittelfeld hinweg versuchten die Bayern, die Verteidigung Sands unter Druck zu setzen. Selbst wenn die Bälle nicht direkt festgemacht werden konnten, so sahen sich die Roten offenbar dennoch in aussichtsreicher Position, die zweiten Bälle vorne einzusammeln, während die Defensive noch nicht ganz geordnet wäre.

Bei Sand spielte die nur 168cm große Anne van Bonn in der Innenverteidigung –– für gewöhnlich ist sie sonst Spielgestalterin auf der Sechs. Bayerns spielstarke Doppelsechs und der vielseitige Dreiersturm waren eine passable Besetzung für die Idee. Die Strafraumschleicherin Miedema hat ein exzellentes Positionsspiel, Evans hat die passende Geschwindigkeit und Bürki weiß sich ebenfalls mit Wucht und Tempo vor dem Gegner zu behaupten. Sand machte seine Sache jedoch gut und konnte die meisten Angriffe ordentlich wegverteidigen.

Mit dem Ergebnis stabilisierten sich die Bayern auf dem dritten Tabellenplatz. Darüber tauschten Wolfsburg und Potsdam die Plätze. Der VfL schob sich mit einem 4:0-Sieg gegen Hoffenheim auf die Spitzenposition vor, während Potsdam mit einem 1:1 ins Essen Punkte abschenkte. Nach der Länderspielpause reisen die Bayern am 23. April zum MSV Duisburg, Potsdam empfängt den SC Freiburg und Wolfsburg muss auswärts in Frankfurt antreten.

FC Bayern München – SC Sand
BayernZinsberger – Schnaderbeck, Wenninger, Abbé – Baunach, Däbritz, Behringer, Lewandowski (56. Evans) – Bürki (57. Lohmann), Miedema, Evans (70. Rolser)
BankWeimar, Romert, Holstad, Faißt, Wieder
SandSchlüter – Sandvej, van Bonn, Caldwell, Savin – Chojnowski (60. Santos de Oliveira), Igwe (85. Vetterlein), Meyer (82. Nikolić), Aschauer – Burger, Damnjanović
Tore1:0 Abbé (82.)
KartenGelb: – / Sandvej (82.)
SchiedsrichterinnenRiem Hussein (Bad Harzburg), Christina Biehl (Siesbach), Sabine Stadler (Fulda), Fabienne Michel (Gau-Odernheim)
Zuschauer460

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