Carlo Ancelotti: Problemzone 14

Der FC Bayern hat sich unter Carlo Ancelotti verändert. Speziell das Mittelfeld ist davon betroffen und positioniert sich in Ballbesitz tiefer als in den Jahren zuvor. Dadurch entsteht eine große Lücke in Zone 14, die als freier Raum für Lewandowski und die Mittelfeld- sowie Außenspieler dient. Was bedeutet das und wie kann Carlo Ancelotti diese Zone wiederbeleben?

Es gibt viele Möglichkeiten, um Taktik zu visualisieren. Besonders beliebt ist die Einteilung des Spielfelds in unterschiedliche Bereiche. In der Lehre des Positionsspiels ist die Zerteilung in 18 Zonen üblich. Eine sehr wichtige ist dabei die sogenannte Zone 14. Sie ist der zentrale Raum zwischen den Ketten des Gegners oder auch der Zehner-Raum. Hier erfahrt ihr mehr über die Wichtigkeit dieses Bereichs.

Die Grundproblematik

Wir haben uns in den vergangenen Tagen bereits mit der V-Struktur des Italieners beschäftigt. Dabei ist aufgefallen, dass die Zone 14 nur selten besetzt ist und wenn doch, dann häufig durch einen Spieler der woanders Räume öffnet. Franck Ribéry nutzt diesen Raum beispielsweise gerne um seine Mitspieler im Zentrum zu unterstützen. Will man auch über die Mitte gefährlich werden, ist eine saubere Besetzung zwischen den Linien nötig.

Bayern München gegen 1. FC Köln, AufstellungIm Ancelotti-V ist die Zone 14 oft ein freier Raum.

Das Problem liegt hierbei eher an der Tatsache, dass durch die aufrückenden Außenverteidiger eine Absicherung im Halbraum ebenso notwendig ist. Die Achter kippen dafür meist heraus und versuchen so bei Ballverlusten sofort agieren zu können. Folglich sind die Münchner auf den Außenbahnen gut besetzt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bilden sie dort ihre Dreiecke und kombinieren sich bis an den gegnerischen Sechzehner. Der FC Bayern hielt sich bisher zu 73% auf den Flügeln auf (34% links, 27% zentral, 39% rechts). Im letzten Guardiola-Jahr war das ausgewogener (35% links, 31% zentral, 34% rechts).

Nachteile der Ancelotti-Struktur sind auf der einen Seite der daraus resultierende Flügelfokus, weil der Zehner-Raum nur unsauber besetzt ist, aber auch die erhöhte Anzahl an Flanken. Im Schnitt sind es derzeit 19 Flanken pro Spiel und damit drei mehr als in der vergangenen Saison. Da die eigentlichen Flügelspieler einrücken und Außenverteidiger ihre Positionen einnehmen, sinken auch die Dribblingwerte. Aktuell sind es 21 pro Spiel und somit 6 weniger als in der letzten Guardiola-Spielzeit. Fairerweise muss man aber auch ergänzen, dass der FC Bayern bisher größtenteils mit nur einem echten Flügelspieler agierte.

Individuelle Statistiken unterstreichen jedoch, dass die Münchner derzeit nicht nur zu abhängig von den Außen sind, sondern auch wenig Kreativität beim Eindringen in den Strafraum beweisen. David Alaba schlägt beispielsweise im Moment 6,7 Flanken pro 90 Minuten. Vergangene Saison waren es in den Einsätzen als Außenverteidiger nur 1,2 pro Spiel. Er streut also deutlich mehr Hereingaben ein, weil er zunächst mal nicht die Qualitäten im Eins-gegen-Eins besitzt wie andere Spieler im Kader, aber auch, weil die Unterstützung in Zone 14 mangelhaft ist.

Den Münchnern fehlt über weite Strecken ein Netz, das dem Offensivspiel Struktur gibt. Das Dilemma für Ancelotti ist, dass er den zentralen Offensivbereich mit genügend Spielern besetzen muss, aber gleichzeitig nicht die Durchschlagskraft auf den Flügeln vergessen darf. Natürlich wird die aktuelle Spielweise gegen sehr viele Mannschaften ausreichen, aber das Spiel in Madrid hat aufgezeigt wie wichtig die saubere Raumbesetzung im Zentrum ist. Wie kann der Italiener also diese Zone konsequenter besetzen, Eins-gegen-Eins-Situationen auf den Flügeln provozieren und für Absicherung bei Ballverlusten sorgen?

Mit der Dreierkette zur Offensivstruktur

Auf dem Papier klingt alles ganz einfach, denn die Abkehr von der 2-3-Staffelung im Aufbau würde schon einiges beheben. Mit der richtigen Besetzung könnte man so sogar gute Ansätze finden, um das Problem mit Thomas Müller zu lösen. Die Dreierkette bringt viele Möglichkeiten mit und könnte strukturell auch für mehr Spieler zwischen den Linien des Gegners sorgen. Es gibt verschiedene Varianten für eine solche Struktur.

Asymmetrische Flügelspieler

An der Grundordnung würde sich durch einige Asymmetrien nicht viel ändern. Lediglich das Positionsspiel wäre etwas anders. Mit Philipp Lahm und David Alaba hat der FC Bayern zwei Außenverteidiger, die im Passspiel überdurchschnittlich gute Qualitäten haben.

Bayern München, mögliche AufstellungMüller, Lewandowski und Ribéry besetzen Zone 14 im asymmetrischen 4-3-3 abwechselnd.

Einer der beiden könnte sich so tiefer positionieren, um die absichernde Rolle bei Kontern einzunehmen. Im Idealfall wäre das wohl eher der Kapitän, da Alaba in der Offensive stärker ist. Der aufrückende Österreicher würde dafür sorgen, dass Ribéry weiterhin seine freie Rolle als einrückender Flügelstürmer bekleiden könnte. Auf der anderen Seite gäbe es für Robben aber die Möglichkeit die Breite zu suchen. Dort müsste man dann natürlich versuchen den Niederländer in aussichtsreiche Eins-gegen-Eins-Duelle zu bringen.

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Die wichtigste Änderung in diesem System betrifft aber das Zentrum. Müller, Lewandowski und Ribéry wären hier im ständigen Wechsel und könnten diese Position regelmäßig und konsequent besetzen. Gerade Thomas Müller fühlt sich in der Rolle sehr wohl. Dort kann er um die Sturmspitze herum arbeiten, die Außenbahnen über die Halbräume unterstützen und mit seinen klugen Laufwegen Räume in wichtigen Zonen aufreißen. Es ist die erprobte Idealposition für den 27-Jährigen. Durch die Flexibilität in dieser Offensivstruktur würde es zumindest theoretisch genügend Bewegung geben, um die Ketten eines gut organisierten Gegners zu knacken. Einer der Achter, beispielsweise Vidal, könnte zudem jederzeit das offensive Zentrum überladen, wenn es die Situation hergibt.

Die asymmetrischen Anordnungen würden für eine gute Besetzung auf den Flügeln sorgen, aber durch den Austausch eines Achters mit dem offensiveren Thomas Müller käme es auch zu mehr Akteuren in den zentralen Zwischenräumen. Diese Idee verschiebt Carlo Ancelottis V etwas und bringt so mehr Präsenz im Zehner-Raum. Es wären dennoch weiterhin Spieler zur Absicherung vorhanden und auch die Besetzung der Außenbahn käme nicht zu kurz, da es überall auf dem Feld viele Verbindungen gäbe. Der wohl größte Vorteil dieser Struktur dürfte aber der direkte Zugriff auf den Gegner bei Ballverlusten sein. Mutig interpretiert ist sie ideal für ein gutes Gegenpressing.

Thiago als echte Nummer Zehn, Lahm in Hybrid-Rolle

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit Zone 14 halbwegs fest zu besetzen. Halbwegs, weil die Bewegungsabläufe gerade im Bayernspiel so flexibel sind, dass es immer zu Positionswechseln kommen wird.

Bayern München, mögliche Aufstellung 2Thiago als Spielmacher in einem 3-2-3-2.

Mit Thiago hat man allerdings einen Spieler in den eigenen Reihen, der die technischen Fähigkeiten für eine hohe Spielmacher-Rolle besitzt. Er verfügt über Nadelspieler-Qualitäten, kreiert Verbindungen und kann zu jeder Zeit einen tödlichen Pass in die Tiefe spielen. Rüstzeug das im übrigen auch Mario Götze mitgebracht hätte. Thiago ist darüber hinaus aber auch ein häufig unterschätzter Zweikämpfer. Im Gegenpressing könnte er in erster Linie attackieren und das Geschehen des Teams gegen den Ball lenken. In der Bundesliga gewinnt der Spanier 57% seiner Zweikämpfe und das vor allem deshalb, weil er klug aus der Kette herausrücken kann.

Der 25-Jährige steht ohnehin vor einer richtungsweisenden Saison. Seine Leistung wird großen Einfluss auf den Erfolg der Bayern haben. Bisher war er nie der Unterschied-Spieler über eine ganze Spielzeit. Das könnte sich jetzt erstmals ändern. Bereits in den ersten Wochen hat der Nationalspieler gezeigt, dass er das ganze Zentrum an sich reißen kann. Auch im bisher schwierigsten Spiel, gegen Atlético Madrid, war er bis zu seiner Auswechslung der auffälligste Mann auf Bayern-Seite. Thiago besitzt die Intelligenz für diese anspruchsvolle Position und könnte beispielsweise in einem 3-2-3-2 die vielleicht wichtigste Position des Systems einnehmen.

Diese Formation war in der Vergangenheit unter Guardiola immer wieder zu sehen. Richtig umgesetzt spannt sie ein Netz über das gesamte Spielfeld und kreiert überall Dreiecke. Darüber hinaus lässt sie sich aber auch ganz schnell in ein 4-1-4-1, 4-2-3-1 oder 4-4-2 gegen den Ball verwandeln. Auch eine Fünferkette wäre ohne große Verschiebungen möglich.

Die besten Optionen für ein flexibles System sind Joshua Kimmich und Philipp Lahm. Beide können mehrere Positionen bekleiden und so in Hybrid-Rollen verschiedene Formationen während des Spiels ermöglichen. Lahm spielte eine solche in der vergangenen Saison als er Rechtsverteidiger und Achter zugleich war. Dort hatte der Kapitän seine vielleicht stärkste Phase in den letzten Jahren. Er ist in der Lage von dieser Position aus ein Spiel zu dominieren. Warum also nicht zurückkehren in ein System, das den besten deutschen Fußballer seiner Generation wieder hervorheben würde?

Die Vielfalt der Optionen nutzen

Ancelotti gilt als Pragmatiker. In 9 Pflichtspielen sahen die Zuschauer 9 Mal das 4-3-3-System. Es ist unwahrscheinlich, dass sich daran in nächster Zeit etwas ändern wird. Dennoch sollte sich der Italiener überlegen die Dreierkette wieder einzuführen. Sie löst nicht nur die Frage wie die Bayern mehr Spieler zwischen die Linien des Gegners bekommen, sondern vereinfacht darüber hinaus auch noch den Aufbau.

Er hat dabei alle Optionen. Gegen stärkere Gegner könnte er mit Martínez, Hummels, Boateng, Alaba und Lahm fünf Weltklasse-Verteidiger aufstellen. Das System erlaubt aber auch den Einsatz von bis zu 5 Offensivspielern. Will man also eine tiefstehende Mannschaft bespielen, könnte so die „Lineup of Death“ zurückkehren.

Der Bayern-Trainer müsste nicht mal die Grundausrichtung ändern um mit einer Dreierkette zu agieren. Aus seinem 4-3-3 lassen sich durch die genannten Asymmetrien, aber auch durch ein besseres Positionsspiel sehr schnell Strukturen aufbauen, die dem Offensivspiel der Bayern helfen würden.

Fazit: Mehr Mut im Zentrum

Letztendlich lassen sich die Probleme im Zentrum auf das tief positionierte Mittelfeld-Trio beschränken. Nur selten gibt es Vorstöße der Achter. Noch seltener traut sich einer der drei Akteure die zentrale Offensive so zu überladen wie es beispielsweise Schweinsteiger in seiner besten Phase beim FC Bayern tat. Am ehesten wird dieser Rolle noch Joshua Kimmich gerecht. Der 21-Jährige, Vidal und Thiago funktionierten im Mittelfeld der Bayern noch am besten.

Schon leichte Verschiebungen im Ancelotti-V sorgen für mehr Dreiecke und eine durchschlagskräftigere Offensive.
Schon leichte Verschiebungen im Ancelotti-V sorgen für mehr Dreiecke und eine durchschlagskräftigere Offensive.

Ancelotti hat die Option einen Achter gegen Müller auszutauschen, mit asymmetrischen Positionierungen für bessere Struktur im Zehner-Raum zu sorgen oder die Achter generell höher agieren zu lassen. In jedem Fall muss er diesen Bereich konsequenter besetzen und mehr Verbindungen zwischen den Offensivspielern kreieren. Ob der 57-Jährige aus Problemzone 14 einen Kreativbereich machen kann, wird maßgeblich über seinen Erfolg in München mitentscheiden.

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Leserkommentare
  1. pitvonbonn

    Guardiola war kreativer im System.
    Vielleicht partizipiert Ancelotti in Zukunft stärker von Guardiolas Systemen, z. B. voon der Dreierkette.
    Wer hat schon drei Weltklasse Innenverteidiger, die dazu noch fantastisch das Offensivspiel eröffnen können?

  2. GestrandedInBerlin

    Super Analyse.
    Die Option mit Thiago gefällt mir am besten. Ich denke auch, dass er jetzt so richtig durchstarten könnte und ich stimme auch bzgl. der Zentrumsproblematik zu. Das Ganze ist ja umso schwerwiegender, als dass man bei unseren Flügelspielern noch die ein oder andere Verletzung erwarten muss.

  3. Alex

    Die 3er Kette finde ich als Option herausragend, zumal wir die passenden Spieler dafür haben. Allerdings soll Ancelotti ja dogmatischer 4er Ketten Verfechter sein. Auch die anderen Optionen in der Offensive wird er imho nicht nutzen. Habe fast die Sorge es wird einfach so weitergehen wie bisher…

  4. Tornado

    Ancelotti wird definitiv nicht mit 3er-Kette spielen lassen – never. Aber durch simple Anpassungen wird das auch nicht erforderlich sein. Ein 2-3-2-3 bei eigenem Ballbesitz könnte hier die Lösung sein, indem Hummels und Boateng die Innenverteidiger geben, und Lahm und Alaba mehr auf einer Höhe mit Alonso agieren und sich nur situativ mit nach vorne einschalten. Somit wäre das Zentrum durch zwei 8er doppelt besetzt, da diese nicht mehr permanent auf den Flügel ausweichen müssen und Ribéry und Robben könnten mehr über die Flügel kommen, wo ihre größten Stärken doch erst so richtig zum Tragen kommen. Lewandowski wird hierbei natürlich in vorderster Front noch ein Stück weiter vorne als Robben und Ribéry zu finden sein. So wären die Flügel immer noch doppelt besetzt und man hätte insgesamt fünf Spieler mit einer klaren offensiven Ausrichtung, die auch ein sehr effektives Pressing spielen können. Außerdem läst sich auch hier sehr gut der Ball zirkulieren, weil man über 17 Dreiecke und 4 Rauten (Neuer mit eingerechnet) verfügt. Gegen starke Gegner wie beispielsweise Atletico hätte ich allerdings im 4-2-3-1 spielen lassen, um die Defensive im Umschaltprozess besser und effektiver schließen zu können. Das waren die Räume, die Atletico immer wieder bewusst gesucht und gefunden hat. Alonso war dabei allein auf weiter Flur und konnte das nicht auffangen. Das war Atletico bewusst. Simeone war auf Bayern besser eingestellt als Ancelotti auf Atletico.

  5. Axel

    Mir ist – bis auf diesen wunderbaren Blog – in der Berichterstattung zu Ancelotti immer aufgestoßen, dass es ausschließlich um die Persönlichkeit Ancelottis und den Vergleich mit Peps Charakter / Temperament ging (deutscher Qualitätsjournalismus halt). Das “Komplexeste” in Sachen Taktik, das man den Fans zugemutet hat, war die Behauptung, dass Ancelotti seine Spieler nach deren Fähigkeiten einsetzt. Nach den bisherigen Spielen beschleicht mich die Angst, dass unser neuer Trainer taktisch nicht so bewandert ist wie es Pep und andere jüngere Trainer sind. Könnt Ihr mir diese Angst nehmen? Ich wäre dankbar….

    1. Ich stelle die Behauptung auf, dass jeder Trainer in taktischer Hinsicht ein Rückschritt zu Guardiola ist. Er ist in diesem Bereich mMn die klare Nummer 1. Es wäre gewissermaßen also unfair ihn da mit Pep zu vergleichen. Aber er ist kein Volltrottel. Dass er gar keine Ahnung hätte wäre Schwachsinn. Er hat die CL mehrmals gewonnen und mit Milan eine Ära geprägt. Der Mann ist nachweislich erfolgreich gewesen. Das schaffst du nicht gänzlich ohne taktisches Verständnis. Aber er scheint andere Prioritäten zu setzen. Wir müssen nicht künstlich dramatisieren. Das Team hat jetzt ein bisschen Menschlichkeit gezeigt, ist aber überall erfolgreich unterwegs. Warten wir die Zeit ab.

      1. Marco05

        So kann man das in etwa sagen. Ancelotti ist sozusagen “Best of the Rest”, wenn man vlt. mal von Tuchel absieht. Bei den anderen jungen Wilden weiß man (noch) nicht, was die mit einer starken Truppe bewerkstelleigen würden, insofern hätte es zu Ancelotti ohnehin wenig Alternativen gegeben, vor allem wenn man den Aspekt “in ruhige Fahrwasser bringen” noch mit einbezieht.

        Aber was wurde zB ein Hype über Mourinho gemacht. Zur Zeit möchte den doch keiner geschenkt. Ich habe nur die Befürchtung, das Carlo nicht mehr ganz up to date ist, was die taktischen Rafinessen betrifft sondern doch ein klein wenig altbacken. Das muss nichts schlechtes sein, die Spieler dazu hat er ja auch so was Vernünftiges zu erreichen.

      2. Bernhard

        Gilt eigentlich als Antwort zur MARCO05s Kommentar: Neben den drei erwähnten Trainern sollte noch Sampaoli erwähnt werden. Hätte mir den sogar mehr gewünscht als Ancelotti.

      3. Marco05

        Grundsätzlich ja, allerdings die viel viel riskantere Variante. Keiner weiß, wie der außerhalb von Chile klar kommt, er hat auch noch kein Spitzenteams trainiert und wenig Erfahrung mit “Stars” und deren Befindlichkeiten. Da war Ancelotti ganz klar erste Wahl, wenngleich es natürlich taktisch schon eine handvoll gibt, die da ggf. sogar besser sind. In Summe aller Eigenschaften dennoch die logische und konsequente Wahl.

  6. wipf1953

    @Justin, das sind zwar interessante Ideen, wie Bayern “mit einem 10er” spielen könnte. Nur: Ich bin jetzt seit 40 Jahren Bayernfan – eines weiß ich ganz sicher, Bayern hatte in den letzten 40 Jahren eigentlich nie einen echten, prägenden “10er”. Sicher, es gab Spieler wie Baumjohann oder Götze. Aber solche Spieler haben entweder gar nicht gespielt oder auf anderen Postionen. Vielleicht waren Ciri Sforza, Olaf Thon, Manni Schwabel, Hansi Dorfner und Asgeir Sigurvindsson auch irgendwie “10er”. Aber auch die haben den Verein entweder nicht geprägt, oder auf anderen Positionen gut gespielt (Thon und Sforza z.B. deutlich defensiver).

    Matthäus trug die 10, war aber kein “10er”.

    Und Toni Kroos ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der aber nicht den letzten Pass / den Assist spielt, sondern einen klugen Ball zwei, drei Kontakte vor dem finalen Torschuss.

    Dass unser Verein verhältnismäßig viel Geld in Ribery und Robben investiert hat, hatte den tieferen Grund, dass man bewusst über außen spielen wollte. Mit Coman und Costa hat der Club diese Idee beibehalten.

    Pep Guardiola hat ja nun wirklich kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Aber selbst er hat nicht mit echten 10ern gespielt.

    Und weil das hier angesprochen wurde: Ein Trainer, der beim AC Mailand war, bei Chelsea, Paris und Real, der dürfte ausreichend über die “14” informiert sein ..

    1. Dann hast du meinen Text nicht aufmerksam gelesen oder falsch verstanden. Es geht nicht zwingend um eine feste Besetzung der Nummer 10. Das mit Thiago war nur eine(!) von mehreren Ideen. Auch unter Guardiola wurde der wichtige Raum besetzt. Nur eben flexibel. Unter Ancelotti fehlen bisher die Verbindungen dorthin und deshalb ist das Offensivspiel ausrechenbarer geworden. Es geht darum die “10” oder “14”, wie man es denn nennen möchte, überhaupt zu besetzen, denn ohne den Zwischenlinienraum wird es auch für die restlichen Spieler schwierig gefährlich zu werden. Dass vieles eben fiktive Ideen sind und die nicht real werden, ist mir bewusst, aber er muss definitiv etwas tun, um dort mehr Spieler zu haben. Das war unter Guardiola definitiv besser. Das heißt aber nicht dass alles Müll ist oder Carlo keine Ahnung hat, sondern nur dass es dort noch nicht klappt. Ich will auf eine offensichtliche Problematik hinweisen und mit Lösungsansätzen zeigen, dass es Möglichkeiten gibt. Dass es auch andere gibt und/oder Ancelotti auch mit seinem Weg erfolgreich sein kann, steht außer Frage. System und Taktik sind nicht alles, aber mit einer noch sauberen Besetzung in dieser (für jedes Team) wichtigen Zone kann man durchaus die Chancen auf Erfolg erhöhen.

  7. wipf1953

    Meine letzte Bemerkung (bzgl. Milan, Paris etc. .) bezog sich nicht auf Dich, Justin.

    Dass unter Pep der “14er Raum” dichter besetzt war ist sicherlich Fakt. Die Gegner haben ja typischer Weise ihr Tor verrammelt. Aber wie war das z.B. in zweiten Jahr unter Heynckes?

    Wir sind vielleicht deshalb so unterschiedlicher Auffassung, weil ich überhaupt nicht den Zwang sehe, etwas “zu verändern”. Mir geht es darum, dass Bayern in dieser Saison das perfekte System für ko-Spiele findet. D.h. dass Bayern zum einen sicher steht – und zum zweiten, dass bei eigenen Angriffen höchste Gefahr erzeugt wird. Insoweit ist CA IMHO auf dem absolut richtigen Weg.

    1. rookie

      geht mir genauso, dumm nur wenn anstatt System für k.o Spiele, dass System dann generell auch für die Serie nicht mehr funktioniert. Was genau soll auch im k.o Spiel anders sein? Der Unterschied zwischen k.o Spiel und der Meisterschaft ist der, dass bei einem low scoring SPiel wie Fussball, wo ein so hoher Zufallsanteil dabei ist, der Zufall eben nicht durch eine Serie ausgeglichen und relativiert wird. Deswegen kann der beste Trainer der Welt die Bundesliga über die Dauer einer Meisterschaft dominieren, das Glück in einem k.o Spiel als Faktor ausschalten kann Guardiola aber auch nicht. z.B. dass der von allen geforderte Müller eine Elfer verschiesst. Wenn Müller das 2:0 per Elfmeter macht ist alles anders. 5cm !!!Dann war alles perfekt, so war scheinbar alles nicht effektiv. Daher kommt auch die richtige Aussage dass ich einen guten Trainer an der Meisterschaft erkenne nicht in, ich dusel mich vier Spiele mit dem Bus vorm Tor zum Titel ala Chelsea. Das geht auch nur im Fussball in einer anderen Sportart wären so unverdiente Titel ausgeschlossen. Deswegen wäre ich auch für eine Regeländerung. Nur noch 10 Spieler, dann wird das Bus parken viel schwerer.

      1. wipf1953

        1. Noch spielen 11 Spieler, das muss ein Trainer berücksichtigen.
        2. CAs System funktioniert. Bayern hat – gegen den aktuellen Tabellenführer der Primera Division – ein Auswärtsspiel verloren (zu recht). In der Liga hat man einmal unentschieden gespielt. Der hochgelobte FC Barcelona hat schon zwei Ligaspiele verloren. Klar, es wird anders gespielt wie unter Pep, und die “schlechteren” Gegner sind nicht automatisch chancenlos. Aber die Saisonziele werden in der Rückrunde verteilt, und da wird abgerechnet.

      2. Bernhard

        Es gibt kein universal gültiges und perfektes System. Jedes Spiel und jeder Gegner erfordert eine andere Herangehensweise. KO-Spiele gegen Real Madrid wird der FC Bayern anders bestreiten, als Spiele gegen Besiktas.
        Ancelottis System funktioniert, doch das bisherige Programm des FC Bayern ist nicht wirklich Aufschlussreich. Warten wir die Partien gegen Leverkusen, Gladbach, Dortmund und Leipzig ab, dann wird sich zeigen wie gut Ancelottis System funktionieren wird.

  8. […] so Nehmerqualitäten. Aber es reichte eben nicht. Das zweite Unentschieden in Folge unterstreicht alle Probleme, die wir in diesem Blog schon seit Wochen […]

  9. […] Wer mehr wissen möchte, ich habe bereits selbst zwei Artikel zu Bayerns Problemen im Positionsspiel geschrieben, außerdem seien jedem die Artikel auf Miasanrot ans Herz gelegt. Einmal werden Ancelottis Neuerungen beschrieben, in einem anderen Artikel geht es um die Probleme in Zone 14. […]

  10. […] des Zehner-Raums ist nicht erst seit gestern bekannt. Ancelottis Elf besetzt aber auch andere Räume und Zonen […]

  11. […] Flügelspieler bei Bayern sich auf dem Flügel wohler fühlen und dort auch ihre Aktionen starten, gab es meist im Zehnerraum ein großes Loch bei den Münchnern. Mittlerweile stellte Ancelotti bereits auf ein 4-2-3-1 mit Thomas Müller […]

  12. […] Alaba kriegen die Bayern teilweise sechs Spieler in das Angriffsdrittel. Das ehemalige Problem im Zehner-Raum wird zudem durch gleich vier Spieler gelöst und auch Lewandowski profitiert […]

  13. […] Noch kam er nicht dazu, die Einzelteile so zusammenzusetzen, dass seine Idee für die Zukunft offenbart wurde. Lediglich der stark auf die Halbräume fokussierte Spielaufbau fiel auf. Ancelotti hatte damals ähnliche Ideen, scheiterte aber lange Zeit an der adäquaten Besetzung des Zehner-Raums. […]

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