Advents- und Plätzchenspiele gegen den Hamburger Sportverein

Es muss schwer für eine Mannschaft sein, wenn vor dem Spiel nur noch über die Höhe des Sieges diskutiert wird. Und wenn diese Höhe sich im Schnitt zwischen +5 und +8 Toren bewegt, weiß man, dass die erste Runde im DFB-Pokal ansteht oder der HSV zu seinem jährlichen Aufgalopp nach München kommt.

FC Bayern im letzten Spiel 2013 gegen den Hamburger SV

Nach der Champions League Niederlage gegen Manchester City gab es zum Teil berechtigte Kritik, schließlich hat man recht glanzlos eine 2:0 Führung verspielt — gegen die vermeintliche B-Elf des Gegners. Auf der anderen Seite hat das Spiel gezeigt, dass beim FC Bayern auch ‚nur‘ Menschen spielen. Die Luft ist zum Endes des Jahres einfach raus. Seit September befinden sich die meisten Spieler in englischen Wochen und durch die vielen Verletzungen konnte Pep Guardiola nicht wie gewünscht rotieren.

Mit Blick auf die Klub-WM Woche schonte Guardiola Ribery und Alaba – für sie rückten Contento und Rafinha ins Team. Dafür begab sich Lahm wieder ins Mittelfeld. Auch Thiago ging somit eine Position weiter nach vorne. Die Flügel wurden von Götze und Müller gebildet und im Sturm hielt Mandzukic die Nase in den Wind.

Die ersten 3 Minuten zeigten, dass der HSV mit etwas mehr Ambitionen angereist ist, als in den vergangenen Jahren. Van der Vaart zeigte seine schauspielerischen Qualitäten und Drobny verhinderte mit viel Körpereinsatz einen schnellen Einwurf. Beide Spieler bekamen zurecht die gelbe Karte. Nach dem Appetizer verflachte die Partie allerdings ziemlich schnell. Der HSV verteidigte geschickt im 4-4-2 und machte vor allem die Mitte sehr eng. Eigentlich ideal für Flügelspieler – allerdings fehlten Ribery und Robben. Die Ersatzflügelzange Götze und Müller hatte mit ihrer Position so ihre Probleme. Götze schob sehr oft in die Mitte, bekam allerdings auch von Contento wenig Unterstützung. Müller hielt seine Seite konsequenter, allerdings konnte er nicht bis auf die Grundlinie durchbrechen. Die Folgen waren viele Flanken aus dem Halbfeld und beste Wünsche für Mandzukic. Dieser hatte mit Tah und Djourou gut zu tun.

Mit zunehmenden Spielverlauf bekam der FC Bayern mehr Kontrolle über das Spiel – die Mittelfeldachse Thiago, Kroos und Lahm harmonierte immer besser. Zudem gab es nicht mehr so viele Fehlpässe und Abstimmungsschwierigkeiten. So ergab sich ein typischer Spielzug aus den vergangen Wochen – ein schneller Diagonalball auf die Flügel. Dieser hebelte die komplette Abwehr aus. Rafinha gelang zum ersten Mal in den Rücken der Abwehr und flankte hoch und weit auf Mandzukic, der sein Gesicht zum 1:0 hinhalten konnte. Auch in der zweiten Halbzeit wurde der Druck weiter hoch gehalten. Nach einer missglückten Flanke konnte Thiago den zweiten Ball erobern und auf Götze durchstecken. Er dann mit einem sehenswerten Drehschuss zum 2:0. Ein wirklich überragender Spielzug. Ein Sonderlob geht an Mandzukic, dieser stand im Abseits, blieb aber passiv. Seine beste Szene in der zweiten Halbzeit.

Leider verfiel der FC Bayern wie gegen ManCity wieder in den Advents- und Plätzchenmodus. Der HSV, der bis dato wirklich wenig zeigte außer eine grundsolide Deckungsarbeit, kam immer besser ins Spiel. So hatten Jansen, van der Vaart und Lassoga einige gefährliche Abschlüsse. Vor allem die Außenverteidiger hatten einige Probleme die defensive Grundordnung zu halten. Zudem stand man schlussendlich zu oft zu passiv. Kurz vor Abpfiff verteilte die Abwehr dann noch Weihnachtsgeschenke – Jansen war auf der Außenbahn völlig frei (selbst in der Wiederholung konnte man Rafinha nicht sehen) und spielte einen Pass in den Rücken der Abwehr – Lassoga schweißte den Ball schließlich unter die Latte. Die Einwechselspieler Højbjerg und Shaqiri verhinderten aber die Sensation. Pierre machte eine tolle Balleroberung und spielte auf Shaqiri. Dieser nutzte seine Schnelligkeit aus und versenkte den Ball geschickt im kurzen Eck – 3:1 die Entscheidung.

Unter dem Strich steht ein verdienter Heimsieg, bei dem man aber merkte, dass die meisten Spieler ein langes Jahr hatten. Man darf gespannt sein, ob die Spieler sich noch mal motivieren und aufraffen können, um den letzten Pokal nach Hause zu holen. Am Dienstag steht die Klub-WM an. Eine Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten zwei Heimspielen muss allerdings her, bevor es in den wohlverdienten Urlaub geht. 93 von 99 möglichen Punkten wurden in dieser Saison geholt. Nur in Dortmund, Leverkusen und Freiburg wurden Zähler liegen gelassen. In der heimischen Arena wurden alle Bundesligaspiele gewonnen — da kann man schon mal ein Adventsplätzchen verteilen.

FC Bayern München – Hamburger SV 3:1 (1:0)
FC BayernNeuer – Rafinha, Van Buyten, Dante, Contento – Lahm – Götze (64. Ribéry), Thiago, Kroos (82. Hojbjerg), Müller (78. Shaqiri) – Mandzukic
BankStarke, Alaba, Kirchhoff, Pizarro
HSVDrobny – Rincón, Tah, Djourou, Jansen – Arslan, Badelj, Van der Vaart, Calhanoglu (75. Jiracek) – Lasogga, Zoua (85. Lam)
Tore1:0 Mandzukic (42.), 2:0 Götze (52.), 2:1 Lasogga (87.), 3:1 Shaqiri (90.+3)
Karten– / Van der Vaart, Drobny
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Leserkommentare
  1. […] Mit einem 3:1-Sieg über den HSV krönt sich die Guardiola-Elf zunächst einmal zum Herbstmeister (miasanrot.de). “Souverän verloren” attestiert NedsBlog seinen Rothosen, die besten Tweets zum Spiel […]

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