Mario Gomez – Der verjagte Stürmer?

Mario Gomez will den FC Bayern München verlassen. Mario Gomez wird den FC Bayern München verlassen. Das steht nun seit Wochen fest, aber die Umstände und Transferaktivitäten sind rätselhaft bis unverständlich. Sein Preisschild wird von Tag zu Tag durchgestrichen und mit einer niedrigeren Summe versehen. Wieso?

Ohne Frage ist Gomez ein Stürmer mit Wahnsinnsquote, wenn es um Treffer geht. »Der Beste seit Gerd Müller« um genau zu sein und eigentlich haben wir keine Not ihm den Laufpass zu geben. Claudio Pizarro hat um ein weiteres Jahr verlängert. Als Backup. Mario Mandzukic hat sich seinen Platz als Stürmer #1 in der letzten Spielzeit erkämpft und konnte Gomez Verletzungen nutzen um zur ersten Wahl zu werden. Zwischen den beiden Marios würde der Konkurrenzkampf stattfinden. Alternativ hat Guardiola wohl Neuzugang Mario Götze (uff, immer »Mario«) oder Thomas Müller auf dem Zettel. Falsche Neun für Überzahl und Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff, aber der FC Bayern stand in den letzten Jahren für den klassischen Mittelstürmer. Ein Wechsel von Robert Lewandowski (in dieser Transferperiode) ist inzwischen unrealistisch geworden. Wieso also Gomez abgeben, noch dazu zu einem Spottpreis, statt auch mit ihm in die nächste Saison zu gehen und zwei (bis drei) Topkräfte aufbieten zu können?

Die aktuellen Rahmendaten des Transfers machen wenig Sinn. Für den Spieler wie auch den FC Bayern:

  • Gomez kam zur Saison 2009/10 nach Zahlung einer geschätzten Ablösesumme von 30 Millionen Euro nach München. Erst im April 2012 hat er seinen Vertrag bis 2016 verlängert und stieg in die Gehaltskategorie von bis zu 10 Millionen Euro beim Rekordmeister auf. Nach langer Verletzungspause 2012/13 kam er zurück & änderte an seiner Torquote wenig.
  • Aktuell beruft sich die Sportpresse auf Berichte aus Italien (Gazzetta dello Sport) und berichtet von 15-18 Millionen Euro Ablösesumme und 5 Millionen Jahresgehalt bei einem Wechsel zum AC Florenz. Strittige Punkte sind wohl Bonuszahlungen. Wofür auch immer.

Wieso nimmt 1) der FC Bayern eine so niedrige Ablösesumme überhaupt wahr und beschäftigt sich damit (ernsthaft), 2) ist Gomez so unzufrieden, dass er sein Gehalt halbiert und auch sportlich in Italien eher nicht auf Titeljagd sein wird?

Bei allem Verständnis, dass ein Stürmer wie Mario Gomez sich berechtigterweise als Nummer 1 durchsetzen will, ist dieses Verhalten aller Münchner Beteiligten merkwürdig. Ist im Kader wirklich kein Platz mehr? Geldnot kann es nicht sein oder wird man nach einer weiteren Saison auf der Ersatzbank mit Gomez keine höheren Erlöse erzielen? Aus sportlichen Gründen gibt es wenige Anhaltspunkte wieso der Verein seinen Spieler wegschicken sollte. Sein Defensivverhalten ist verbesserungswürdig bis kaum ausgeprägt, aber selbst einem Mario Gomez ist die Weiterentwicklung in diesen Punkten zuzutrauen.

Trotzdem wird er wohl zum »verjagten Stürmer«.

Was ist also neben der sportlichen Weiterentwicklung des FC Bayern noch vorgefallen? An ausschließlich sportliche Beweggründe kann ich inzwischen nicht mehr glauben. Aussagen, dass das »Paket stimmen muss« damit ein Wechsel stattfindet, machen in diesen niedrigen Preisregionen wenig Sinn. Was ist noch vorgefallen? Vielleicht – wir werden es wohl nie erfahren – ist an einigen Gerüchten doch etwas dran. Sarah B. und Mario G., davon hat man schon im November ein paar Gerüchte gehört, aber müssen die Beweggründe für den Transfer dort gesucht werden? Die Beteiligten haben dementiert und auf dem Platz konnte man wenig erkennen. Ein unangenehmer Beigeschmack bleibt trotzdem und was wirtschaftlich so fragwürdig ist wie die kolportierte Ablösesumme regt dazu an, an anderen Stellen nach Gründen zu suchen. Lässt sich der FC Bayern einige Millionen Euro entgehen um für Ruhe zu sorgen und geht Gomez deswegen?

Einige Kommentare dazu gab es inzwischen und doch bleibt es bei »Es ist die bekannteste Geschichte, die nirgends stand. Und jeder erzählt’s, als hätte er’s gesehen.«

Abonniere unsere Beiträge!



Twitter & Facebook

Folge uns über Social Media

Du willst die aktuellsten und wichtigsten News zum FC Bayern lesen? Folge uns auf Twitter @miasanrot oder like unsere Facebook Seite.

Folgen

Leserkommentare
  1. Chris

    Über solche Gerüchte mutmaßen zu müssen ist nicht schön und sollte eigentlich auch nicht sein, aber anders ist das nicht zu erklären, dass man einen Top-Stürmer zu den genannten Konditionen ziehen lässt und dass auf der anderen Seite ein Mario Gomez einen Karriereweg einschlägt, der mehr als irrational ist. Ich sehe da jedenfalls keinen Mehrwert, es sei denn, er misst sich an dem Nationalstürmer, der noch vor ihm steht und ebenfalls im oberen Serie A-Mittelfeld rumkickt. Ich finde diese Stefan Kießling-Diskussion mehr als überholt und müßig, aber anscheinend wird er bald der einzige dt. Nationalstürmer sein, der im Verein auf hohem internationalem Niveau spielt.

    1. Guter Punkt, die N11-Thematik hatte ich nicht so recht auf dem Schirm, aber ist für Mario Gomez wohl von (höchster) Wichtigkeit.

      Eine andere Idee wäre auch: »Die Summe an Problemchen / Vergehen / Querschlägern ist Mario Gomez zum Verhängnis geworden«. Vorhin mit Christopher (@rammc) diskutiert, dass aktuell dem FC Bayern einige Themen nicht gefallen haben dürften.

      1) Sponsorendeal mit Nike stat Adidas
      2) Gerüchte mit Sarah B.
      3) Er wird nicht mehr im Sturm gebraucht

      Aus der Summe nun die Bemühungen ihn abzugeben und das in Kauf nehmen von Verlusten dabei.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Miasanrot.com — Der FC Bayern München Blog