“Müller ist hier in China ein echter Held”

Fast zwei Wochen ist der FC Bayern mitten in der Saisonvorbereitung auf Marketing-Tour in China und Singapur unterwegs. Eine Herausforderung vor allem für die Spieler, die nicht zuletzt beim 0:4 gegen den AC Milan reichlich erschöpft wirkten. Was bringt so eine Tour? Rechtfertigt der Aufwand den Ertrag? Wie groß ist die Begeisterung für den FC Bayern wirklich? Und wie nachhaltig kann eine solche zweiwöchige Tour überhaupt sein?

Über diese und weitere Fragen haben wir mit Thomas Steinmann gesprochen. Steinmann ist Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital und schreibt dort unter anderem über das Sportbusiness. Für Capital hat er den FC Bayern auf seiner Asien-Reise begleitet.

Aus der Ferne wirkt die Begeisterung für den FC Bayern manchmal merkwürdig inszeniert. Wie erlebst du den Empfang des Teams vor Ort?

Für deutsche Beobachter wirkt die Begeisterung wirklich merkwürdig. Überall, wo die Spieler in China aufgetaucht sind, sind die chinesischen Fans ausgeflippt, wie die Besucher beim Konzert eines Teeniestars. Da flogen zwar keine Unterhosen. Aber es kam mehrfach vor, dass Fans versucht haben, Spielern die Hände zu küssen. Solch einen Hype gibt es in China allerdings nicht nur um den FC Bayern, sondern generell bei großen Stars, die die Leute sonst nur aus dem Fernsehen kennen. Beim Testspiel gegen Arsenal in Shanghai war das Gekreische der auffällig jungen Fans bei den Spielern der Londoner auch nicht wirklich leiser.

In Deutschland wurde die Zahl 130 Millionen Sympathisanten kolportiert. Ist das eine realistische Einschätzung?

Die Zahl der chinesischen Bayern-Sympathisanten lässt sich seriös einfach nicht beziffern. Die von der Vereinsführung genannten 130 Millionen sind aus meiner Sicht sehr ambitioniert. Eine ganz frische Studie schätzt die Zahl der Fußball-Sympathisanten in China insgesamt auf 300 Millionen (wobei auch eine andere Zahl von 500 Millionen kursiert). Wenn man diese Studie zum Maßstab nimmt, müsste also fast jeder zweite Bayern-Fan sein. Das wirkt nicht wirklich realistisch, weil auch andere europäische Großclubs eine große chinesische Fanbasis haben – vor allem Manchester United, Real Madrid und der FC Barcelona. Am Ende kommt es wohl darauf an, wie man einen „Sympathisanten“ definiert. Ich bin mir sicher, dass einige der chinesischen Fans, die im Bayern-Trikot am Flughafen stehen, wenn der FC Bayern ankommt, auch da sind und jubeln, wenn der FC Barcelona mit Messi landet – dann eben mit Barca-Klamotten. Eines allerdings ist klar: In dem Riesenland China gibt es insgesamt sicherlich mehr Bayern-Anhänger als in Deutschland.

Gibt es nach deinem Eindruck eine Bindung der Fans an einen Verein oder stehen eher Spieler im Fokus?

Ein harter Kern der chinesischen Fans identifiziert sich mit dem Verein insgesamt. Das sind dann die, die auch „Stern des Südens“ mitsingen können, wenn der Song im Shanghai Stadium gespielt wird, oder „Super Bayern, super Bayern“-Sprechchöre anstimmen. Das ist aber eindeutig die Minderheit. Der weitaus größte Teil hat eine Bindung zu einzelnen Stars. Da ist der Verein eher zweitrangig.

Welche Spieler sind besonders geeignet um auf einem Markt wie China den Verein zu repräsentieren? Gibt es Spieler, die vorrangig vermarktet werden? Wie wird gerade hier die Neuverpflichtung James gesehen?

Der mit Abstand beliebteste Bayern-Spieler in China ist Thomas Müller. Der ist hier ein echter Held – auch weil er vom Club für den chinesischen Markt besonders promotet wurde. Robert Lewandowski funktioniert ebenfalls sehr gut. Bei den gefälschten Trikots, die rund um die chinesischen Stadien verkauft wurden, hat man auch viele mit der Rückennummer von Arjen Robben gesehen. Aber der ist bei dieser Tour wegen einer Verletzung nicht dabei – dafür Miroslav Klose, der auf der Kreisch-Skala ebenfalls ganz weit oben steht. Einen Bernat dagegen würden die meisten chinesischen Fans sicher nicht von einem Betreuer unterscheiden können, wenn beide im Teamoutfit aus dem Mannschaftsbus steigen. Was James angeht: Zwar waren auch schon einige Trikots mit seinem Flock und ein paar Kolumbien-Fahnen zu sehen. Aber eine riesengroße Begeisterung über seine Verpflichtung war nicht wirklich zu spüren. Das wird dann sicher ganz anders, wenn die Bayern nächstes Jahr auf ihrer Sommer-Tour wieder in die USA fahren sollten.

Die Bayern-Führungsetage beim Besuch des Nationalmuseums in Singapur.
(Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty Images)

Wie nachhaltig können überhaupt 10- oder 12-Tages-Reisen samt einer Handvoll Freundschaftsspiele sein? Gibt es einen messbaren Effekt – auch für die Sponsoren? Wenn ja, wie sieht der aus?

Für die Entwicklung der Marke FC Bayern sind solche Reisen schon extrem wichtig – allein, weil sie Stoff für die Fans im Land produzieren: für die Anhänger in den Spielorten, aber auch für die Follower auf den Social-Media-Kanälen. In China laufen Marketing und Verkauf – nicht nur im Sportbusiness – sehr viel stärker über soziale Netzwerke als in Deutschland. Was die Sponsoren angeht: Die beiden Schwerpunktmärkte, die das Bayern-Management in einem ersten Schritt definiert hat und nun beackert – also China und Nordamerika – sind für Global Player wie Audi, Adidas und DHL natürlich extrem wichtig. Die Tour ist für ein Unternehmen wie Audi einfach eine riesige Plattform – praktisch fast zwei Wochen Dauerwerbesendung. Wie viele Autos der Konzern deshalb mehr verkauft, lässt sich sicher nicht messen. Aber es gibt auf jeden Fall Sponsorings, bei denen das Verhältnis von Investment und Nutzen schlechter ist.

Ein Hauptargument für Werbetouren, welches immer wieder hervorgebracht wird, ist die Sättigung des heimischen Marktes. Wie haltbar ist diese These?

Sicherlich wird es so sein, dass die Bundesliga ihre Einnahmen aus Medienrechten, die ja ihre wichtigste Erlösquelle sind, bei künftigen Verträgen weiter steigern wird. Doch der jüngste Fernsehvertrag zeigt ein Grundproblem der Bundesliga und ihrer Spitzenclubs, die sich vor allem über den internationalen Wettbewerb definieren: Zwar verzeichnet die DFL mit diesem Vertrag ein sattes Plus. Aber im Vergleich zur Premier League hinken die deutschen Clubs immer noch meilenweit hinterher. Das wird sich auch grundsätzlich nicht ändern, wenn es bei uns weiterhin nur einen Pay-TV-Anbieter gibt und künftige Ausschreibungen weiter zwischen Fernseh- und Internetrechten unterscheiden. Anders als in England gibt es gerade bei den Live-Rechten kein wirkliches Wettbieten zwischen mehreren Anbietern. Das bedeutet also: Auch in Deutschland werden die Umsätze der Clubs weiter steigen. Aber wenn sie die Lücke insbesondere zu den Engländern schließen wollen, müssen die deutschen Vereine andere Erlösquellen auftun. Und da bietet das Ausland Wachstumsmöglichkeiten – sicher nicht in allen Ländern, aber auf jeden Fall auf Märkten wie China und die USA, aber vielleicht auch Südamerika. Der FC Bayern hat mit James und Arturo Vidal zwei Südamerikaner im Kader, die den Verein in ihren Heimatländern pushen können.

Was könnte der nächste Schritt sein. Angepasste Anstoßzeiten? Die Einbindung regional relevanter Sponsoren wie es Manchester United bereits praktiziert?

Ziel ist ganz klar, Sponsoren aus den ausländischen Schwerpunktmärkten zu gewinnen. Das hat Karl-Heinz Rummenigge bei der Eröffnung des Schanghaier Büros klar gesagt. Der FC Bayern hatte ja mit Yingli Solar schon mal einen chinesischen Sponsor, der auch im Stadion auf den Werbebanden präsent war. Ich würde wetten, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein neuer Sponsor aus China präsentiert wird. Zu den Anstoßzeiten: Dieses Thema ist hierzulande so symbolträchtig und aufgeheizt, dass sich da nach meinem Gefühl allenfalls Schritt für Schritt etwas tun wird. Einen komplett zerfaserten Spieltag wie bei den Engländern sehe ich bei uns auf absehbare Zeit nicht – das würden die Fans auch heftig bekämpfen. Und dass einmal ein DFB-Pokalfinale in Schanghai ausgetragen wird, wie es vor ein paar Wochen der Adidas-Chef vorgeschlagen hat, halte ich für absoluten Quatsch. Das wird nicht passieren.

Welche sportlichen Kooperationen oder Netzwerke machen für den FCB in Asien Sinn – vor allem im Hinblick auf die Strukturen, die Red Bull oder die City Football Group aufbauen?

Angesichts der fußballerischen Qualität in Asien sehe ich in einer Red-Bull-Strategie mit dortigen Vereinen oder anderen Partnern keinen wirklichen Sinn. Da sollten sich die Bayern lieber auf ihr eigenes Nachwuchsleistungszentrum konzentrieren und die Qualität ihrer eigenen U-Mannschaften und Jugendspieler verbessern. Was Asien angeht, ist es die richtige Strategie, Fußballschulen zusammen mit Partnern vor Ort aufzubauen – allerdings weniger aus sportlichen Gründen, sondern um dort mit der Marke Bayern München präsent zu sein und auch noch etwas zur Entwicklung des chinesischen Fußballs beizutragen. Auf den Aufbau eines konkurrenzfähigen Fußballsystems legt die Regierung ja gerade einen Fokus. Wenn am Ende mal ein chinesischer Kicker dabei sein sollte, der stark genug für den FC Bayern ist, umso besser. Er sollte dann aber nicht so enden wie andere Chinesen in der Liga vor ihm.

James Rodriquez im Audi Football Summit Spiel gegen Mailand.
(Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts / Getty Images)

Wie sinnvoll ist es, sich bei der Erschließung des asiatischen Marktes so stark auf China zu fokussieren? Gibt es auch andere Länder in der Region, in denen man vor allem im Vergleich zur Premier League einen Rückstand wett machen muss?

China ist einfach mit Abstand der größte Markt, auf dem es für die europäischen Großclubs etwas zu holen gibt. Hinzu kommt: Was hier gerade im Fußball abläuft, ist eine Revolution – und zwar eine, die von oberster Stelle gesteuert wird. Seit Staatspräsident Xi Jinping 2014 das politische Ziel ausgegeben hat, China zu einer Fußball-Großmacht zu entwickeln, fließen irre Summen – nicht nur in verrückte Transfers von Spielern aus Europa, sondern noch viel mehr in den Bau von Fußballplätzen, Akademien und andere Infrastruktur. Gefragt ist auch Fußball-Knowhow beim Aufbau von Nachwuchsleistungszentren oder bei der Trainerausbildung. Hinzu kommt, dass die Offensive der Staatsführung die Beliebtheit des Fußballs im Land schon enorm gepusht hat. Solche perfekten Rahmenbedingungen gepaart mit der schieren Zahl an Fans (egal wie viele es exakt sind) findet man in keinem anderen Land. Dennoch kann man sehen, dass ein Club wie der FC Bayern sich auch für Länder jenseits von China interessiert – zum Beispiel Singapur, wo die Mannschaft im Rahmen der Sommer-Tour ja auch zwei Spiele absolviert, oder Thailand.

Und die für uns wichtigste Frage am Schluss: Bleibt nach deinem Eindruck überhaupt Zeit vernünftig zu trainieren?

Ganz klar: Eine solche Reise ist kein Trainingslager wie früher in Österreich oder am Gardasee. Zwei Ortswechsel, vier Spiele – da fallen einige Trainingsmöglichkeiten weg. Trotzdem hat die Mannschaft fast jeden Tag mindestens ein Mal trainiert, das allerdings bei teilweise ekliger Hitze und extremer Luftfeuchtigkeit, vor allem in Schanghai. Dass die Mannschaft das ganze Programm nicht so einfach wegsteckt, konnte man beim 0:4 gegen den AC Mailand am Samstag in Shenzhen ganz gut sehen. Da waren die Spieler einfach platt. Ich kann mir vorstellen, dass die nächste Summer-Tour wieder kürzer ausfallen wird. 12 Tage mitten in der Vorbereitung sind schon extrem lang.

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Leserkommentare
  1. Maldeika

    Vor zwei Jahren hat man auf der Asientour eng mit dem chinesischen Staatsfernsehen zusammengearbeitet. Ich weiß nicht, ob das dieses Mal auch so ist. Aber – damals gab es auch eine Sondersendung der montäglichen Fußballsendung “Total Football”, die als Kern den internationalen Fußball hat – nur mit Bayerns Asientour und dann einem 45-minütigen Studioauftritt von Müller und Neuer, der wirklich sehenswert war. Das war eher so ein bisschen Wetten Dass (ohne Wetten) als Fußballshow oder Interview. Wer da vorher noch nicht Fan von beiden war, ist es wohl geworden. Eine Gruppe von chinesischen Bayernfans hat die Sendung damals für die europäischen Fans ins Englische übersetzt – eine Kopie davon habe ich auf meiner Festplatte. Die haben auch erklärt, dass im Gegensatz zu anderen Vereinen, die ja auch zum Geldabschöpfen gekommen sind (das ist den Chinesen auch klar), sich die bayerischen Spieler etc. viel Zeit für Fans etc. genommen haben. Natürlich sind unter den aktuellen Fans einige, die jedem neuesten Trend nachgehen – es gibt aber viele, die auch immer oder langjährig Bayernfans bleiben werden. Ich sehe das in den USA, wo es neben Modefans auch Fans gibt, die seit ihren Kindertagen Bayernfans sind und viele Jahre wirklich auch große Schwierigkeiten hatten, Spiele sehen zu können. Mittlerweile – gerade auch durchs Internet – ist das viel einfacher geworden. Gibt es bessere und schlechtere Fans? Nein, es ist doch nur wichtig, wie intensiv man den Verein lebt – ob man wöchentlich ins Stadion gehen kann, hängt eher von der räumlichen Situation ab.

  2. Sascha

    Is ja Wahnsinn sowas… :)

  3. Vobius

    Die Idee mit den Leistungs Nachwuchszentren in Fernost, in denen lokale Talente gesichtet und trainiert werden finde ich ganz gut. Wenn das hilft den FC Bayern dort dauerhaft präsent zu halten, ist das auf jeden Fall sinnvoller, als eine körperlich unheimlich anstrengende Reise mit zwischenzeitlich eingebauten Testspielen, bei denen das Ergebnis weniger interessant ist als die Verletztenliste. Eine vernünftige Vorbereitung, nach der alle Spieler top fit sind und gut trainiert eine Spielidee verinnerlicht haben, in die neue Saison starten, wird es so nicht geben.
    Da muss man doch fragen was einem lieber ist…

  4. rookie

    Welche Philosophie soll den mit Carlo trainiert werden? Insofern alles richtig gemacht

    1. Eva Etheber

      Der setzt mehr auf Talente als auf teure Stars sagt das Sport-Bild Sonderheft.
      Spricht aber gegen Tolisso und Rodriguez.
      Die haben doch schon Talente im Kader nur weil Ancelotti Rodriguez kennt muss der doch nicht sofort zum Fc Bayern wechseln.
      Wer muss schon groß einkaufen wenn die guten schon auf der Bank sitzen. Kann mir das mal einer erklären. Da ist mir RB Leipzig ja noch lieber die wollen aus dem Nachwuchs Stars formen und keine Talente kaufen. Deshalb ist der ganze Kader auch so jung.
      Was haltet ihr davon das Müller und Rafinha dann auf der Bank landen?

      1. Daniel

        Ancelotti setzt mehr auf Talente? Steht das da wirklich so? Gibt find ich wenig Trainer auf die das so wenig zutrifft-und das ist erst mal eine wertfreie Feststellung, schließlich hat Erfahrung durchaus ihren Wert.

        “Da ist mir RB Leipzig ja noch lieber die wollen aus dem Nachwuchs Stars formen und keine Talente kaufen.”
        Weiß nicht ob ich dich da richtig versteh. Fast alle Talente von RBL sind gekauft. Keita, Werner, Orban, Selke usw. Aus dem eigenen Nachwuchs können die auch schlecht kommen, schließlich ist der Verein viel jünger als jeder Spieler im Kader ;-)

        “Was haltet ihr davon das Müller und Rafinha dann auf der Bank landen?”
        Rafinha sitzt da ja schon seit Jahren. Außerdem halte ich das keinesfalls für ausgemacht, dass Rafinha auf die Bank muss…im Zweifelsfall hat Ancelotti ihm bisher meist den Vorzug vor Kimmich gegeben, allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.
        Bei Müller halte ich derzeit alles für möglich, da muss man einfach abwarten.

      2. Ju

        Seit wann formt RB-Leipzig denn Stars aus dem eigenen Nachwuchs?

      3. M1900

        @DANIEL:

        Das ist die Sport Bild ;) Das sagt schon alles :D

        Rafinha ist jemand, dessen Wirken unterschätzt wird.

        Er setzt sich ohne zu Murren auf die Bank und liefert meistens gute Spiele ab, wenn er benötigt wird.

        Die Dosen wollen keine Nachwuchsstars formen, das ist ein Nebenprodukt ;)

        Des Weiteren werden die Spieler, oft von Red Bull Salzburg einfach weitervertickt nach Leipzig…

  5. Osrig

    Interessanter Artikel, der auch in diesem Themenkomplex aufzeigt, dass erstens die Internationalisierung eine hohe Bedeutung hat und zweitens unser FCB die Dinge wohl auch hier etwas anders angeht, als die Konkurrenz. Was hoffentlich genau die richtige Vorgehensweise ist.

    Ein andere Satz ärgert mich allerdings doch:
    “Anders als in England gibt es gerade bei den Live-Rechten kein wirkliches Wettbieten zwischen mehreren Anbietern” meint Herr Steinmann mit Blick auf die Summen in Großbritannien.
    Wie stellt sich das Herr Steinmann vor? Weitere Medienunternehmen, die für Millionen- und Milliardensummen Rechte erwerben. Schön für die Liga, ok! Aber welche Konsequenz für uns Fußballfans? Noch mehr Unternehmen, die ihren eigenen Stream oder ihre eigene Medianplattform anbieten, die ich für monatliche Beiträge nutzen muss, damit ich den FCB live sehen kann? Je höher der finanzielle Aufwand der Medienunternehmen ist, umso höher werden diese Beiträge werden. Das werden sich am Ende immer weniger Leute leisten können! Viel mehr Geld wird dadurch nicht generiert werden.
    Denn zur Zeit ist die Bereitschaft, für Spiele in einer Live-Übertragung Geld auszugeben eher gering ausgeprägt, die Leute geben sich mit einer 8 Minuten Berichterstattung plus 2 Minuten Interviews während der 18:30 Uhr Sportschau oder vergleichbaren Formaten zufrieden! DARAN werden auch veränderte Anstoßzeiten nicht viel ändern.

    Mehr Anbieter, die versuchen, Gewinne zu generieren, in dem eine letztlich gleichbleibende Zahl an Fans zur Kasse gebeten werden, werden vor allem zu Unzufriedenheit führen, wenn für 3, 4 oder noch mehr Medienunternehmen Beiträge bezahlt werden müssen und die Kosten für den Einzelnen dadurch deutlich steigen. Ich denke, dass hier das Ende der Fahnenstange langsam erreicht ist. Zukünftig wird es sicherlich mehr Streams und Downloads von Spieltagspaketen im Internet geben, was die Rechteverwertungen noch unübersichtlicher macht.

    Wenn diese Entwicklung weiter geht, wäre es mir ganz recht, wenn der FCB sich selbst vermarkten und seine Spiele live übertragen darf, wobei ich keine Idee habe, wie dann das Schauen von Auswärtsspielen und CL-Spielen zu regeln wäre. Sicherlich aber würde es findige Leute geben, die realisierbare Möglichkeiten entwickeln können.
    Noch lieber wäre mir, bliebe es beim letztjährigen Modell, in dem ich einfach nur Sky einschalten musste, und wirklich alle Spiele unseres FCB schauen konnte.

    1. kita

      die Zeiten sind leider leider vorbei und werden so nicht mehr kommen. alle die auf sky geschimpft haben werden sich noch umschauen.
      habe sogar irgendwo gelesen, dass für die CL mehr spiele bei dazn zu sehen sein werden als auf sky.
      ich gebe dir völlig recht. ein Traum wäre es, einfach einen Betrag x zahlen, und alle fcb Spiele sehen. sonst nix. das wär’s.

  6. Taco

    Wer alle FCB Spiele sehen will benötigt bald eh schon SKY, Eurosport Player und Dazn

    1. Osrig

      Ich hoffe ja immer noch, dass sich Sky doch noch mit Eurosport einigt und ab Saisonstart alle Spiele übertragen kann. Verhandlungsmasse wäre sicherlich da, auch ohne das Sky große Summen extra aufwenden müsste. So müsste es doch für Eurosport interessant sein, im Gegenzug für die BL-Rechte an den Freitags- und Sonntagsspielen wiederum von Sky das Recht eingeräumt zu bekommen, ausgewählte CL-Spiele übertragen zu können. Das wäre eine Win-Win-Situation für alle.

  7. Paul

    Da sieht man mal, wie sehr man sich an diesen großartigen “Service” gewöhnt – ich bin ganz verstört, weil es heute (noch?) keinen Spielbericht gab. Woher soll ich denn dann wissen, was ich gesehen habe? Vielen Dank an die Leute von miasanrot.de, Eure hoch geschätzte Arbeit zu genießen gehört bei mir – ich Glücklicher – zum Alltag.

    1. Wir alle haben Jobs, die Spielanalysen zur Mittagszeit schwierig machen und leider konnten weder Bettina in UK noch Susie in USA die Spiele via Stream sehen. :(

      1. Osrig

        Auch, wenn irgendwie etwas fehlt nach so einem Spiel…natürlich macht Euch niemand von uns einen Vorwurf! Im Gegenteil! Danke für die tolle Seite hier! :-)

      2. Paul

        Ich habe das – nur für alle Fälle zur Verdeutlichung – keineswegs als Vorwurf, sondern als Kompliment und Dankeschön gemeint.

      3. No offense taken! :)

    2. Osrig

      @Paul: Ich habe deinen Kommentar auch nicht als Kritik oder gar Vorwurf aufgefasst! Und “uns” bezieht dich natürlich mit ein^^

  8. Minanda

    +++ Interesse an Toljan laut BILD +++

    Ein Spieler mit großem Potential, ähnlich wie Süle.

    1. Jo

      Könnte 2018 ablösefrei der ideale Nachfolger von Bernat und/oder Rafinha werden.

      1. Minanda

        Sehe ich genauso. Dieses Jahr kommt vielleicht etwas zu früh, obwohl Bernat leider länger ausfällt. Auch Kimmich könnte unter Umständen wieder ins Mittelfeld, wo es ja aber auch alles andere als leicht ist, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Tolisso gefällt mir bislang schon außerordentlich gut.

        Es gab ein kurzes wildes Gerücht, dass Milan Sanches für 40 Mio. € kaufen will. Das wurde aber von Kalle so gut wie dementiert, man wolle ihn höchstens für ein Jahr ausleihen. Meine Meinung: Richtig so. Der Junge hat gegen Chelsea angedeutet, was in ihm steckt.

        Er könnte ggf. ein Jahr bei Hoffenheim verbringen. Die Zeit tat Alaba damals sehr gut. Und als positiven Nebeneffekt könnte Nagelsmann ihn vielleicht zum RV umschulen. ;)

  9. […] den FC Bayern München bei der Marketing-Reise nach China und teilt seine Beobachtungen im Interview mit dem FC Bayern München Blog Mia San […]

  10. Marco05

    Mal was anderes: Offenbar ist die Suche nach einem Sportdirektor (nicht “-vorstand”) abgeschlossen und es fehlt nur noch die Zustimmung des Aufsichtsrates.

    Irgendwie schon cool, dass die Presse null Ahnung hat wer es wird (sondern nur, wer angebliches alles abgesagt hat aber womöglich nie zur Debatte stand), aber das beschleicht mich auch gleich die Befürchtung, dass es keine 1A-Lösung wird. Auch wenn UH sagt man habe es “ganz gut” gemacht, deutet das eher auf eine kleinere Lösung hin.

    Welche Kandidaten stehen denn überhaupt noch im Raum? Van Bommel offenbar nicht. Thomas Linke? Ich bin ehrlich gesagt ziemlich ratlos, wenn ich nur an die mir überhaupt in den Sinn kommenden Personen und nicht zum Beispiel an Effenberg etc. denke. Was meint ihr? Kommt dazu ggf. noch ein Artikel?

    1. Jo

      Und warum braucht man für die Einstellung eines simplen Sportdirektors jetzt die Zustimmung des AR?
      Ist das Bayernspezial, oder dient das einer eigenen Dramaturgie? Nun, wenn der ganze Vorgang einer eigenen Dramaturgie folgt ist es eine ziemlich freudlose.
      Ich weiß nicht wen man da präsentieren müsste, der nicht von vorneherein als 1 X-Lösung abqualifiziert wäre.
      Ich hoffe nur, dass das Elend jetzt bald zu Ende ist.

      1. M1900

        Ich vermute Linke wird es.

        Passt irgendwie, kennt den Verein usw.

      2. Eva Etheber

        Wer ist denn dieser Linke kann mir der mal einer vorstellen?
        Nur so Name Alter und welche Vereine Stationen der schon hatte.

  11. Eva Etheber

    Bei Sport 1 reden sie jetzt von Marketing/ Management statt Sportdirektor.
    Habe gerade die zweite Hälfte des Spiels gesehen .
    Schönes Spiel trotz 2-0 Niederlage.

    Rafinha wurde jetzt für die Alaba Position vorgeschlagen was haltet ihr davon?
    Wäre dann ja Konkurrenz für Ribery und Tolisso ob das wirklich ´funktioniert oder kommt dann er Vidal der dann mit Martinez und Robben die Mitte beherrscht?
    Besonders Toll fand ich Friedl, Coman und erstaunlicherweise auch Renato Sanchez der ja letztens nicht ganz so gut war. Coman hat sich wunderbar in die Zeitkämpfe geworfen und den ein oder anderen Gegenspieler aus gedribbelt. Friedel hat wunderbar auf der Alaba Position die Linke Seite verstärkt. Und Renato Sanchez hat im Mittelfeld den Ball geblockt.
    Felix Götze soll ja durch einen Fehler das eins zu null verschuldet haben in der zweiten Hälfte hat er aber gut verteidigt.
    Für meinen Geschmack waren es auch zu viele Fouls das sollte noch besser werden.

    Schade das Ribery verletzt runter musste wisst ihr was genaueres?
    Wie hat eigentlich Mats Hummels gespielt der wurde ja leider zur Halbzeit von Martinez abgelöst.
    Schön das Ulreich wieder auf dem Platz war und es ihm wieder besser geht. Jetzt muss nur noch Neuer zurück kommen.

    1. Osrig

      zum Inter-Spiel: Coman fand ich rechts erstaunlich schwach, über links anstelle von Ribery dann besser, aber keineswegs aus der Mannschaft herausragend, die insgesamt vor allem mental etwas schlapp wirkte. Sanches fand ich stabilisiert, im Vergleich zu seinem Einsatz im Spiel gegen Chelsea nicht ganz so auffällig. Er wird in dieser Form sich noch immer hinten anstellen müssen, obwohl ich all den Stimmen beipflichte, die sagen, der Junge braucht noch Zeit. Daher halte ich auch von einer Leihe nichts, egal wohin die Reise für ihn dann geht. Er sollte sich bei uns weiter entwickeln und in Ruhe seine Stärken wiederfinden.
      Gefallen hat mir Felix Götze, der nach seinem Fehler zum 0:1 hellwach blieb, sich reingehängt hat und sogar nach vorn ein paar Impulse setzen konnte. Tolisso und James blieben genauso blass wie Müller und Lewa, alle aber haben sie andeuten können, warum sie wertvoll für den FCB sind und durchaus Potential für die Startelf haben. Es ist meiner Meinung nach keineswegs ausgemacht, dass Müller und James auf der Bank platz nehmen müssen, wenn die Pflichtspiele starten. Von den neu ins Training einsteigenden Spielern sehe ich keinen, angesichts der engagierten Leistung von Rafi auch nicht Kimmich, in der Startelf, auch wenn es Robben oder Boateng nicht schmecken dürfte. Auch sie müssen sich in den paar Wochen, die noch bleiben, beweisen, müssen zeigen, dass sie zu recht in die erste Elf gehören.

      Zu Uli und der Sportdirektorposition : Als Aufsichtsratsvorsitzender muss Uli seine Genehmigung erteilen, wenn wichtige Positionen neu besetzt werden. Daher wird diese Entscheidung zwar nicht durch ihn allein, aber auch nicht gegen ihn getroffen werden. Grundsätzlich meine ich aber, dass Hoeneß als Präsident des e.V. sich hinsichtlich Meinungsäußerungen zur Profimannschaft in der Öffentlichkeit etwas mehr zurückhalten sollte. Das ist und bleibt die Aufgabe des Vorstandes bzw. des Vorstandsvorsitzenden, und der heißt nun mal Rummenigge.
      Ohnehin dürfte es hinsichtlich Einflussmöglichkeiten interessant sein, wer die SpoDi-Funktion übernimmt, denn dieser Neue wird entweder mehr ein Hoeneß-Mann sein, oder eben doch von Kalle protegiert werden. Und so ganz unbedeutend ist die Position eben doch nicht, vor allem, wenn die Möglichkeit gegeben ist, nach einer gewissen Zeit tatsächlich auch in den Vorstand der AG berufen zu werden.

    2. Ronald

      Habe das Spiel gesehen und muss sagen Bayern war stets bemüht. Ich tue mich mit Carlo Ancelotti insgesamt schwer, weil ich alles erkenne was nicht Pep Guardiola ist, aber auch was nicht Carlo Ancelottis Stil ist. Sprich: Ich erkenne keine deutliche Handschrift des Trainers. Auffällig sind auch die großen Schwankungen zwischen guten und schlechten Spielen. Ich kann mich mit der Spielweise nicht anfreunden, weil sie häufig von der Stilistik (Vortragsweise) sehr behäbig wirkt. Der Spielaufbau ist stockig und ohne klare Ideen. Es lastet viel auf Individuen anstatt dem Kollektiv. Kurz: Es ist konzeptlos! Auch den ein Thiago gefehlt hat, finde ich, darf das gesamt Konstrukt nicht ins Schwanken geraten. Überhaupt hat man den Eindruck, sobald ein Element aus Carlos Stammformation fehlt, hinkt das Ganze Konstrukt. Das Stichwort wäre hier: Jungspunde oder/und Erweiterter Kader. Carlo muss es schaffen, die zweitrangigen Spieler zu intergrieren. Das heißt er muss Spieler, die im erweiterten Kader öfters spielen lassen.

      Hervorheben muss ich James, Götze, Coman, Martinez, Friedl und Pantovic.

      Mal schauen wie es weitergeht.

      1. GP11

        “Ich kann mich mit der Spielweise nicht anfreunden, weil sie häufig von der Stilistik (Vortragsweise) sehr behäbig wirkt. Der Spielaufbau ist stockig und ohne klare Ideen. Es lastet viel auf Individuen anstatt dem Kollektiv. Kurz: Es ist konzeptlos! Auch den ein Thiago gefehlt hat, finde ich, darf das gesamt Konstrukt nicht ins Schwanken geraten.”

        Immer wieder aufs Neue faszinierend, wie Ancelotti etwas in die Schuhe geschoben wird, wofür einzig und allein die Entscheider beim FC Bayern verantwortlich sind.
        Diese wollen einen FC Bayern, der genau so spielt, wie er es gerade tut. Wieso sonst verweigern sie kategorisch notwendige Transfers kreativer Spielmacher?
        “Der Spielaufbau ist stockig und ohne klare Ideen”
        Wie sollen einen 19-jähriger Regionalligaspieler und ein dynamischer Dauerläufer auch das Spiel aufbauen? Natürlich geht da jeder Ball raus auf Ribéry, weil der neben Thiago der einzige Spieler im Kader ist, der Spielmacher auf notwendigem Niveau ist (Rudy ist prinzipiell auch Spielmacher, bei ihm ist die Qualität abzuwarten).
        Am besten sind dann immer die Vergleiche mit Guardiola. Natürlich ist der ein besserer Trainer als Ancelotti, aber er ist nunmal nicht mehr beim FC Bayern, weil er keine Lust hat, Ballbesitz mit den ganzen Kampfsportlern und Leichtathleten zu spielen, die Hoeneß, Rummenigge und Reschke hier immer anschleppen.
        Jeder, der nicht in kategorischer, hundertprozentiger und uneingeschränkter Fundamentalopposition zu Hoeneß und Rummenigge steht, bekommt genau den Fußball, den er verdient. Denn genau diesen Fußball wollen diese Herren mit ihrer Transferpolitik sehen. Der Sturm ist viel zu langsam und das Mittelfeld viel zu spielschwach. So kommt halt dieses Gegurke raus.

      2. T.W.

        @ GP11: Als bislang stiller Leser dieses Blogs teile ich Deine Präferenz für hohe Spielintelligenz und Ballfertigkeit vor allem im gesamten MF und finde, Du benennst meist treffend ziemlich evidente Baustellen im Mannschafts- und Vereinsgefüge. Bei aller gemeinsamer Vereinsliebe sollte m. E. nämlich auch pointierte Fundamentalkritik nicht per se als destruktiver “Blödsinn” oder “unglaublich” inkompetent abgetan werden (wie letztens im Forum zum Artikel “Telekom Cup 2017: Erste Tendenzen”, inkl. ange”fresse”nem Artikelautor).

        Ancelotti ist nun allerdings seit über einem Jahr im Amt und Austausch mit der (gerne mal selbstzufriedenen wie kakophonen) Club-Chefetage. Dass jedoch “einzig und allein” diese ihm auch ohne sein Wohlwollen bestimmte Spielertypen vor die Nase setzt, erscheint mir eher unnwahrscheinlich. Die schon vergangene Saison vergleichsweise knappe Personaldecke befand Ancelotti dennoch für “gut” und ausreichend für alle anstehenden Wettbewerbe(trotz abzusehender Engpässe, zumal bei Ausfällen durch Verletzung – und er setzte ja weitgehend auf die erfahrenen / älteren Spieler). Gegenteiliges war von ihm auch mit den Neuverpflichtungen (ich hätte stattdessen auch lieber mind. noch eine vom Typ Ceballos oder Dybala gesehen) für die kommende Saison und hinsichtlich seiner Spielidee bislang nicht zu vernehmen. Den Trainer (als vermeintliches Opfer) würde ich daher nicht so ohne weiteres aus der Verantwortung nehmen für die Kaderzusammenstellung sowie eine ggfs. kreativ limitierte Spielweise (kurz nach seiner Amtsüberahme war in den ersten Test-Matches medial von “endlich wieder entfesselten” Bayern-Kickern mit schneller Vertikalausrichtung statt breit und langatmig angelegtem Tiki-Taka die Rede – diese Euphorie wich freilich rasch der Ernüchterung…).

        Ebenso wenig, was defensive Stabilität und couragierte Spieleröffnung aus der IV heraus angeht (Hummels etwa mit seinem nachgesagten “Weltklasse”-Status legt für meinen Geschmack oft eine viel zu zauderhafte Körpersprache bei der Suche nach offensiven Anspielpartnern an den Tag; Boateng wirkt häufig unangemessen schlurfig und pomadig-lässig). Dass sich der unter Ancelotti häufig tieferstehende Defensivverbund ähnlich konteranfällig wie in höherstehender Position unter Guardiola sowie teils amateurhaft unsortiert im eigenen Strafraum selbst gegen manch Mittelklasse-Bundesligisten zeigt, habe ich mir von einem Trainer italienischer Schule anders erhofft (in der Liga mag das immer noch für die geringste Gegentorquote reichen). Und wo sich der eine, einst hochgelobte FCB-Kicker inzwischen auch ohne entsprechenden Leistungsträgernachweis recht sicher in seiner saturiert wirkenden “Stammspieler”-Komfortzone zu fühlen scheint (z. B. Alaba), stellt der andere als relativer Grünschnabel (bei allem Talent) hochfahrend Stammplatzansprüche (z. B. Kimmich, lauthals protegiert von KHR und bereits verwöhnt durch den vorschnellen Löw-Bonus in der N11 – Carlo mag das realistischer sehen).

        Es wäre an Ancelotti und seinem Stab, dem einen unmissverständlich Feuer unterm Hintern zu machen und den anderen vom Talent zum CL-tauglichen RV-Vollprofi weiterzuentwickeln (denn Kimmich mit seinem Offensivgeist und seiner Pass-/Flankenqualität aus dem HF – allerdings ohne die nötigen 1gegen1-Skills à la “Robbéry” auf außen – scheint auch deswegen gerne so hoch zu stehen, um damit ob seiner Defizite weiter weg von unangenehmen Defensivaufgaben zu sein und diese lieber anderen zu überlassen). Umso besser, wenn Rafinha sich dabei wiederum mit seinen jüngsten Platzansprüchen weiterhin ins Zeug legen muss. Wenngleich weder er (ok, bald 32 J.), noch Alaba oder Kimmich je an die Außenbahnklasse von Marcelo oder Carvajal rankommen werden…

      3. GP11

        Wie gesagt bin ich selbst kein dezidierter Ancelotti-Fan und man könnte es sicher einen Ticken besser machen als er.
        Nur ist er eben nicht die Ursache der Probleme des FC Bayern. Solange man einen Trainer zum Sündenbock macht (auch wenn er vielleicht zu 25 % wirklich Verantwortung trägt), aber nicht die wahren Verursacher nennt, bekommen die jedes Mal aufs Neue einen Freifahrtsschein.
        Hummels spielte meiner Meinung nach übrigens seine beste Saison seit Jahren letztes Jahr. Den fand ich in der Vergangenheit meistens nicht mal besser als Sokratis (auch wenn ich natürlich nicht so viele BVB-Spiele) schaue.
        Alaba ist doch wieder ein hausgemachtes Problem. Warum ist der denn unantastbar? Weil ihn die Verantwortlichen unantastbar machen.
        Und zu den Transfers ist nun einmal nicht von der Hand zu weisen, dass Hoeneß und Rummenigge schon immer solche Spieler verpflichtet haben.

      4. T.W.

        @ GP11: Gemessen an seinem gehobenen Preis und Status spreche ich Hummels eine insgesamt recht ordentliche erste Saison nach seiner Rückkehr zum FCB nicht ab, ohne ihn aber wesentlich stärker als zuletzt unter Tuchel gesehen zu haben (2015/16 zweitbeste BVB-Punkteausbeute nach Klopps Meisterjahren). Auch sein fast identischer Notenschnitt im “Kicker” bestätigt das für die beiden abgelaufenen Spielzeiten, wenn man was darauf geben will. Sokratis ist zwar noch kompromissloser im def. Zweikampf, im Spielaufbau aber deutlich limitierter als Hummels. Und auf dieses Potential bezog ich mich, von dem ich mir gerade gegen starke Gegner eine noch entschlossenere Performance wünschte (statt läppischer Sicherheitsquer- oder -rückpässe nach vermeintlich mutigem Antritt und ewig langer Ausschau nach vorne, wo sich Lewandowski & Co. dann vergebens und frustriert ‘nen Wolf laufen).

        Ancelotti empfinde ich an der Seitenlinie eigtl. als angenehmes Konstrastprogramm zu Guardiolo oder gar Simeone. Gibt sein kaum wahrnehmnbares “in-game-coaching” auch bei negativem Spielverlauf Anlass zur Skepsis? Mangelt’s an der Kaderqualität und/oder Taktik für einen erneuten CL-Triumpf? Im unten angeführten web.de-Interview mit seinem Biograph heisst es u. a., Ancelotti erarbeite sich Erfolge nicht, er wolle diese einfach und bekomme sie schließlich auch – na bitte, alles wird gut für die besorgte FCB-Fanseele ;-)
        “Unantastbarkeit” dürfte sich ein starker Trainer kaum vorschreiben lassen – und so war’s ja sogar bei “Müller spielt immer”, der von Carlo des öfteren ein- und ausgewechselt wurde oder mal komplett auf der Bank saß. Zu Müllers Anwalt machte sich jüngst Sammer, während Kalle und Uli öffentlich anmerkten, auch solch ein Fanliebling müsse halt “üben, üben, üben” und “sich dem Leistungstest stellen”. Nach pauschalem “Freifahrtschein” klingt das nicht, wenngleich ich nicht ausschließe, dass bestimmte Spieler ein privilegiertes Gehör bei der Klubleitung finden (z. B. Ribéry).

        Apropos Franck: Er und Robben (im Nachhinein wohl zu den unbetreitbaren FCB-Königstranfers zählend) wurden seinerzeit ebenfalls von den heutigen FCB-Granden geholt, auch “Thiago oder nix”. Bei ihm, James Rodriguez oder Martinez wurde zudem offenbar den expliziten Wünschen der jeweiligen Trainer entsprochen. Die Tolisso-Verpflichtung also pars pro toto als abermaligen und unumstößlichen Beleg für eine grundsätzliche Egomanie der FCB-Bosse wider die Trainerinteressen (“ärmste Sau”) zu identifizieren, müsste ich zum besseren Verständnis nochmal von Dir erläutert bekommen. Beziehst Du die “vielleicht 25 % wirkliche Verantwortung” des Trainers nur auf die Transferpolitik – und was hat Ancelotti da Deiner Meinung nach richtig oder falsch gemacht? (Rangnick spricht wiederum ganz unverblümt von seiner Präferenz für Leichtathleten im Fußball. Die Spielkultur von RB Leipzig überzeugt mich zwar hinsichtlich gepflegtem Ballbesitz trotz feiner Technik und Übersicht von Keita und Forsberg [noch} nicht wirklich, deren Rasanz im offensiven Vertikalspiel mit intelligenten Schnittstellenpässen auch durch die Mitte am 16er vermisse ich aber zuweilen beim FCB).

        Dass an der Säbener Str. zur nat./int. Machtdemonstration auch mal überteuertes Geld für fußballerische Missverständisse rausgehauen wird und (wie neulich) dann über den Irrsinn horrender Ablösesummen und Gehälter gejammert wird, gehört wohl zur widersprüchlichen Folklore bei Kalle und Uli ;-)
        (Sorry, dass die Replik wieder etwas länger geriet).

      5. chicago_bastard

        Jeder Trainer bekommt hier einen Wunschspieler, bei Guardiola war es Thiago und bei Ancelotti jetzt James. Ansonsten machen die Bosse größtenteils ihr eigenes Ding, was ja auch nicht zwingend verkehrt ist. Bei van Gaal z.B., so sehr ich ihn in taktischer Hinsicht schätze, wäre es fatal gewesen in der Kaderplanung zu stark auf dessen Wünsche einzugehen.

        Man braucht ja nur die Aussagen von Hoeneß zu Tolisso und zu James gegenüberstellen und man merkt, wen die Bosse mit Überzeugung geholt haben und bei wem sie recht skeptisch sind (und ihn daher auch nur für die restliche Vertragsdauer des Trainers, der ihn wollte, ausgeliehen haben!). Tolisso ist ein Vorstandstransfer, bei dem sicher auch der Trainer mal kurz gefragt worden ist, aber kaum großen Einfluss hatte. Zumal Ancelotti in der Hinsicht eh ein recht genügsamer Trainer ist, der mit dem Spielermaterial arbeitet, das ihm zur Verfügung gestellt wird.

        Alle, die GP11 hier immer so stark angehen, sollten sich mal vor Augen führen wie unser Kader ohne die beiden Spieler, die nur auf ausdrücklichen Wunsch unserer beiden letzten Trainer geholt wurden, aussähe. Nimm Thiago und James raus und der Kader hat ein enormes Defizit an Kreativität und strategischem Können. Da muss man schon die Frage stellen, warum unsere Bosse solche Spielertypen offensichtlich nicht auf dem Radar haben.

      6. Osrig

        @CB: “…und ihn daher auch nur für die restliche Vertragsdauer des Trainers, der ihn wollte, ausgeliehen haben!). Auch wenn die Zeitdauer der Leihe von James mit der Vertragsdauer von Ancelotti übereinstimmt und somit ein Zusammenhang verführerisch erscheint, sollte doch die Möglichkeit bedacht werden, dass Real einfach nicht zu einer längeren Ausleihe bereit gewesen war. Ich finde zwei Jahre bzgl. Leihe ohnehin schon viel!

        Das Kalle und Uli noch mit Spielern, die eher in die Kategorie “Ärmel hochkrempeln und reinhauen” groß geworden sind, belegt ja auch das Zitat von Uli, in dem er die Fähigkeit von Tolisso, sich à la Vidal reinzuhängen besonders wohlwollend hervorhebt. Unseren beiden Granden aber die Fähigkeit abzusprechen, kreative und besonders ballfertige Spieler zu erkennen, geht für mich zu weit und eher in Richtung “Führungs-Bashing”, übrigens eine Präferenz von GP11, wie es scheint!
        Ich meine, die kreativen Ballzauberer waren der Vereinsführung bislang schlichtweg zu teuer!
        Wenn erforderlich UND halbwegs erschwinglich, sind Uli und Kalle ja auch bereit, das Festgeldkonto zu plündern. Ribéry ist da doch ein hervorragendes Beispiel!
        Das beide noch immer nicht die ganz großen Summen bereit sind, auszugeben, halte ich für vernünftig!

  12. Hubert

    Bitte Bitte nicht Dieter Hoeness als Sportdirektor …

  13. Minanda

    Ich kann mir mittlerweile gut vorstellen, dass diese Saison spannender wird als die letzten.
    Ich erkenne auch kein Konzept bei Ancelotti. Es wirkt alles sehr ergebnisorientiert. Eine Weiterentwicklung des Pep-Fußballs war vielleicht auch nicht abzusehen, aber mir erscheint es zusehends so, als würde vieles abgeschafft, was damals gut war. Das nahezu fehlerlose Pass- und Positionsspiel, das Dauer-Gegenpressing, das Einschnüren des Gegners, das Ausnutzen der Polyvalenz der eigenen Spieler.

    Ancelotti zwängt alles in ein konservatives, starres Korsett. Kreative Spieler wie Thiago und die zusehends überforderten Ribéry und Robben müssen die Kohlen aus dem Feuer holen.
    Ich weiß auch nicht, ob Reschkes Stimme und Vision nicht zusehends an Gewicht verliert. Bayern traut sich nicht, einen Umbruch durchzuführen, dazu muss es eine Saison wahrscheinlich mal richtig schieflaufen in allen Wettbewerben.

  14. wipf1953

    Was hier wieder geschrieben wird …

    1. Dieter Hoeness ist 64 Jahre alt. Ich würde beim kommenden Sportdirektor einfach mal 25 Jahre abziehen. Dann landet man eher bei Marc van Bommel (der IMHO eben noch nicht abgesagt hat, da kann sein Schwiegervater reden was er will).

    2. “Marcus Porcius” GP11 gebe ich in einem Punkt recht. Es ist das Bayernmanagement, das für die geänderte Mittelfeldausrichtung verantwortlich ist. Ich würde trotzdem jedem empfehlen, sich damit einfach mal abzufinden und das als Teil der Bayern-DNA zu begreifen. Der verkaufte Toni Kroos wird nicht zurückkommen. Anstatt ihm hinterherzuweinen (so würden es die Blauen machen) muss man solche Fakten einfach mal akzeptieren und fragen, was jetzt die beste Strategie ist. Und ich bin in keiner Weise überzeugt davon, dass Bayern gut beraten wäre, sich weiter sklavisch am unter Guardiola gespielten System zu orientieren. Ein auf Ballbesitz getrimmter FC Bayern ist zwar gegen Atletico unglücklich, aber gegen Real und Barcelona absolut chancenlos aus der CL geflogen. In den Zeiten von 200 Mio. EURO-Transfers zu verlangen, dass es Bayern dann weiterhin ebenso machen soll wie die in Geld schwimmenden Scheich-, UK-TV-Vertrag– bzw. staatsprotegierten Ibericoclubs, kann ich bei aller gebotenen Zurückhaltung nur als “relativ phantasielos” bezeichnen. Der FC Bayern sollte sich weder am FC Barcelona noch an ManCity orientieren, sondern an Atletico Madrid und Juventus Turin, die zwar beide auch nicht die CL geholt haben, aber im Vergleich zu unserem Verein in diesem Wettbewerb überwiegend erfolgreicher waren.

    1. chicago_bastard

      Marcus Porcius GP11 :)) Sehr treffend, musste schmunzeln.

      Zum Inhalt: Der FC Bayern sollte sich nich an Barca orientieren, aber genausowenig an Juve oder Atletico, sondern einfach seinen eigenen FC-Bayern-Weg gehen. 2009 wurde durch van Gaal sehr erfolgreich ein auf Ballbesitz fußendes Spielsystem eingeführt, durch das man nach langer Durststrecke endlich wieder in die europäische Spitze vorstoßen konnte, daran sollte man festhalten. Es gibt ja verschiedene Ausprägungen von Ballbesitz-Fußball, die von Pep war mir mitunter auch zu extrem, aber grundsätzlich sollte man dabei bleiben. Die meisten Gegner werden uns da ohnehin keine Wahl lassen, ob wir den Ballbesitz wollen oder nicht.

      Ancelotti ist da auch nicht grundsätzlich der falsche Trainer, in der zweiten Saison bei Real sah das schon sehr gut aus, als er ein Mittelfeld aus Kroos, Modric und James hinter BBC zaubern ließ, bis die Verletzung von Modric den Lauf beendete. Mit dem richtigen Spielermaterial könnte der also auch hier ein erfolgreiches Ballbesitzspiel etablieren. Ob nur Thiago und James (und mit Abstrichen Rudy) dafür allerdings ausreichen ist halt die Frage.

      1. Osrig

        Die Systemfrage: Sich an Stärkeren bzw. Besseren zu orientieren, ist immer richtig, sofern die richtigen Schlüsse gezogen werden. Vor allem darf das nicht – und da stimme ich CB zu – dazu führen, dass der eigene eingeschlagene Weg selbst da verlassen wird, wo er erfolgreich war und noch immer vielversprechend für die Zukunft ist.
        Also lasst uns ruhig nach Madrid, nach Barcelona und Turin schauen, oder auch die anderen Vereine, die einen neuen Anlauf in der CL unternehmen.

        Besonders Real finde ich da sehr interessant:
        Denn wir werden zukünftig flexibler auftreten müssen! Es wird gegen 15 bis 16 andere Bundesligisten darum gehen, einen Gegner zu bezwingen, der sich vor dem eigenen Tor aufstellt, die Räume eng macht und durch eigene schnelle Vorstöße versucht, zum Torerfolg zu kommen. Dabei werden unsere Gegner ihre Defensivarbeit noch verbessert haben und nicht nur die Außenspieler doppeln, sondern auch gezielt pressen und dadurch insgesamt besser mit ihren Kräften haushalten können.
        Nur wenige Mannschaften werden versuchen, selbst das Spiel aufzuziehen und zu dominieren, allerdings werden einige Mannschaften versuchen, ihr Pressing früh aufzuziehen und unsere Abwehr bereits unter Druck setzen, um Hummels und Nebenleute zu Fehlern zu zwingen.

        Mit dieser Spielweise müssen wir zurecht kommen, und da sehe ich keinen Sinn darin, sich selbst nach hinten zu orientieren und auf Kontermöglichkeiten zu lauern. Das würde den Gegnern in der BL in die Karten spielen. Vielmehr muss nach bester Guardiola’scher Art der Gegner an dessen Strafraum in Unordnung gespielt werden, um die entstandenen Lücken dann für den Pass in den Strafraum zu nutzen. Dafür gilt es, schnell und konzentriert zu spielen, selbst in Bewegung und anspielbar zu bleiben.
        Aber: Es spricht nichts dagegen, sich mal als Mannschaft fallen zu lassen, den Gegner versuchen, zu locken, oder nachdem ein gegnerischer Konter abgefangen werden konnte, selbst schnell das Feld zu überbrücken. Trotzdem wird in der Liga und in den überwiegenden Spielen der CL-Gruppenphase Dominanz aufgebaut werden müssen, um selbst das Spiel zu kontrollieren.

        Anders sieht es gegen die hochklassigen Gegner in der CL aus: Hier darf gern auch mal aus einer gestärkten Defensive heraus gearbeitet werden, kann versucht werden, selbst zu kontern, oder besser noch – durch schnelles Pass-Spiel und genaue Seitenverlagerungen – aus der eigenen Abwehr heraus ein Angriff gegen eine dann noch ungeordnete Gegnerabwehr geführt werden.
        Man kann auch im Mittelfeld versuchen, den Ball zu halten, und je nach Situation vorzurücken, oder sich wieder fallen lassen.
        Diese Flexibilität wird in der Zukunft gefordert sein, und mein Eindruck von Real im letzten Jahr war, dass die Madrilenen unter Zidane genau das System schon versucht haben, umzusetzen, wenn auch mit einigen Schwachstellen.

        Ich gehe davon aus, dass unser FCB gerade auch mit den Neuzugängen, das besser auf den Platz bekommen würde, sofern Ancelotti tatsächlich diese Flexibiltät auch anstrebt. Sein Hinweis, mit zwei Sechsern anzutreten, würde ich schon in die Richtung interpretieren.

      2. Ju

        @Osrig
        Du stellst die Situation richtig dar, schließt aber für mein Empfinden nicht ganz die richtigen Schlüsse. Charakteristisch ist doch gegen die starken Gegner in der CL, dass die Spielphasen (um mal bei dem sehr vereinfachten van Gaal-Modell zu bleiben) ob man es will oder nicht etwas gleichmäßiger verteilt sind und der Wechsel der Spielphasen verkompliziert wird. Es ist mit Gegenspielern wie Modric und Iniesta einfach ganz natürlich, dass das eigene Gegenpressing mehrmals pro Spiel ausgehebelt wird. Es ist ebenso vollkommen klar, dass der Ballgewinn im geordneten Pressing gegen diese Gegenspieler schwieriger ist und dann Qualitäten in der Strafraumverteidigung gefordert sind. Etwas – was ansonsten kaum gefragt ist. Daraus folgt aber nicht (nur), dass die eigenen Konterangriffe konsequenter ausgespielt werden müssen. Für meinen Geschmack kontern wir eigentlich schon recht gut, es ist ja auch in der Liga regelmäßig so, dass wir in der zweiten Halbzeit das ein oder andere Kontertor schießen. Beim Spiel durch große Räume kommt es ja am Ende auch zu einem großen Teil ausschließlich auf die Klasse der Einzelspieler an, was man unseren Offensivspielern nun wirklich nicht absprechen kann.
        Das bringt mich dann endlich zu meinem Punkt: Tiefe Gegner ausspielen können alle großen Mannschaften, da es ihr täglich Brot ist. Ich denke nicht, dass man ihnen den Gefallen tun und ihnen freiwillig den Ball überlassen sollte. Das hat sich offenbar auch Ancelotti gedacht, denn die Erwartung, dass er sich im Gegensatz zu Guardiola mit der Rolle der passiveren Mannschaft anfreunden könnte, hat sich nicht erfüllt.

        Die Frage ist nun, wie ich darauf reagiere, dass Modric mein Gegenpressing ausspielt und ich Neymar, Messi und Suarez im Strafraum nicht stabil verteidigt bekomme.

        Das was du dir vorstellst ist genau das, was Real die letzten beiden Jahre gemacht und auch Ancelotti in München versucht hat. Extrem vereinfacht: Risiko minimieren, individuelle Klasse ausspielen. Das funktionierte aber jeweils nur so lange, wie beim Gegner die individuelle Klasse nicht überragte (was bei Real nie der Fall war). Für mich heißt das im Umkehrschluss, dass Bayern in den nächsten Jahren nur eine Chance hat, nämlich, ihren strategischen Plan taktisch erstklassig umzusetzen. Ich sehe aber nicht, dass es dabei um Flexibilität gehen wird, denn mit Flexibilität nimmt die Perfektion ab. Nicht falsch verstehen: Juventus ist sehr flexibel, aber der strategische Ansatz ist immer der Gleiche, nur taktisch wird an einigen Stellschrauben gedreht.

        Um das abzurunden bleibt eigentlich nur die kleine Frage: Ist Ancelotti der richtige Trainer, um die dargelegte Problemstellung zu bearbeiten und ist der Kader zumindest theoretisch überhaupt dazu geeignet?

      3. Osrig

        @JU: Ich meine auch, dass eine Mannschaft wie der FCB niemals absichtlich dem Gegner den Ball überlassen sollte. Der Gedanke, trotz Ballbesitz für den Gegner die Kontrolle über das Spiel behalten zu können, geht meines Erachtens fehl! Einzig die Variante, “auf den zweiten Ball” zu gehen, um dadurch Unordnung in der gegnerischen Formation zu provozieren, lasse ich gelten. Dazu muss dieser Ballgewinn aber auch gelingen.
        Grundsätzlich sehe ich daher die Strategie, Dominanz aufzubauen und den Gegner durch schnelle Pass-Stafetten ins Laufen zu bringen, um dann sich auftuende Lücken für einen Abschluss zu nutzen, für den richtigen Ansatz, und bin da auch durchaus bei Guardiola, wenn er fordert, die wichtigen Räume besetzt zu halten.
        Klar müssen alle großen Mannschaften in der Lage sein, tiefstehende Gegner auszuspielen, was nicht immer gelingt, wie Punktverluste gegen kleinere Mannschaften nicht nur bei uns, sondern auch in der spanischen Liga von Barca und Real zeigen. Klar ist auch, dass dies umso besser gelingt, je mehr ich als Team das schnelle Pass-Spiel und Seitenwechsel beherrsche.
        Die “Achillesferse” des Dominanzspiels ist und bleibt die Anfälligkeit für Konter, die sich gerade gegen Mannschaften mit hohem spielerischen Potential katastrophal auswirken kann.

        Mit “Flexibilität” meine ich, dass ein Top-Team in der Lage sein sollte, solche Konter selbst erfolgreich zu Ende zu führen, oder andererseits in der eigenen Defensivarbeit solche Konter möglichst zu vermeiden.
        Da es wie Du richtiger Weise anmerkst, es ausgesprochen schwierig ist, Spieler vom Kaliber Neymar, Messi und Suarez im eigenen Strafraum zu verteidigen, sollte es in solchen Fällen möglichst wenig Raum für diese Gegner geben – ohne allerdings zu hoch zu stehen und die Gefahr für Konter zu erhöhen.
        Weshalb gerade für die Defensivarbeit meiner Meinung nach die mittlere Position sinnvoll ist, ich also entlang der Mittelinie Aufstellung nehmen und den Ball lassen kann, um eine Gelegenheit für einen eigenen Vorstoß zu suchen bzw. dem Gegner den Raum für eigene Entfaltung zu nehmen.
        Je nach Spielsituation mal weiter vorn, mal weiter nach rückwärts orientiert zu agieren – bei eigenem Ballbesitz wohlgemerkt – ist für mich flexibel, und vorteilhafter, als ausschließlich hoch am gegnerischen Strafraum zu stehen. Vor allem, wenn es gegen die anderen Top-Teams der CL geht.

        Das andererseits

  15. Jester

    Jens Jeremies!

    1. Minanda

      Der hat keinen Bock auf den Scheiss, oder?

  16. Eva Etheber

    Habt ihr schon den neuesten Artikel bei web de über Ancelotti gelesen der lieber Spieler wie Ribery als Mats Hummels hat.
    Wie klein kann das Ego eines Mannes sein nur weil Mats Hummels so charakterstark ist und er daneben kleiner wirkt oder was.
    Unglaublich was die sonst noch schreiben der Mann der zu viel Pizza und Pasta ist davon um die Körpermitte ansetzt und seine Träume vom Tripel erzwingen will.
    Was haben die bloß für einen Vollidioten als Trainer das ist mehr als peinlich da lese ich ja lieber die Abendzeitung München oder den Kicker.
    Die sollten mal überlegen ob mit dem Trainer was nicht stimmt und nicht bei den unschuldigen Spielern suchen wo es hakt.
    Der Artikel über Bayern und Dortmund beim Supercup war deutlich besser. Ist ja klar das Mats Hummels sich auf das treffen mit der alten Mannschaft freut.
    Die Dortmunder unterschätzen die Bayern und denken nach den Niederlagen wir gewinnen das Spiel. Ich denke der Fc Bayern ist nicht zu unterschätzen. Die werden das schon schaffen.
    Die Bayern sollten sich erst mal erholen und auf den Audi Cup vorbereiten als schon mit Sorgen dem BVB entgegen zu sehen.

  17. Sascha

    @EVA ETHEBER

    Wenn Du Linke nicht kennst,dann bist Du hier verkehrt.Ferner sollte man Deine Beleidigungen hier gar nicht veröffentlichen.
    Ausserdem sind Wir nicht für Deine Unkenntnis verantwortlich.Wenn Du Online bist,dann informiere Dich selber.Es ist wirklich eine Frechheit,was Du hier ablässt !
    Sascha

    1. rotweiss

      eine neue form des trollens? werte eva – hier ist echt nicht dein Forum…

      mal ganz was anderes: kommen manchem von euch bei der morgendlichen zeitungslektüre nicht Assoziationen zu Thema Audi, FCB und ähnlichkeiten im führungsstil? ich mein ja nur…kommt zur zeit nicht gut, dass dieses unternehmen Anteilseigner und hauptsponsor unseres Clubs ist.

      1. Osrig

        He he^^ Spötter behaupten ja, bei uns wäre die “Schummelsoftware” ganz oben in der Führung zu finden! ;-)
        Wie im Straßenverkehr auch, ist die Realität nicht im Testbetrieb, sondern auf dem Platz zu finden, und da kommt es auf Leistung an! Obwohl ich nicht so ein großer Freund der Marke mit den vier Ringen bin: Die Leistung bringt Audi genauso wie unser FCB, daher kann auch bei beiden Marken der Führungsstil nicht der Schlechteste sein. Was die Verschwiegenheit im Abwickeln von Geschäften betrifft, schon mal gar nicht^^

    2. Nun ja, es ist keine Schande, Thomas Linke nicht zu kennen. Wenn ich mich recht erinnere, hatte Eva irgendwann mal erwähnt, dass sie Anfang zwanzig ist. Es ist nur eine Schande, lieber in einem Bayernforum zu fragen, wer das ist, als selbst mal kurz “Thomas Linke” bei Google einzutippen. Soviel Selbstständigkeit sollte man von einem Erwachsenen im Internet schon erwarten können, vor allem, wenn man mitdiskutieren möchte.

  18. Taco

    offtopic

    Meiner Meinung nach schreit der Kader nach 3er Kette, wir ham 4 echt spieltstarke IV´s (Alaba nicht mal mitgerechnet)
    und der hängende aufbauende defensive MF Spieler, ist mit Alonso eh gegangen.

    1. wipf1953

      Das ist an sich die erste Idee, die einem nach dem Lahm-Abschied in den Sinn kommt. Und dann lässt CA Alaba sogar ab und zu IV spielen .. Komischer Weise will CA dann aber von der Dreierkette nichts wisse. Absicht? Will er die dann zu Beginn der Rückrunde aus dem Hut zaubern?

      Wer soll denn dann die rechte Position in der Dreierkette einnehmen? Boateng?

  19. Marco05

    Brazzo also wirklich. Ernsthaft jetzt? Sympatischer Typ, überhautpt keine Frage, aber Sportdirektor? Klingt sehr nach einem Vorbeischuß ala Lehrlinger…

    1. Abwarten. Bin sehr gespannt

  20. […] kann es mehrere Gründe geben. Einer ist, dass die Asienreise den Spielern arg zugesetzt hat. Vier Spiele in zehn Tagen und die vielen Reisestrapazen führten zu […]

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