MUNICH, GERMANY - AUGUST 29: Thomas Mueller (C) of Muenchen celebrates after scoring his team's first goal during the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and Bayer 04 Leverkusen at Allianz Arena on August 29, 2015 in Munich, Germany. (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)

FC Bayern – Bayer Leverkusen 3:0 (1:0)

Zweiter gegen Dritter. FC Bayern gegen Bayer Leverkusen. Ballbesitz gegen Pressing-Maschine. Der Boden war bereitet für ein echtes Top-Spiel am Samstag-Abend. Das Spiel hielt, was es versprach. Es war ein hochklassiges Duell zweier herausragender Bundesliga-Mannschaften, das am Ende einen verdienten Sieger fand.

Falls ihr es verpasst habt:

Bei den Münchnern stellte sich nach der Verletzung von Benatia und der Sperre von Boateng (jeweils aus dem Spiel gegen Hoffenheim) die Frage, wie Bayern-Coach Pep Guardiola seine Abwehr formieren würde. Mit dem wechselwilligen Dante begann der einzige etatmäßige Innenverteidiger im Kader auf der Bank. Neben ihm nahm Amateure-Verteidiger Philipp Steinhart als weitere Absicherung Platz. Bernat und Thiago rückten erstmals in dieser Saison in die Startelf. Thiago begann im zentralen Mittelfeld. Bernat neben Alaba und Lahm in einer ziemlich spektakulären Mischung aus Dreier- und Viererkette, die von Alonso unterstützt wurde.


Guardiola setzte auf eine Mischung aus Dreier- und Viererkette.

Leverkusen reiste nach der überzeugenden Qualifikation für die Champions League gegen Lazio Rom unter der Woche mit viel Schwung nach München. Leverkusens Coach Roger Schmidt, der noch auf Neuzugang Kevin Kampl verzichten musste, setzte auf die gleiche Startformation wie unter der Woche. Mehmedi erhielt so erneut den Vorzug vor Julian Brandt.

Die erste Chance im Spiel entstand aus einem schnell ausgeführten Freistoß von Thomas Müller, der Robben schickte. Thiago schoss den Querpass des Niederländers aus 18 Metern knapp über die Latte (11.). In der darauffolgenden Viertelstunde entwickelte sich ein temporeiches Kräftemessen ohne große Torszenen. Erneut war es Douglas Costa, der mit einer sehenswerten Einzelaktion den Bann brach. Der Brasilianer spielte sich nach einem Diagonalball des erneut sehr starken Alonso an Roberto Hilbert vorbei und bediente in der Mitte mustergültig Thomas Müller, der nur noch einschieben musste (26.). Die Führung hatte sich zu diesem Zeitpunkt nicht gerade abgezeichnet, war aber auch nicht unverdient. Kurz darauf hätte Costa beinahe auf 2:0 erhöht, als er nach einem sehenswerten Konter und einer Hereingabe von Robben nur die Latte traf.

Auf der Gegenseite ermöglichte Vidal dem brandgefährlichen Calhanoglu eine Freistoß-Situation. Der türkische Nationalspieler hämmerte den Ball an die Latte (36.). Bis zur Pause passierte danach nichts mehr.

In der Halbzeit brachte Schmidt Brandt für den schwachen Mehmedi (nur 12 Ballaktionen). Der Youngster brachte direkt Bewegung in die Partie und spielte Kießling frei, der aus spitzem Winkel an Neuer scheiterte. Bayern brauchte fünf Minuten, um wieder Tempo aufzunehmen. Robben und Lewandowski konnten zwei gute Chancen jedoch nicht nutzen (52., 54.). Kurze Zeit später dann die Vorentscheidung: Hilbert schubste nach einem Alonso-Freistoß Vidal ziemlich plump im Strafraum und Schiedsrichter Meyer zeigte folgerichtig auf den Punkt. Wie so häufig war es Müller, der mit seinem sicheren Strafstoß auf 2:0 erhöhte (60.).

Die Moral der Leverkusener war damit gebrochen. Auch das kräftezehrende Spiel unter der Woche kam jetzt eindeutig zur Geltung. Bayern hatte ab der 60. Minute wenig Mühe und spielte seinen Stiefel sehr souverän herunter. Vor allem Robben (7 erfolgreiche Dribblings) nutzte die zusätzlichen Freiheiten für die ein oder andere gefährliche Aktion. Weil Hilbert bei einer Flanke den Ball sehr ungeschickt mit der Hand spielte, gab es in der 71. Minute erneut Elfmeter. Robben schnappte sich dieses Mal den Ball und verwandelte wie Müller zuvor eiskalt. 3:0.

Kurz danach brachte Guardiola Dante (bei dem irgendwie alles nach Abschied aussieht) und ermöglichte so wohl einen letzten Einsatz im Bayern-Trikot. Bayern hätte durchaus noch auf 4:0 erhöhen können, Keeper Leno parierte jedoch zwei Mal stark.

Am Ende war es ein beeindruckender Sieg der Münchner gegen einen über 60 Minuten sehr, sehr starken Gegner. Die Guardiola-Elf belohnte sich für eine enorm disziplinierte und konzentrierte Vorstellung, die die Personalprobleme in der Defensive zu einem Randthema werden ließ. Neun Punkte aus drei Spielen – mehr geht für den Moment nicht.

3 Dinge, die auffielen:

1. Guardiolas Kalkül geht auf

Es war schon ein spektakuläres Experiment, das Pep Guardiola gegen Bayer Leverkusen wagte. Wohl zum ersten Mal in der Geschichte des FC Bayern begannen die Münchner ohne gelernten Innenverteidiger. Auf dem Feld sah die Aufteilung so aus: Bernat und Lahm bildeten zusammen mit Alaba als zentralem Verteidiger eine Dreierkette. Xabi Alonso positionierte sich leicht vorgerückt im 6er-Raum und kippte bei Bedarf (vor allem bei langen Leverkusener Bällen und auch immer wieder im Spielaufbau) ab, um eine Viererkette zu bilden.

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Dieses Wechselspiel verlangte den Defensivakteuren eine enorme Konzentrationsleistung ab, da sie immer wieder, je nach Situation, zusammen- oder auseinander rücken mussten. Vor allem Lahm und Alonso waren hier als Partner gefordert. Wie gut dieses Wechselspiel funktionierte, unterstreicht die herausragende Spielintelligenz der beiden Routiniers. Wenn Alonso abkippte orientierte sich Defensiv-Freigeist Vidal zudem direkt auf die 6er-Position und übernahm seinerseits den Raum von Alonso. Es war in der Tat spektakulär mit anzusehen.

Guardiolas Kalkül auf eine so spielstarke Defensive zu setzen, ging insofern auf, als dass Leverkusens Pressing zwar jederzeit unangenehm war, aber keine (tor)gefährliche Wirkung entfaltete. Unkontrollierte lange Bälle waren selten. Ballverluste in der eigenen Hälfte noch seltener. Lediglich Bernat hatte in der Anfangsphase zwei kleinere Wackler. Bayern bemühte sich, die Kugel gerade nach Ballgewinn sehr schnell auf die beiden Flügelpositionen zu bringen, um mögliche Eins-gegen-Eins-Situationen (Costa vs. Hilbert/Robben vs. Wendell) zu provozieren. Gelang dies nicht direkt, störte insbesondere Alonso durch seine Pendelbewegungen das Leverkusener Pressingsystem und machte es so immer wieder möglich, dass die erste Welle des Gegenpressings ausgespielt werden konnte. Gelang dies, wurde es ohnehin leichter, da Leverkusen den Druck in der Folge ein wenig verringerte.

Deutlich war Bayerns Unterlegenheit im Kopfballspiel, die Guardiola aber offenbar in Kauf nahm. Leverkusen gewann 24 der 38 direkten Duelle. Allein Kießling kam in der Luft 8 Mal an den Ball – immer im Bereich zwischen Strafraum und Mittelkreis. Auffällig war jedoch, wie die Münchner den Raum um Kießling herum bei einem hohen Ball direkt zustellten, um Weiterleitungen oder die Eroberung von zweiten Bällen zu verhindern. So blieb Bayers Luftüberlegenheit wirkungslos. Auch hier zeigte sich die einmal mehr exakte Vorbereitung der Mannschaft auf das Spiel.

Trotz des sehr positiven Eindrucks des Leverkusen-Spiels wird Guardiola in Zukunft sicher nicht auf Jerome Boateng verzichten, wenn dieser zur Verfügung steht. Seine individuelle Qualität im Zweikampf ist zu herausragend, um auf sie zu verzichten. Gleichzeitig ist sein Aufbauspiel so gut, dass es im Vergleich zur Aufstellung vom Samstag-Abend keinen Qualitätsverlust gäbe. Möglich ist aber, dass sich der Trend zu nur einem echten Innenverteidiger verfestigt. Guardiola hat immer wieder mal (verletzungsbedingt oder aus freien Stücken) auf spielstarke Varianten mit Rafinha oder Alaba als Ergänzung von Boateng gesetzt. Gerade bei einer Dreierkette ist dies eine sehr ernsthafte Option. Das erklärt auch warum die Münchner recht gelassen auf die Verletzungen von Martinez, Badstuber und nun erneut Benatia reagiert haben und wohl sogar bereit sind, Dante ziehen zu lassen. Es gibt genügend Varianten, die funktionieren, wenn sie richtig  und konzentriert ausgeführt werden. Das hat der Sieg gegen Leverkusen eindrucksvoll bewiesen.

2. Rückkehrer mit Anpassungsproblemen

Es war ein Startelfdebüt für zwei Spanier in dieser Bundesliga-Saison. Bernat und Thiago brauchten lange, um richtig ins Spiel zu finden. Vor allem Bernat, der im Vorjahr nach Neuer die meisten Einsatzminuten sammelte, war das fehlende Timing durch mangelnde Spielpraxis deutlich anzumerken. Nachdem er in den Anfangsminuten mehrfach zu spät gekommen war und auch früh eine gelbe Karte kassierte, fing sich der Spanier zusehends und kämpfte sich in die Partie. Dass Schmidt zur Pause den bis dahin wirkungslosen Bellarabi auf die linke Seite beorderte, um den etwas langsameren Lahm zu bearbeiten, kann durchaus als Kompliment für Bernat gewertet werden. Der junge Spanier war sehr bemüht, Fehler und Risiko zu vermeiden, was insgesamt gelang. Große Akzente setzte Bernat nicht, unterstrich jedoch insgesamt, dass auch in dieser Saison auf ihn Verlass ist, wenn er gebraucht wird.

Thiago wurde von uns schon nach dem Hoffenheim-Spiel als eines der Sorgenkinder benannt. Auch gegen Leverkusen lief das Spiel etwas an ihm vorbei. Um nicht missverstanden zu werden: Er machte keine großen Fehler, aber er setzte auch keine wesentlichen Akzente. Das hat viel mit der etwas veränderten Spielweise der Münchner zu tun, in der die 8er und 10er Räume deutlich weniger Bedeutung haben. Thiago spielte 37 Pässe – kaum mehr als Manuel Neuer – und brachte davon durchschnittliche 80% an den Mann, den Großteil davon allerdings im Niemandsland. Ein Pass führte zu einem Torschuss, zwei Mal schoss er selbst aus der Distanz. Viel mehr war nicht. Erst als Leverkusen nach dem 0:2 nachließ, war auch Thiago deutlich präsenter. Insgesamt blieb er aber eher Mitläufer als Spielgestalter.

Wichtig ist trotzdem, dass Guardiola ihm 80 Minuten gab, um Rhythmus aufzunehmen. Es werden Gegner kommen, die deutlich weniger Pressing spielen als Hoffenheim oder Leverkusen. Dann werden auch die Räume im zentralen Mittelfeld wieder wichtiger im Kombinationsspiel. Gerade gegen tiefstehende Kontrahenten werden Thiagos Fähigkeiten gebraucht. Momentan ist ein wenig Geduld gefragt.

3. Der Wert von Arturo Vidal

Der Chilene brauchte eine halbe Stunde, um sich an die Geschwindigkeit, die zu Beginn vor allem die Leverkusener vorgaben, zu gewöhnen. Bis dahin war er ziemlich beeindruckt vom Pressing-Tempo der Gäste und nicht immer auf der Höhe. Der ein oder andere Ballverlust und manch verlorener Zweikampf stachelten den Neuzugang jedoch sichtlich an. Zwischen 50. und 75. Minute – in der Phase also, in der Bayern die Partie entschied, war er der dominierende Spieler auf dem Feld. Seine Griffigkeit, sein defensiver Aktionsradius und seine “no-nonsense”-Attitüde tun dem Münchner Spiel sehr gut. Vidal führte insgesamt 41 (!) Zweikämpfe, überwiegend im Defensivbereich, und gewann davon 46%.

Auch die Duelle, die er nicht gewann, sind dabei wichtig für Bayerns Spiel, weil sie den Gegner beschäftigen und zermürben. Das so hervorragend praktizierte Wechselspiel der Defensive mit Alonso wäre ohne ihn ebenfalls nicht möglich gewesen. Vidal gewann die meisten Zweikämpfe, eroberte die meisten Bälle und lief die zweitmeisten Kilometer. Es gab eine Phase in der Hinrunde der Vorsaison, in der Xabi Alonso der dominante Taktgeber in Bayerns Offensivspiel war. Gegen Leverkusen übernahm Vidal eine ebenso dominante Rolle als defensiver Taktgeber. Dass er zudem auch immer wieder in der Offensive für Unruhe beim Gegner sorgt, ist gewissermaßen das Plus oben drauf. Vidal ist in dieser Saisonphase nicht wegzudenken.

3.1 David Alaba

Was für ein Glücksfall für den FC Bayern. Alaba interpretierte die Rolle als zentraler Verteidiger herausragend. Robust im Zweikampf, klar in seinem Passspiel. Es war nach dem 7:1 gegen Rom im Vorjahr das zweite Meisterwerk des 23-Jährigen auf ungewohnter Position. Alaba ist heute einer der besten Allrounder im europäischen Fußball. Er ist neben Müller die mittlere Zukunft des FC Bayern. Der Verein sollte alles daran setzen ihn über einen langen Zeitraum zu binden. Irgendwann werden mit Sicherheit auch bei ihm die Real Madrids und Manchester Citys dieser Welt mit dem ganz dicken Geldbeutel winken.

3.2 Danke Dante

Einfach mal so.

FC BAYERN – BAYER LEVERKUSEN 3:0 (1:0)
FC BayernNeuer – Lahm, Alonso, Alaba, Bernat (73. Dante) – Vidal, Thiago (82. Rode) – Robben (78. Götze), Müller, Douglas Costa – Lewandowski
Bank Ulreich, Kimmich, Steinhart, Rafinha
Bayer LeverkusenLeno – Hilbert, Tah, Papadopoulos, Wendell (78. Boenisch) – Kramer, Bender – Bellarabi, Calhanoglu (60. Kruse), Mehmedi (46. Brandt) – Kießling
BankKresic, Ramalho, Ryu, Donati
Tore1:0 Müller (26.), 2:0 Müller (60., FE), 3:0 Robben (71., HE)
KartenGelb: Bernat, Thiago / Wendell, Kramer
Zuschauer 75.000 (ausverkauft)
SchiedsrichterFlorian Meyer (Burgdorf)
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Leserkommentare
  1. theodor

    Eines der interessantesten Spiele der letzten Jahre. Ein Spiel ohne echte IV’er habe ich überhaupt noch nie gesehen. Verteidiger sind wirklich überbewertet :D. Zumindest in Pep’s Universum …

    Vidal – super in der Zusammenarbeit mit Alonso. Alonso kann sich – seit Vidal da ist -, noch viel stärker zurück fallen lassen und knüpft an die letzte Hinrunde an. Ganz starke Leistung.

    Costa, ohne Worte. Hilbert sah teilweise aus wie jemand aus der A-Jugend gegen Erwachsene. War von LEV die falsche Taktik, die Seite nicht stärker zu zumachen. Vor allem weil Costa da nicht das super komplizierte Dribbling machen musste, sondern Hilbert einfach überlaufen konnte.

    Faires Interview von Kramer nach dem Spiel. Insgesamt ein super Abend, hätte ich so nicht erwartet, gestern wäre ich über ein Unentschieden froh gewesen …

  2. Bayernexpress

    Grundsätzlich mal ein fettes Lob: Was hier eine Stunde nach dem Spiel an wirklich substanziellen Inhalten steht und in dieser Ausführlichkeit, das ist beeindruckend und stark, Hut ab! Und selbst wenn es länger dauern würde – dieser Blog ist ein extremer Gewinn! Großen Dank an die Beteiligten!

    1. pqr

      Dem möchte ich mich einfach nur anschließen! Danke für die hervorragende Arbeit!

  3. Marco05

    Chapeau! Und das so kurz nach Abpfiff. Zum kompletten Glück fehlte nur noch ein Tor von Lewy. Aber dann macht er halt wieder die wichtigen. Neben den viel auffälligeren wie z.B. Costa sehr ich genau wie ihr Vidal aktuell als unverzichtbar. Starke Vorstellung des Chilenen!

  4. rookie

    Da sieht man wieder wie unglaublich gut Pep ist, entdeckt Costa, hat taktische Finessen und Anpassungen ohne Ende. So z.B. Alonso Schwächen durch Vidal beheben, kann ohne Innenverteidiger spielen, bei jedem anderen Trainer wäre das Geheule groß geworden, Guardiola macht ne Stärke daraus und hätte letztes Jahr fast ohne komplette 1. Mannschaft noch Barcelona rausgeschmissen, die Spieler wollen zu Bayern andere gehen einfach trotz mehr Geld nicht , Bayern so gut wie noch nie auch vom Punkte Schnitt, tja und dann wurde in der Sommerpause eine Schmutzkampagne ohne gleichen gegen den Mann gefahren, die ihn vielleicht wegekelt, jedenfalls wohl Spuren hinterlassen hat. Jetzt sind natürlich erstmal alle wieder Pep-Fans…

    1. kurt

      Es war unglaublich, wie anders die Berichterstattung auf einmal war. In der Vorbereitung noch Hetze und jetzt bidert man sich an. Fuß hat ja nicht mehr aufgehört mit Lob für Guardiola.

      Das war zwar zur Abwechslung auch mal schön zu hören, aber durch das Wissen, dass sich das vor drei Wochen noch völlig anders angehört hat, bleibt natürlich ein fader Beigeschmack.

      Festhalten muss man nach dem Spiel einfach, dass Pep einer der besten Trainer der Welt ist, mMn der beste Trainer für uns und hoffentlich, trotz Medien und deutscher Neid- und Hatermentalität ein weiteres Engagement für unseren Verein in Betracht zieht. Bin aber eigentlich recht optimistisch gestimmt, was eine Verlängerung des Vertrags betrifft. Zumindest seine Familie wird sich hier sehr wohl fühlen und ich sehe nicht, dass er woanders besser und sinnvoller arbeiten könnte als hier.

      Gleichwertige Alternativen auf dem Trainermarkt gibt es sowieso nicht.

  5. Jens

    Treffend, wie immer! Bei der Aufstellung musste man sich wirklich kurz die Augen reiben, als dort dann tatsächlich so garkein IV stand.

  6. Teile zwar die sportliche Einschätzung zu Thiago, fand aber — Achtung Küchenpsychologie — die Art, wie er mit seinen Mitspielern auf dem Platz kommunizierte, ziemlich Leitwolf-mäßig, wie er zu Robben geht und mit ihm dessen Elfer feiert, wie er Bernat abklatscht usw. Das zeigt, dass da jemand nicht nur mit sich selbst beschäftigt ist, sondern mitten im Team steht. Wenn er jetzt noch Rhythmus aufnimmt und das sportlich unterstreicht, können wir uns richtig freuen..

    1. bootsmann

      Auch außerhalb des Platzes ist Thiago ein recht Großer. Folgendes habe ich vergangene Woche nach einem Training erlebt: Thiago schreibt sich durch gefühlte 150 Autogramme. Während er die Rolli-Fahrer abgrast, bückt er sich, öffnet die Schnürsenkel seiner Fußballschuhe und streift sie ab. Nicht aber, um es bequemer zu haben (Lewa und Arjen machen ihre Autogrammrunde ja auch fast immer “sockig”) – nein – er schenkt die Schuhe einem Jungen im Rollstuhl. Ganz ohne Aufhebens…

  7. wewew87

    Bin gespannt, wie sich das System entwickeln wird. Ob Guardiola wieder mehr auf Präsenz im Mittelfeld setzt…
    Der jetztige Ansatz, der mir wie eine Anpassung an die Pressingliga scheint, ist für mich ein Geschenk des Großmeisters. Die Stabilität ist trotz geringeren Ballbesitzes enorm, die Dynamik in der Offensive in ungewohnten Regionen. Es scheint, als würde wieder eine potentielle Mannschaft des Jahrzehnts heranreifen. Wie letzte Hinrunde. Vielleicht trägt das neue System durch seine wahrscheinlich geringere Anfälligkeit bei Formschwächen dazu bei, diese zu bewahren.

    Halte Thiago übrigens für potentiell ideal als Verbindungsgeber zwischen defensivem und offensivem 4erblock… mit Vidal an seiner Seite könnte es ein Revival der wundervollen Ehe zwischen Gattuso und Pirlo geben.

    1. Jo

      Guter Vergleich zu Thiago, der mir sonst etwas zu schlecht wegkommt.
      Das einzige was seinem Spiel gefehlt hat waren die spektakulären Aktionen nach vorne. Das muss/sollte vielleicht auch nicht sein wenn in der Offensive Spieler wie Müller, Costa, Lewandowski und Robben wirbeln.
      Aber in der Funktion als “Netzwerker” und Verbindungsgeber war das schon mehr als solide. War einfach gut.

  8. franzferdl

    die lobpreisungen alabas oder costas sind sehr verdient. noch viel deutlicher hervorheben muss man jedoch alonsons weltklasseleistung, v.a. auch weil er von vielen immer wieder sehr kritisch gesehen wurde/wird, teilweise sicherlich zu recht. das, was er gestern jedoch spielte, war brillant. zweikampfrobust, positionsintelligent, und v.a.: sein grandioses passspiel (gefühlt ohne fehlpass, bzw. ohne relevanten fehlpass), nicht nur die famose spielverlagerung auf costa vor dem 1:0, sondern auch seine oft messerscharfen flachpässe zentral in die tiefe (die ansonsten auch von boateng gespielt werden), die immer wieder das leverkusener pressing überspielten. für mich gestern der stärkste mann auf dem platz!
    schön zu sehen zudem, dass robben langsam, aber sicher wieder in seinen rhythmus kommt, endlich wieder offensive 1-gegen-1-situationen gewinnt, und wieder torgefahr ausstrahlt. war gestern sehr wichtig, um leverkusen auf beiden aussenbahnen zu beschäftigen. sein elfmetertor dürfte endgültig dafür gesorgt haben, dass er in der saison angekommen ist.
    als große hoffnung bleibt: dass alle verletzungsfrei bleiben, v.a. in der alles entscheidenden phase im frühjahr…

    1. bsg

      auf jeden Fall Alonso! Wie gut dem das tat, dass er sich nicht ständig mit drehen beschäftigen muss, sondern immer alles vor ihm lag! Laserpässe ala Boateng, teilweise krass antizipierend (wenn auch mind. einmal zu langsam), das war gut!
      Eine Sache ist mir ist es schon vergangene Saison aufgefallen und zwar Robben. Robben ist gar nicht der allerschnellste Spieler in Sachen Sprint mit Ball. Aber es ist glaube ich sowas wie bei Messi, dass er nämlich so irre viele Schritte macht und dabei eben schneller ist bei Richtungswechseln und sich dadurch durchsetzt. Any ideas on that?

  9. Mic

    …das war gestern richtig gut für die Seele und ich war nach dem Spiel schwer beeindruckt. Ich hatte das Gefühl, die ganze Mannschaft “kommuniziert” gut, sowohl nach innen, als auch in der Aussenwirkung. Das macht mir Mut, das da was Großes entsteht. Wenn ich mir die Burschen angucke (Thiago, Bernat, Alaba und alle anderen Akteure unter 30 Jahren), dann kann man interpretieren, das hier eine neue Ära aufzieht. Ich mutmaße, das hier in einigen wenigen Jahren absolute Weltspitze auf dem Platz steht. Was Costa da gestern gemacht hat war unglaublich. Es wird interessant sein, wie lange er dieses Tempo halten kann. Vom Gefühl her erinnert mich vieles an die ersten elektrisierenden Momente (und Kunststückchen), als dann Ribéry in München ankam…Ich bin noch ganz euphorisiert ;-). Danke für die Spielanalyse – wie immer top!

  10. kurt

    Bin wirklich stolz auf Pep und das Team. Unter den Vorzeichen und mit der jüngsten Vergangenheit von Spielen gegen Leverkusen, habe ich mit einem schweren Spiel gerechnet und auf einen knappen Sieg gehofft.

    Dass man dann allerdings über 90 Minuten so dermaßen dominiert, gegen einen Gegner der als Anspruch zumindest das Überstehen der Gruppenphase in der CL hat, das hätte ich nicht gedacht.

    Unser Konzept ging wirklich voll auf und es ist kaum ein Spieler abgefallen. Bernat nach anfänglichen Unkonzentriertheiten wurde immer sicherer, Thiago war vielleicht etwas blass, aber womöglich war das auch der taktischen Vorgabe geschuldet. Robben brauch noch ein wenig, aber nun hat er ja “seinen Fisch” bekommen. ;)

    Ansonsten eine super Leistung von allen, ganz besonders natürlich von Müller und Costa. Nur die teils konfusen Abschlüsse sollte man noch besser in den Griff bekommen, dann sehe ich rosige(re) auf uns zukommen.

  11. TheSpecialOne1991

    Noch was zu Robben’s Kommentar nach Spielende.
    Man sollte es vielleicht nicht zu hoch hängen, aber ich fand die öffentlich “leichte Kritik” eher nicht so gut. Ich weiß nicht obs Robben wurmt, dass Costa zur Zeit (zurecht) so im Fokus steht, oder obs andere Gründe hat. Bleibt nur zu hoffen, dass der Teamgedanke nicht flöten geht.
    Fußball ist Entertaiment und solche Aktionen liebt man doch als Fan. Es stand ja auch nicht 8:0 für Bayern, so dass man das als Demütigung werten kann. Hätte er die Aktion bei einem 0:0 gemacht, hätte es evtl. Ärger mit dem Pep oder Mitspielern gegeben.

    1. kurt

      Wenn überhaupt wurmt es den Sportler Robben und nicht den Menschen Arjen. Insofern denke ich, hier spielen beide Faktoren eine Rolle.

      Der Sportler Robben, der ehrgeizig ist wie kein anderer, der ab und zu bei Berührungen des Gegner zu theatralisch fällt und auch gern mal den Mitspieler übersieht und lieber selber abschließt wird vielleicht in der Tat etwas angefressen sein, ob des derzeitigen Hypes.

      Der Mensch Arjen, der zu einem der sympathischsten Kerle gehört, die ich durch die Medien kenne, wird das durchaus ernst meinen, wenn er sagt man müsse den Gegner respektieren.

      Alles in allem finde ich, man muss hier überhaupt kein Fass aufmachen. Der Trick war geil, Leverkusen hat sich sowas auch mal verdient, mit deren ständiger Treterei, aber vorführen muss man sie jetzt nicht jedes mal. Für mich aber kein großartiges Diskussionsthema. Und ob die “Kritik” öffentlich oder intern gemacht wurde…ist doch egal. Mia san mia.

      Und nach dem Spiel gestern zu glauben, der Teamgedanke ginge flöten…ich bitte dich.

    2. Marco05

      Naja, fand ich auch etwas unpassend, zumal Costa ja nicht durch ein Übermaß an solchen Aktionen auffällt sondern eher mit vielen Torvorlagen. Robben sollte sich lieber mal fragen, warum er am Ende den Ball von Lewandowski nicht bekommen hat. Das macht mir viel mehr Sorge. Lewy wird in aussichtsreicher Position dermaßen oft geschnitten, weil Robben noch einen und noch einen Schlenker macht. Da kann ich durchaus verstehen, wenn er in der Situation sagt: ne, du jetzt auch nicht. Und zum Thema Respekt vorm Gegner muss man (leider) auch die Szene anführen wo er mal wieder viel zu wehement Elfer fordert. Da hat er sich leider erarbeitet, dass es wirklich glasklare Elfer sein müssen, sonst pfeifft kein Schiri mehr.

      1. TheSpecialOne1991

        Die Szene mit Lewy zum Ende hin hab ich auch so gesehen.
        Kann ja sein, dass Lewy Robben wirklich übersehen hat, aber kann mir gut vorstellen, dass das den Aktionen, bzw. insbesondere einer Aktion vorher geschuldet war. Meine auch, dass Robben sich nen Rüffel von Pep bei ner Aktion vorher abgeholt hat, wo er nicht abgespielt, oder zu spät abspielen wollte.
        Will jetzt hier auch keine Shitstorm gegen Robben betreiben, dafür ist er einfach ein zu geiler Kicker und hat auch zu viel für unseren Verein geleistet. Aber ich kann mir echt vorstellen, dass der ganze Hype um Costa Robben zur Zeit nicht so schmeckt.
        Genug jetzt zu dem Thema :)

      2. Raceface

        Es steht 3-0 und das Spiel ist entschieden. In so einer Situation sucht man als Stürmer selbst den Abschluss, vor allem wenn man sieht, dass ein Offensivpartner in 3 Spielen schon 5 Buden gemacht hat. Robben braucht Erfolgserlebnisse um seinen Rhythmus zu finden und Lewy ist ein Vollblutstürmer. Beide Abschlüsse also zu verstehen. Dazu bin ich mir sicher, dass aus diesen Situationen bei engen Spielen Tore geworden wären, dann hätten nämlich beide quer gelegt

        Zur Aussage: Kann Robben schon ein bisschen verstehen. Hatte schon oft bei hohen Ergebnissen Angst, dass der Gegner anfängt unsere Spieler zu verletzen, weil er gefrustet ist. Ob man das dann noch provozieren muss. Für uns als Fans ist es natürlich super.

      3. Jo

        Wenn ich hier grad das Thema Unsportlichkeit lese.
        Komischerweise ist die unsportlichste Aktion des Spiels überall (zumindest nach meiner Wahrnehmung) unkommentiert geblieben.
        Ich meine damit die Szene, als Roger Schmidt den Ball Costa, der zum Einwurf geht, quasi aus den Händen schießt um damit die schnelle Ausführung zu verhindern.
        Man soll bekanntlich nie nie sagen, aber wann und wie oft hat man so was von einem Trainer schon erlebt?? Costa hat zumindest genauso perplex geschaut wie ich.

        Hätte Pep sich sowas erlaubt, oh was hätten wir die ganze Woche Spaß damit!

  12. Hans

    Das war ein außergewöhnlich gutes Spiel!

    Leverkusen hat ja keinesfalls schlecht gespielt; ganz im Gegenteil: Sie haben die Bayern gefordert. Aber wie wir das gelöst haben, war einfach weltklasse! Da wurde kein Ball weggeschlagen, da war nix hektisch, man war immer in der Lage, sich spielerisch zu befreien. Eines der besten Spiele, das ich seit langem gesehen habe!

    Darüber hinaus fand ich die Kommentare zu Pep von Wolff-Fuß sehr passend. Man kann über Pep sagen, was man will, aber welche Trainer wäre bitte in der Lage gewesen, so eine taktische Meisterleistung abzuziehen?

    Gab es jemals eine Bayern-Mannschaft, die besser war? Gab es überhaupt jemals eine deutsche Vereinsmannschaft, die besser war als diese Bayern? Natürlich sind die Triple-Bayern noch immer die Referenz, was jedoch gestern abgespielt wurde, war schon extrem stark.

  13. Jo

    Das war vielleicht kein perfekter Fußball (was das denn auch wäre), aber taktisch sah das wirklich perfekt aus.

    Einem Gegner wie Leverkusen, der ja auch im Rollen war, über 90 Minuten eine Torchance aus dem Ziel zuzugestehen? Respekt!
    Überhaupt, wie viele Torchancen hatten unsere Gegner in den ersten drei Spielen zusammen? Zwei? Drei? Sprich, die Defensive macht einen ausgesprochen guten Eindruck.
    Man sieht den Unterschied wenn die Mannschaft halbwegs fit ist und nicht wie in der letzten Rückrunde angeschlagen und müde.
    Sieht man offensichtlich auch gut bei Alonso. Die These, dass er im letzten halben Jahr einfach zu viele Spiele auf der Uhr hatte um noch Topleistungen zu bringen, hatte ggf. was für sich. Er macht bis jetzt auf mich wieder einen sehr frischen und guten Eindruck. Ach, und dieser Breitner-Gedächtnispass vor dem Tor! So was ist ja im modernen Fußball fast ausgestorben. Schön, wenn es noch einer kann.

    Und wenn ich bei Breitner bin, gleich zu Vidal. Seine Ausstrahlung ist mit “No-nonsense attitude” gut beschrieben. Irgendwie ließ er mich auch an Typen wie Breitner und Effenberg denken. Im Gedenken daran wurde er vielleicht ja auch verpflichtet.
    Das ist so ne gewisse positive Rotzigkeit in seinen Aktionen, so in dem Sinne macht doch was ihr wollt, hier gibt’s heute nichts zu holen für euch. Sein Augenzwinkern nach der ersten Elfmetersituation, das ging so in die Richtung.

    Und da man nach so einem Spiel in guter Stimmung ist auch ein paar Worte zu Götze. Klar es ging gegen einen geschlagenen Gegner. Aber es hat mir gefallen wie er gleich “on fire” und im Spiel war. Das hat man auch schon anders gesehen.

    1. kurt

      Der Toni kann das auch *schnief*.

      Und Dante :> http://www.dailymotion.com/video/x2cdodc_muller-goal-vs-man-city-a-2013-14_sport

      An dieser Stelle Danke (vor allem für das Triplejahr) und alles Gute!

  14. Axel

    Ich würde die Erfolge des BVBs mal nicht zu hoch bewerten. Gegen in dieser Saison bisher desolate Gladbacher zu gewinnen, dann in Ingolstadt und zuhause gegen Hertha lässt sicher erkennen, dass die Dortmunder besser drauf sind als in der letzten Spielzeit, aber gefordert wurden sie noch nicht.

    Vermisst übrigens noch jemand Schweinsteiger?

    1. Marco05

      doch, die ersten 20 Minuten gegen Odds…

  15. […] dritten Spieltages bezwang der FC Bayern München (super) Bayer 04 Leverkusen (auch super) mit 3:0. Miasanrot berauscht sich an der Vorbereitung Pep Guardiolas und einem weiteren Schritt hin zur […]

  16. […] bisher nur am dritten Spieltag auf Boateng verzichten. Angesichts vieler weiterer Verletzungen spielte damals Alonso zentral in der Dreikette. Wahrscheinlich dürfte folgendes weiterhin die bisherige Lösung sein: Dreier/Vierkette mit Alaba […]

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