FCB Junior Team: Zurück zu alter Stärke

Zu Beginn eines vierteiligen Überblicks über die Jugendarbeit des FC Bayern möchte ich mit einem allgemeinen Überblick über die Vergangenheit und aktuelle Situation des FCB Junior Teams beginnen.

In den weiteren Teilen beschäftigen wir uns dann konkret mit den drei höchsten Nachwuchsmannschaften, also den Amateuren, der U19 und der U17.

Bayern Amateure – Abstieg nach 38 Jahren Drittklassigkeit

Die Bayern Amateure spielten seit dem Jahr 1973 stets drittklassig. Lange Zeit war dies die Bayernliga, bevor 1994 eine de facto viergleisige Regionalliga eingeführt wurde – die Staffeln Nord sowie Nordost teilten sich einen Aufstiegsplatz, spielten jedoch in zwei getrennten Gruppen. Auch nach der Reform zu einer zweigleisigen Regionalliga im Jahr 2000 war der FC Bayern weiter dabei und konnte sogar 2004 die Meisterschaft der Regionalliga Süd erringen. Damit hatte sich die Mannschaft sportlich für die 2. Bundesliga qualifiziert. Da die DFL-Regularien allerdings keine Amateurteams in der 2. Bundesliga erlauben, ging es in der Regionalliga Süd weiter.

Die mit der Meisterschaft verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal konnte das Team allerdings wahrnehmen und kegelte mit Borussia M’gladbach (7:6 nach Elfmeterschießen), Vorjahresfinalist Alemannia Aachen (2:1) und Eintracht Braunschweig (3:2) gleich drei Mannschaften aus dem Pokal. Erst im Viertelfinale war gegen den Titelverteidiger und damals amtierenden deutschen Meister Werder Bremen Schluss. Beim 0:3 auf geschlossener und plattgewalzter Schneedecke verabschiedeten sich die Bayern Amateure aus einer tollen Pokalsaison, die leider die letzte gewesen sein dürfte. Das aktuelle Reglement erlaubt nämlich keine Teilnahme von Reserveteams mehr am Pokal.

Mit der Einführung der dritten Liga 2008 wurde auch diese Spielebene endgültig auf professionelles Niveau gehoben. Und der Start in die neue Liga war gleich fantastisch: Nach Heimsiegen gegen Union Berlin (2:1), Dynamo Dresden (1:0) und Jena (2:1) sowie einem Auswärtssieg in Braunschweig (1:0) und einem 2:2 in Wuppertal waren die Bayern Amateure Anfang September 2008 Tabellenführer der dritten, bundesweiten Liga. Für Furore sorgten damals unter anderem ein gewisser Holger Badstuber und ein Thomas Müller, die am Ende mit den Bayern Amateuren einen starken fünften Tabellenplatz belegten. Die zweite Saison unter Neutrainer Mehmet Scholl absolvierte dann unter anderem David Alaba und brachte mit Platz 8 erneut einen tollen Saisonabschluss. Genau ein Jahr später folgte allerdings der Absturz: Letzter Tabellenplatz, Abstieg in die Regionalliga.

Die Gründe dafür waren vielfältig: Auf eine völlig verkorkste Saisonvorbereitung (Das Team absolvierte aufgrund von Abstellungen zu den Profis kein einziges richtiges Testspiel) folgte die Verletzung einiger Leistungsträger (Top-Stürmer Saer Sene riss sich im zweiten Saisonspiel sämtliche Bänder im Knie) und dann der psychologische Abwärtsstrudel nach unglücklichen Niederlagen, aus dem die Mannschaft bis Saisonende nicht mehr rauskam. Seitdem arbeiten die Bayern Amateure an der Rückkehr in die 3. Liga. Doch der Flaschenhals dorthin ist mit der Relegation sehr eng. Darauf gehen wir dann nochmal genauer ein, wenn wir den Fokus auf die aktuelle Situation der Amateure legen.

Das goldene Jahrzehnt der FC Bayern A-Jugend

Die U19 war früher das absolute Aushängeschild der Nachwuchsabteilung des FC Bayern. Drei Meisterschaften in den Jahren 2001, 2002 und 2004 und drei Finalteilnahmen in den Jahren 1998, 2006 und 2007 sorgten dafür, dass die Nachwuchsabteilung des FC Bayern zu Beginn des Jahrhunderts unbestritten als die beste in Deutschland galt. Aus diesen Jahrgängen entstammen auch die Spieler, die uns in den letzten Jahren so viele Freude bereitet haben. Philipp Lahm war Teil der 2001er Meistermannschaft, die in Piotr Trochowski, Markus Feulner und Zwetschge Misimovic drei weitere Bundesligaspieler hervorbrachte. Ein Jahr später waren dann auch Michael Rensing, Andi Ottl, Christian Lell und Bastian Schweinsteiger dabei. 2006 verloren unter andrem Thomas Kraft, Mats Hummels, Sebastian Langkamp und Sandro Wagner das Finale gegen Schalke (Mit Mesut Özil und Benedikt Höwedes), 2007 unterlagen Kraft, Badstuber, Kroos und Thomas Müller im Finale bei Bayer Leverkusen.

In den Jahren darauf war der FC Bayern dann nicht mehr ganz so erfolgreich. Erst im Jahr 2012 könnte sich der FC Bayern wieder für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifizieren, doch im Finale gab es eine knappe 1:2-Niederlage beim FC Schalke 04. Knapp 12 Monate später gelang die erneute Qualifikation, doch im Halbfinale schied eine deutlich überlegene Bayernelf unnötig gegen Hansa Rostock aus. Nach der Ära von Kurt Niedermeyer, der von 2001 bis 2012 die U19 trainierte, konnte bisher noch keine neue Kontinuität erreicht werden. Marc Kienle, vormals beim VfB Stuttgart im Nachwuchsbereich tätig, widerstand den Verlockungen aus dem Herrenbereich nicht und wechselte als Cheftrainer zum SV Wehen Wiesbaden, sein Nachfolger Heiko Vogel rückte in der Sommerpause zum sportlichen Leiter und Amateuretrainer auf. Als Nachfolger wurde Holger Seitz verpflichtet.

B-Jugend zuletzt nur Mittelmaß

Eine ähnliche Trainerodysee hat die U17 hinter sich. Auf den kürzlich verstorbenen Stephan Beckenbauer, der wie Kurt Niedermeyer im Sommer 2012 der Neustrukturierung zum Opfer fiel, folgte Marcus Sorg. Dieser wechselte jedoch bereits ein Jahr später zum DFB, sein Nachfolger hieß Heiko Herrlich. Mit dessen Arbeit war man aber wenig zufrieden, wie aus Vereinskreisen zu hören ist. Obwohl sich Herrlichs Wechsel zur SpVgg Unterhaching zerschlug, entschied sich der FC Bayern gegen eine Vertragsverlängerung und klopfte für diesen in der Entwicklung so wichtigen Jahrgang bei Julian Nagelsmann an, der mit der Hoffenheimer A-Jugend 2014 deutscher Meister wurde und in der vergangenen Saison das Finale erreichte. Nach offizieller Version entschied sich Nagelsmann wegen seiner parallelen Ausbildung zum Fußballlehrer gegen ein Engagement beim FC Bayern. Vielmehr dürfte jedoch ein noch gültiger Vertrag in Hoffenheim der Grund gewesen sein, weshalb der Wechsel vorerst scheiterte. Schlussendlich konnte Tim Walter vom Karlsruher SC für den Posten des U17-Trainer gewonnen werden, der im Vorjahr mit der U19 des KSC das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft erreichte.

Die B-Jugend wurde zuletzt im Jahr 2007 deutscher Meister. Unter anderem mit Mehmet Ekici, Diego Contento und dem heutigen italienischen Nationalspieler Roberto Soriano. Zwei Jahre später unterlag man im “Finale dahoam” in Aschheim dem VfB Stuttgart mit 1:3 nach Verlängerung. Auf dem Platz stand damals unter anderem ein gewisser David Alaba. Seitdem herrscht jedoch Flaute, die Tabellenplätze zum Saisonabschluss pendelten sich seitdem zwischen Platz 4 und 8 ein.

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Gescheiterter Umbruch

Jahr für Jahr wurden die Defizite des FC Bayern im Nachwuchsbereich deutlicher sichtbarer. Dass sie so lange andauert, hat mehrere Gründe:

1. Mangelnde Wertschätzung der Vereinsführung

Der Abstieg der Bayern Amateure im Jahr 2011 hatte vor allem einen Grund: Eine völlig verkorkste Vorbereitung. Da die deutsche Fußballnationalmannschaft in Südafrika bis zum vorletzten Tag dabei war, kamen zahlreiche Nationalspieler erst Anfang August aus ihrem Urlaub zurück in den Trainingsbetrieb. Der FC Bayern hatte allerdings im Juli bereits zahlreiche Sponsorentermine vereinbart, darunter das Trainingslager in Südtirol samt Testspielen sowie den Telekom-Cup in Gelsenkirchen. Kurzerhand wurde die komplette Vorbereitung der Bayern Amateure gestrichen, damit die Spieler den Kader der Profis auffüllen konnten. Dies führte am zweiten Spieltag sogar dazu, dass der Ersatztorwart Ferdinand Oswald mangels anderer Ersatzspieler nach einer Verletzung eingewechselt werden mussten, während sechs Amateurespieler in Gelsenkirchen einen Sponsorentermin der Telekom absolvierten.

Ein Beispiel, das sinnbildlich war für die Wertschätzung, den die Nachwuchsabteilung lange Zeit im FC Bayern genoss. Christian Nerlinger, damals Sportdirektor, kommentierte den drohenden Abstieg der Amateure im März noch läppisch mit “Das wäre kein Weltuntergang”. Andries Jonker kommentierte es im Jahr 2012 nach seinem Abschied vom FC Bayern passend. Der FC Bayern sein ein “goldenes Fußballpferd, das leider aber auch ein steifes Bein hat, dieses Bein heißt Jugendabteilung. Dieses Bein soll so wenig wie möglich stören und wird einfach mitgeschleppt von den drei anderen Weltklassebeinen”.

2. Fehlgeschlagener personeller Umbruch

Das Jahr 2012 stellte eine große Zäsur im Nachwuchsbereich des FC Bayern dar. Auf nahezu allen entscheidenden Positionen im Junior Team gab es eine personelle Veränderung. In der Gesamtleitung wechselte der Stab von Werner Kern, der in Rente ging, auf Jörg Butt. Bei den Amateuren kehrte Mehmet Scholl zurück auf den Trainerposten und löste Andries Jonker ab. Dies hing jedoch nicht mit Jonkers Abschneiden zusammen. Es war mit Scholl bereits nach seinem ersten Abschied 2010 vereinbart worden, dass er 2012 nach seiner Ausbildung zum Fußballlehrer als Amateuretrainer zurückkehren würde. Bei der U19 folgte Marc Kienle auf Kurt Niedermeyer und bei der U17 Marcus Sorg auf Stephan Beckenbauer.

Beim Lesen dieser Zeilen wird dem ein oder anderen vielleicht schon klar: Drei Jahre später ist keiner dieser Personen mehr beim FC Bayern tätig. Sportdirektor Christian Nerlinger, der diese Veränderungen eingeleitet hatte, wurde durch Matthias Sammer ersetzt. Jörg Butt schmiss nach nicht einmal zwei Monaten freiwillig das Handtuch, Mehmet Scholl verließ den FC Bayern nach einer Saison wegen Differenzen um seinen TV-Job genauso wie Marcus Sorg, der fortan beim DFB tätig war. Und im Oktober 2013 war dann Marc Kienle Geschichte. Mit Heiko Herrlich und Erik ten Hag haben danach zwei weitere verantwortliche Personen dem FC Bayern wieder den Rücken gekehrt. Von einem gelungenen personellen Umbruch kann also nicht gerade die Rede sein.

3. Verzögerungen beim Bau des Nachwuchsleistungszentrums

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Jahr 2006 wurde den Mitgliedern der Erwerb eines Grundstücks an der Ingolstädter Straße angekündigt. Auf dem ehemaligen Gelände der Fürst-Wrede-Kaserne wollte der Verein seinen quer über das Münchner Stadtgebiet verteilten einzelnen Abteilungen eine gemeinsame Heimat geben. Die Planungen schritten jedoch aus mehreren Gründen nur sehr langsam voran. Das Gelände liegt mit einem Teil auf Münchner Stadtgebiet und mit einem anderen Teil auf Gebiet der Gemeinde Oberschleißheim, was die Abstimmung mit zwei unterschiedlichen Verwaltungen erforderte. Zusätzlich zur Erfüllung der komplizierten ökologischen Vorgaben des direkt an ein Naturschutzgebiet grenzenden Geländes ergab ein Gutachten, dass wegen einer früher dort existierenden Tankstelle noch Altlasten zu beseitigen waren.

Je länger sich der Baubeginn verzögerte, desto großer wurde der Fokus auf die Nutzung des Geländes für die Nachwuchsarbeit. Zwar ist es dem FC Bayern nun möglich, das Konzept zeitgemäß und auf der Basis von Erfahrungen vergleichbarer Jugendzentren zu entwickeln. Aber der Preis dafür ist, dass der FC Bayern bis zur Eröffnung der neuen Akademie einen massiven Standortnachteil zu beklagen hat, denn vergleichbare Projekte sind bei der direkten Konkurrenz bereits länger in Betrieb. Der Salzburger Ableger eines großen österreichischen Energydrinkherstellers eröffnete im vergangenen Frühjahr eine riesige Akademie mit Wohnungen für 140 Spieler, wobei sich diese auf Eishockey und Fußball aufteilen, sowie modernster Technik und ausreichend Platz. Salzburg spielt zwar in Österreich, ist jedoch geografisch bedingt auf einem sehr ähnlichen Jugendspielermarkt wie der FC Bayern aktiv. Nämlich in Südbayern und Westösterreich. Somit ist uns ein direkter Wettbewerber derzeit in den Möglichkeiten und Trainingsbedingungen weit voraus, während an der Säbener Straße maximal 13 Jugendspieler wohnen können und sich aufgrund von Platzmangel teilweise mehrere Nachwuchsteams ein Spielfeld teilen müssen.

Die Aufholjagd beginnt

Der FC Bayern wäre jedoch nicht der FC Bayern, wenn er nicht verbissen daran arbeiten würde, diese Schwächen abzustellen. Genauso wie man nach den Dortmunder Meisterschaften und der Finalniederlage gegen Chelsea alles daran gesetzt hat, Europas Thron zu erklimmen, arbeitet man nun mit Hochdruck daran, auch in der Jugendarbeit wieder den Ansprüchen gerecht zu werden. Dazu wurden in den letzten Jahren zahlreiche Veränderungen in allen Bereichen vorgenommen.

  • Mehr Fokus durch die Vereinsführung: Bis 2009 verantwortete Uli Hoeneß nicht nur den kompletten sportlichen Bereich, sondern auch zahlreiche weitere Aufgaben, unter anderem den Bereich Sponsoren. Seine Position wurde bereits damals mit zwei Nachfolgern besetzt: Andreas Jung übernahm den Bereich Sponsoren, Christian Nerlinger den sportlichen Part. Nerlingers Nachfolger Matthias Sammer blieb jedoch nicht alleine verantwortlich, sondern holte sich mit Karsten Schumann einen Assistenten sowie später mit Michael Reschke noch einen technischen Direktor. Durch diese Aufgabenaufteilung ist eine deutlich bessere Fokussierung auf Details möglich.
  • Neue Struktur im Junior Team: Die breitere personelle Aufstellung wurde auch im Junior Team konsequent fortgesetzt. Noch unter Christian Nerlinger wurde mit Jürgen Jung ein neuer Chefscout für den Nachwuchsbereich verpflichtet, der bereits beim Lokalrivalen arbeitete und bestens vernetzt ist. Auch dem sportlich verantwortlichen Bereich wurde im vergangenen Sommer eine neue Struktur verpasst. Michael Tarnat, vorher für den kompletten sportlichen Bereich alleine verantwortlich, fokussiert sich künftig auf den Bereich zwischen der U12 und der U16. Heiko Vogel verantwortet neben den Amateuren, deren Trainer er auch ist, auch die U19 sowie die U17. Und Timon Pauls, vorher beim FC Bayern im dualen Studium ausgebildet worden, kümmert sich um die jüngsten Jahrgänge ab der U11 abwärts. Die Neustrukturierung hat im Gegensatz zu zahlreichen Spekulationen nichts mit einer Degradierung Tarnats zu tun, sondern ist im Gegenteil sogar eher ein Vertrauensbeweis. Denn der Bereich zwischen 12 und 16 Jahren ist der personell entscheidende, in dem die wichtigsten Verpflichtungen getätigt werden.
  • Einbeziehung von Uli Hoeneß: Früh war klar, dass Uli Hoeneß nach seiner Haftstrafe als Freigänger beim FC Bayern tätig sein sollte. Ein Glücksfall, dass er das im Jugendbereich ist. Ein Mann mit seinem Renommee und seiner Ausstrahlung ist nicht nur eine Inspiration und ein Antrieb für Spieler und Trainer in der täglichen Arbeit, sondern auch ein entscheidender Faktor bei der Verpflichtung von jungen Spielern. Während andere Vereine ihre oft recht namenlosen Nachwuchsleistungszentrumsleiter zu Verhandlungen schicken, ist ein Uli Hoeneß mit seiner Erfahrung und seiner Überzeugungsgabe ein ganz anderes Kaliber, das sicher des Öfteren den Ausschlag für einen Wechsel zum FC Bayern geben dürfte.
  • Fokussierung auf Details: Viele Vereine verkündeten in den vergangenen Jahren stolz: „Unser Nachwuchsleistungszentrum wurde mit drei Sternen ausgezeichnet“. Da dachte man sich doch, dass der FC Bayern sicher auch dazugehört. Doch weit gefehlt: Während kleinere Vereine wie Mainz, Nürnberg oder Freiburg in der offiziellen DFL-Untersuchung drei Sterne für ihre Nachwuchsabteilung bekamen, gab es im Jahr 2011 lediglich zwei Sterne für das Junior Team des FC Bayern. Das wurde freilich verschwiegen, erst auf Nachfrage zog der damalige Verantwortliche Werner Kern die Zertifizierung in Frage. Die von der DFL beauftragte Firma Double Pass und ihre Mitarbeiter kämen „mit Dingen daher, mit denen kein Mensch was anfangen kann.“ Es gehe viel zu sehr „um Spitzfindigkeiten: Wir haben einen Punktabzug bekommen, weil wir unsere Plätze mit den Platznummern nicht beschildert haben. Das muss man sich mal vorstellen.“. Es mag sein, dass es unsinnig ist, für fehlende Platznummern Punkte abzuziehen. Dennoch wird damit klar: Es mangelte an den Details. Auch im heutigen Profifußball wird nichts mehr dem Zufall überlassen und gerade Details machen auf Spitzenniveau oft den entscheidenden Unterschied. Wolfgang Dremmler, der derzeitige Verantwortliche, lernte daraus und arbeitete an solchen Details mit dem richtigen Ergebnis: Im Jahr 2014 bekam das FCB Junior Team erstmals drei Sterne und schnitt in vier von acht Teilbereichen mit der höchsten Wertung ab. Und das ist auch wichtig: Der FC Bayern will sich auf höchstem Niveau bewegen, deshalb müssen auch die kleinen Details passen.
  • Verbesserung des Images: Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch das Image der Nachwuchsarbeit. Obwohl im WM-Finale in Rio im vergangenen Jahr mit Mats Hummels, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos sowie Thomas Müller fünf Spieler in der Startelf standen, die der Nachwuchsarbeit des FC Bayern entstammen, wird landauf landab immer noch das Märchen verbreitet, der FC Bayern wäre eine schlechte Anlaufstation für junge Spieler, bei dem man als Talent versauern würde. Während der FC Schalke 04 seit Jahren sogar eine eigene Homepage für die „Knappenschmiede“ betreibt, vernachlässigte der FC Bayern seine Berichterstattung über die Nachwuchsmannschaften komplett und schickte nur sehr selten ihre Redakteure zu Spielen. Verletzten sich Spieler im Nachwuchs oder bei den Amateuren, war das nur anhand deren Fehlen in den Aufstellungen ersichtlich. Genauere Infos waren absolute Mangelware. Auch hier war man zuletzt nicht untätig. Ein hauptverantwortlicher Mitarbeiter kümmert sich seit einigen Monaten ausschließlich um die Berichterstattung über das Junior Team. Sowohl eine Facebookseite als auch ein Twitteraccount informieren ausführlich über aktuelle Ereignisse rund um die Nachwuchsmannschaften. Das Potential an Verbesserungen in diesem Bereich ist zwar noch groß, aber die jüngsten Entwicklungen sind sehr vielversprechend.
  • Baubeginn an der Ingolstädter Straße: Fast neun Jahre nach dem Grundstückserwerb und der bereits weiter oben im Text aufgezeigten Probleme war es vor einigen Wochen endlich soweit: Die Bagger auf dem neuen Gelände an der Ingolstädter Straße rückten an. Im Sommer 2017 soll die neue FC Bayern Nachwuchsakademie fertig sein. Mit acht Fußballfeldern (darunter zwei Kunstrasenplätze) sowie einer Akademie mit Wohnungen für bis zu 75 Nachwuchsspieler setzt der FC Bayern hier in Deutschland Maßstäbe. Die Leipziger Filiale des österreichischen Energydrinkherstellers war hier bislang in Deutschland mit 50 Wohnungen führend. Ganz zu schweigen von der Säbener Straße, in der aktuell nur 13 Jugendspieler Platz finden. 75 Wohnungen bedeutet in etwa Platz für drei komplette Teams, das dürfte mehr als genug sein. Dazu kommen deutlich bessere Möglichkeiten im Medizin- und Fitnessbereich sowie ausreichend Platz für Besprechungen und Spielanalysen. In zwei kleinen Stadien mit 2500 bzw. 500 Zuschauerplätzen sollen künftig die Jugendteams ihre Heimspiele austragen.

Geduld ist gefragt

Darüber hinaus gibt es sicherlich noch zahlreiche weitere Justierungen, die dem Außenstehenden verborgen bleiben. Die taktische Ausrichtung der Teams ist ganz klar an moderne Maßstäbe angepasst worden. Alle Teams spielen grundsätzlich das System, das sich an dem der Profis orientiert, wobei die Details sowie die Interpretation dieser Spielweise aber natürlich von der jeweiligen Altersstufe sowie den Fähigkeiten der vorhandenen Spieler abhängen. Die Torhüter werden schon früh auf die modernen Anforderungen als stets anspielbare Mitspieler vorbereitet und die Außenstürmer ermutigt, durchaus auch mal das Dribbling zu suchen statt abzuspielen.

Der FC Bayern befindet sich in der Nachwuchsarbeit also auf einem hervorragenden Weg. Aber allen voran ist hier Geduld gefragt. Viele Änderungen sind vor allem von der Sorte, dass sie sich auf lange Sicht auswirken. Es wird keinen Spieler geben, der jetzt deswegen in zwei Monaten bei den Profis an die Tür klopft und es wird auch nicht dazu führen, dass wir uns schon in zwei Jahren nicht mehr vor jungen Talenten retten können. Erst in rund fünf oder sechs Jahren wird man fundiert einschätzen können, wie sich einzelne Maßnahmen bewährt haben. Bis dahin gilt es für die Verantwortlichen, weiter akribisch zu arbeiten.

Der Umzug in das neue Nachwuchsleistungszentrum wird ein bedeutender Schritt sein, aber noch viel Planungsarbeit erfordern. Die nationale wie internationale Konkurrenz ist stark und wird uns keine Sekunde Verschnaufpause gönnen. Aber klar ist auch: Die Anstrengungen lohnen sich. Eigene Nachwuchsspieler sind für die Identität unseres Vereins unentbehrlich. Wer daran zweifelt, muss einfach nur ein Heimspiel des FC Bayern besuchen, um sich dies bewusst zu machen. Denn der lauteste Moment während eines Spiels ist kein Fangesang und auch kein Torschrei. Für diesen Moment lohnt sich jahrelange Arbeit. Den Moment, wenn die ganze Arena „MÜLLER“ brüllt.

Das war der erste unserer vierteiligen Serie über das FCB Junior Team. Im zweiten Teil werden wir die Situation der FC Bayern Amateure vor dem Spitzenspiel am kommenden Freitag bei Jahn Regensburg beleuchten.

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Leserkommentare
  1. Sebastian

    Sehr schön zusammengefasst. Ich bin gespannt wie Bayern die räumliche Weite der beiden Gelände logistisch löst. An spitzentagen bracuht man locker eine Stunde vom äußersten Süden in den äußersten Norden. Wenn mal spontan jugendspieler bei den Profis mittrainieren dürfen wird es kompliziert…

    1. Josef

      Sehe ich auch so. Und umgekehrt: Auch Sportdirektor und Trainerstab können nicht eben mal zwischendurch zwischen Jugend und Profis hin- und herspringen (Einheiten beobachten, Gespräche führen etc.). Gefällt mir überhaupt nicht.
      Langfristig läuft es auf die Frage hinaus: Säbener Straße schließen und auch Profis und Geschäftstelle in den Norden zu verlegen?
      Rein ökonomisch gesehen ein Muss (“der Dax-Konzern würde es so machen.”). Aber auch ein riesiger Bruch mit der Tradition, und irgendwie ja auch schön, dass wir noch nicht zu 100% rein ökonomisch denken und handeln.

  2. Jo

    Sehr interessant.
    Durch die kompakte Zusammenfassung fallen einem einige Bruchstellen und Zäsuren wieder deutlich ins Auge.
    Die Nachwuchsförderung und die medizinische Betreuung im weiteren Sinne sind im Windschatten der ersten Mannschaft die beiden großen Langfristprojekte für die Zukunft.

  3. Schöner Artikel hat mir gefallen.

  4. pitvonbonn

    Die Öffentlichkeitsarbeit im Juniorenbereich ist immer noch stiefmütterlich.
    Versuche mal die Baupläne für das neue Jugendleistungszentrum zu googeln.
    Fehlanzeige.
    Aber alleine damit könnte man schon Heute talentierte Jugentliche “heiß” auf 2017 machen.
    Ebenso würden sich die Bayernfans für die Pläne und die Zukunftsvisionen der Nachwuchsmannschaften interessieren und sie in Scharen zu den Spielen strömen lassen.
    Nicht nur in China und USA liegt die Zukunft der Bayerm.

    1. Napto

      Servus,

      das liegt vielleicht daran, dass die Planungen aktuell noch nicht komplett abgeschlossen sind. Bisher steht nur das Grobkonzept und es werden vorbereitende Maßnahmen ausgeführt. Weiter unten hat der User “Alex” ja schon die Links gepostet zu den Dingen, die bisher öffentlich sind.

      Viele Grüße

  5. Patryk

    Ist ein Teil dieser Strategie auch, dass Spieler wie Gaudino, Kurt und Green ‘degradiert” wurden und nur noch bei der zweiten Mannschaft trainieren bzw. spielen? Oder liegt dies er an der persönlichen Vorliebe von Pep Guardiola?

    1. Done

      Dies ist vermutlich weder Teil der Strategie noch hats mit “persönlichen Vorlieben ” des Trainers zu tun , sondern liegt daran, dass alle drei noch zu große Defizite haben, um in der ersten Mannschaft annähernd eine Berechtigung zu haben.

    2. Napto

      Hallo Patryk,

      unter anderem wegen deines Kommentars habe ich dieser Sache einen ausführlichen Absatz im soeben erschienen Beitrag über die Amateure gewidmet.

      Rot-Weiße Grüße

  6. Alex

    @Patyk: bei den drei von dir genannten Spielern reicht es aktuell einfach nicht. Insbesondere Kurt zeigt zwar immer wieder, dass er talentiert ist, schafft es aber viel zu selten, das mal über mehr als eine Halbzeit zu zeigen. Bei Green gilt: alles auf 0 nach dem Seuchenjahr beim HSV. Dazu kommt, dass seine Konkurrenz bei den Profis mit Coman, Götze, Costa, Robben, Ribéry und auch Müller auf den Außenbahnen extrem stark ist. Aus meiner Sicht dürfte er da auch langfristig wenig Chancen haben.

    @Pivonbonn: die Unterlagen zum Leistungszentrum findet man auf den Seiten des Ratsinformationssystem der Stadt Oberschleißheim:

    https://oberschleissheim.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok6KfyIiuLWsBSq4Pm4OfyGauDYtATn5Sm9Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.Ha-CbwGJ/Betriebsbeschreibung_Akademiegebaeude.pdf

    https://oberschleissheim.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ok6KfyIhuGWsDSm4Pm4OfyGauDYtATn5Sm9Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.Ha-CbwGJ/Uebersichtsplan_Gelaende.pdf

  7. Stefan

    Toller Artikel. Ich freue mich schon auf die nächsten 3 Teile!

  8. Sascha

    Hallo,

    wirklich toller Artikel. Schön das ihr die Amateure und Jugendabteilung nicht vergessen habt!

  9. Nils

    Wirklich toller Artikel mit vielen Informationen zu den Personalrochaden, die man sonst nur als kleine Meldung bekommt. Sowas kann ja kaum jemand richtig einordnen. Danke dafür!

  10. Mehmet68

    DANKE – ich krame mir seit Monaten mühsam diese Details zu den Amas zusammen, da auch auf der offiziellen Website kaum etwas zu finden ist…

    Richtig stark waren wir immer, wenn auch aus dem Nachwuchs Impulse gesetzt werden konnten – Namen wurden ja schon genannt. Daher fände ich einen möglichen Aufstieg und damit mehr Wettbewerb einfach überfällig.

    Zu dieser Saison: Leider haben wir mit dem Jahn einen sehr starken Konkurrenten um Platz 1. Nachdem nur dieser zur Teilnahme an der Relegation berechtigt, dürften wir am Freitag schon das Schlüsselspiel dieser Saison erleben. Bin sehr gespannt.

  11. Christoph

    Zum Teil schiebe ich das Problem der schwierigen Nachwuchsentwicklung auch auf den DFB: In der Regionalliga ist das Niveau zu niedrig und ein Team in der 3. Liga zu etablieren, das ist einfach wahnsinnig schwer: Es gibt 3 Bundesliga U23 Teams in Liga 3 und davon stehen 2 auf den Abstiegrängen.
    Aus dieser Einsicht heraus haben ja etliche 1. Ligisten ihre U23-Teams abgemeldet.

    Ich sehe mehrere Massnahmen um das zu verbesseren:
    – Ich würde die Ü23-Regelung (max. 3 Ü23 dürfen auf dem Platz stehen) leicht anheben. Das würde es ein wenig leichter machen ein solides Mannschaftsgerüst aufzubauen, in dass sich die Jugendspieler dann einordnen können.
    – Die 3. Liga etwas verbreitern (wieder 2-Gleisig) oder die 4. Liga aufwerten auf 2 oder maximal Ligen (so wie es bis 2012 war). Das würde das Niveau dort anheben und die Durchlässigkeit nach oben wieder etwas erhöhen.

    Was ich auch als hinderlich sehe ist die UEFA Youth-League: Das reisst immer wieder Spieler aus der U23 raus (diese Saison nicht so extrem wie in den vergangenen Jahren, aber dennoch). Ich sehe irgendwie nicht, dass die Liga irgendjemandem etwas bringt – zumindest den Bundesligisten nicht.

    1. Tobias

      Deine Maßnahmen sind mit der Bayernbrille betrachtet und Aktionismus. Die 3. Liga ist nicht die Ausbildungsleiter der Bundesligisten. Es gibt genügend Traditionsklub (Regionalliga und 3.Liga) die um Gelder der Sponsoren kämpfen müssen um ein Team auf die Beine zu stellen, dass konkurrenzfähig ist bzw. Aufstiegschancen hat. Bei denen fällt kein Stück vom Kuchen ab wie bei den 2.Mannschaften mit großen Geldgeber (VW, SAP, Red Bull, Audi etc.) Weiterhin werten die 2.Mannschaften der Bundesligisten eine 3.Liga eher ab. Als Gäste nicht gern gesehen weil sie
      1. keine Fans mitbringen und
      2. keine Zuschauer ins Stadion locken.
      Die Duelle mit Reserveteams waren früher beliebt wie ein Loch im Kopf. Ich bin froh, dass dies rückläufig ist.Heute in der 3.Liga hat man regelmäßig Derbys. Das macht die 3.Liga erst interessant für Sponsoren. Deine Maßnahmen unterstützen nur Bundesligisten die dann ihren Nachwuchs einfacher hochziehen können und ist nicht Sinn der Sache.
      Letzter Spieltag 3.Liga:
      Werder II – Mainz II mit 500 Zuschauern
      Hansa – Dynamo mit 17000 Zuschauer (da waren sogar Blöcke gesperrt)

      1. Tobias

        Ausbildungsleiter = Ausbildungsliga

      2. Christoph

        Nun, daher schrieb ich ja: Es muss nicht unbedingt die 3. Liga vergrössert werden. Ich finde nur den Niveau-Unterschied zwischen Liga 3 und den 5 Regionalligen zu gross und die Durchlässigkeit zu gering.

        Gegenfrage: Hältst Du es für gut, dass etliche Bundesligisten ihre U23 eingestellt haben? Denn imho ist das die Folge dieser Problematik

        2. Gegenfrage: Was ist die Alternative? Die Talente der Bundesligisten verleihen? So wie Juventus Turin, die diese Saison 46 ! Spieler verliehen haben?

  12. Ich habe einen Wunsch: Ein Interview mit Hermann Gerland über die Jugendarbeit des FC Bayern.

    1. Done

      Vielleicht ist das etwas für dich für den Anfang:

      https://miasanrot.de/hermann-gerland-interviewreihe-von-hauptsache-fusball/

      Zwar schon 8 Jahre her, aber immer noch interessant.

  13. edzadla

    Das Nachwuchsleistungszentrum ist ausschließlich für den Herrenbereich gedacht, richtig? Kann jemand etwas zum Stand der Dinge bei der Nachwuchsarbeit im Damenbereich sagen?

    1. Im Januar habe ich mit Frauen-Coach Wörle auch über das NLZ gesprochen und zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine konkreten Planungen, was die Frauen betrifft. Sie trainieren ja seit Jahren draußen in Aschheim — einerseits, weil Säbener überbelegt ist, andererseits sind sie so von den Ballungen dort gar nicht betroffen. Unabhängig davon, ob sie später mal im NLZ Platz haben werden, können sie auch indirekt profitieren, indem dann Räume an der Säbener freiwerden. Aber wie gesagt — nix Genaues woaß ma ned.

      1. edzadla

        OK, danke.
        Wie ich gerade sehe, gibt es da sowieso einen fundamentalen Unterschied: bei den Frauen fängt es erst bei der U17 an.

  14. […] Zone Jugendarbeit: Mia san rot über die Nachwuchsarbeit des FC Bayern München.  + + + Kein Schwein: Der Halbangst-Blog über […]

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