FC Bayern Amateure – VfR Garching 2:1 (1:0)

Auch das zweite Pflichtspiel im Jahr 2018 konnten die Bayern Amateure für sich entscheiden. Gegen den VfR Garching siegte die U23 des Rekordmeisters mit 2:1 und rückt somit bis auf vier Punkte an den ersten Tabellenplatz heran. Im Gegensatz zum überzeugenden Auftritt in der Vorwoche gegen Eichstätt war der Sieg diesmal ein hartes Stück Arbeit.

Grundformationen Amateure - EichstättGrundformationen: FC Bayern Amateure – VfB Eichstätt

Mit Niklas Dorsch (5. gelbe Karte) und Derrick Köhn (Gelb-Rot-Sperre) musste Trainer Tim Walter auf zwei Stammspieler verzichten. Für sie rückten Angelo Mayer als Linksverteidiger und Timothy Tillman in die Startformation. Somit begannen die Amateure in einem 4-1-4-1 System, das zuvor erst in einem einzigen Pflichtspiel in dieser Saison zur Anwendung kam. Die Gäste aus dem nördlichen Vorort Münchens setzten auf ein klassisches 4-2-3-1 System. In der Startaufstellung vom VfR Garching war mit Florian Pflügler, Sohn von Weltmeister Hansi Pflügler, auch ein vom FC Bayern ausgebildeter Spieler. Auf der Bank saßen mit Semi Belkahia und Dominik Hepp zwei weitere ehemalige Nachwuchsspieler des FC Bayern.

Falls ihr es verpasst habt

Zu Beginn des Spiels neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld. Die erste gefährliche Szene hatte Timothy Tillman nach einem weiten Ball von Isherwood. Zwar war er vor dem Torhüter am Ball, der Versuch, den Ball mit dem Kopf über den Torhüter drüber zu heben, schlug jedoch fehl. Wenige Minuten später gelan den Amateuren eine gute Umschaltsituation. Fein schickte Tillman in die Tiefe, der den Ball am herausstürzenden Torhüter vorbeilegte. Anschließend brachte der Torwart Tillman zu Fall, die Pfeiffe des Schiedsrichters blieb jedoch stumm.

Die nächste Umschaltsituation brachte dann den Führungstreffer. Diesmal war es Tillman, der Evina auf die Reise schickte. Der letztjährige U17-Meisterspieler setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und flankte Butterweich auf den zweiten Pfosten, wo Raphael Obermair nur noch einschieben musste. Eine beeindruckende Aktion von Evina, in der der junge Flügelstürmer eine hervorragende Spielübersicht bewies. Insgesamt jedoch taten sich die Amateure in Ballbesitz äußerst schwer gegen die tiefstehenden Gäste. Die Garchinger versuchten es nur selten mit durchdachten Offensivaktionen. Ihre einzige Chance in der ersten Hälfte basierte folgerichtig auch aus einer weiten Flanke, deren resultierenden Seitfallzieher Christian Früchtl sehenswert parierte.

Nach der Pause schwächten sich die Garchinger unnötig selbst. Im Anschluß an einen ausbleibenden Foulpfiff rief Orkun Tugbay dem Schiedsrichter ein paar unfreundliche Worte hinterher und musste daraufhin vorzeitig zum Duschen. Der Platzverweis motivierte jedoch nun die Spieler aus dem Münchner Vorort. Die Bayern Amateure benötigten einige Minuten, um sich auf die neue Laufbereitschaft und Aggresivität der Gäste einzustellen. Insgesamt gelang es der jungen Mannschaft viel zu selten, in Überzahl Dominanz zu entwickeln. Zwar kam die Mannschaft zu einigen Chancen, spielte diese jedoch dann zu unsauber aus. Stets gefährlich wurde es, sobald es der Mannschaft gelang, Evina auf dem Flügel in Szene zu setzen, dessen Hereingaben stets für Gefahr sorgten. So rutschten Pantovic und Tillman nahezu simultan am zweiten Pfosten an einer flachen Flanke vorbei, Otschi Wriedt vergab zudem in aussichtsreicher Situation.

“Wenn du vorne keine Tore machst, bekommst du sie hinten” lautet eine alte Fußballweisheit. Und so kam es dann auch. Die bei Flanken immer gefährlichen Gäste nutzten den nächsten weiten Ball zum Ausgleich. Dennis Niebauer köpfte freistehend zum Ausgleich ein. In der Vorrunde wäre die Mannschaft an so einem Rückschlag schnell zerbrochen, diesmal jedoch schlug sie eiskalt zurück. Adrian Fein setzte sich auf der linken Seite sensationell bis zur Grundlinie durch, behielt die Übersicht und fand Milos Pantovic am langen Pfosten, der die Führung wieder herstellen konnte.

Die Schlussphase war vor allem von der Aggresivität der Gäste geprägt, die noch mehrmals im Zweikampf zu spät kamen und folgerichtig neben einigen gelben Karten auch noch einen zweiten Platzverweis kassierten. Durch den Sieg vergrößerten die Bayern Amateure den Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz auf drei Punkte und liegen mit vier Zählern Rückstand in Schlagweite hinter dem haushoch favorisierten TSV 1860. Die Mannschaft ist auf bestem Kurs, beide Saisonziele (Tabellenplatz Zwei und eine sichtbare Weiterentwicklung der enorm jungen Mannschaft) zu erreichen. Bereits am kommenden Dienstag reisen die Amateure zum 1. FC Schweinfurt 05. Das Spiel wird ab 18 Uhr live bei Sport1 übertragen.

Dinge, die aufgefallen sind

Ohne Dorsch fehlt Spielstärke im Aufbauspiel

Am vergangenen Wochenende gegen Eichstätt kassierte Kapitän Niklas Dorsch seine fünfte gelbe Karte. Dieser Verlust machte sich im Spiel der kleinen Bayern deutlich bemerkbar. Nur selten gelang es der U23 des Rekordmeisters, Ballbesitz in den Halbräumen zu generieren. Mit Feldhahn und Isherwood in der Innenverteidigung sowie Fein als alleinigem Sechser waren dort drei Spieler aktiv, deren Aufbauspiel nicht zu ihren größten Stärken gehört. Gerade Fein ist eher ein Spieler, der mit dem Ball am Fuß Räume reißen kann, nur selten jedoch durch kluges Passspiel. Der spielstärkste Innenverteidiger Felix Götze kam auf der Rechtsverteidigerposition zum Einsatz.

Wriedt ausser Form

Gleich an seinem ersten Tag beim FC Bayern traf Wriedt im August gegen den 1. FC Schweinfurt und spielte eine tolle Hinrunde. Auch weil Sandro Wagner damals noch nicht da war, verdiente er sich durchaus die Einsätze bei den Profis in Leipzig und in Mönchengladbach. Doch im Jahr 2018 hat “Otschi”, wie er genannt wird, seine Form noch nicht gefunden. Nachdem ihn bereits Tim Walter beim Trip nach London eine Denkpause auf der Bank verordnete, nachdem er mehrere Stunden zu spät zum Treffpunkt kam, kann er bisher noch nicht an seine guten Leistungen anknüpfen. Gewiss wird Wriedt durch die gestiegene Aufmerksamkeit um seine Person einen Wechsel in eine höhere Liga anpeilen. Dazu wird er jedoch in den nächsten Wochen wieder mehr zeigen müssen, wenn es eines Tages für die zweite Bundesliga reichen soll.

Mannschaft punktet in einem schlechten Spiel dreifach

Mit so einer enorm jungen Mannschaft, wie es die Bayern Amateure sind, muss man Rückschläge und Leistungsschwankungen zwingend einkalkulieren. Diese waren in der Vorrunde ein wenig zu häufig sichtbar, immer mehr kann die Mannschaft diese Schwäche jedoch abstellen. Am heutigen Tag schwenkte die Leistungskurve der Mannschaft nach unten aus und trotzdem holte das Team drei Punkte. Tim Walter fand dazu die passenden Worte: “Es zeichnet uns aber momentan aus, dass wir die Spiele dennoch gewinnen. Ich bin unzufrieden, weil die Mannschaft nicht das Engagement an den Tag legte, wozu sie imstande ist und dass ich von ihr verlange.” Es wird spannend, ob die Mannschaft am Dienstag in Schweinfurt wieder eine überzeugendere Leistung abrufen kann.

Den offiziellen Spielbericht vom FC Bayern findet ihr hier. Bewegte Bilder gibts am Sonntag Abend bei BFV TV.

FC Bayern Amateure – VfR Garching 2:1 (1:0)
FC Bayern Amateure Früchtl – Götze (65. Pantovic), Feldhahn, Isherwood, Mayer – Fein – Obermair, Benko, Tillman (77. Nollenberger), Evina – Wriedt (88. Gschwend)
Bank Weinkauf, Türkkalesi, Crnicki, Awoudja
Garching Große – Jevtic, Pflügler, Göpfert, Salassidis (77. Mayer) – M. Niebauer, Suck – Tugbay, D. Niebauer, Staudigl (86. Zimmerschied) – Tunc (62. Eisgruber)
Bank Brenner, Hepp, Weicker, Belkahia
Tore 1:0 Obermair (29.), 1:1 D. Niebauer (78.), 2:1 Pantovic (80.)
Gelbe Karten – / Eisgruber, Suck
Gelb-Rote Karten D. Niebauer (86., wiederholtes Foulspiel)
Rote Karten Tugbay (48., Schiedsrichterbeleidigung)
Schiedsrichter Wolfgang Haslberger
Zuschauer 355

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Leserkommentare
  1. Champ-Minga

    Toller Lauf unserer Amas..
    Auf geht’s zur Katzenjagd..

  2. Ralph

    In der zweiten Hälfte war es insbesondere seitens des Parkplatzes (Stichwort: „Wir fahren nur zum Parken nach Garching!“) eine ziemlich ruppig geführte Partie. Dass wir in Überzahl waren, merkte man kaum, und dann kamen noch einige erschreckende Stoppfehler dazu. Trotzdem ein verdienter Sieg.

    Highlight abseits des Spielfeldes: in Block N sind zwei jüngere Herren vermutlich aufgrund einer ordentlichen Portion Restalkohol trotz der Temperaturen eingeschlafen und damit zu gefragten Fotomodellen mutiert.

  3. Olorin

    Persönlich habe ich den Transfer von Wriedt ja schon im Sommer nicht verstanden. Ich hätte es lieber gesehen, wenn wir konsequent auf Manuel Wintzheimer gebaut hätten. Zumindest jetzt da Wriedt im Formtief ist sollte man ihm mal die Chance geben, er hat langfristig deutlich höheres Potential und darum sollte es bei einer zweiten Mannschaft eigentlich gehen.

    1. Florian

      Ich denke Wriedt wurde geholt damit der Aufstieg der zweiten Mannschaft gelingt und seine gute Leistungen vorallem in der ersten Saisonhälfte belegen dies. Wintzheimer wurde, denke ich zumindest, nicht hochgezogen damit der Erfolg der U19 nichts im Wege steht und auch hier der Erfolg gesichert wird.

      1. Olorin

        Ja, das ist denk ich sogar ziemlich sicher so. In meinen Augen ist es aber der falsche Fokus. Bei der U19 geht es meiner Meinung nach nicht primär um den Erfolg der U19, sondern darum, Spieler zu entwickeln und besser zu machen. Und wenn ein Spieler schon weit genug für den Herrenfußball ist (und das war Wintzheimer in meinen Augen) sollte man ihn nicht bremsen, nur damit die U19 vielleicht erfolgreicher ist. Ein Spieler, der sich in der ersten Mannschaft durchsetzt, ist mir tausendmal lieber als ein Meistertitel der U19. Und je früher der Spieler Erfahrungen bei den Senioren sammelt desto größer sind die Chancen darauf.

        Auf die zweite Mannschaft trifft das gleiche zu: auch die ist für mich kein Selbstzweck. Sie dient der Ausbildung der Talente und nicht die Talente der Mannschaft (das ist der Unterschied zur ersten). Einen teuren, 5 Jahre älteren Spieler zu holen, der einem eigenen Talent den Platz wegnimmt, find ich absolut kontraproduktiv. Und der Aufstieg ist mit oder ohne Wriedt wahrscheinlich eine Utopie. Zum einen müsste 60 deutlich underperformen und zum anderen müsste man dann immer noch erstmal die Relegation gewinnen. Und selbst nach einem Aufstieg stünde relativ wahrscheinlich wieder ein baldiger Abstieg-zweite Mannschaften haben durch die hohe Fluktuation im Kader kaum eine Chance in der dritten Liga, mit Werder Bremen steigt diese Saison höchstwahrscheinlich die letzte ab. Wenn überhaupt hätte der Transfer eines Spielers wie Wriedt in meinen Augen Sinn ergeben in einem Jahr, in dem kein 1860/Haching/Regensburg mit übermächtigem Kader in der Liga ist und man auch wirklich große Chancen hat, zumindest die Aufstiegsrunde zu erreichen.

      2. Jo

        Was für einen Spieler zu welchem Zeitpunkt das Richtige ist, ist schwer zu beurteilen. Zumal für einen Außenstehenden.
        Wenn ich die Entwicklung von OBM sehe, seit er zur U 19 hochgezogen wurde, habe ich doch größere Zweifel, ob man ihm z.B. damit einen Gefallen tut.

      3. Florian

        Und genau daran denk ich liegt der Fehler des Vereins es wird momentan nicht auf die Durchlässigkeit nach Talenten geschaut sondern nachdem Erfolg der U23, sowieso U19 und U17. Ginge es nach Durchlässigkeit würde MW in der U23 spielen und man hätte Wagner nicht verpflichtet da MW seinen Kaderplatz hätte und so auf Einsatzzeiten in der BuLi kommen würde. Sein Talent hat er ja schon öfters bewiesen egal ob Youth League oder in der U19 Liga.

      4. Olorin

        @JO
        Ich fand es absehbar, dass sich OBM erstmal dran gewöhnen muss, gegen Leute zu spielen, die zwei Jahre älter sind als er selbst und als seine bisherigen Gegner. Je früher er diese Erfahrung macht desto besser.

        @Florian
        Naja, Wagner sitzt ja großteils auf der Bank, insofern wäre dessen Rolle denk ich nicht das ideale gewesen. Ich hätte halt Wriedt weggelassen und Wintzheimer als Stammstürmer in der U23 eingeplant. Klar hätte man ihm dann auch mal bei Gelegenheit für die Profis spielen lassen können, aber eine Wagner Rolle hätte ich ihm dann doch noch nicht zugetraut. Das wären dann ja sozusagen drei bis vier Schritte auf einmal gewesen.

      5. Florian

        @Jo war das den bei Müller, Alaba, Badstuber etc. den großartig anders? Sie alle kamen auf ihre Einsätze trotz ihrer Jugend und man sieht Ihre Entwicklung heute. Eine Chance sich zu zeigen hätte er alle mal verdient und es wäre ein Zeichen für alle Anderen Jugendspieler das der FCB nicht nur Phrasen raushaut sondern diese auch wirklich umsetzt. OBM sehe ich als unser Mega Talent an das spätestens in 2 Jahren fest zum Kader der 1ten gehören MUSS. Anderswo klappt das ja genauso mit jungen Spielern integrieren wieso nicht auch bei uns. Gerade bei solchen Ligaspielen bei denen die Bedeutung gegen 0 tendiert sollte man den Jüngeren eine Chance geben um Erfahrung zu sammeln und sich zu zeigen vll überrascht der eine oder andere ja (siehe pulisic in Dortmund oder wolf in Frankfurt). Man muss als Trainer nur den Mut dazu haben das auch umzusetzen.

  4. Jo

    @Florian:
    Ok, ich weiß nicht so recht warum du mir das erzählst. Wie ich an anderer Stelle schon erwähnt hatte, hätte ich kein Problem damit wenn OBM gegen Hamburg mal reingeworfen würde, ganz im Gegenteil.

    Worum es mir hier ging war kein hypothetisches Szenario, sondern die Frage ob OBM ganz konkret, hier und jetzt, in dieser U 19 am richtigen Platz ist. Über 90 Minuten hat er da sehr selten gespielt. Genauer gesagt hat er die letzten 3 Spiele gebraucht um überhaupt 90 Minuten zusammen zu bringen. Und wenn er wie gegen Real eingewechselt wird, sieht er keinen Ball. Mir fällt dazu gerade das Zitat von Hazard ein, dass heute nach dem Spiel gegen City die Runde machte: “Wir hätten noch drei Stunden weiterspielen können, ich hätte trotzdem keinen Ball berührt.” So ähnlich sah das auch bei OBM aus.

    Ist vielleicht alles etwas überinterpretiert, aber gefällt mir nicht so richtig.

    Wäre interessant wie Martin die Situation einordnet, der hat da sicher einen etwas tieferen Einblick.

  5. ecouser

    Wie immer sehr interessant. Vor allem das Thema Evina. Da wird ein Spieler der in der U 19 Probleme hat, zur Abhilfe in die U 23 delegiert. Klingt ungewöhnlich. Kann man die Probleme von Evina mit dem System Hoeneß irgendwie näher beschreiben? Sind die Systeme von Hoeneß und Walter tatsächlich so unterschiedlich? Oder liegt das vielleicht auch im persönlichen Bereich?

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