Xherdan Shaqiri – Ein großer Schritt für einen kleinen Mann

Es war wohl die Meldung für den Schweizer Fußball, als im Sommer 2012 der Wechsel des Offensivspielers Xherdan Shaqiri zum FC Bayern München bekannt gegeben wurde. Er ist nach Alain Sutter, in der Saison 1994/95, und Ciriaco Sforza, in der Saison 1995/ 96 und von 2000 bis 2002, der dritte Schweizer der bei den Bayern unter Vertrag genommen wurde.

Die Freude unter den Fans und auch bei den Verantwortlichen des FC Bayern war sehr groß, ein weiteres hochgelobtes Talent in den eigenen Reihen willkommen zu heißen. Schnell stellte sich doch jedoch die Frage, ob der 1,69m große Dribbler die Erwartungen erfüllen kann und sich auch auf Dauer bei einem so großen Verein durchsetzten kann. In der Vergangenheit hatte man an der Säbener Strasse nicht die besten Erfahrungen mit hoch gelobten Talenten gemacht. Hierbei denke ich vorallem an Spieler wie Jose Ernesto Sosa oder Baumjohann, die im Vorfeld hoch gelobt wurden, sich jedoch nie wirklich durchsetzten konnten und in der Mittelmäßigkeit verschwunden sind.

Am 25.08.2012 im ersten Saisonspiel der Bayern wurde er in der 72. Minuten bei einem Spielstand von 2:0 gegen Greuther Fürth eingewechselt. Blieb hier jedoch noch weitest gehend blas und erzielte nur eine Note von 3,0. Seit dem ersten Spieltag stand er 23 mal im Kader, wovon er 7 mal von beginn an spielte und 10 mal eingewechselt wurde. 6 mal blieb er ohne Einsatz, somit kommt er in den 17 Bundesliga spielen, die er bestritt auf, eine Spielzeit von 806 Minuten mit einem Notendurchschnitt von 2,9. Im Schnitt spielte er 47 Minuten pro Partie für den FC Bayern. Sein erstes und bisher einziges Tor in der Bundesliga erzielte er am 17. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach, welches auch der wichtige Ausgleichtreffer zum 1:1 Endstand war. Hier zeigte sich wie wichtige Xherdan Shaqiri für den FC Bayern werden kann. Hier gegenüber stehen 92 Spielen für den FC Basel in der Raiffeisen Super League seit der Saison 2009/10, was ihm eine Einsatzzeit von 6410 Minuten und somit einen Schnitt von 70 Minuten pro Spiel. Zudem erzielte er für den FC Basel in der 1. Liga 18 Tore, 4 in der Saison 2009/10, 5 in der Saison 2010/11 und 9 in seiner letzten Saison.

Wirft man einen Blick auf die Spielzeiten des Linksaußen, ist deutlich zu sehen, dass Shaqiri für den FC Basel ein Schlüsselspieler war und für den FC Bayern „nur“ eine starke Verbreiterung des Kaders. Was jedoch deutlich zu sehen ist und auch anhand der Noten und des Notenschnitts in den Spielen, er ist keines von den Talenten, die in der Mittelmäßigkeit der Bundesliga verschwinden werden. Seine Anlagen und sein Spielverständnis sind ausgezeichnet, er verfügt über eine hervorragende Technik und Sprintstärke. Zudem kommt sein Körper, der ihm in Zweikämpfen auch gegen größere Spieler Vorteile bringt. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Zweikampf zwischen Naldo und Shaqiri am 5. Spieltag, als der Dribbler in ein Sprintduell gegen Naldo geht und diesen umcheckt, als wäre er eine Pappfigur. Ihm kommt es auch sehr zu gute, dass er unter dem Trainer Jupp Heynckes zu den Bayern gewechselt hat. Jupp legt sehr viel Wert auf die Nachwuchsarbeit und weiß wie man mit jungen Spielern umgehen muss, um sie nicht zu verheizen. Was auch deutlich auffällt, die von Xherdan getretenen Standards, Freistöße und auch Ecken, sind eine gefährliche Waffe des kleinen Schweizers.

Xherdan Shaqiri Freistoß im Training

Trotz seiner Stärken blieb er in den letzten beiden Spiele gegen Hoffenheim und auch gegen Düsseldorf sehr blass und erzielte nur die Noten 3,9 und 3,2. Diese Schwäche ist meiner Ansicht nach jedoch der fehlenden Spielpraxis geschuldet, denn wenn ein Spieler fast nur eingewechselt wird und dies auch immer nur für 20 Minuten kann er nicht über die Wettkampfpraxis verfügen, die ein Spieler hat, der jedes Spiel über 90 Minuten bestreitet. Die Tatsache, dass er zu Verhältnismäßig wenigen Einsätzen kommt ist zwei Umständen geschuldet. Zum einen hat der FC Bayern im Moment mit Ribery, Müller und Kroos drei Spieler, die diese Saison auf Weltklasseniveau spielen und die, wenn sie Fit sind gesetzt sind. Fällt einer dieser Spieler aus, hat er immer noch Arien Robben vor sich, der Aufgrund seiner Erfahrung in wichtigen Spielen immer noch den Vorzug vor Shaqiri bekommt. Das zweite Momentum, das nicht auf der Seite des Schweizers ist, ist die Wechselpolitik von Jupp Heynckes, der mit Ausnahme von Verletzungen immer erst ab der 65 Minuten wechselt. Betrachtet man diese Ausgangslage und die Leistungen der letzten Spiele befindet sich der Schweizer an einem Scheidepunkt, die seine Zukunft bestimmen wird. Allerdings muss man jedoch beachten, dass ab nächster Saison unter dem neuen Trainer Pep Guardiola die Karten neu gemischt werden und Spieler, die momentan nur zweite Garde sind die Chance haben sich neu zu beweisen. Dazu kommt, dass Shaqiri besser in das technisch anspruchsvolle System des neuen Bayern Trainers, welches er mit dem FC Barcelona perfektioniert hat, passen würde, als zum Beispiel ein Thomas Müller, der über andere nicht weniger wichtige Fähigkeiten verfügt. Was genau Pep jedoch mit den Bayern vor hat, wie das System und die Aufgabenverteilung innerhalb des System aussieht muss man sehen, auch davon wird die Entwicklung von Shaqiri abhängen. Die Qualitäten sich auf längere Frist beim FC Bayern durch zu setzen besitzt er, jedoch muss er in den kommenden Spielen und in der kommenden Saison an seine Leistungen der ersten Spiele anknüpfen, dann wird er vor allem, wenn der FC Bayern die Meisterschaft in trockene Tücher gebracht seine Einsatzzeiten bekommen und auch die Möglichkeit wieder von Beginn an zu spielen. Wie die Entwicklung genau verlaufen wird kann man natürlich nie genau sagen, dafür haben zu viele Faktoren Einfluss. Bleibt er von Verletzungen verschont oder wie sehen die Kaderplanungen des FCB für die nächste Saison aus. Kommt ein weiterer Topflügelspieler, wird er es definitiv auch in der kommenden Saison schwer haben, sollte Ribery weiter auf diesem Niveau seine Spiele bestreiten.

Das er zum Saisonende wechseln wird, weil er unzufrieden ist, halte ich für Ausgeschlossen. Außerdem gehe ich davon aus, dass er sich, wenn er sich noch ein bis zwei Saisons geduldet und weiter an Erfahrung sammelt die Fähigkeiten besitzt zu den Stammkräften des FC Bayern München zu gehören. Ich auf jeden Fall werde die Entwicklung des kleinen Kraftpakets weiter verfolgen und hoffe, dass er es schafft sich durchzusetzten und den FC Bayern mit den nachkommenden jungen Spielern zu noch weiteren vielen Titel verhelfen kann.

> Alle Daten, wie auch Noten stammen von Transfermarkt.de – Xherdan Shaqiri

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